Ein Tisch in einem Café mit einem Smartphone auf einem Ständer und einer Tastatur. Im Hintergrund sind unscharfe Silhouetten von Personen zu sehen. Bequeme Atmosphäre mit gedämpftem Licht.
Die faltbare Deltalabs-Tastatur im Praxistest am Hauptbahnhof in Zürich.

Klappt doch: Bloggen mit dem iPhone und einer Mini-Tastatur

Der Laptop kann zu Hause bleiben: Mit dem ex­ter­nen, falt­ba­ren Blue­tooth-Key­board lässt es sich auch auf Reisen und unter­wegs wun­der­bar tip­pen. Sogar ein Touch­pad als Maus­ersatz ist vor­handen, dafür gibt es kleine Ab­striche an­derswo.

Warum schleppen wir überhaupt noch einen Computer mit uns herum, wenn das Smartphone doch leistungsfähig genug wäre für simple Tätigkeiten? Dieser Frage ging ich vor zwei Jahren nach, nachdem mir aufgefallen war, dass ich anstelle des Laptops auch das iPhone an der Dockingstation anschliessen kann. Das grösste Hindernis besteht darin, dass das iPhone den externen Monitor in der gleichen Auflösung ansteuert wie das eingebaute Display. Ein echter PC-Modus oder eine Software wie Samsung Dex würde dieses Manko beheben.

Was mich angeht, möchte ich auf die Leistung eines Windows-PCs oder Macs derzeit nicht verzichten. Das heisst aber nicht, dass es nicht Situationen gäbe, in denen das Smartphone in die Rolle des Ersatzcomputers schlüpfen kann. Beispiel Familienferien: Da bleibt der Laptop aus Gründen der Work-Life-Balance schön zu Hause. Meinen Hobbys würde ich dennoch gern frönen – und die bestehen bei mir typischerweise in der Textproduktion. In neuen Umgebungen komme ich auf Ideen, worüber ich bloggen könnte. Und im Zug oder Hotel gäbe es Zeit und Gelegenheit, die zu Faden zu schlagen.

Der Bild zeigt ein grünes Tischblatt, auf dem eine zusammenklappbare Tastatur und ein Smartphone-Ständer stehen. Im Hintergrund ist ein Holzstuhl sichtbar.
So lässt es sich vernünftig am Handy schreiben: Tastatur und das Smartphone auf der Halterung.

Die virtuelle Tastatur ist nicht das richtige Instrument für einen Schreibmarathon

Aber natürlich nicht über die Touchscreen-Tastatur. Selbst mit den Wischgesten ist das eine Plage und ein kreatives Hindernis. Also, wie wäre es mit einer mobilen Tastatur?

Ich schaute mich um und fand bei Digitec eine faltbare Mini-Bluetooth-Tastatur. Sie kostet um die 45 Franken bei Digitec, wo als Hersteller Detalab angegeben ist. Bei Amazon fand ich ein Produkt, das auf dem Foto exakt gleich aussieht. Der Hersteller ist dort Aurtec und der Preis bewegt sich um die 33 Euro. Die Tastatur ist zusammengeklappt 15 auf 9,5 Zentimeter gross und einen Zentimeter dick und kommt ausgeklappt auf 30,5 auf 9,5 Zentimeter und fünf Millimeter Dicke. Das Gewicht beträgt 194 Gramm.

Der grösste Nachteil vorneweg: Es gibt die Tastatur anscheinend nur mit QWERTY-Belegung, nicht mit deutschem bzw. schweizerdeutschem Layout. Das ist für mich kein grosser Nachteil, da ich blind tippe. Und einzelne Sonderzeichen, die ich mir nicht merken kann, lassen sich mit einem Filzstift auf die korrespondierende Taste malen.

Es tippt sich nicht ganz so flott wie auf der Logitech-Tastatur

Grösster Nachteil: Das Tippgefühl ist nicht so gut wie bei meiner angestammten Logitech MX Keys Plus. Das war nicht zu erwarten. Doch da ich mir im Grossraumbüro mit Hotdesking antrainiert habe, auch mit ramponierten und ausgeleierten Eingabegeräten zurechtzukommen, ist das kein grosser Hinderungsgrund. Der entscheidende Faktor: besser als die virtuelle Tastatur ist das Klapp-Keyboard allemal.

