Wie man Apps verschlimmbessert

Schweizer Banken und Ver­siche­rungen haben ein Händ­chen dafür, zweck­dien­liche mobile Anwen­dungen durch Updates massiv zu ver­hun­zen.

Der Sinn und Zweck eines App-Updates besteht in einer Verbesserung – sollte man meinen. Es kommt allerdings auch vor, dass die neuen Versionen markant schlechter sind als ihre Vorgänger. Das kann so schlimm sein, nichts übrig bleibt, als einen Nachruf auf die Apps zu halten und sie dann würdig zu löschen; wie seinerzeit bei zwei einstmals heiss geliebten Smartphone-Anwendungen.

Heute geht es um zwei Fälle, bei denen die Verschlechterung nicht so drastisch wäre, dass ich die Apps gleich über den Jordan schicken müsste. Dafür haben sie die Gemeinsamkeit, dass sie beide einheimischer Herkunft sind. Offenbar neigen Schweizer Entwickler zu Verschlimmbesserungen ihrer Produkte.

Das erste Beispiel stammt von meiner Hausbank, der Zürcher Kantonalbank (ZKB): „Wie man Apps verschlimmbessert“ weiterlesen

Wenn Instagram und WhatsApp ein Baby hätten

Die HalloApp ist eine Mischung aus Instant Messenger und sozialem Netzwerk. Sie ist für Kommunikation auf Augenhöhe im Familien- und Freundeskreis ausgelegt. Vorerst ist sie gratis, später soll sie kosten – aber kann das funktionieren?

Ohne dass ich es geplant hätte, hat sich in diesem Blog eine Mini-Serie zu neueren und älteren sozialen Netzwerken ergeben, mit Tests von Bereal und Jodel. Dabei soll es nicht bleiben, denn heute geht es um die HalloApp.

Die HalloApp ist für Android und fürs iPhone und iPad erhältlich, und sie verspricht «einen neuen digitalen Raum für Menschen, die Sie tatsächlich kennen und mit denen Sie in Kontakt treten möchten». Die Verbindung wird – und das ist nun nicht unbedingt neu, sondern von Apps wie WhatsApp hinlänglich bekannt – über die Telefonnummer hergestellt. Denn «wir denken, wenn Sie Ihre Telefonnummer mit jemandem teilen, ist er Ihnen wichtig», erklärt der Hersteller auf seiner Website.

Im weitesten Sinn stimmt das schon, auch wenn ich in meinem Adressbuch auch die Nummer der Stadtpolizei Winterthur habe, die mir nicht im traditionellen Sinn wichtig ist. Ich bin natürlich froh, dass es sie gibt, verspüre aber selten den Drang, mich mit ihr auf einen informellen Plausch einzulassen.

Aber gut, ich betreibe Haarspalterei. Die Stossrichtung ist dadurch schon einmal klar: „Wenn Instagram und WhatsApp ein Baby hätten“ weiterlesen

Hilfe naht, wenn sich das Kind spielend austoben will

Die Bänkli-App ist ein unver­zicht­bares Hilfs­mittel für Eltern: Sie zeigt die Spiel­plätze in der Um­gebung an. Und man findet mit ihrer Hilfe auch Sitz­gele­gen­heiten, Brunnen, Feuer­stellen und Aus­sichts­punkte.

Wie es so ist, wenn man mit einem Kind unterwegs ist: Das Kind hat klare Vorstellungen davon, was es tun will und was nicht. Zu den Beschäftigungen, die immer gehen, gehört das Spielen auf Spielplätzen.

Mit der Suche «Spielplätze in der Nähe» ist Google Maps einigermassen brauchbar.

Doch wie findet man in einer Gegend, in der man sich nicht auskennt, auf die Schnelle die passende Umgebung, um derlei Wünsche zu erfüllen? Natürlich, man sucht auf Google Maps nach Spielplatz. Wenn ich das tue, dann zeigt mir Google einen Spielplatz in 220 Kilometern Entfernung, den ich selbst einmal in einem Ort im schönen Bayern erfasst habe.

Apple Karten ist nicht viel besser: Die App nötigt mir immerhin keine dreistündige Autofahrt auf. Doch für Winterthur – wo ich mich zufällig ein bisschen auskenne – findet diese App nur einen einzigen Spielplatz am anderen Ende der Stadt.

