Alt-Text: Roter Nutzwagen auf Schienen, mit charakteristischem VW-Design und zwei Scheinwerfern. Im Hintergrund sind weitere Eisenbahnfahrzeuge und schattige Bäume zu sehen.
Konvertierung geglückt: Dieser VW-Bus fährt nun auf dem Schienennetz (hpgruesen, Pixabay-Lizenz).

Pandoc, die Allzweckwaffe gegen Dateiformat-Chaos

Pandoc ist ein viel­sei­ti­ges Kon­ver­tie­rungs­pro­gramm, das eine grosse Zahl an Datei­typen unter­stützt und selbst exo­tische Um­wand­lungen vornimmt – etwa Text zu Layout, Prä­sen­ta­tio­nen oder E‑Books. Eine Einstieg­shilfe.

Ehre, wem Ehre gebührt! Hier im Blog kam in letzter Zeit eine Software namens Pandoc zum Zug: Sie hilft, Texte im Word-Format nach Markdown zu konvertieren und umgekehrt. Sie erleichtert die Kreation von Powerpoint- und Google-Slides-Präsentationen beträchtlich. Und sie hat noch viel mehr Möglichkeiten auf Lagern, denn es handelt sich um einen vielseitigen Dateiübersetzer, der mit vielen Formaten und Auszeichnungssprachen zurechtkommt.

Diese Konvertierungssoftware lässt sich online benutzen, und ich habe bei meinen Beiträgen jeweils auf pandoc.org/try verwiesen. Aber wenn wir sie häufiger als zweimal pro Jahr benutzen, dann sollten wir sie lokal installieren: Dann können wir bedenkenlos Dokumente mit sensiblen Inhalten durch die Mangel drehen. Dass Pandoc über die Eingabeaufforderung eingesetzt wird, sollte uns nicht abhalten – denn so schwierig ist das nicht. Und ich erkläre hier, wie es geht.

Über 2000 Konvertierungsvarianten

Zuerst noch ein paar Details: Pandoc feiert heuer den zwanzigsten Geburtstag. Entwickelt von Sprachphilosoph und Logiker John MacFarlane, ist die Software Open Source, und sie beherrscht um die vierzig Eingabe und über fünfzig Ausgabeformate. Damit sind theoretisch über 2000 Konvertierungswege möglich, wenngleich natürlich nicht alle davon sinnvoll oder verlustfrei begehbar wären. Ob und wie gut die Übertragung funktioniert, hängt von den Umständen und der Komplexität eines Dokuments ab.

Nichtsdestotrotz ist diese Software nützlich, und sie beherrscht auch exotische Kombinationen:

  • Pandoc kann z. B. direkt das Adobe-Austauschformat ICML erstellen und auf diesem Weg Textdokumente in Indesign-Layouts umwandeln.
  • Wir experimentieren mit der Latex-Alternatve Typst oder bringen Ordnung in die diversen Wikitext-Dialekte.
  • Pandoc verarbeitet die E‑Books im Epub-Format.
  • … und wir generieren aus einem Dokument gleichzeitig eine Präsentation im HTML-Format und eine PDF-Datei (Reveal.js / Beamer).

Für die Installation besorgen wir uns die Software von pandoc.org – der einfachste Weg führt über den Installer. Wie bereits angetönt, steht uns nach der Einrichtung kein Programm mit grafischer Benutzeroberfläche zur Verfügung. Man startet das Programm an der Befehlszeile bzw. am Terminal.

Simple Befehle führen zum Ziel

Das klingt abschreckend, ist aber im Alltag weniger dramatisch, als es tönt. Eine Einführung für diese Form der Computerbedienung – die älter ist als die Steuerung per Maus oder Trackpad – biete ich in meinem kleinen Befehlszeilen-Vademekum.

Sinnvollerweise fügen wir den Pfad zu Pandoc den Umgebungsvariablen hinzu¹. Dann müssen wir an der Eingabeaufforderung nicht den ganzen Pfad zur ausführbaren Datei tippen, sondern können die Konvertierung über den Befehl pandoc einleiten.

Die Syntax ist ebenfalls überschaubar und hier beschrieben. Das Muster für einen Konvertierungsbefehl lautet: Die Options sind hier beschrieben. Sie spezifizieren in erster Linie das Eingabeformat (--from=FORMAT) und Ausgabeformat (--to=FORMAT). Standardmässig wird die Ausgabe am Bildschirm ausgegeben, aber natürlich können wir sie in eine Datei umleiten (--output=FILE).

Bildschirmaufnahme eines Terminals mit einem Befehl zur Konvertierung einer Markdown-Datei in ein EPUB-Format. Der Befehl wird mit Dateipfaden und Optionen angezeigt.
Pandoc erledigt den Job blitzschnell und kommentarlos.

Dieses Beispiel hier verwandelt eine simple Markdown-Datei in ein elektronisches Buch:

pandoc --from=markdown --to=epub2 "Egogoogeln.md" --output="Ego.epub"

Es gibt eine Vielzahl weiterer Optionen und oft auch die Möglichkeit, Parameter wegzulassen, wenn sie sich aus dem Kontext ergeben, und es existieren auch verkürzte Notationsformen. Sprachmodelle wie ChatGPT und Claude helfen, falls nötig, beim Schreiben oder Korrigieren des Befehlszeilen-Befehls.

Fussnoten

1) Ich habe Pandoc unter C:\Program Files (x86)\pandoc installiert. Im Windows-Suchfeld tippe ich Umgebungsvariablen ein und öffne Umgebungsvariablen für dieses Konto bearbeiten. Ich wähle die Variable Path, klicke auf Bearbeiten, dann auf Neu und füge den Pfad hinzu.

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