Der Teufel steckt im Detail. Diese Lebensweisheit, deren Ursprung nicht gänzlich geklärt ist, trifft in vielen Bereichen zu. Sie gilt bei allen Dingen, die irgendwie mit Politik zu tun haben. Und mit Wirtschaft. Vermutlich trifft sie ebenfalls beim Sport ins Schwarze, aber da kenne ich mich nicht aus. Doch eines ist klar: In der digitalen Sphäre kann das Detail noch so klein sein – einen fetten Teufel gibt es trotzdem.

Einen beredten Beleg dafür liefert uns die Website e-mail.wtf: Hier finden wir ein Quiz, bei dem wir entscheiden müssen, ob eine E-Mail-Adresse gültig ist oder nicht. Der Betreiber, Sam, ist Vater, Ehemann, Programmierer und Whisky-Trinker und hat eine persönliche Website, die mich schmerzlich daran erinnert, wie schön das Internet früher war.
So leicht irrt man sich
Also, unter der Prämisse, E-Mail sei einfach, gibt es ein Quiz, das auf einem Parser für E-Mail-Adressen basiert, der wiederum das Regelwerk (RFC 5322) getreulich umsetzt. Es hat mich nach wenigen Fragen vom hohen Ross heruntersteigen lassen. Ich glaubte, die Gesetzmässigkeiten ungefähr grob verinnerlicht zu haben. Aber denkste! Mein Resultat waren peinliche acht Richtige von 21.
Fazit: Ein interessanter Zeitvertreib für uns Nerds.
Es gibt weitere solcher Quizzes, wobei der Abgefahrenheitsfaktor im Einzelfall nicht so gross ist. Dafür können wir diese Spiele für Verwandte und Bekannte nutzen, um sie auf die Gefahren im Netz aufmerksam zu machen. Insbesondere dann, wenn sie uns im Brustton der Überzeugung erklären, dass sie niemals auf ein gefälschtes Mail oder eine Betrüger-Website hereinfallen würden:
- Auf antiphishing.ch finden wir heraus, wie gut wir darin sind, Phishing-Mails zu erkennen.
- Mit der Sicherheit im Netz beschäftigt sich auch ins-netz-gehen.de.

Wie Jugendliche etwas über Online-Sicherheit lernen
Es gibt auch ein Angebot für Kinder und Jugendliche:
- Für kleinere Kinder geeignet sind die Spiele von internet-abc.de.
- Wiederum um die Sicherheit geht es auf saferinternet.at. Hier werden auch Themen wie Cybermobbing, Belästigung online und die Influencer angeschnitten.
- «SRF Kids» hat das Quiz zur Internetsicherheit in petto, in dem es u.a. über das Cybergrooming geht.
- Eine breite Palette von technischen Wissenstests findet sich auf der etwas chaotischen Website wayground.com.
Ferner einige spielerische Websites, die wie e-mail.wtf einen technischen Anspruch haben:
- Can’t Unsee stellt unser Verständnis für gut gestaltete Benutzerschnittstellen auf die Probe.
- Flexbox Froggy ist ein – und genauso wie euch ist mir völlig neu, dass es das gibt – ein Spiel mit den Cascading Style Sheets, bei dem wir einen Frosch mittels Code auf ein Seerosenblatt lotsen.


Was es nicht alles gibt: Quizspiele für Möchtegern-Hacker und Fans von Vim
Zum Schluss dieses Beitrags – der nur wegen der teilweise schwer verständlichen RFC-5322-Regeln überhaupt in die Kategorie des Online-Shits der Woche passt – einige Tests, bei denen Expertenwissen gefragt ist und ich darum leider raus bin:
- Bei Oh My Git! stehe ich auf verlorenem Posten. Jedenfalls geht es hier darum, Verständnis für Git-Repositorys zu entwickeln.
- Im Cross-Site Scripting (XSS) Game von Google wenden wir unser Wissen über eine der häufigsten Sicherheitslücken im Netz an: Unsere Aufgabe ist es, Javascript-Code auf eine Website einzuschmuggeln.
- Ebenfalls um Sicherheit für erfahrene Anwender geht es bei den Wargames der Overthewire-Community. Die «Bandit-Spiele» richten sich an Anfänger. Beim ersten Level müssen wir ein Passwort aufspüren und das fürs Log-in via SSH verwenden.
- The evolution of trust beschäftigt sich mit der Spieltheorie und wendet sie aufs Internet an. Dieses liebevoll gestaltete Wissensspiel stammt von der kanadischen Gamedesignerin Nicky Case.
- Last und (vielleicht) least die Vim Adventures. Wir lernen, falls wir uns dazu durchringen können, auf spielerische Weise die Bedienung des eigentlich unbedienbaren Vim-Editors.
Habe da auch noch einen tollen Test über den Umgang mit Medien:
https://newstest.ch/