Eine blaue Kinderuhr mit einem Katzenmotiv und der Uhrzeit «13:22» auf dem Display. Die Uhr hat ein sternförmig gemustertes Armband und wird am Handgelenk getragen.
Die Gar­min Vívofit Jr. 3 am Handgelenk meiner Tochter.

Eine Smartwatch für die Neunjährige?

Unsere Toch­ter hat sich eine Uhr mit Sport­funk­tio­nen ge­wünscht und die Gar­min Vívofit Jr. 3 be­kom­men: Warum sie (und ihre Eltern) mit ihr zu­frie­den ist.

Unsere Tochter hat sich zum Geburtstag eine Smartwatch gewünscht. Sie braucht eine Uhr für ihren schulischen Alltag, der ihr mehr Verantwortung abverlangt. Aber soll es wirklich ein Modell mit Smartphone-Anschluss sein? Und falls ja, welches?

Eine schwierige Entscheidung, auch für den Nerd-Papa. Einerseits lässt sich der digitale Fortschritt nicht von den Kindern fernhalten. Andererseits frage ich mich natürlich, ob man ihn etwas herauszögern sollte. Ich kam im gesetzten Alter von 40+ mit Schrittzählen, Gamification und Selbstoptimierung in Kontakt. Für mich sind die Effekte unter dem Strich positiv – aber trotzdem habe ich oft genug Mühe, mich dem Einfluss der Gadgets zu entziehen.

Früh übt sich?

Aber vielleicht fällt das leichter, wenn man es in jungen Jahren lernt? Mit dieser Hoffnung habe ich ihr den Wunsch erfüllt und mit dem Vorsatz für mich in Verbindung gebracht, ihr von Anfang an nahezubringen, die Anforderungen des Alltags über diese Ziele zu stellen.

Die Uhr, für die wir uns entschieden haben, macht das auf eine einigermassen vernünftige Weise. Sie weist nicht auf «Streaks» hin – fordert das Kind also nicht dazu auf, die Leistung möglichst lückenlos zu erbringen. Sie zählt Schritte, wobei man hier das Ziel selbst eingeben kann. Und sie misst, wie lange pro Tag das Kind körperlich aktiv ist. Nach einer Stunde ist diese Uhr voll. Das ist ein vernünftiger Ansatz: Eine Stunde sollte mit Schulweg, Pausenplatz und sonstigen Aktivitäten locker zu meistern sein. Schliesslich ist es ein sinnvoller Anreiz für Kinder, die gern nur herumsitzen. (Was bei unserer Tochter glücklicherweise nicht der Fall ist.)

Keine Streaks!

Die Uhr, um die es hier geht, ist die Vívofit Jr. 3 von Garmin:  Ich bin selbst langjähriger Nutzer einer Sportuhr dieser Marke und mit meiner Fenix 7 zufrieden – da lag diese Wahl nahe. Die Uhr macht nach einigen Tagen im Einsatz einen guten Eindruck: Sie ist ein wenig smart. Sie bringt unsere Tochter dazu, auf ihre Aktivitäten zu achten. Aber sie übertreibt es nicht und sie kommt ihrer Hauptfunktion als Zeitmesser ebenfalls nach.

Eine animierte Figur mit lila Haaren und Rucksack freut sich in einer Landschaft. Sprechblase: «Cheerio! Wir haben die Hauptstadt von England und Grossbritannien erreicht – London!»
In der Garmin-Jr.-App gibt es als Abenteuer eine Reise um die Welt mit Quizfragen, bei der die gesammelten Münzen das Fortkommen ermöglichen.

Nebst den beiden Fitnessdaten zeigt sie die Schlafdauer an und erlaubt es den Eltern, via App Aufgaben vorzugeben. Wenn diese erledigt wurden, haken die Eltern sie in der App ab. Dafür gibt es Münzen, die in der App für Spiele verwendet werden können. Die sind liebevoll gemacht und abwechslungsreich, aber nicht so, dass sie zur Obsession werden würden. Das Prinzip kennt unsere Tochter bereits von einer ihrer Schul-Apps (Anton). Und auch dort ist es zum Glück so, dass das Sammeln der Münzen für sie viel wichtiger ist als deren Verwendung in den Spielen.

Die Challenges ignorieren

Die App für die Uhr heisst Garmin Jr. (iPhone und Android), wobei es für die Inbetriebnahme einen Garmin-Connect-Account eines Elternteils braucht, der bei mir als Fenix-Nutzer bereits vorhanden war. Es gibt die Möglichkeit, innerhalb der Familie Challenges abzuhalten: Die App zeigt an, wer mehr Schritte absolviert hat. Man kann sich mit anderen Clans messen und via «Toe to toe-Challenge» sogar mit anderen Garmin-Jr.-Geräten: Dann wird ein zwei Minuten langer Wettbewerb abgehalten, wobei ich nicht sagen kann, worin der besteht. In unserem Umfeld hat sich bislang kein anderes Kind als Kontrahent hervorgetan.

Über diesen kompetitiven Ansatz kann man geteilter Meinung sein: Ich mache lieber Sport für mich, ohne mich mit anderen zu vergleichen. Aber andere mögen das anders sehen. Wir fahren derzeit hervorragend damit, die Challenges zu ignorieren.

Kein Ladekabel – aber Knopfbatteriewechsel

Ein letzter Punkt: Die Uhr hat eine Knopfzelle und muss daher nicht aufgeladen werden. Das erspart es uns Eltern, dafür zu sorgen, dass das auch rechtzeitig geschieht – und wir müssen kein weiteres Ladegerät in die Ferien mitnehmen. Dafür ist die Batterie nach ungefähr einem Jahr zu wechseln. Das sollte man selbst mit einem Torx-Schraubenzieher erledigen können. Ausprobiert habe ich das nicht, aber sollten Probleme auftreten, werde ich die in einem Jahr hier nachtragen.

Ein Digitalbildschirm mit einer Katzenillustration und darunter die Zahl 9168, begleitet von einem Symbol für Schritte. Der Bildschirm ist von einer blauen Umrandung eingefasst.
Das Angebot mit Watchfaces dürfte noch üppiger sein. Die Variante mit der Katze ist aber recht süss.

Fazit nach einigen Wochen: Für uns eine gute Wahl. Eine vernetzte Uhr, aber nicht übertrieben smart – und vor allem ohne Überwachung. Hoffentlich ein guter Einstieg in diese Welt der Selbstvermessung, in der wir nun einmal leben.

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