Das Dock hat ein Vierteljahrhundert auf dem Buckel (Jason Jiang, Unsplash-Lizenz).

Sieben heisse Tipps fürs Dock vom Mac

Zur Feier, dass Apple auch mit dem kom­men­den Up­date für Mac OS das Dock nicht ver­hunzt, hier einige teils gut ver­steck­te An­pas­sungs­ und Op­ti­mie­rungs­mög­lich­keiten.

Das Dock beim Mac ist beeindruckend resistent gegenüber Neuerungen. In Mac OS 26 alias Tahoe hat Apple (soweit ich das bisher überblicken kann), die Chance einer Modernisierung ein weiteres Mal verpasst – der Fokus liegt wohl auf der Liquid-Glass-Optik, der ich bisher nicht viel abgewinnen kann.

Man kann die stoische Resistenz auch positiv sehen: Die Icon-Leiste des Mac-Desktops, die es seit dem Jahr 2000 gibt, verweigert sich seit einem Vierteljahrhundert jeglichen Sperenzchen und Modeströmungen. Eiskalt hat sie das absonderliche Launchpad überlebt, das mit Tahoe endgültig verschwinden wird.

Das ist eine Würdigung wert, selbst wenn ich dieses Dock nicht für der Weisheit letzten Schluss halte. Also, lasst uns das Dock mit sieben Tipps feiern, mit denen auch Nerds voll auf ihre Rechnung kommen!

Eine Warnung vorneweg ist aber wichtig: Einige der folgenden Tricks erfordern potenziell riskante Eingriffe am System. Wer vorsichtig an die Sache herangehen möchte, kann in einigen Fällen das Hilfsprogramm Tinkertool verwenden¹ und/oder die Konfiguration vorab sichern² oder über eine App wie PlistEditPro bearbeiten.

Hier nun die Tipps; angefangen mit einem völlig ungefährlichen:

1) Eine Übersicht aller Programme

Dieser Tipp ist so offensichtlich, dass ich mich etwas schäme, nicht selbst auf die Idee gekommen zu sein. Gefunden habe ich ihn auf Threads. Er vermittelt uns einen schnellen Zugang zu den Programmen, die nicht im Dock abgelegt sind. Für diesen Zweck ziehen wir den Programmordner (unter Macintosh-HD oder aber im Benutzerverzeichnis unter Programme) an den rechten Rand in den Bereich für die Ordner. Und voilà, schon steht uns eine vollständige Übersicht der installierten Anwendungen.

Per Ctrl-Klick haben wir diverse Optionen für diese Darstellung zur Verfügung, u.a. Sortierung, Anzeige als Ordner oder Stapel bzw. als Fächer, Gitter, Liste oder mit automatischer Anordnung.

Simpel, aber sehr effektiv: Der Programmordner im Dock mit allen Anwendungen.

2) Die ausgeblendeten Apps im Dock gedimmt anzeigen

Es gibt in Mac OS die Möglichkeit, laufende Programme auszublenden. Mit dem Tastenbefehl Command h verschwindet das Programm im Vordergrund. Die Tastenkombination Command Option h führt dazu, dass das Programm im Vordergrund sichtbar bleibt und alle anderen Anwendungen verschwinden.

Wenn eine Anwendung ausgeblendet ist, erscheint sie in gedimmter Form im Dock.

Der Nachteil an der Sache ist, dass im Dock standardmässig nicht ersichtlich ist, welche Anwendungen ausgeblendet sind und welche nicht. Das lässt sich jedoch ändern. Wir starten dazu das Terminal und geben den folgenden Befehl ein:

defaults write com.apple.dock showhidden -boolean yes; killall Dock

Nun werden die ausgeblendeten Programme halbtransparent dargestellt und sind sofort als versteckt erkennbar. (Wenn wir Anwendungen tatsächlich verstecken wollen, hilft dieser Trick leider nicht weiter.)

Um die Änderung rückgängig zu machen, verwenden wir diesen Befehl mit der Option -boolean no.

Statt mit dem Terminal lässt sich diese Änderung auch mit dem erwähnten Tinkertool vornehmen.

3) Gliederung der Icons mittels Abständen

Diesen Tipp habe ich vor zwölf Jahren ausführlich dargelegt. Hier die Kurzfassung: Wir geben analog zum vorherigen Tipp am Terminal folgenden Befehl ein:

defaults write com.apple.dock persistent-apps -array-add '\{tile-type="small-spacer-tile"; tile-data="";}'; killall Dock

Auch bei diesem Trick hilft das Tinkertool von Marcel Bresink weiter. Es fügt nebst dem schmalen Abstandhalter auch breite Zwischenräume ein und erlaubt es, die Leerstellen direkt beim Erstellen am gewünschten Ort zu platzieren.