Man könnte beide Apps aus Elternsicht nun für völlig unbrauchbar halten. Ganz so schlimm ist es aber nicht: „Hilfe naht, wenn sich das Kind spielend austoben will“ weiterlesen

In ein paar Minuten ein 3D-Modell der Wohnung anfertigen

Die App Canvas for Home­owners – übrigens auch durch Mieter zu verwen­den –, scannt die hei­mischen vier Wände und erzeugt ein virtuelles Objekt, das sich sogar per CAD-Soft­ware durch die Mangel drehen lässt.

Canvas for Homeowners gehört zu den Apps, die einem vorführen, was für ein unglaublich vielseitiges Werkzeug das Smartphone ist und in welch faszinierenden Zeiten wir leben. Die App erledigt in einer halben Stunde eine Arbeit, für die vor zehn Jahren ein Profi eine Woche lang hätte arbeiten müssen – und die eine Generation zuvor als reine Sciencefiction betrachtet worden wäre. Wie gross der Fortschritt allein in den letzten Jahren war, zeigt sich auch im Vergleich der hier vorgestellten Magic Plan-App.

Die App, die es kostenlos fürs iPhone gibt, erfasst über die Kamera und mithilfe der Sensoren des Telefons Innenräume als farbige 3D-Modelle. Dieses lässt sich vermessen oder in einer AR-Ansicht betrachten, was, nebenbei bemerkt, einem ein psychedelisches Gefühl vermittelt, wenn man sich physisch in dem Zimmer befindet, das man sich gerade virtuell ansieht. Der eigentliche Zweck ist ein professioneller: „In ein paar Minuten ein 3D-Modell der Wohnung anfertigen“ weiterlesen

Das WLAN-Passwort herausfinden

Wenn die Zugangs­daten zum Draht­los-Netz­werk verges­sen ge­gangen sind, lassen sie sich in Erfahrung bringen oder zumin­dest unbe­sehen teilen. Wie das bei iPhone und iPad, Android, Windows und Mac funktio­niert.

Es kommt gelegentlich vor, dass man mit einem WLAN-Netzwerk verbunden ist, aber nicht mehr weiss, wie das Passwort lautet. Das ist ärgerlich, wenn man das Netzwerk mit einem anderen Gerät nutzen oder einen Gast ins WLAN holen will.

Also, simple Frage: Wie findet man das Passwort des WLAN-Netzes heraus? Hier eine Übersicht mit der Anleitung für iOS-Geräte, Windows, Mac und Android. „Das WLAN-Passwort herausfinden“ weiterlesen

Wahrscheinlich ist der Zug für Firefox abgefahren

Wenn Mozilla eine Zukunft haben will, braucht es unbedingt eine Mobile-First-Strategie: Der Browser muss auf Android, iPhone und iPad massiv zulegen und zur obersten Priorität der Stiftung werden.

Im Beitrag Gute Vorsätze, die sich Mozilla für Firefox Mobile nehmen sollte habe ich anfangs Jahr vier Verbesserungsvorschläge für die mobile Variante des Browsers gemacht. Firefox muss dringend zulegen, daran besteht für mich nicht der Hauch einer Frage: Mozillas Zukunft liegt beim Smartphone und den Tablets.

Ich gehöre zwar nicht zu den Leuten, die dem PC und den Desktop-Betriebssystemen das Totenglöcklein läuten. Doch wie ich 2020 im Beitrag Das leise Ende des PC-Zeitalters ausgeführt habe, geben die mobilen Betriebssysteme inzwischen den Ton an. Das zeigt sich exemplarisch bei Windows 11, das sich in der Optik und bei der Bedienung an die Gewohnheiten der Smartphone- und Tablet-Nutzer annähert.

Die technische Innovation geht iOS, iPad OS und von Android aus – diese Systeme bestimmen, wohin die Reise geht: „Wahrscheinlich ist der Zug für Firefox abgefahren“ weiterlesen

Wie sich ein ausgeschaltetes iPhone lokalisieren lässt

Das dürfte Dieben und unehr­lichen Findern nicht gefallen: Apples Smart­phone ist sogar in herun­ter­ge­fah­renem Zustand ort­bar. Aber wie funk­tio­niert dieser Zau­ber­trick?

Vielleicht ist euch das auch schon aufgefallen: Wenn man ein iPhone mit aktuellen Betriebssystem herunterfährt, dann steht unter dem Ausschalten-Schieber der Hinweis: «iPhone nach dem Ausschalten auffindbar»

In der Tat: Mit iOS 15 lässt sich ein iPhone (ab iPhone 11) über die Wo ist-App aufspüren, selbst wenn es ausgeschaltet ist. Das ist einerseits praktisch, weil Diebe oder unehrliche Finder der Entlarvung nicht entgehen können, indem Sie das Gerät ausschalten bzw. abwürgen. Andererseits drängt sich natürlich die Frage auf: Wie macht Apple das?

