Der kleine Datenspitzel

Auch beim Mac gibt es eine sehr überschaubare Zahl von sinnvoller Systemutilities. (Und nein, Mackeeper gehört nicht dazu.) Carbon Copy Cloner könnte man nennen, Phraseexpress oder Textexpander, Namechanger und Disk Inventory X, um einmal ein paar aufzuzählen. Es gibt sicherlich noch einige mehr, wenigstens eine Handvoll.

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Da flitzen die Daten über den grossen Teich…

Ein Utility, auf das viele Macianer schwören und das ich schon lange einmal ansehen wollte, ist Little Snitch. Das ist eine Firewall, die mich an Zone Alarm erinnert – die gottähnliche Serverinstanz im Datenhimmel möge dieses Produkt selig haben. Wie andere Programme seiner Art verfolgt es zwei Hauptaufgaben. Erstens zeigt es auf, was auf den Datenschnittstellen so alles läuft, konkret: Welche Programme zu welcher Zeit Pakete mit dem Web austauschen. Zweitens ermöglicht es Blockaden: Man kann per Mausklick Datentransfers abklemmen.

Und das allein ist für manche Computernutzer Grund genug, Little Snitch einzusetzen. „Der kleine Datenspitzel“ weiterlesen

Bild. Punkt.

Es passiert mir ab und zu, dass ich Programme auf meiner Festplatte finde, ohne zu wissen, wie die dorthin gekommen sind. Vielleicht wurden sie mir von einem Hacker untergejubelt. Womöglich habe ich sie aber auch selbst heruntergeladen, mit der Absicht, einen Softwaretest abzuhalten. Doch wie es so geht – es kommt etwas dazwischen, der Softwaretest findet nicht statt, aber das Programm bleibt an Ort und Stelle liegen.

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Bitte ohne Blinzeln 30 Sekunden lang in dieses Auge schauen. (Originalbild: Skitterphoto/pexels.com, CC0)

Das ist mir neulich mit dem Programm Vectoraster 6 so gegangen. Nach einer zufälligen Wiederentdeckung habe ich mich entschlossen, das Programm hier zu besprechen. Es befriedigt zwar ein ziemlich spezielles Bedürfnis. Aber es tut es auf eine so befriedigende Weise, dass sich eine Besprechung allemal lohnt. Nachdem ich also diverse Screenshots angefertigt und einen ausführlichen Test abgehalten hatte, stellte ich durch Googeln fest, dass die Version 6 nicht mehr aktuell ist und man nun die Version 7 benutzen müsse. Tja, Künstlerpech.

Also, Vectoraster 7 gibt es für den Mac. Die Vollversion kostet 42 US-Dollar. Und die Aufgabe des Programms ist es, Pixelbilder in Vektorraster umzuwandeln. Das klingt ein bisschen so, als ob es dem hier besprochenen Webdienst Konkurrenz machen würde. Dem ist aber nicht so. „Bild. Punkt.“ weiterlesen

Damit ein Absturz keine Blogpostings holt

Gestern ging es darum, wie Firefox 57 in einen praxistauglichen Zustand versetzt werden könnte. Firefox 57, auch bekannt als Quantum, wird am 14. November veröffentlicht und soll doppelt so schnell, beim Speicher viel sparsamer als der alte Firefox und als Chrome und viel schöner sein. Ich verwende seit einiger Zeit die Beta und was die «Schönheit» angeht, lässt sich darüber nicht streiten. Das Dark Theme (zugänglich übers Hamburger-Menü und Anpassen) finde ich aber so okay, dass ich meinen Browser inzwischen meistens in Dunkel verwende.

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Er schreibt in sein Notizbuch und nicht direkt ins CMS, weil keinen absturzbedingten Textverlust erleiden will. (Bild: Startupstockphotos.com, CC0)

Aber eben, wie beklagt wirft Firefox 57 die allermeisten der schönen Erweiterungen zum alten Eisen, die ich täglich nutze. Darum will ich noch vor dem offiziellen Start die wichtigsten nicht mehr kompatiblen Erweiterungen ersetzen. Heute und hier Form History Control II: Diese Erweiterung ist bei mir erst seit Mai in Betrieb. Damals hat sie Lazarus abgelöst.

Diese Erweiterungen sichern den Inhalt von Webformularen: „Damit ein Absturz keine Blogpostings holt“ weiterlesen

Nach Hause finden

Ich habe in der letzten Zeit immer mal wieder en passant Dyn-DNS-Dienste erwähnt (Wecki wecki! und schon früher, zu Zeiten der Raspberry-Pi-Basteleien, hier: My Intranet is my castle). Darum ist es mal an der Zeit, etwas ausführlicher zu werden.

