Die Firewall für die ganze Familie

NextDNS hat mich auf Anhieb überzeugt: Das ist ein DNS-Dienst, der auch Schutz vor Schadsoftware, betrügerischen Websites und vor Tracking bietet und aufschlussreiche Statistiken bereithält.

Im Beitrag Netzsperren für Werbung habe ich eine interessante Möglichkeit beschrieben, um Werbung und Tracking zu beseitigen. Sie basiert auf einem DNS-Server, der Aufrufe zu bestimmten Tracking- und Werbeadressen ins Leere laufen lässt.

Das funktioniert bestens, hat im Fall des beschriebenen Servers aber einen Nachteil: Man kann nicht selbst bestimmen, welche Adressen blockiert und welche zugelassen werden. Und man erhält keinerlei Rückmeldungen, was die Massnahme eigentlich bewirkt.

Beide Mankos sind bei NextDNS beseitigt. Dieser unter nextdns.io zu findende Dienst nennt sich «Die neue Firewall für das moderne Internet». Er kümmert sich nicht nur um Tracker und um Werbung, sondern auch um Sicherheitsbedrohungen. Obendrein nutzt man ihn ohne Anmeldung und Registrierung – einfach, indem man die DNS-Einstellungen anpasst.

Das ist so grossartig, dass man sich fragt, was der Pferdefuss sein könnte – und wie sich NextDNS finanziert. Die Antwort ist einfach: „Die Firewall für die ganze Familie“ weiterlesen

Willst du mit mir gehen? Ja/Nein

Mit Polls for iMessage lassen sich direkt in der Nachrichten-App des iPhones Umfragen ver­schicken und von den Empfän­gern aus­füllen. Das ist praktisch, hat aber einen Haken.

In der Nachrichten-App des iPhones, die auch als iMessage bekannt ist, gibt es die Möglichkeit, Informationen aus Apps zu teilen. Man kann auf diese Weise direkt auf Bilder aus der Fotos-App zugreifen, seine zuletzt gehörten Songs versenden, via Pflotsh (Möge der Pflotsch (nicht) mit uns sein) Wetter-Informationen in Stickerform verbreiten, via App-Store-App auf Apps hinweisen oder auf seine Fitness-Erfolge hinweisen.

Das ist eigentlich originell und in manchen Fällen vielleicht sogar hilfreich. Trotzdem hat bei mir diese Funktion nie so richtig gezündet. Das mag daran liegen, dass sie mir zu sehr nach Schabernack riecht – und ich dann doch lieber mit Worten kommuniziere, statt Sticker auszutauschen.

Nun ist mir eine App begegnet, die ich originell finde: „Willst du mit mir gehen? Ja/Nein“ weiterlesen

Die iCloud ist für alles gut – ausser für Musik

Ich habe Android unrecht getan, als ich Googles Betriebssystem für den Heckmeck mit lokalen Musikdateien kritisiert habe. Apple und das iPhone sind noch schlimmer.

Ich bin kein Freund von Apple Music. Meine ursprüngliche Aversion rührt daher, dass mit der Einführung des Streamingdienstes die Musik-App am iPhone massiv gelitten hat. Die App ist in erster Linie fürs Streaming da, die lokalen Musikdateien werden stiefmütterlich behandelt. Die Genius-Funktion ist verschwunden, die Verweise auf Apple Music allgegenwärtig. Und trotzdem kann Apples Angebot Spotify eben nicht das Wasser reichen.

Das grösste Problem mit Apples Musik-App ist mir aber erst neulich bewusst geworden. Ich habe mich im Beitrag Android hat kein Musikgehör darüber beklagt, wie umständlich es ist, Musikdateien auf ein Telefon mit Googles Betriebssystem zu verfrachten und demgegenüber das iPhone in ziemlich hohen Tönen gelobt.

Diese Töne sind mir vergangen, als ich neulich ein paar Songs aus meiner .lokalen Musiksammlung aufs iPhone bringen wollte. Denn das ist auch im Apple-Universum kompliziert und viel umständlicher, als es sein müsste.

Das liegt an Apples Hang, alles mit allem zu verzahnen und an allen Ecken und Enden ein paar Extra-Dollars zu verdienen: „Die iCloud ist für alles gut – ausser für Musik“ weiterlesen

So lässt sich die Audio-Wiedergabe am iPhone aufzeichnen

Die Bildschirmaufnahme-Funktion von iOS ist eine überaus praktische Angelegenheit: Sie ist nicht nur für Screencasts hilfreich, sie ermöglicht es auch, die gerade laufende Tonausgabe mitzuschneiden.

