Okay, das ist ein ambitioniertes Unterfangen. Bekomme ich 26 Tipps fürs neue iPhone-Betriebssystem zusammen, das heute veröffentlicht wird? Natürlich sollten es auch nützliche Neuerungen sein, nicht bloss Listenfüller. Aber sehen wir mal!
1) Der kluge Energiesparmodus
Ab dem iPhone 15 gibt es in den Einstellungen unter Strommodus die Option Adaptive Power. Mit der reagiert das Telefon auf einen erhöhten Energieverbrauch, indem es die Bildschirmhelligkeit und andere Leistungsfaktoren dynamisch anpasst und so – hoffentlich – die Batterielaufzeit verlängert. Also eine Art kluger Energiesparmodus.
2) Die Musik-App als feinfühliger DJ
Es gebe bereits einen «Hype» um die neue Funktion Automix, behauptet zumindest der Bayerische Rundfunk. In Apple Music werden Songs nicht hart aneinandergereiht, sondern sanft überblendet, und zwar exakt im Takt (beatmixing). Dazu kommt, falls nötig, eine Anpassung des Tempos zum Einsatz (time stretching). Nett. Aber schade, dass es die Funktion nur fürs Streamingangebot und nicht für die lokale Musiksammlung gibt.
3) Lieblingssongs anpinnen
Und noch eine Neuerung, auf die diese vorherige Bemerkung ebenfalls zutrifft: In Apple Music lassen sich Lieblingssongs in der Liste an einer Position festpinnen. Dazu einen Eintrag antippen, den Finger gedrückt halten und im Menü den Befehl zum Fixieren auswählen. Genauso funktioniert das mit Alben, Künstlerinnen und Wiedergabelisten.
Apropos: Wiedergabelisten dürfen nach Ordnern sortiert werden. Und Apple Music übersetzt die Liedtexte – ob das wohl gut kommt?
4) Das Game-Center ist zurück – in gewisser Weise
Die neue Spiele-App bringt ein Revival des Gamecenters. Wir erinnern uns: Das wurde 2010 mit iOS 4 eingeführt, verschwand mit den nachfolgenden Updates jedoch in der Versenkung. Jetzt gibt es eine neue App, die schlicht Games heisst. Sie zeigt Informationen zu den installierten Games mit Zugriff auf Apples Spiel-Community. Und sie macht nebenbei ein bisschen Werbung für Arcade, das Spiel-Abo von Apple.

5) Beliebige Audiodateien als Klingeltöne verwenden
Darauf haben wir gewartet, seit der Crazy Frog gestorben ist: In iOS 26 lassen sich beliebige Audiodateien (im MP4- oder MP3-Format) als Klingelton verwenden. Dazu wählen wir sie in der Dateien-App aus, tippen auf Teilen und betätigen im Sharesheet den Befehl Als Klingelton verwenden.
6) Wie lange dauert das Laden noch?
Wenn das Telefon mit Strom versorgt wird, zeigt es mit iOS 26 an, wie lange das Aufladen noch dauern wird. Also z. B.: «Noch eine Stunde bis achtzig Prozent.»
7) Erinnerungen übers Kontrollcenter setzen
Im Kontrolzentrum gibt es neu das Steuerelement Neue Erinnerung.
8) Schneller in öffentliche WLANs einloggen
Eine Neuerung ist die Synchronisation für die Log-ins von öffentlichen Funknetzwerken wie Hotels, Konferenzräumen und im öV. Ich konnte sie bislang nicht selbst testen, weil sich die Gelegenheit dazu nicht ergab. Die Beschreibung – hier von BGR – erweckt den Eindruck einer zeitsparenden Neuerung: Wenn die Anmeldedaten am iPhone eingetragen werden, würde das Telefon einen Autofill-Vorschlag anzeigen, wenn die Daten bereits zuvor am iPad oder Mac eingetragen wurden.

