Vor einem Jahr wollte der ich mir einen Handy-Ständer anschaffen und bin ich kläglich gescheitert. Der Hersteller, ein US-Startup namens Moft, hat mich damals bitter enttäuscht, doch ich habe ihm eine zweite Chance gegeben. Und siehe da: Der Snap Phone Tripod Stand erfüllt meine zwei Haupt-Bedürfnisse ausgezeichnet. Bevor ich auf die eingehe, kurz die wesentlichen Eigenschaften:
- Stativ:
Die Halterung hat zwei Beine und ist damit kein Tri-, sondern ein Duopod. Die beiden Beine werden durch Querverbindung stabilisiert. Ausgeklappt ist die Halterung etwa 17 Zentimeter hoch. - Befestigung:
Kompatible Smartphones werden über Magsafe, d.h. Apples magnetischen Andockungs-Mechanismus fixiert. Die meisten Telefone von Apple ab iPhone 12 sind entsprechend ausgestattet. Mittels Hüllen lassen sich auch ältere iPhones und Android-Geräte nachrüsten. - Lage:
Das Telefon kann im Hoch- oder Querformat angedockt werden. Über das Scharnier zwischen den beiden Beinen und dem oberen Rückenteil lässt sich der Winkel vertikal verstellen. - Transport:
Der Ständer lässt sich flach zusammenfalten. Er ist dann nur leicht grösser als eine Kreditkarte, aber leider zu dick, um ins Portemonnaie zu passen. Aber er lässt sich magnetisch am Telefon andocken.
Nebenbei: Trotz dieser Eigenschaften hat mein faltbares, maximal flaches Smartphone-Stativ noch immer nicht ausgedient: Weil es ins Portemonnaie passt.
Zu den weiteren Details wie dem Preis komme ich am Schluss. Doch hier geht es erst einmal und die Gründe, weswegen ich mir die Halterung gekauft habe:

1) Ein Extra-Bildschirm auf dem Schreibtisch
Erstens, weil ich mit ihr das iPhone vernünftig auf dem Schreibtisch platzieren kann. Meine herkömmliche Methode bestand darin, es griffbereit irgendwo hinzulegen. Doch beim iPhone 14 Pro und seinen Nachfolgern gibt es dieses Always-on-Display. Das wird nicht mehr dunkel, sondern zeigt die Uhrzeit, Benachrichtigungen und via Sperrbildschirm-Widgets z.B. auch den nächsten Termin an.
Allein dieser Aspekt ist praktisch, da ich dazu neige, zu spät zu Sitzungen zu kommen. Gleichzeitig schätze ich es enorm, wenn mein Hauptbildschirm – also der Arbeitsbereich meines Desktop-Computers – frei von Ablenkungen bleibt. Deswegen will ich dort keine Benachrichtigungen haben, auch wenn sie dort anzeigen liessen: Beim Mac verwenden wir die iPhone-Synchronisierung (Details hier). Via Smartphone-Link-App trudeln sie bei Windows ein.
Mit der Halterung stelle ich das iPhone in meinem Blickfeld auf, wenn ich diese Informationen benötige. Und wenn nicht, liegt es weiterhin flach oder mit Display nach unten auf dem Tisch und lässt mich in Ruhe.
2) Die Kamera richtig positionieren
Ich benutze das iPhone gelegentlich für Videokonferenzen. Entweder wähle ich mich direkt am Smartphone bei Zoom oder Google Meet ein. Oder ich nutze das Telefon als Webcam für den Computer. In beiden Fällen muss das Gerät so ausgerichtet sein, dass es eine vernünftige Perspektive zeigt. Das ist mit der Halterung mit gewissen Einschränkungen möglich:
- Auf dem Ständer können wir es freier positionieren, als das bei der eingebauten Laptop-Kamera der Fall ist. Wir platzieren sie mit etwas mehr Distanz, falls uns die typische, meist nah am Gesicht befindliche Webcam eine zu aufdringliche Ansicht liefert.
- Für Augenhöhe ist der Ständer zu wenig lang. Eine leichte Froschperspektive ist unvermeidlich. Wenn wir die Kamera mit etwas weiter weg aufstellen, ergibt sich dennoch ein ansehnliches Videobild. Auf alle Fälle ist es besser, als wir es uns von unseren Arbeitskolleginnen und Kollegen gewohnt sind.
Wie erwähnt, kann das iPhone im Hoch- oder Querformat angedockt werden. Damit produzieren wir Videoaufnahmen oder Streams sowohl mit Tiktok- als auch mit Youtube-kompatibler Cadrage. Kombiniert mit einer Teleprompter-App sind wir als Vlogger oder Twitcher startklar!
Beim Tippen wackelt es doch ein bisschen
Fazit: Ein vielseitiges und nützliches Hilfsmittel, das in der Hosentasche Platz hat und sich dank der magnetischen Befestigung mit ein paar Handgriffen in Betrieb nehmen lässt.
Das an der Halterung fixierte Smartphone lässt sich auch bedienen, wobei es beim Tippen spürbar wackelt. Wer häufig mit seinem angedockten Telefon interagieren möchte, sollte sich ein echtes Dreibein, möglichst aus Metall besorgen. Noch offen ist die Frage, wie stabil dieser Ständer ist. Es macht einen guten, aber nicht extrem robusten Eindruck. Ewig halten wird es nicht, aber ein paar Jährchen sollten wir damit schon über die Runden kommen.

Was den Preis angeht: Direkt beim Hersteller ist der Snap Phone Tripod Stand für günstige 33 Franken erhältlich. Ich habe ihn dennoch bei Digitec gekauft, wo er mit 49.90 Franken zwar deutlich teurer ist, es dafür ohne Versandkosten und Verzollung in die Schweiz schaffte. Bei Amazon sind wir je nach Prime-Status für um die 32 oder 41 Euro mit dabei.
Für den Versand in die Schweiz verrechnet Moft zehn Franken. Welche Zusatzkosten an der Grenze noch anfallen würden, lässt sich bekanntlich schwer abschätzen. Ein Grund, das Gadget in den USA zu kaufen, ist die Farbauswahl: Bei Digitec gibt es schwarz, Moft hat noch elf weitere Varianten im Angebot, u.a. Wonder Yellow, Drift Blue, Seafoam, Peppermint und das knallige Ready Red.
Abschliessender Tipp: Es gibt bei Moft die Variante Snap Phone Tripod Wallet, die als Aufbewahrungsort für Kreditkarten dient und für 41 Franken erhältlich ist. Bei Amazon 40 bzw. 50 Euro.