Am iPhone gibt es seit einiger Zeit eine Funktion zum Aufzeichnen des Bildschirms – es braucht somit keine Extra-Software wie Programm Screenium mehr, die ich seinerzeit im Beitrag Screencast-Fliessbandarbeit am Mac vorgestellt habe (siehe auch So klappt es mit den Screencasts!).

Nein, es geht ganz einfach: „So lässt sich die Audio-Wiedergabe am iPhone aufzeichnen“ weiterlesen

Die Luca-App ist wirklich so schlimm, wie alle sagen

In Deutschland muss man sich beim Besuch von Restaurants und Kulturbetrieben oft mit der Luca-App einchecken. Die App steht aus Datenschutzgründen in der Kritik. Doch wie ich bei einem Selbstversuch herausgefunden habe, hat sie noch andere Probleme.

Einen grossen Teil meiner Sommerferien habe ich in Deutschland verbracht. Dabei bin ich nicht umhingekommen, die famose Luca-App zu verwenden. Also was bleibt mir anderes übrig, als eine Rezension über sie zu schreiben?

Die Luca-App (Android und iPhone) dient dem Contact-Tracing. Sie erfüllt einen ähnlichen Zweck wie die Swisscovid-App – mit einigen wesentlichen Unterschieden.

1) Check-in statt kontinuierliches Tracing

Eingecheckt. (Und zwar hier).

Der erste Unterschied besteht darin, dass die App kein konti­nuier­liches Contact-Tracing ermöglicht, sondern ein Check-in-System bei Lokalen, Bars und Clubs, aber auch in Museen und im Zoo.

Das wird auch in Deutschland in vielen Bundesländern für diverse Gelegenheiten wie den Besuch von Restaurants und Kulturstätten vorausgesetzt. Während die Swisscovid-App somit rein freiwillig ist, kommt man um Luca oft nicht herum.

2) Eine Privat-Initiative

Zweiter, entscheidender Unterschied: „Die Luca-App ist wirklich so schlimm, wie alle sagen“ weiterlesen

Tief Luftholen oder durch die zugekniffene Nase atmen?

Die Breezometer-App behauptet von sich, die Luftqualität auf fünf Meter genau ausweisen und mit verlässlichen Prognosen für die nächsten Stunden aufwarten zu können. Das klingt eindrücklich – aber kann die App dieses Versprechen auch halten?

Neulich ist mir aufgefallen, dass die Wetter-App des iPhones für Sylt eine Angabe macht, die für alle anderen Ortschaften, die ich ausgewählt habe, nicht ersichtlich ist. Bei der nordfriesischen Insel erfährt man Näheres zur Luftqualität. Es gibt eine Farbskala, die von Blau bis tiefrot reicht, wobei die Sylter sich glücklich wähnen können, da der Wert an der Grenze zwischen Grün und Blau noch im niedrigen Bereich angesiedelt ist – wie man es sich für eine Ferieninsel auch erhofft.

Gute Luft, aber das Emoticon schaut trotzdem traurig.

Da ich das für eine sinnvolle Information halte, aber ich mich näher damit beschäftigt und entdeckt, dass die Angabe von breezometer.com stammt.

Das ist eine private Organisation, deren Gründer Ran Korber wissen wollte, welches die israelische Stadt mit der geringsten Luftbelastung ist und herausgefunden hat, dass es diese Information nicht gibt. Daraufhin hat er das Unternehmen gegründet – und stellt die Information einerseits über die Air Quality Map, andererseits über eine App (iPhone/iPad und Android) zur Verfügung.

Die App macht einen aufgeräumten und durchdachten Eindruck: „Tief Luftholen oder durch die zugekniffene Nase atmen?“ weiterlesen

Auferstanden aus den Klemmbaustein-Ruinen

Die Brickit-App analysiert den Bestand an Legos oder anderen Klemmbausteinen und macht Vorschläge, was man damit konstruieren könnte.

Die Brickit-App klingt nach einer destruktiven Angelegenheit. Denn etwas zu «bricken» bedeutet in Englisch entweder zu mauern oder aber ein Gerät in einen Ziegelstein zu verwandeln. Fehlgeschlagene Basteleien an den sensiblen Teilen eines Smartphones führen gelegentlich dazu, dass man das Opfer der eigenen Experimentierlust nur noch als Briefbeschwerer verwenden kann.

