Ich versuche, nicht alle meine Eier in ein Körbchen zu legen. Falls ihr mit dieser tollen englischen Redewendung nicht vertraut seid: Sie besagt, dass wir dumm dastehen, wenn wir diesen einen Behälter verlieren oder fallen lassen. Übertragen auf meine Gadget-Nutzung versuche ich, mehrere Hersteller zu berücksichtigen: Damit meine Abhängigkeit nicht zu gross wird – und natürlich auch, um einen besseren Gesamtüberblick zu haben.
Im Bereich der Kopfhörer breche ich die Eier-Regel leider. Ich habe derzeit vor allem die Airpods Pro 2 im Gehörgang, obwohl auch viele andere Gadgets im Körbchen von Apple stammen. Aber sie bewähren sich im Alltag – mit einer grossen Einschränkung, die mir neulich erst bewusst geworden ist.
In den Ferien hat meine Frau sie sich kurz ausgeliehen. Doch die Airpods lassen sich nicht mal kurz mit einem anderen Gerät (das mit einem anderen iCloud-Account verbunden ist) verwenden. Wir müssen die Airpods mit dem neuen Gerät koppeln und hinterher wieder mit dem Ursprungs-Gerät verbinden. Die Botschaft von Apple ist klar: Jeder soll seine eigenen Stöpsel benutzen und besitzen! Und in dem Fall müssen wir Apple aus Hygiene-Sicht bedauerlicherweise recht geben.
Wo ist der Aus-Schalter hingekommen?
Also, nach dieser Eier- und Ohrenschmalz-lastigen Einleitung kommen wir zum eigentlichen Thema. Mir ist neulich aufgefallen, dass meine Airpods Pro 2 nur noch mit Geräuschkontrolle funktionieren. Das heisst: Es ist nur ein Wechsel zwischen Geräuschunterdrückung, Transparenz und Adaptiv¹ möglich. Deaktivieren lassen sich diese Audiofunktionen nicht. Und das ist ein echter Rückschritt.


Aus zwei Gründen:
- Mir wird zwar nicht mehr schlecht wie früher, wenn ich das Noise Cancelling benutze. Aber ich finde es noch immer nicht sehr angenehm und verzichte lieber darauf, wenn die Umgebung nicht ungebührlich lärmig ist.
- Diese Audiofunktionen benötigen Rechenleistung und führen daher dazu, dass sich die Batterie der Airpods viel schneller leert.

Die «Reparatur» ist äusserst einfach
Glücklicherweise ist die Behebung extrem einfach – wenn man den Trick kennt. Er geht wie folgt:
- Wir verbinden unsere Airpods mit dem iPhone und wählen sie in den Einstellungen aus.
- In der Konfigurations-Liste scrollen wir fast bis ganz nach unten und aktivieren die Option Hörmodus aus.
Das war es auch schon. Nebenbei erfahren wir den mutmasslichen Grund, weswegen die Aus-Option standardmässig nicht mehr zur Verfügung steht. Das liegt an der Option Laute Geräusche reduzieren, die nur im Transparenzmodus funktioniert und eine Art Audio-Kompression für die Realität zur Verfügung stellt. Die dürfte für lärmempfindliche Menschen angenehm sein, aber sie erfordert, dass die Geräuschkontrolle dauerhaft aktiv ist.
Fussnoten
1) Bei der Option Transparenz hören wir, was sich in der Umgebung akustisch tut: Wir nehmen wahr, wenn sich ein Motorfahrzeug hinter uns nähert, und können uns mit Leuten unterhalten. Die Option Adaptiv kombiniert diese Transparenz mit der Geräuschunterdrückung: Wir wählen über einen Schiebregler aus, wie viel wir von unserer Umwelt hören, und die Software wechselt dynamisch zwischen Geräuschunterdrückung und Transparenz – wie es (mutmasslich) zur aktuellen Situation passt. ↩