Wo ist Malware, wenn man sie braucht?

Da sagen uns die Sicherheitsexperten dieser Tage, dass man sich auf keiner Website mehr sicher fühlen darf, weil sich immer mehr Ungeziefer zwischen den HTML-Zeilen tummelt. Hacker schleusen Schadcode durch Sicherheitslücken auf schlecht geschützte Websites. Surft man dann eine solche Site an, dringen die Schädlinge durch Sicherheitslücken im Browser ein. So lautet zumindest die Theorie. Doch obwohl ich mich nach Kräften bemühte, fand ich keine Site, die meinen Browser hätte infizieren mögen. Ein übel gesonnenes JavaScript hätte mir ja schon gereicht. Oder ein Installationsbegehren eines dubiosen Plug-Ins oder etwas in der Art. Aber nichts. Kein böses Byte. Kein skandalträchtiges Script. Kein aufdringliches ActiveX. Nix!
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Schweine hüten

Roger Schawinski hat Radio 1 ins Leben gerufen, weil er es leid war, ständig geduzt zu werden. Das kann ich ihm nachfühlen. Ich finde zwar nicht, dass man Schweine zusammen gehütet haben muss, bevor man sich Du sagt. Aber die vielen Vertraulichkeiten, die einem von unbekannter Seite entgegen schlagen, empfinde ich oft als Anbiederung und bestimme sie daher zum Schweinefleisch, pardon: Schinken des Monats April.
Dass man bei Ikea geduzt wird, finde ich verkraftbar. „Schweine hüten“ weiterlesen

Haha, erwischt!

Ich überlege mir schon die ganze Zeit, wie ich es anstellen würde, um ein finanzielles Loch von vierzig Milliarden Franken anzurichten. Das ist gar nicht so einfach. Die nahe liegendste Idee, sinn- und verstandlose Vandalenakte, sind in keinster Weise zweckdienlich und bringen einen nicht einmal annäherungsweise in die angestrebte Grössenordnung. Man müsste schon eine Atombombe klauen. Aber das ist es nicht. Es geht ums Verlochen von Geld und nicht um realen Schaden an Gütern oder Menschen. Als Computermensch überlege ich mir irgend etwas mit Phishing oder Online-Betrug. Aber selbst da lehrt einen das schiere Ausmass der Angelegenheit Demut. „Haha, erwischt!“ weiterlesen

Ähm, EM?

Es ist ja nun so, dass der Countdown für die Fussball-Europameisterschaft nur noch zweistellig ist. So um die 70 Tage dauert es noch. Und dann, ja dann, versinkt die Welt um mich in kollektiver Euphorie. Der Ball ist rund und meine Seele schwarz. Ich mache, um nicht aufzufallen und als fussballunberührter Sonderling allzu weit ins Offside zu geraten, halbherzig mit. Als Journalist habe ich die Fähigkeit, aufgeschnappte Kommentare so in Gespräche einzuflechten, dass meine Ignoranz ausreichend kaschiert ist. Das bewahrt mich davor, von der SVP zu einem Integrations-Nachhilfekurs aufgeboten zu werden. Es verbessert meine soziale Position und meine Eingliederung in die fussballnärrische Gesellschaft, aber nicht unbedingt meinen Gemütszustand.
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Wickie und die schwachen Ideen

Ich gehöre zu der «Wickie und die starken Männer»-Generation. Nicht nur das. Ich hatte während Jahren in meinem Kinderzimmer ein selbstgemaltes Wickie-Wandgemälde im Format «larger than life» über dem Bett, bis selbiges von meiner kleinen Schwester gegen fürstliche Bezahlung übermalt wurde. Ich bin also Experte, was mädchenhafte Wikingerjungen angeht. Ich hatte auch ein geschnitztes Holzschwert aus Handarbeit und ein Karton-Wikingerschiff, das leider im Entenweiher hinter unserer Scheune untergegangen ist. Also: Ich = Sachverständiger und eidg. nicht-dipl. Wickieologe.
Als solcher muss ich nun mit steigender Irritation ein zunehmendes Wickie-Revival konstatieren. „Wickie und die schwachen Ideen“ weiterlesen

Ein Auge auf die Milch

Zuerst eine Notiz an mich: Flatpress installieren! (Es gibt eine neue Version von Flatpress; der Software, mit der dieser Blog läuft. Diese will ich bei Gelegenheit einrichten. Wenn Ihr also hierher kommt und nichts seht, dann liegt das daran, dass diese Installation läuft. Oder in die Hose gegangen ist und nichts mehr läuft. Aber eben – dann seht Ihr auch diesen Beitrag nicht und seid so ahnungslos wie ich heute Morgen, als der Zug nach Zürich im Tunnel stehen blieb und nur unverständlich klirrende Lautsprecherdurchsagen über die Situation informierten.) „Ein Auge auf die Milch“ weiterlesen

Schüsse und Blüten

Hexenschussbedingt sitze ich nicht so viel am Computer – habe beim Lesen per iPod Touch aber einen amüsanten Blog gefunden. «Snapshots of a weird world» stammt von Umbi, wer auch immer das sein mag, und ist unter blogs.ethz.ch/umbi. Da liest man unter anderem, dass die ETH keine Backups macht – so gingen die Blog-Einträge von anderthalb Monaten verloren. Very weird. Darüber könnte man nun spotten, aber vor solchen Tragödien niemand gefeit ist, verkneife ich mir das. Ansonsten gibt es im Blog Medien-Beobachtungen, in denen der Autor sprachliche und andere Entgleisungen der Journalisten anprangert. Da ich ein Journalist bin, lese ich sowas gerne. In unserem Metier ist die Schadenfreude überdurchschnittlich. „Schüsse und Blüten“ weiterlesen

Blogs am Strassenpfahl

Mein Arbeitsweg führt mich nach Zürich und dort an einem Strassenlampenpfahl vorbei. Der steht an einem Fussgängerstreifen. Man steht bei Rotlicht neben dem Pfahl und hat Zeit und Gelegenheit, den Blick schweifen zu lassen. Das ist auch der Grund, weswegen an dem Pfahl häufig Aufkleber angebracht werden. Diese verkünden entweder eine Werbebotschaft. Oder sie wurden von Leuten geschrieben, die zum Bloggen berufen wären, aber keinen Internetanschluss haben: Sie verkünden eine Botschaft, aber werben nicht. Auf einem Zettel, den ich so jeden Morgen studieren konnte, wurde ich gefragt, was ich denn besser ertragen würde: Glück oder Unglück?

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Schinken im M?rz

Was könnte der Schinken des Monats sein, frage ich mich seit fünf Tagen. Heute morgen dachte ich an die Rubrik «Der Blog» im neu gestalteten «Blick». Wieso muss denn, bitte schön, eine gedruckte Zeitung eine Rubrik haben, die «Web log» heisst? Wenn schon müsste man das Ding «Plog» nennen, für «Paper Log». Oder «Nplog» „Schinken im M?rz“ weiterlesen