Die schönste App für Sternengucker

Diese App gehört auf jedes iPhone: Sky Guide zeigt eine schöne, konfi­gurier­bare Sternen­karte an, sucht nach Himmel­sob­jekten, gibt Hinter­grund­infor­ma­tionen und erlaubt es, Beobach­tungs- und Foto­grafie-Aktionen zu planen.

Ich schaue gerne in den Himmel: mit blankem Auge, mithilfe eines Teleskops und mittels Smartphone. Letzteres hält Apps bereit, die einem erklären, was es am nächtlichen Himmel zu sehen gibt – und wo man welchen Himmelskörper findet. Das ist nützlich für zielgerichtete Beobachtungen, aber genauso für den spontanen Blick ans Firmament.

Eine meiner bevorzugten Apps zu diesem Zweck ist Skyview (Weisst du, was da für ein Sternlein steht?). Sie verwendet die Augmented-Reality-Funktionen des Telefons (AR), um die Sternbilder und die Namen der Himmelsobjekte ins Live-Bild des Telefons einzublenden.

Wie viel die Augmented Reality für diesen Zweck bringt, darüber darf man geteilter Meinung sein: Wenn ein markantes Objekt wie ein Baum oder Haus sowohl auf dem Display als auch in der Umgebung erkennbar ist, dann gibt das eine Orientierungshilfe. Aber in jedem Fall muss man trainieren, wie man den Nachthimmel liest.

Schön und vielseitig

Deswegen finde ich die Ansicht ohne AR praktischer. Sie zeigt eine Sternenkarte auf neutralem Hintergrund, richtet die aber passend aus. Darum ist meine eigentliche Lieblings-App Starmap. Doch die ist leider aus dem Store verschwunden. Auf meinem iPhone läuft sie zwar noch. Trotzdem habe ich mich nach einer Alternative umgesehen.

Sky Guide erklärt, was am Himmel zu sehen ist.
Die Ansicht «Heute Nacht» erklärt, welches Himmelsobjekt wann zu sehen ist.

Diese Alternative heisst Sky Guide, hat deswegen aber nichts mit der gleichnamigen Organisation zur Überwachung des Schweizer Flugraums zu tun. Es gibt die App kostenlos fürs iPhone und iPad; und sie überlässt einem die Wahl, wie man den Himmel beobachten möchte. Standardmässig zeigt sie die Himmelsobjekte von einem schön gerenderten Hintergrund an, der sich der Tageszeit anpasst. Sie hat aber auch einen AR-Knopf, über den man die Sternenkarte ins Live-Kamerabild einblendet.

Standardmässig dreht die Ansicht nicht mit, wenn man das iPhone bewegt. Damit die Karte immer den Ausschnitt zeigt, den man in seiner Blickrichtung zu sehen bekommt, betätigt man den Kompass-Knopf in der rechten oberen Ecke. Dann erscheint ein Menü, das nebst besagtem AR-Knopf auch eine Teilen-Möglichkeit bereithält.

Tippt man in der Sternenkarte ein Objekt an, erscheint ein ausführlicher Lexikoneintrag.

Die Bewegung der Sterne verstehen

Über die Uhr in der linken oberen Ecke beschleunigt man den Zeitablauf, um die Bewegungen der Sterne zu sehen. Über das Zahnrad-Symbol links unten darf man Zeit, Datum und Standort für seine Beobachtungen auswählen. Ausserdem gibt man hier an, welche Informationen die App in der Karte einblendet.

Nebst dem Beobachtungsbereich hat die App drei weitere Bereiche:

  • Unter Vorgestellt gibt es astronomische Informationen und Hintergrundinformationen, u.a. mit Hinweisen, welche Beobachtungen man gerade anstellen könnte.
  • Bei Kalender findet jene Angaben, mit denen man seine Beobachtungen plant: Man erfährt, wann in der kommenden Nacht der Mond und die Planeten auf- bzw. untergehen. Man erfährt das Datum des nächsten Leer- oder Vollmonds, Ereignisse wie Perseidenschauer und Hinweise zu den Planeten.
  • Bei Suchen schlägt man Objekte nach und lässt sich anzeigen, wo die gerade am Himmel stehen. Es gibt die Rubrik Highlights heute Nacht, Sterne, Sternbilder und verschiedene Sternkataloge (Bayer, Hipparcos, Tycho und viele weitere), die Planeten des Sonnensystems, Satelliten, die ISS und die Objekte des Deep Sky wie Galaxien, Kugelsternhaufen, offene Sternhaufen, planetarische Nebel und einiges mehr.

Kostenlos oder mit Abo

Die Suchfunktion, die diverse Sternenkataloge bereitstellt und es auch erlaubt, Favoriten anzulegen.

Fazit: Eine schöne, umfangreiche App, die zur Standardausstattung jedes Smartphones gehören sollte – selbst wenn man die Nacht meist zum Schlafen nutzt. Die ist kostenlos, hat aber einen Pro-Modus, der drei Franken im Monat oder zwanzig Franken im Jahr kostet. Ein Abo möchte ich für eine solche App nicht abschliessen, aber es gibt auch die Möglichkeit, die Option Alle Sternbilder als Einmalkauf für zwei Franken freizuschalten. Das habe ich natürlich sofort getan – allein deswegen, weil mir die App auch deutlich mehr wert wäre, wenn man sie kaufen könnte, statt sie abonnieren zu müssen.

Ein Haar in der Suppe habe ich gefunden. Die App zieht stark am Akku und heizt das Telefon auch ziemlich auf. Letzteres ist in einer kalten Nacht vielleicht sogar erwünscht. Aber damit das iPhone auch eine längere Beobachtungssession durchhält, sollte man ein Akkupack dabeihaben.

Beitragsbild: Man kann natürlich auch einfach den Anblick geniessen (Jackson Hendry, Unsplash-Lizenz).

Autor: Matthias

Computerjournalist, Familienvater, Radiomensch und Podcaster, Nerd, Blogger und Skeptiker. Überzeugungstäter, was das Bloggen angeht – und Verfechter eines freien, offenen Internets, in dem nicht alle interessanten Inhalte in den Datensilos von ein paar grossen Internetkonzernen verschwinden. Wenn euch das Blog hier gefällt, dürft ihr mir gerne ein Bier oder einen Tee spendieren: paypal.me/schuessler

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