Frau in schwarzem Kleid schläft auf einem Sofa, haltend einen schlafenden schwarzen Welpen in ihren Armen.

Keine Hörbücher und Podcasts mehr verpennen

Die Option «Medien beim Ein­schla­fen an­hal­ten» am iPhone stoppt die Wie­der­ga­be über die Air­pods Pro, wenn der Träger ein­ge­schla­fen ist. Wie zu­ver­läs­sig ist dieses Fea­ture? Und wie funk­tio­niert es über­haupt?

Einstellungen eines iPhones für AirPods Pro (USB-C) werden angezeigt, mit Optionen wie personalisiertes 3D-Audio, Sprachübersetzung, Mikrofonmodus und «Medien beim Einschlafen anhalten» aktiviert.
Die Option, die die Wiedergabe automatisch stoppt.

Hält diese Neuerung, was sie verspricht? Diese Frage stellte sich mir bei einem der 26 Tipps, die ich für iOS 26 zusammengetragen habe. Das neue iPhone-Betriebssystem hält für die Airpods Pro die Option Medien beim Einschlafen anhalten bereit. Sie findet sich in den Einstellungen. Wir wählen unsere Airpod Pro aus, scrollen in der Liste bis ins untere Drittel der Ansicht und aktivieren dort den Schalter oberhalb der Kopfgesten.

Das heisst: Wenn wir im Bett liegen, uns ein Hörbuch oder einen Podcast zu Gemüte führen oder mit Musik berieseln lassen und darob in Morpheus’ Arme segeln, läuft die Wiedergabe nicht weiter, bis der Titel oder die Playlist zu Ende ist oder wir erwachen und selbst stoppen. Stattdessen reagiert ein Algorithmus und hält für uns die Wiedergabe an.

Eine tolle Sache! Sie fördert den Schlaf und erspart es uns, beim Hörbuch mühsam die Stelle wiederzufinden, an der wir geistig ausgestiegen sind. Dafür gibt es zumindest für Audible einen Trick. Aber natürlich ist der automatische Stopp allemal besser.

Zwei Fragen stellen sich: Funktioniert es? Und falls ja: Wie funktioniert es?

Untersuchungen zeigen: der Schlaf wird zuverlässig erkannt

Was mich angeht, bin ich positiv überrascht. Ich schlafe gern und häufig zu Hörbüchern ein. In den letzten Wochen durfte ich konstatieren, dass dieses neue Feature überraschend zuverlässig funktioniert: Ich bin häufiger erwacht, weil der zwischen Ohr und Kissen eingeklemmte Stöpsel an der Ohrmuschel drückte – und nicht, weil jemand unentwegt auf mich einquasselte. Es ist schwer zu sagen, mit welcher Verzögerung nach dem Einschlafen die Wiedergabe angehalten wird. Aber soweit ich das beurteilen kann, reicht es, beim Hörbuch an den Anfang des Kapitels zu springen und beim Podcast fünf bis maximal zehn Minuten zurückzuspulen.

Also, zweitens: Woher wissen die Ohrstöpsel, dass wir eingenickt sind? Leute mit einem Hang zu Wearables wissen, dass die Schlaferkennung seit mehr als zehn Jahren ein Thema war und ist. Bei meinem ersten Gadget aus dieser Kategorie, dem Jawbone Up, musste ich den Schlafmodus per Knopfdruck aktivieren. Doch die smarten Uhren machen das von allein. Sie liefern Daten zum Schlafverlauf. Wie nützlich die sind, darüber gehen die Meinungen auseinander. Ich habe mich vor drei Jahren eingehender mit dem Schlaftracking befasst. Ich würde die Erkenntnisse nicht überbewerten, finde es aber bemerkenswert, dass die Daten der Uhr meist mit meiner Wahrnehmung übereinstimmen.

Der Clou sind (vermutlich) die Mikrofone

Smarte Uhren beziehen ihre Daten aus einer Reihe von Sensoren. Sie messen den Puls, die Bewegung und mitunter sogar die Atemfrequenz. Die Airpods Pro können die Bewegungen der Trägerin und des Trägers feststellen und analysieren über die Mikrofone die Umgebungsgeräusche. Die Vermutung liegt auf der Hand, dass die akustischen Signale entscheidend für die Schlaferkennung sind: Wenn die Atemzüge ruhiger und länger werden oder ein Schnarchen zu hören ist, besteht kein Zweifel daran, was Sache ist. Und das erklärt auch, warum Apple die Funktion nicht im Detail erklärt (zumindest habe ich keine entsprechenden Informationen gefunden): Man will den Usern nicht auf die Nase binden, dass die Mikrofone in den Ohrstöpseln ständig aktiv sind. Das wirkt gruselig – auch wenn auf der Hand liegt, dass viele der smarten Funktionen nur so überhaupt funktionieren: Ich denke an Dinge wie die personalisierte Lautstärke und die Konversationserkennung.

Fazit: Nützlich! Ich wette, dass das bald ein Feature fürs smarte Home sein wird – wenn der Benutzer eingeschlafen ist und die Nachbarn trotzdem lärmen, wird automatisch die Stadtpolizei wegen Ruhestörung aufgeboten …

Die Funktion Medien beim Einschlafen anhalten steht mit iOS 26 und den Airpods Pro 2 und neuer zur Verfügung; Voraussetzung ist der H2-Chip.

Beitragsbild: Bei dieser Konstellation ist nicht ausgeschlossen, dass der Hund die Schlaferkennung auslöst (Rafal Jedrzejek, Unsplash-Lizenz).

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