Ein nachdenklicher Mann sitzt auf einem Sofa, hält ein Tablet in der Hand und schaut aus einem Fenster. Im Hintergrund sind Vorhänge und eine Balkontür sichtbar. Die Atmosphäre wirkt gemütlich.
Er hat gerade iPad OS 27 installiert und wirkt so, als ob er sich mehr erhofft hätte (Alena Darmel, Pexels-Lizenz).

Ein erster Augenschein von iPad OS 27

Apple be­treibt mit iOS 27 und iPadOS 27 Fein­schliff: Es gibt Ver­bes­se­rungen für Liquid Glass, nütz­liche neue Mög­lich­keiten für die Foto-Ver­schlag­wor­tung und Video­stand­bilder. Und – da wird man nostal­gisch – eine Menü­leiste wie beim Mac vor vier­zig Jahren.

Eine Warnung vorneweg: Die beiden wichtigsten Neuerungen in iOS 27 und iPad OS 27 kann ich in meinem heutigen ersten Augenschein nicht beurteilen. Das liegt daran, dass die neue Siri vorerst nur Englisch spricht. Da ich sie vor allem via Homepods nutze und sie auch Familienmitgliedern zur Verfügung stehen muss, die erst gerade mit dem Englischlernen angefangen haben, werde ich die Veröffentlichungen der deutschen Sprachversion abwarten.

Die zweite nützliche Funktion ist die Möglichkeit, Arbeitsabläufe via Kurzbefehle-App per Vibe-Coding zu erstellen. Das Debakel vom Juni wird zwar nicht wettgemacht: Damals musste sich Apple (oder ich) wegen eines simplen Sonderzeichens geschlagen geben. Abgesehen eröffnet dieses Feature echte Chancen, sich das Leben zu erleichtern: Hier zwei Beispiele.

Da sich damit die Neuerungen fast erschöpft haben, stelle ich – in Einklang mit der Tradition – die aufgepeppten Details vor.

1) Milchglasscheibe statt Liquid Glass

In den Einstellungen bei Erscheinungsbild → Liquid Glass lässt sich der Schieberegler jetzt von Transparent zu Eingefärbt verschieben. Ganz rechts ist die Lesbarkeit am besten. Trotzdem wäre mir am liebsten, dieser Effekt liesse sich ganz abschalten.

Screenshot einer Benutzeroberfläche mit Informationen über den Apple Park. Menüoptionen sind sichtbar, darunter WLAN, Bluetooth und andere Einstellungen. Ein Bild des Apple Parks ist im Hintergrund eingeblendet.
Die Transparenz bändigen – auch wenn die Flächen selbst dann nicht ganz deckend erscheinen, wenn man den Regler nach rechts zieht.

2) Eigene Stichworte zu Fotos erfassen

Die visuelle Intelligenz erkennt nebst den Gesichtern auch Text und Objekte, die auf Fotos abgebildet sind. Das ermöglicht es, mit inhaltlichen Begriffen nach bestimmten Aufnahmen zu suchen. Seit drei Jahren ist es möglich, für Bilder auch eine eigene Beschreibng bzw. Bildlegende zu erfassen. Über die hinterlegen wir Informationen, die auf dem Bild nicht direkt erkennbar sind, zum Beispiel den Anlass für eine Aufhahme («Tante Vronis 95 Geburtstag»).

Neu können wir auch Schlagwörter vergeben. Dazu tippen wir ein Bild an, wählen den i-Knopf rechts oben (oder in der Mitte unten beim iPhone), scrollen im Panel nach unten bis zur Kartenansicht und tragen bei Schlagwörter hinzufügen die gewünschten Tags ein. Sehr praktisch, um die Fotos für Projekte zu sortieren oder mit Oberbegriffen oder anderen Ordnungskriterien zu versehen.

Bildaufnahme von Timmendorfer Strand, mit einem Blick auf den ruhigen See und einen bewölkten Himmel. Im Vordergrund ist der Sandstrand zu sehen, im Hintergrund teils bewachsene Uferlinien und Boote.
Eine Verbesserung für die ernsthafte Bildverwaltung: Fotos können neu mit Schlagworten versehen werden.

3) Standbild aus Video

Um ein Standbild in der nativen Auflösung aus einem Bewegtclip zu ziehen, gibt es im Dreipunktemenü neu den passenden Befehl. Wir spielen das Video bis zur gewünschten Stelle ab, betätigen dann den Knopf rechts oben und wählen den Befehl Videobild als Foto sichern.