9) Eine riesige Zeitanzeige im Sperrbildschirm
Wenn wir den Sperrbildschirm durch langes Tippen aufs Display in den Bearbeitungsmodus versetzen und den Befehl Anpassen betätigen, stellen wir fest, dass das Uhren-Widget einen Anfasser hat. Über den ziehen wir die Anzeige so gross, wie es uns gefällt. In der maximalen Ausdehnung nimmt sie etwa die Hälfte des Displays ein.
10) Übersetzungen in der Nachrichten-App
Die Nachrichten-App übersetzt neue Mitteilungen automatisch in eine uns bekannte Sprache. Das allein ist – zumindest nach dem heutigen Stand der Dinge – keine Raketentechnologie. Aber …
11) Dolmetscher für Telefongespräche
… das iPhone überträgt auch Anrufe. Bei Anrufen in Facetime erscheint die Übersetzung in Form von Untertiteln. In der Telefon-App wird sie uns durch eine Stimme vorgetragen. Ich mache in meinem Tamedia-Artikel zu iOS 26 kein Geheimnis aus meiner Skepsis, wie gut das im Alltag funktionieren wird und wie nützlich es ist. Denn die Hürden, damit die Verständigung beiderseitig klappt, liegen hoch. Aber wer weiss? Womöglich wird diese Form der KI-vermittelten Kommunikation in ein paar Jahren, wenn wir uns daran gewöhnt haben, völlig normal sein.
Und ja, die Punkte zehn und elf hätten ein einziger Tipp sein können. Aber ich stelle mich der Herausforderung, auf 26 Tipps zu kommen!

12) Den Schlummer verlängern
Nicht, dass mir das selbst aufgefallen wäre. Aber: Wenn wir in der Uhr-App einen Alarm einrichten und die Schlummertaste drücken, gibt es neu die Möglichkeit, darunter die Dauer des Schlummermodus festzulegen: von einer Minute bis maximal 15 Minuten. Wir finden: Auch eine halbe Stunde wäre okay!
13) Die Suchfunktion in Wallet
In Wallet gibt es in iOS 26 einen Knopf mit Lupen-Symbol. Er erlaubt es uns, nach Gutscheinen, Bordkarten, Debit- und Kreditkarten zu suchen – und was sich sonst noch in diesem virtuellen Portemonnaie ansammelt.
14 KI in den Kurzbefehlen
In der Kurzbefehle-App gibt es zwei neue Module für unsere Automatisierungen:
- Visuelle Intelligenz unterzieht Bildinhalte einer Analyse.
- Und mit den Schreibwerkzeugen passen wir Texte und Formulierungen an.
Das ist unter dem Strich die beste Neuerung für den Mac (mit Mac OS 26 Tahoe, hier besprochen): Mit der Kombination aus Kurzbefehle-App und Apple Intellicence setzen wir komplexe Arbeitsabläufe auf, für die es bis vor Kurzem separate Apps brauchte oder die gar nicht realisierbar waren: Zwei Beispiele beschreibe ich hier. Dieses Potenzial lässt sich auch am iPhone und iPad ausschöpfen.

15) Screenshots und Fotos auswerten
Die «visuelle Intelligenz» erlaubt es dem iPhone oder iPad, Objekte in Bildern und via Kamera zu erkennen. Derzeit ist der geistige Horizont dieses Features beschränkt: Es erkennt Sehenswürdigkeiten, und – mit variierender Genauigkeit – Pflanzen und Tiere.
Mit den heutigen Updates soll sich das ändern: Falls wir es mit einem käuflichen Objekt zu tun haben, können wir wie mit Google Lens oder Microsofts visueller Suche mit Bing nach Kaufgelegenheiten und vergleichbaren Alternativen suchen. Die visuelle Intelligenz spürt in Screenshots verwertbare Informationen wie Daten auf und schlägt passende Aktionen vor. Bei Bedarf liefert ChatGPT weitere Erklärungen.
16) Anrufer auflaufen lassen
Eine potenziell tolle Funktion ist der Anruffilter (Call Screening). Apple beschreibt sie wie folgt:
Die Anrufüberprüfung baut auf Live-Voicemail auf und hilft dabei, Unterbrechungen zu vermeiden, indem sie Informationen vom Anrufer sammelt und den Benutzern die Details liefert, die sie benötigen, um zu entscheiden, ob sie den Anruf annehmen oder ignorieren möchten.