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Gibt es etwas Traurigeres als einen heimatlosen Nerd? (Bild: annyboy89/pixabay.com, CC0)

Dynamisches DNS gibt es, weil die Provider uns Kunden gerne einen Aufpreis für statische IP-Adressen verrechnen möchten. So zumindest meine Interpretation. Wahrscheinlich war es früher, in Zeiten von Dial-Up sinnvoll, die Adressen durchzuwechseln. Damals hat man sich typischerweise ein-, zweimal pro Tag mit dem Netz verbunden. Und manche Leute auch nur alle drei Wochen. Warum also eine IP-Adresse konstant blockieren?

Heute, im Breitband-Zeitalter, wäre eine statische IP-Adresse kein übertriebener Luxus. Allerdings würde sie Überwachern ihre Überwachungstätigkeit nochmals deutlich erleichtern, sodass es doch ganz okay ist, wenn der Haushaltsrouter nicht jahrelang unter der gleichen IP-Adresse kommuniziert. „Nach Hause finden“ weiterlesen

Die neuen Formate von iOS 11

iOS 11 bringt bekanntlich neue Dateiformate. Das sind der High Efficiency Video Coding (HEVC), der neuerdings in den .mov-Dateien steckt, sowie das High Efficiency Image File Format (HEIF) für Fotos. Die Dateierweiterung für diese Fotos ist seltsamerweise .heic – warum da am Schluss ein C und kein F steht, ist mir noch nicht so ganz klar. Vielleicht ist das eine Container-versus-Codec-Feinheit, die wir Laien nicht verstehen müssen.

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Falls man in die Verlegenheit kommt, ein Heif-Bild auf einer Nicht-Apple-Plattform weiterverarbeiten zu müssen…

Ich wollte mir eine solche .heic-Datei näher ansehen, um herauszufinden, was man damit tun kann und was nicht. Stellt sich die Frage: Wie bekommt man sie vom Gerät? Denn natürlich ist das Betriebssystem so schlau, dass es eine automatische Konvertierung nach JPG vornimmt, wenn man die Datei vermailt oder auf den anderen gängigen Wegen weitergibt. Denn da es dieses Format erst bei iOS 11 und bei Mac OS X High Sierra gibt, würde es bei den allermeisten Empfängern sonst für Verwirrung sorgen und ungeöffnet bleiben. Selbst bei der Weitergabe an Apps auf dem iPhone scheint in vielen Fällen eine automatische Konvertierung stattzufinden. „Die neuen Formate von iOS 11“ weiterlesen

Programme auf Zack bringen. Oder entsorgen

Die Blütezeit der Windows-Utilities ist längst vorbei. Zu recht, denn man darf erwarten, dass ein System sich selbst aushält. Wenn man ein Auto kauft, dann ist es auch nicht so, dass erst die Komponente eines Drittherstellers das Fahren ermöglicht und die Fortbewergung, sicher, angenehm und zuverlässig macht…

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Abgesehen von den Problemen mit den langen deutschen Begriffen macht die Software ihren Job ganz ordentlich.

… wobei, doch eigentlich ist es so, dass man beim Auto zusätzlich zum Auto Dinge braucht, um autofahren zu können. Eine unverzichtbare Komponente, die von einem Dritten bereitgestellt werden muss, ist das Benzin. Und wenn man ein sauberes Auto haben möchte, braucht man einen Staubsauger, der auch nicht zur Grundausstattung gehört. Also, diese Analogie bringt uns nicht weiter. (Wie automobile Analogien einen übrigens selten weiterbringen.)

Wie auch immer: Die meisten Leute können tatsächlich auf Utilities und Hilfsprogramme verzichten. Der Grossteil der Programme, denen man im Netz begegnet, sind obsolet oder waren schon immer nutzlos. Oder sie sind dazu da, dem Nutzer das gute Gefühl zu verschaffen, alles für den Computer getan zu haben, was man als guter Nutzer tun kann.

Nun geht es mir darum, die Ausnahmen zu finden, die die Regel bestätigt: Jene Utilities, für die es auch heute noch gute Gründe gibt. „Programme auf Zack bringen. Oder entsorgen“ weiterlesen

Smarte Uhrdreingaben

Die typischen Smartwatch-Funktionen wie die Benachrichtigungen finde ich lästig – wie hier ausführlich breitgetreten. Die im Beitrag besprochene Fēnix 5S von Gramin (Amazon Affiliate) gehört inzwischen aber zur Grundausstattung. Sie ist ein Fitnessgadget, das mir allerdings im Moment «Formverlust» bescheinigt. Ein besonders höfliches Gadget ist die Uhr nicht.

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Das Telefon muss ganz in der Nähe sein! (Ist es, es macht gerade das Foto.)