4) Nur die aktiven Anwendungen anzeigen

Achtung, jetzt folgt ein wirklich rabiater Eingriff! Ich empfehle nur erfahrenen Anwenderinnen und Anwendern, ihn zu befolgen, und das eingangs erwähnte Backup unbedingt anzulegen!

Also: Wer Programme immer über Spotlight öffnet, der kann das Dock als Anzeige für die laufenden Programme verwenden. Dazu verwenden wir folgenden Befehl am Terminal:

defaults write com.apple.dock static-only -bool true; killall Dock

Eine radikale Änderung: Mit dieser Option erscheinen nur die aktiven Apps im Dock.

Der Urzustand wird hier reaktiviert, indem der entsprechende Konfigurationseintrag aus der Konfigurationsdatei entfernt wird:

defaults delete com.apple.dock static-only

5) Die Zahl der zuletzt verwendeten Apps anpassen

Standardmässig zeigt Mac OS im Bereich der zuletzt verwendeten Programme drei Einträge an. Das lässt sich über die Option show-recent-count ändern. Mit dem folgenden Befehl erscheinen sieben Einträge:

defaults write com.apple.dock show-recent-count -int 7;

Falls keine zuletzt verwendeten Programme ersichtlich sind, lässt sich das in den Systemeinstellungen unter Schreibtisch & Dock ändern, indem wir die Option Vorgeschlagene und letzte Apps im Dock anzeigen einschalten. Aber da wir schon dabei sind, mittels Terminal Hand an unsere Konfiguration zu legen, lässt sich diese Änderung natürlich auch via Terminal mit folgendem Befehl vornehmen:

defaults write com.apple.dock "show-recents" -bool true; killall Dock

Analog lässt sich dieser Bereich über den folgenden Befehl auch ausblenden:

defaults write com.apple.dock "show-recents" -bool false; killall Dock

6) Den Effekt beim Minimieren und Wiederherstellen von Apps

Das Tinkertool erspart es uns in einigen Fällen, mit der Kommandozeile operieren zu müssen.

Normalerweise werden Apps, die über den orangen Knopf minimiert werden, in einer trichterförmigen Animation «eingesaugt» und umgekehrt wiederhergestellt. Mac OS hält eine alternative Animationen bereit, nämlich den Skalierungseffekt. Er findet sich in den Systemeinstellungen bei Schreibtisch & Dock.

Es gibt noch eine Animationsmethode, die dort nicht angeboten wird, nämlich Einsaugen. Er steht im Tinkertool zur Auswahl oder wird wie folgt über das Terminal aktiviert:

defaults write com.apple.dock "mineffect" -string "suck" && killall Dock

7) Noch mehr Dock-Tricks

Wenn das nicht reicht, sei auf die Website macos-defaults.com verwiesen, die im Bereich zum Dock alle bekannten Konfigurations-Optionen zu finden sind, u. a. auch tilesize für die Grösse der Elemente in Pixeln, autohide-delay für die Verzögerung beim Öffnen des Docks und autohide-time-modifierfür die Geschwindigkeit, mit der das Dock ausgeblendet wird.

Last but not least hält macos-defaults.com noch viele weitere solche Konfigurations-Tricks parat, namentlich für die Screenshot-Funktion, Safari, den Finder, Desktop, die Menüleiste, Maus, das Trackpad, die Tastatur, Mission Control, Text Edit und die Time Machine.

Fussnoten

1) Das ist ein kostenloses System-Hilfsprogramm, das seit 15 Jahren hilft, versteckte Einstellungen zu ändern, ohne dass man selbst Hand an die «Innereien» des Betriebssystems legen müsste. Es hält nicht nur Optionen fürs Dock parat, sondern auch für den Finder, das (bald verschwindende) Launchpad, den Schreibtisch, Programmordner, die Schriftarten, Bildschirmglättung, das Erscheinungsbild und Safari.

2) Wenn Optionen geändert werden, die dort nicht zur Verfügung stehen, empfiehlt es sich, die Dock-Konfiguration vorab zu sichern. Dazu begeben wir uns zum Library-Ordner, indem wir die Option-Taste gedrückt halten und im Finder auf Gehe zu > Library klicken (mehr dazu hier). Dann öffnen wir das Verzeichnis Preferences und legen eine Kopie der Datei com.apple.dock.plist an. Bei Problemen einfach die Kopie zurück an den Ursprungsort verfrachten. Weitere Infos dazu gibt es im Mac-Security-Blog.

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