Wie das im Detail funktioniert, beschreibt «Wired»:
Ihr Telefon nimmt den Anruf automatisch an und fragt mittels Roboterstimme den Anrufer nach seinem Namen und dem Grund der Kontaktaufnahme. Erst nachdem diese Informationen erfasst wurden, klingelt das iPhone und zeigt Ihnen diese Details in einer Benachrichtigungsblase an.
In der Praxis scheint uns in der Schweiz diese tolle Funktion vorerst verwehrt zu bleiben. Ich habe sie in den Einstellungen nicht gefunden. Ich gehe davon aus, dass die Spracheinstellungen schuld sind. Es gibt den Anruffilter zwar für Deutsch, aber nur für Deutschland.
17) Das iPhone allein in der Warteschleife hängen lassen
Die gleiche Einschränkung gilt auch für den Hold Assist – auch er benötigt gemäss Apple die Spracheinstellung Deutsch (Deutschland) und wird den Eidgenossen daher verwehrt. Was er tun würde, wenn er sich aktivieren liesse, wäre wiederum toll: Er erlaubt es uns nämlich, in Warteschleifen den Spiess umzudrehen. Wir ignorieren die Dudelmusik und lassen uns vom Telefon darüber informieren, wenn am anderen Ende ein Mensch rangegangen ist.
18) Die Fotos-App macht einen Schritt zurück
Die Fotos-App hat in iOS 18 eine grundlegende Veränderung erfahren: Die Symbolleiste am unteren Rand musste weichen. Stattdessen führte Apple eine Scroll-Logik ein: Wenn man nach oben wischt, erscheint die ganze Fotosammlung oder eine Sortierung nach Jahren und Monaten. Beim Scrollen nach unten tauchen die Sammlungen mit Alben, Personen, Rückblicken, Empfehlungen und Medienarten auf.
Mir gefällt diese Organisationsform, doch damit scheine ich in der Minderheit zu sein. In iOS 26 präsentiert sich die Fotos-App wieder wie in früheren Jahren: Scrollen wir bis zum Ende unserer Fotosammlung, erscheint am unteren Rand eine Symbolleiste, in der wir von Mediathek auf Sammlungen umschalten.
19) Safari mit minimalem Screen clutter
Ich nutze seit bald zehn Jahren am iPhone und iPad vor allem Firefox. Doch diese Neuerung in Safari gefällt mir ausgezeichnet: Websites werden standardmässig mit Screen clutter angezeigt: Beim Scrollen nach unten schrumpft die Menüleiste unten auf ein schmales Band und nimmt nur noch sehr wenig Platz weg.
Der Nachteil: Um die Webseite zu wechseln, müssen wir entweder nach oben scrollen oder das Bälklein kurz antippen.

20) Ein komplett verglaster Homescreen
Ich bin kein grosser Fan des neuen Liquid Glass-Designs. Dieser Tipp hier ist daher für Menschen, denen es explizit anders geht: Sie können ihren Bildschirm voll auf den transparenten Look umschalten.
Dazu bearbeiten wir den Homescreen, indem wir den Finger so lange auf eine freie Stelle gedrückt halten, bis die Symbole anfangen zu wackeln. Dann betätigen wir links oben den Bearbeiten-Knopf. Im Menü wählen wir den Befehl Anpassen und im Pop-up-Menü die Option Transparent. Zusätzlich wählen wir unten zwischen Hell, Dunkel und Automatisch.
Mehr zu den Anpassungsmöglichkeiten der Icons auf dem Homescreen hier beim zweiten Tipp.
21) Alle blockierten Kontakte an einem Ort
In den Einstellungen bei Datenschutz & Sicherheit findet sich neu der Eintrag Blockierte Kontakte. In dem finden sich nicht nur die gesperrten Telefonnummern, sondern auch die Mailadressen, die uns nicht mehr belästigen dürfen.