Doch bei der Brickit-App geht es um etwas anderes: nämlich um die «Bricks», also Spielsteine, die man umgangssprachlich auch Lego nennt – was zu Hause kein Problem ist, einem in einem öffentlichen Kontext aber juristische Scherereien einbringen könnte: „Auferstanden aus den Klemmbaustein-Ruinen“ weiterlesen

Das smarte Home macht Fortschritte – aber nicht schnell genug

Mit zwei neuen Wifi-Switches von Mystrom nimmt unser smartes Home Gestalt an. Auf der positiven Seite ist zu vermelden, dass die Inbetriebnahme einfacher geworden ist. Zu kritisieren bleibt, dass die Software Nachholbedarf hat.

Ich habe neulich zwei neue Wifi-Switches von Mystrom gekauft. Das sind Adapter, die man zwischen die Steckdose und ein beliebiges Elektrogerät klemmt, woraufhin man besagtes Gerät über die Mystrom-App, oder aber auch via Apple Homekit steuern kann. Ich habe den Switch im Detail im Beitrag Ein Quäntchen Smartheit fürs Eigenhome besprochen.

Zwei Dinge sind mir im Vergleich zum Vorgänger aufgefallen: „Das smarte Home macht Fortschritte – aber nicht schnell genug“ weiterlesen

Das Bargeld in der Defensiven

Corona hat dem elektronischen Bezahlen einen grossen Schub verpasst. Zurecht, wie ich finde, weil ApplePay und auch Twint gegenüber dem Cash gewichtige Vorteile haben. Genau darum müssen sich nun auch die Handyhersteller öffnen.

Während der Pandemie ist der Gebrauch von Bargeld stark zurückgegangen. Das ging so weit, dass die 2020 geprägten Münzen noch gar nicht in Umlauf gebracht wurden, wie man anfangs Juni lesen konnte.

Eine spannende Entwicklung! Was mich angeht, hat Corona keine Verhaltensänderung bewirkt. Seit sich mit meiner EC-Karte kontaktlos bezahlen kann, mache ich das. 2018 habe ich mit dem Schweizer Zahlungsdienstleister Twint experimentiert, allerdings mit mässiger Begeisterung. Ich habe schon 2017 ApplePay ausprobiert, war mit der virtuellen Kreditkarte von Boon aber nur mässig zufrieden. Seit im Oktober 2019 meine Hausbank, die ZKB, ApplePay eingeführt hat, ist das meine bevorzugte Zahlungsmethode. Ich nehme an, dass ich dieses Jahr höchstens ein-, zweimal Bargeld abgehoben habe.

Vor Kurzem habe ich beim SRF das Tagesgespräch mit Andreas Dietrich gehört, der Professor für Banking an der Hochschule Luzern ist. Das hat mir einige Denkanstösse vermittelt. „Das Bargeld in der Defensiven“ weiterlesen

Spotify hasst alle DJs

Früher konnte man in DJ-Apps auch Musik von Spotify verwenden. Das geht nicht mehr. Taugt Tidal als Ersatz?

In letzter Zeit frage ich mich immer häufiger, ob Spotify noch ein sympathisches Unternehmen ist. Wir haben darüber im Nerdfunk gesprochen, als es um die Veränderungen ging, die das Streaming in den letzten gut zehn Jahren bei unseren Musikgewohnheiten herbeigeführt hat. Die Frage «noch gut oder schon evil» ist auch aufgetaucht, als ich aufgezeigt habe, mit welchen Mitteln Spotify das Podcast-Geschäft vereinnahmen will (siehe hier und hier mit Bezahlschranke).

Als ob das nicht genug wäre, hat Spotify eine überaus nützliche Funktion gekillt: Dritt-Apps dürfen seit letztem Jahr nicht mehr auf das Spotify-Katalog zugreifen. Es ist nicht mehr möglich, mit einer DJ-App Musikstücke via Streaming ins Programm einfliessen zu lassen. Ich habe das während meiner Karriere als Morgenmoderator bei Radio Stadtfilter oft und gern getan; und zwar mit der hier vorgestellten Pacemaker-App.

Djay, Edjing Mix, Traktor DJ und Tap DJ – nicht alle taugen fürs Streaming

Es stellt sich die Frage: Gibt es denn Ausweichmöglichkeiten? Kann man statt Spotify zum Beispiel Apple Music, Tidal oder Deezer nutzen?

Ich habe die Probe aufs Exempel gemacht: „Spotify hasst alle DJs“ weiterlesen