Ein Graureiher steht am Ufer eines Gewässers, umgeben von grünen Pflanzen und herbstlichen Blättern. Das Wasser reflektiert leicht das Licht. Ein natürlicher Lebensraum in der Schweiz.
Dieser Menübefehl zieht ein Standbild in optimaler Auflösung aus dem Video.

4) Eine Menüleiste wie beim Mac

Wenn eine App als Fenster angezeigt wird, gibt es die Möglichkeit, am oberen Bildschirmrand eine Menüleiste einzublenden. Dazu achte man auf die Angabe von Zeit, Datum in der linken oberen Ecke. Dort ist auch der Name der App ersichtlich. Tippen wir ihn an, erscheinen Menübefehle, wie wir sie seit mehr als vierzig Jahren vom Macintosh kennen.

Falls wir die Menüleiste sehen möchten, ohne sie jeweils aktivieren zu müssen, schalten wir in den Einstellungen bei Multitasking & Gesten die Option Menüleiste atomatisch ein- und ausblenden ab.

Um die Ähnlichkeit zum Mac noch zu erhöhen, lässt sich das Dock dauerhaft einblenden – es ist dann auch sichtbar, wenn sich eine App im Vordergrund befindet. Dazu schalten wir wiederum bei Multitasking & Gesten die Option Dock automatisch ein- und ausblenden ein. (Meines Erachtens ist sie falsch beschriftet und müsste im abgeschalteten Zustand immer sichtbar sein. Das wird anhand der finalen Version zu überprüfen sein.)

Screenshot eines Browsers mit zwei Bildern als Vergleich. Links eine Szene aus «Roman Holiday» in Schwarz-Weiss, rechts eine bearbeitete Version mit Farbänderungen. Untertitel und Menüoptionen sind sichtbar.
Ein Gefühl wie 1984: App mit Menüleiste.

5) Eine kleine Uhr auf dem Sperrbildschirm

Statt der grossen Uhr können wir uns auf dem Sperrbildschirm auch eine dezente Zeitangabe mit Datum anzeigen lassen.

Dazu aktivieren wir durch längeres Drücken mit dem Finger auf den Sperrbildschirm den Bearbeitungsmodus, tippen auf den Anpassen-Knopf und danach auf die Uhr und wählen im Pop-up-Panel mit den Einstellungsmöglichkeiten rechts oben den Knopf, der zwischen der herkömmlichen Darstellung und der Miniaturanzeige wechselt.

Bild zeigt einen Globus im Weltraum mit einer Benutzeroberfläche für Schrift und Farbe. Es sind Uhrzeit, Datum und Wetterdaten sichtbar. Der Fokus liegt auf der Gestaltung der Anzeige.
Für die Uhr auf dem Sperrbildschirm gibt es neu diese Miniaturansicht.

6) Vorlieben für den adaptiven Hörmodus festlegen

Mit verbundenen Airpods Pro gibt es in den Einstellungen zu Apples Kopfhörern im Abschnitt Hörmodus ein Schieberegler, wenn Adaptiv ausgewählt ist. Wir geben damit die Vorliebe an, ob die Geräuschunterdrückung oder die Transparenz bevorzugt werden soll.

Bildschirmansicht eines iPads mit den Einstellungen für AirPods Pro (USB-C). Es zeigt den Akkustand der Ohrhörer, Hörmodi, Lautstärke und verschiedene Einstellungsoptionen.
Der adaptive Hörmodus mit Priorität für Transparenz oder Geräuschunterdrückung.

Fazit: Für die treuen Nutzerinnen und Nutzer ist nur wenig Neues mit dabei

Bei diesem Update drängt sich der Verdacht auf, dass Apples Softwareteams mit den Anpassungen fürs iPhone Duo ausgelastet waren. Für die Betriebssysteme, die auf den herkömmlichen Geräten laufen, ist nicht viel Kapazität übrig geblieben. Nun, wenn das Versprechen stimmt, dass die Dateien-App massiv an Tempo zulegt, will ich grosszügig darüber hinwegsehen.

Es bleibt ein Ärgernis: Das iPad Pro der dritten Generation (von 2018) fällt hinten raus und kann nicht auf iPad OS 27 aktualisiert werden. Das ist angesichts der geringen Änderungen schwer nachzuvollziehen.

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