22) Mehrere Tagebücher führen
Die Journal-App hat in der linken oberen Ecke einen neuen Knopf, mit dem wir auf eine Übersichtsseite gelangen. In der ist es möglich, weitere Tagebücher anzulegen und zwischen ihnen zu wechseln. Unter Enblicke erscheint eine Übersicht der Einträge und der Orte, an denen wir Einträge erfasst haben.
23) Notizen als Markdown exportieren
Eine grossartige Funktion für alle Leute, die (wie ich) Texte und Notizen mit der Markdown-Auszeichungssprache formatieren. Die Notizen-App ist in der Lage, Einträge entsprechend formatiert zu exportieren.
Dazu wählen wir eine Notiz aus, tippen oben rechts auf den Teilen-Knopf und betätigen im Sharesheet den Knopf Als Markdown exportieren.

24) Schönere Adressbucheinträge
In der Kontakt-App wird für Adressbucheinträge ohne hinterlegtes Foto stattdessen ein Monogramm verwendet, d.h. die grossen Anfangsbuchstaben wie «MS» in meinem Fall. In alten Versionen des iPhone- und iPad-Betriebssystems hatten wir bloss die Wahl, stattdessen einen Memoji-Avatar zu erstellen.
Mit iOS 26 gibt es viel mehr Möglichkeiten: Wenn wir einen Kontakt auswählen und auf Foto hinzufügen tippen, haben wir unter Monogramm diverse grafische Varianten zur Auswahl. Es gibt die Anfangsbuchstaben in verschiedenen Schriftarten und mit unterschiedlichen Farben hinterlegt, aber auch einige Comictiere. Und – lustige Idee – wir können Personen auch durch Emojis kennzeichnen.
25) Die Tipps-App ist nicht mehr nutzlos
Die Tipps-App gibt es seit iOS 8, doch unter uns gesagt, war sie bisher annähernd nutzlos. Inzwischen kann ich ihr etwas abgewinnen. Unter Checkliste für die Konfiguration gibt es Hinweise, worauf wir beim Einrichten achten sollten. Wir könnten einen Wiederherstellungskontakt hinzufügen und unseren digitalen Nachlass regeln – beides gute Vorschläge.
Es gibt die Rubrik Wichtige Gesten üben, in der Trainingseinheiten für die Touch-Bedienung zu finden sind. Wenn ihr die selbst nicht benötigt, gibt es vielleicht in eurem Umfeld Leute, denen ihr diese Möglichkeit nahelegen könntet.
Neben den Benutzerhandbüchern gibt es last but not least auch die Schritt-für-Schritt-Hilfe mit Anleitungen zur Problembehebung beim Akku, einem kaputten Bildschirm, unsicheren Passwörtern, Updates, WLAN, Käufen und Abos. Die helfen nach wie vor nur bei einfach gelagerten Fällen. Doch als Gesamtpaket ist mir die App inzwischen eine Empfehlung wert. (Zumal ich nur noch Listicle-Eintrag davon entfernt bin, die 26 vollzumachen.)
26) Beim Einschlafen stoppen die Airpods die Medienwiedergabe
Ihr dachtet sicher, dass ich nun endgültig ausgeschossen bin? Und in der Tat, es war nicht einfach, die Liste vollzubekommen. Aber für den Schluss habe ich einen Tipp aufgehoben, der mir der allerliebste ist.
Also, falls ihr auch zu den Leuten gehört, die beim Hörbuchhören oder bei Podcasts einschlafen, dann haltet nach dieser Funktion Ausschau. Die Airpods Pro haltenn mit dem Update die Option Medien beim Einschlafen anhalten (Pause media when falling asleep) bereit. Wenn wir eindösen, stoppt die Wiedergabe – und wir müssen am nächsten Morgen nicht mühsam herausfinden, bei welcher Stelle wir den Faden verloren haben.
Und weil das für manche Leute (wie mich) so nützlich ist, widme ich dieser neuen Funktion einen eigenen Blogpost: Keine Hörbücher und Podcasts mehr verpennen
27) vernünftiges Dateisystem: Verbesserungen ja, aber das hat noch viel Luft nach oben.
28) Multi-User-Support: Immer noch nicht (für Privatkunden). Ich hätte die Prioritäten anders gesetzt…