Hinweisschild in Form eines gelben Quadrats mit schwarzem Pfeil, der nach rechts zeigt. Im Hintergrund sind Bäume in herbstlichen Farben sichtbar.
Ein klarer Hinweis, wie ihr euren Desktop ausrichten solltet (weston m, Unsplash-Lizenz).

Na endlich: Die Taskleiste ist da, wo sie hingehört

Bei Windows 11 ist die Task­leiste nicht mehr auf ihrem an­ge­stamm­ten Plätz­chen am unteren Bild­schirm­rand fixiert. Sie kann auch links oben oder rechts an­ge­ord­net werden. Hier meine un­wider­leg­bare Be­gründung, warum (wenigs­tens in diesem Fall) Rechts­las­tig­keit die einzig kor­rekte Hal­tung ist.

Das ist eine vermutlich hart kontroverse Ansicht. Aber die Windows-Taskleiste ist am unteren Bildschirmrand genauso fehl am Platz wie das Dock beim Mac. Der einzig richtige Ort für dieses Desktop-Element ist der rechte Bildschirmrand.

Ich werde das gleich begründen, aber zuerst die gute Nachricht: Wer gleicher Meinung ist – oder die Taskleiste links oder oben platzieren würde –, kann das jetzt tun. Denn ein Update von Anfang September¹ stattet Microsofts Betriebssystem mit der notwendigen Option aus. Bemerkenswert ist, dass Microsoft diese Option kurz nach der Lancierung von Windows 11 vor fünf Jahren schon einmal ins Auge gefasst, dann aber zurückgezogen hatte. Das entpuppte sich damals als komplexes Problem. «Windows Latest» zitiert die Produktmanagerin Tali Roth, die fand, es entstehe ein grosser Aufwand für all die Apps, sich an die neue Platzierung anzupassen.

Dunkler Hintergrund mit seitlich angeordneten Symbolen und App-Icons. Der Bildschirm zeigt eine digitale Benutzeroberfläche ohne erkennbare Inhalte.
So und nicht anders muss sich ein unauffälliger Windows-Desktop präsentieren.
Bild eines sonnigen Küstenpanoramas mit der Golden Gate Bridge im Hintergrund. Wellen brechen sanft an felsigen Ufern, während die Sonne einen warmen Farbton über die Landschaft wirft.
Auch beim Mac gehört das Dock an den Rand rechts. Aus unerfindlichen Gründen ist bei diesem Betriebssystem ein sogar animierter Bildschirmhintergrund erlaubt.

Um in Windows die Taskleiste neu anzuordnen, wenden wir uns den Einstellungen zu, klicken dort auf Personalisierung und auf Taskleiste, öffnen den Bereich bei Verhalten der Taskleiste und wählen bei Position die einzig korrekte Option Rechts. Beim Mac lässt sich diese Vorgabe über die Systemeinstellungen und die Rubrik Schreibtisch & Dock via Position auf dem Bildschirm vornehmen.

Also, hier die unwiderlegbare Begründung, warum die Taskleiste an den rechten Rand gehört: Ausschlaggebend sind die Grösse und das Format der Bildschirme. Es gibt zwar diverse Varianten, doch dominant ist ein Seitenverhältnis, das relativ viele Pixel in der Breite bei relativ wenigen Pixeln in der Höhe aufweist. Das Verhältnis einer Textseite ist genau umgekehrt; es ist höher als breit. Bei A4 beträgt es 1:1,41 (1 zu der Wurzel aus 2).

Die Pixel unten sind wertvoller als die rechts

Doch auch am Bildschirm ist Text am angenehmsten zu lesen und zu schreiben, wenn die Zeilen nicht über die ganze Breite eines 24-Zoll-Bildschirms laufen. Weil es sinnvoll ist, trotzdem möglichst viel eines Dokuments auf einen Blick zu sehen, ergibt sich die Folgerung, dass die Pixel am unteren Rand wertvoller sind als die im rechten Bereich des Bildschirms. Sie sollten für den Inhalt genutzt werden können und nicht durch ein administratives Element belegt werden.

Eine Bildschirmansicht der Taskleisteneinstellungen in Windows, mit Optionen zur Personalisierung der Taskleiste, Positionierung und Ausrichtung der Symbole.
Die Einstellungen für die Windows-Taskleiste, neu mit der Option zur Anordung an allen vier Rändern.

Daraus ergibt sich auch die Begründung, warum die Taskleiste nicht an den linken Rand gehört: Sie erscheint dort viel zu prominent. Wenn wir bei konzentrierten Arbeiten nicht ständig die App wechseln, soll dort, wo unsere Aufmerksamkeit meistens hinzielt, nur das Dokument, unser Text und die für die Arbeit notwendigen Informationen zu sehen sein – keine bunte Icon-Sammlung, die uns bloss daran erinnert, dass wir auch zu Solitär oder zu irgendeiner Social-Media-Plattform wechseln könnten.

Die Taskleiste ausblenden? Nichts für nervöse Gemüter

Natürlich gibt es Leute, die so grosse Bildschirme besitzen, dass das Platzargument hinfällig wird. Es existiert auch die Möglichkeit, das Dock bzw. die Taskleiste automatisch auszublenden, wenn sie nicht benötigt wird. Ich habe eine gewisse Sympathie für diese Einstellung und benutzte sie zu Zeiten von Bildschirmauflösungen von 600 auf 800 Pixeln selbst. Es lässt sich aber nicht bestreiten, dass das Ein- und Ausblenden auch bei versehentlichen Mausbewegungen an den unteren Rand Unruhe verbreitet und ablenkend wirkt, und es uns verunmöglicht, einen diskreten Blick auf die Zeit- und Datumsanzeige zu werfen.

Ein Nachteil hat die Platzierung am rechten Rand: Der Weg mit der Maus vom Zentrum unseres Dokuments bis zu einem Icon wird tendenziell weiter. Wir können aus dieser Not eine Tugend machen: Statt Programme via Taskleiste zu wechseln oder zu starten, gewöhnen wir uns daran, den Taskswitcher oder die Windows-Befehlspalette aus den Microsoft Powertoys zu verwenden. Das geht am besten über die Tastenkombination Alt Tabulator für den aktuellen virtuellen Desktop oder Windows-Taste Tabulator für alle Desktops. Für die Befehlspalette verwende ich Ctrl Leertaste, was schnellere Programmstarts erlaubt, als es über die Taskleiste jemals möglich wäre.

Fussnoten

1) Es handelt sich um das Update vom 8. September 2026 (KB5124008 bzw. Builds 26200.9445 und 26100.9445). Es integriert die Neuerungen des Preview-Builds vom 27. August (KB5120998). ↩

Ein Kommentar zu «Na endlich: Die Taskleiste ist da, wo sie hingehört»:

  1. Die wertvollen Pixel sind ein gutes Argument. Bei mir bleibt die Taskleiste jedoch unten in der Mitte. Mein Argument ist der Weg, den der Mauszeiger auf einem 43-Zoll-Bildschirm machen muss. Die untere Mitte erreicht man mit durchschnittlich weniger Weg als den rechten Rand.

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