Zwei Funktionen habe ich an der Uhr schätzen gelernt. Die würden es auf keinen Fall rechtfertigen, allein ihretwegen eine Smartwatch anzuschaffen. Aber wenn man aus guten Gründen eine schlaue Uhr trägt, dann sind sie eine nette Dreingabe.
„Smarte Uhrdreingaben“ weiterlesen

Wie Nerds bei Windows Dateien finden

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So aufgeräumt geht es auf der Festplatte selten zu und her. Darum braucht es gute Suchfunktionen. (Bild: Breakingpic/Pexels.com, CC0)

Die Windows-Suche ist ganz okay. Nicht grossartig, aber meistens findet man in weniger einer halben Stunde ungefähr das, was man gesucht hat. Nützlich finde ich die Einschränkungsmöglichkeiten. Mit name sucht man nur nach Dateinamen (name:hinz-kunz.doc). Mit art grenzt man nach Dateiart ein (art:ornder sucht nur nach Verzeichnissen). Typ erlaubt es, eine Filterung nach Dateiendung vorzunehmen (typ:mp4). Und Analog formuliert man Einschränkungen nach Änderungsdatum (datum:heute oder datum:‎04.‎07.‎2017 .. ‎14.‎07.‎2017) oder nach Dateigrösse. größe:groß findet zum Beispiel Dateien von 1-16 MB. Die Einteilung muss man sich nicht merken, die schlägt Windows vor, sobald man grösse: ins Explorer-Suchfeld tippt.

Sie dürfte gerne schneller sein – denn, so fragt man sich, wie kann es sein, dass Google das ganze Internet innert Bruchteilen von Sekunden durchsucht, eine Recherche auf der Festplatte aber ein Vielfaches länger dauert? Dafür gibt es natürlich eine technische Begründung (Dateisystem vs. Datenbank), aber die interessiert im Zweifelsfall nicht. Ich habe mir dafür mal Everything besorgt (auch erhältlich bei heise.de). Das ist ein Programm, das so aussieht, wie Windows-Programme ungefähr um die Jahrtausendwende ausgesehen haben, aber rasend schnell funktioniert.
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Die schnelle Wörterbuchrecherche

Mein wichtigstes Textverarbeitungsprogramm ist der Browser. Ich schreibe zwar ab und zu auch in Notepad, Word, in InDesign oder InCopy, aber dieser Tage halte ich mich doch vornehmlich in Content-Management-Systemen auf: WordPress, Flatpress, gelegentich DynPG und natürlich auch in Content Dictator.

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Korpus lexical ist eine Konsole für Wörterbuchabfragen (unten links). Oben links die Auskunft von Duden.

Aus diesem Zweck benötige ich einige Browser-Erweiterungen, die das Texten komfortabler machen. Da ist Form History Control II als Versicherung gegen Datenverlust (Neuer Lebensretter). Da ist Easy Copy für die Links (Eine grossartige Firefox-Erweiterung!). Als Drittprogramm ist PhraseExpress für HTML- und BBCode-Codes im Einsatz (Tempo Teufel beim Bloggen). Und fürs Sammeln von Rechercheergebnissen benutze ich gerne Printfriendly (Man muss kein Internetausdrucker sein, um Printfriendly gut zu finden).

Etwas fehlt bei dieser Aufstellung: Nämlich eine gute sprachliche Unterstützung. Ich nutze einige Webdienste (Der freundliche Korrektor im Netz). Die muss ich allerdings erst aufrufen, was umständlich ist: Neuer Tab, Lesezeichen-Kürzel ins Adressfeld tippen, aufs Laden der Seite warten, Suchbegriff ins Feld eingeben…

… das muss auch einfacher gehen. „Die schnelle Wörterbuchrecherche“ weiterlesen

Wecki wecki!

Neulich habe ich mich darüber ausgelassen, wie praktisch es ist, wenn man Computer A von Computer B aus benutzen kann und eine Lobrede auf Teamviewer gehalten. Nun hat Teamwiever ein grosses Problem: Computer B steht nur zur Verfügung, wenn Computer B auch eingeschaltet ist. Das heisst: Man muss aufstehen, zu ihm hingehen und den Einschaltknopf drücken. Was kein Problem ist, wenn man sich nur im Zimmer nebenan befindet.

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Computer B, wenn er Füsse hätte. (Bild: Pexels.com, CC0)

Es ist aber ein Problem, wenn man sich weit weg befindet – am Arbeitsplatz, im Ferienresort auf Bali oder auf der internationalen Raumstation ISS. Darum habe ich mir die Frage gestellt, ob man Computer B denn auch aus der Ferne einschalten könnte. Man könnte einen per App steuerbaren Stromadapter verwenden, falls das BIOS eine Option bereithält, den Computer automatisch zu starten, wenn Strom am Netzteil anliegt.

Wie verbreitet diese Option ist, weiss ich allerdings nicht und ich finde die Lösung auch nicht sonderlich elegant. Es gibt, wie hier ausgeführt, die schöne Funktion Wake on Lan. Sie startet den Computer auf ein Signal aus dem lokalen Netz via Netzwerkkarte.

Da stellt sich augenblicklich die Frage: „Wecki wecki!“ weiterlesen