Am rechten Rand gibt es ein Touchfeld mit linker und rechter Klicktaste, über die man während des Schreibens Befehle ausführt. Damit das funktioniert, müssen zwei Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Auf der Tastatur muss das richtige Betriebssystem ausgewählt werden (fn q für iOS, fn w für Android, fn e für Windows und fn r für Mac).
  • Und das iPhone muss für die Steuerung per Touchpad konfiguriert werden; standardmässig ist nämlich kein Cursor sichtbar. Wir schalten in den Einstellungen in den Bedienungshilfen bei Tippen die Option Assistive Touch ein.

Das funktioniert einigermassen. Zu beachten ist, dass die Tastatur den Wechsel vom Hoch- zum Querformat nicht mitbekommt und beim Drehen des iPhones den Cursor nicht mehr in die richtige Richtung bewegt. Daher lohnt es sich, erst das Telefon richtig auszurichten und die Tastatur erst dann einzuschalten. Diese beiden Einschränkungen machen klar, dass die Steuerung per Maus bzw. Touchpad kein Highlight von iOS ist. Das ist seltsam, da das iPad Mäuse seit fünf Jahren akzeptabel unterstützt.

Smartphone mit digitaler Uhrzeit und Podcast-Anzeige auf einem Tisch, daneben mehrere schwarze Geräte zum Aufladen und ein Menü in einem Holzständer. Der Tisch hat eine grüne Oberfläche.
Die Ausrüstung zum Bloggen passt in die Hosentasche: Smartphone, Halterung und die faltbare Tastatur.

Ein kleiner Schritt für die Menschheit, aber ein Sprung für den mobilen Blogger

Fazit: eine gute Investition, wenigstens für Leute wie mich. Ein paar abschliessende Tipps und Hinweise:

  • Die Tastatur lässt sich (wie von Logi gewohnt) mit drei Geräten koppeln. Zwischen denen schalten wir mittels fn a, fn s und fn d um.
  • Das Koppeln funktioniert einwandfrei. Einfach den Bluetooth-Knopf drücken, der am oberen Rand des Touchpad-Bereichs zu finden ist, direkt neben dem Knopf zum Ein- und Ausschalten.
  • Geladen wird die Tastatur per USB-C.

Ein letzter Hinweis: Die Tastatur lässt sich wunderbar mit der hier vorgestellten Handy-Halterung von Moft kombinieren: Dann liegt das Telefon nicht flach vor der Tastatur, sondern vermittelt das Feeling eines (allerdings winzigen) Monitors. Falls in der Eisenbahn geschrieben wird, rate ich vom Handy-Ständer ab. Für rüttelige Umgebungen ist er nicht stabil genug.

Fazit: Ich bin dem alten Traum vom mobilen Bloggen einen grossen Schritt näher. Nur schade, dass das Backend von Word­press am Handydisplay weiterhin keine Freude macht.

2 Kommentare zu «Klappt doch: Bloggen mit dem iPhone und einer Mini-Tastatur»

  1. Bei der Apfelkiste hiess die Tastatur anno 2024 „XtremeMac“. Ganz nützlich, ausser eben, dass es eine QWERTY-Tastatur ist, und man nur mit Klimmzügen zu den Umlauten kommt (oder zwischendruch halt zusätzlich die Bildschirmtatstatur einschaltet).

    Als Alternative für unterwegs habe ich noch einen Cosmo von Planet Computers (britisch!). Das ist ja eine Nachahmung des legendären Psion 5 und 5mx, mit denen ich ca. 12 Jahre lang unterwegs war. Der hatte und hat eine Tastatur, mit der ich sehr gut vorwärts komme. Das Problem beim Cosmo: er ist bei Android 8 stehen geblieben. Und der Akku hält nicht sehr lange…

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