Eine Warnung vorneweg: Die beiden wichtigsten Neuerungen in iOS 27 und iPad OS 27 kann ich in meinem heutigen ersten Augenschein nicht beurteilen. Das liegt daran, dass die neue Siri vorerst nur Englisch spricht. Da ich sie vor allem via Homepods nutze und sie auch Familienmitgliedern zur Verfügung stehen muss, die erst gerade mit dem Englischlernen angefangen haben, werde ich die Veröffentlichungen der deutschen Sprachversion abwarten.
Die zweite nützliche Funktion ist die Möglichkeit, Arbeitsabläufe via Kurzbefehle-App per Vibe-Coding zu erstellen. Das Debakel vom Juni wird zwar nicht wettgemacht: Damals musste sich Apple (oder ich) wegen eines simplen Sonderzeichens geschlagen geben. Abgesehen eröffnet dieses Feature echte Chancen, sich das Leben zu erleichtern: Hier zwei Beispiele.
Da sich damit die Neuerungen fast erschöpft haben, stelle ich – in Einklang mit der Tradition – die aufgepeppten Details vor.
1) Milchglasscheibe statt Liquid Glass
In den Einstellungen bei Erscheinungsbild → Liquid Glass lässt sich der Schieberegler jetzt von Transparent zu Eingefärbt verschieben. Ganz rechts ist die Lesbarkeit am besten. Trotzdem wäre mir am liebsten, dieser Effekt liesse sich ganz abschalten.

2) Eigene Stichworte zu Fotos erfassen
Die visuelle Intelligenz erkennt nebst den Gesichtern auch Text und Objekte, die auf Fotos abgebildet sind. Das ermöglicht es, mit inhaltlichen Begriffen nach bestimmten Aufnahmen zu suchen. Seit drei Jahren ist es möglich, für Bilder auch eine eigene Beschreibng bzw. Bildlegende zu erfassen. Über die hinterlegen wir Informationen, die auf dem Bild nicht direkt erkennbar sind, zum Beispiel den Anlass für eine Aufhahme («Tante Vronis 95 Geburtstag»).
Neu können wir auch Schlagwörter vergeben. Dazu tippen wir ein Bild an, wählen den i-Knopf rechts oben (oder in der Mitte unten beim iPhone), scrollen im Panel nach unten bis zur Kartenansicht und tragen bei Schlagwörter hinzufügen die gewünschten Tags ein. Sehr praktisch, um die Fotos für Projekte zu sortieren oder mit Oberbegriffen oder anderen Ordnungskriterien zu versehen.

3) Standbild aus Video
Um ein Standbild in der nativen Auflösung aus einem Bewegtclip zu ziehen, gibt es im Dreipunktemenü neu den passenden Befehl. Wir spielen das Video bis zur gewünschten Stelle ab, betätigen dann den Knopf rechts oben und wählen den Befehl Videobild als Foto sichern.

4) Eine Menüleiste wie beim Mac
Wenn eine App als Fenster angezeigt wird, gibt es die Möglichkeit, am oberen Bildschirmrand eine Menüleiste einzublenden. Dazu achte man auf die Angabe von Zeit, Datum in der linken oberen Ecke. Dort ist auch der Name der App ersichtlich. Tippen wir ihn an, erscheinen Menübefehle, wie wir sie seit mehr als vierzig Jahren vom Macintosh kennen.
Falls wir die Menüleiste sehen möchten, ohne sie jeweils aktivieren zu müssen, schalten wir in den Einstellungen bei Multitasking & Gesten die Option Menüleiste atomatisch ein- und ausblenden ab.
Um die Ähnlichkeit zum Mac noch zu erhöhen, lässt sich das Dock dauerhaft einblenden – es ist dann auch sichtbar, wenn sich eine App im Vordergrund befindet. Dazu schalten wir wiederum bei Multitasking & Gesten die Option Dock automatisch ein- und ausblenden ein. (Meines Erachtens ist sie falsch beschriftet und müsste im abgeschalteten Zustand immer sichtbar sein. Das wird anhand der finalen Version zu überprüfen sein.)

5) Eine kleine Uhr auf dem Sperrbildschirm
Statt der grossen Uhr können wir uns auf dem Sperrbildschirm auch eine dezente Zeitangabe mit Datum anzeigen lassen.
Dazu aktivieren wir durch längeres Drücken mit dem Finger auf den Sperrbildschirm den Bearbeitungsmodus, tippen auf den Anpassen-Knopf und danach auf die Uhr und wählen im Pop-up-Panel mit den Einstellungsmöglichkeiten rechts oben den Knopf, der zwischen der herkömmlichen Darstellung und der Miniaturanzeige wechselt.

6) Vorlieben für den adaptiven Hörmodus festlegen
Mit verbundenen Airpods Pro gibt es in den Einstellungen zu Apples Kopfhörern im Abschnitt Hörmodus ein Schieberegler, wenn Adaptiv ausgewählt ist. Wir geben damit die Vorliebe an, ob die Geräuschunterdrückung oder die Transparenz bevorzugt werden soll.

Fazit: Für die treuen Nutzerinnen und Nutzer ist nur wenig Neues mit dabei
Bei diesem Update drängt sich der Verdacht auf, dass Apples Softwareteams mit den Anpassungen fürs iPhone Duo ausgelastet waren. Für die Betriebssysteme, die auf den herkömmlichen Geräten laufen, ist nicht viel Kapazität übrig geblieben. Nun, wenn das Versprechen stimmt, dass die Dateien-App massiv an Tempo zulegt, will ich grosszügig darüber hinwegsehen.
Es bleibt ein Ärgernis: Das iPad Pro der dritten Generation (von 2018) fällt hinten raus und kann nicht auf iPad OS 27 aktualisiert werden. Das ist angesichts der geringen Änderungen schwer nachzuvollziehen.
Zwei weitere Aspekte der Herbst-Updates werden in separaten Beiträgen besprochen:
Die neuen KI-Bildbearbeitungsmöglichkeiten in der Fotos-App: Auch Apple lässt die KI auf Fotos los – aber nur ein bisschen
Vibe-Coding für Automatisierungen: Die beste Neuerung von Mac OS 27: Die Kurzbefehle-App