Bevor ich dazu komme, der Hinweis, wie man diese Funktion nutzt: „Wie sich ein ausgeschaltetes iPhone lokalisieren lässt“ weiterlesen

Was die Nachbarn zu sagen haben

Auf der Suche nach einem sozia­len Netz­werk, das aus Spass und nicht bloss aus Gewohn­heit zu nutzen wäre, bin ich bei der «hyper­loka­len Com­munity» Jodel gelandet. Gab es einen dort Freu­den­schrei?

Facebook geht mir zunehmend auf die Nerven, Instagram ist seit Jahren kaputt und Twitter ist seit Elon Musks Eskapaden auch nicht mehr das Wahre. Man könnte nun hoffen, dass das Anzeichen dafür sind, dass diese traditionellen sozialen Medien auf das Ende ihrer Lebenszyklen zusteuern und ein Generationenwechsel bevorsteht.

Ich teile die Hoffnung, gebe mich allerdings keinen Illusionen hin: So schnell werden wir Zuckerberg und Musk nicht los – dafür ist die Übernahme von Twitter ein beredtes Beispiel. Mit den 44 Milliarden, die er für den Deal hinblättern will, hätte man eine tolle, neue Plattform aus dem Boden stampfen können. Doch weil es schwierig bis unmöglich ist, eine kritische Masse von Nutzern zum Wechsel zu bewegen, hat der Aufkauf einer bestehenden Plattform mehr Aussicht auf Erfolg.

Mit anderen Worten: „Was die Nachbarn zu sagen haben“ weiterlesen

Schnelle Langzeitbelichtungen

Die Spectre Kamera-App macht Langzeit­belich­tungen mit dem iPhone: Ob bei Tag oder Nacht, man foto­gra­fiert einige Sekunden und erhält dank Bild­sta­bi­lisa­tion auch aus der Hand un­ver­wackel­te Fotos.

Seit dem iPhone 11 gibt es den Nachtmodus: Er macht auch bei schlechten Lichtverhältnissen eindrückliche Fotos. Ich nehme an, dass er das mit dem gleichen Trick tut, mit dem auch Astronomiefotografen operieren: Sie machen während ein paar Minuten oder ein paar Stunden eine Reihe von Bildern, die dann zu einer Aufnahme zusammengerechnet werden. Man nennt das auch Exposure-Stacking.

Da für eine solche Aufnahme länger als üblich belichtet wird, ist die Bildstabilisation entscheidend: Nur wenn sich alle Fotos deckungsgleich übereinanderlegen lassen, entsteht ein schönes Resultat. Der Nachtmodus lässt keinen Zweifel daran, wie toll die Bildstabilisation beim iPhone ist: Selbst wenn man aus der Hand fotografiert, ist das Bild – wenn man nicht schlimm zittert – so scharf, dass bei Aufnahmen mit Nachthimmel sogar Sternchen zu sehen sind.

So toll ich den Nachtmodus finde, sosehr habe ich etwas bedauert: „Schnelle Langzeitbelichtungen“ weiterlesen

Apple, das spassbefreite Unternehmen

OldOS ist eine App, die detailgetreu iOS 4 simuliert, das bald zwölf­jährige iPhone-Betriebs­system. Die zum Laufen zu bringen, ist knifflig – genau­so wie andere Nos­tal­gie­pro­jek­te, z.B. zur Wieder­bele­bung des iPods.

Ich verstehe Apple nicht. Da gibt es diesen Typen, Zane bzw. @zzanehip auf Twitter, der etwas gemacht hat, das ich gleichzeitig toll und fragwürdig finde. Er hat nämlich iOS 4 als iPhone-App nachgebaut.

Die App OldOS simuliert das Betriebssystem, das im Juni 2010 herausgekommen ist und auf dem iPhone 3G lief, später dann auch auf dem 3GS. Doch natürlich ist diese App nicht im Store zu finden. Wenn man sie verwenden möchte, muss man entweder so viel Glück haben, via Testflight an eine Test-Installation heranzukommen – die Kontingente sind aber, so weit ich sehen kann, restlos aufgebraucht. Es lohnt sich aber, Zane auf Twitter zu folgen, weil er ab und zu neue Links postet, auch von Leuten, die OldOS über einen eigenen Testflight-Account zur Verfügung stellen.

Zweite Möglichkeit: „Apple, das spassbefreite Unternehmen“ weiterlesen