Sieben Tipps für Garmin-Uhren

Garmin-Uhren haben eine Unmenge an Funk­tionen und Kon­fi­gu­rations­mög­lich­kei­ten für den Alltag, das Sport­tra­cking und für Nerds: Wie man Anzeige und Nutzung opti­miert und an seine Vor­lie­ben anpasst.

Am Anfang gleich eine Einschränkung: Die Tipps hier dürften nicht universell sein. Ich habe sie mit der hier ausführlich getesteten Fenix 7s ausprobiert. Aber natürlich haben nicht alle Sportuhren von Garmin den gleichen Funktionsumfang, weswegen die Tipps nicht universell funktionieren. Leider sprengt es meine Möglichkeiten, hier die unterstützten Modelle anzugeben.

1) Die Konfiguration anpassen

Das Ziffernblatt lässt sich nur an der Uhr selbst und nicht über die App anpassen.

Die Einstellungen lassen sich an der Uhr über das Menü vornehmen, wenn man etwas länger auf den mittigen Knopf links drückt und nach unten zu den entsprechenden Menüpunkten blättert. Schneller zum Ziel kommt man allerdings über die App, Garmin Connect (für Android und iPhone/iPad). Ich würde empfehlen, die App zu verwenden.

Allerdings sind über die App nicht alle Funktionen zugänglich: Zum Beispiel bei der Auswahl des Ziffernblatts (a.k.a. Watchface oder Displaydesign) heisst es, die Einstellung sei nur auf der Uhr verfügbar. Sinnvoll wäre es natürlich, wenn einem die App gleich sagen würde, wo man sie findet, damit man nicht sinnlos herumdrückt. Aber das ist bedauerlicherweise nicht der Fall, sodass man seinem Impuls, auch mal eine halbe Stunde lang an der Uhr herumzudrücken, trotz der App nachgehen darf.

2) Menüs optimieren

Via App wählt man die Module und deren Reihenfolge aus.

Die Konfiguration passt man in der App wie folgt an: Man wechselt zur Rubrik Mehr, tippt dort den Punkt Garmin-Geräte an, wählt seine Uhr aus und wendet sich hier dem Bereich zu, den man anpassen möchte.

Unter Darstellung > Übersichten fügt man standardmässig nicht vorhandene Menüpunkte wie Trainingszustand, Letztes Lauftraining, Höhenmesser, Kompass oder Barometer hinzu.

An dieser Stelle legt man auch die Reihenfolge der Module fest, wie sie beim Drücken auf den Down-Kopf links unten erscheinen. Es lohnt sich, die häufig genutzten an den Anfang zu sortieren, weil man dann weniger blättern muss. Das Sortieren geht am Smartphone viel einfacher als an der Uhr, da man einen Menüpunkt bequem per Finger an die gewünschte Stelle zieht.

Ein Extra-Tipp: Ein paar wichtige Punkte kann man sich auch ganz ans Ende der Liste ziehen. Wenn man auf den Up-Knopf drückt (mittig links), landet man am Ende der Liste und rollt sie von unten her auf – was das Blättern ebenfalls verkürzt.

Das Funktionsmenü der Uhr mit dem Punkt Garmin Pay fürs Bezahlen.

Unter Darstellung > Steuerungen passt man analog das Menü an, das beim längeren Drücken auf den Light-Knopf links oben erscheint. Es gibt auch hier Funktionen, die standardmässig nicht im Menü vorhanden sind, u.a. Alternative Zeitzonen, Wecker, Stoppuhr, Kompass, Timer und den Flugzeugmodus. Auch hier darf man die Module in eine genehme Reihenfolge sortieren.

3) Anzeige während einer Aktivität

Eine weitere Kategorie mit beträchtlichem Optimierungspotenzial steckt in den Einstellungen zur Uhr bei Aktivitäten und Apps. Hier legt man für jede Aktivität fest, welche Informationen angezeigt werden, was für Alarme man allenfalls erhält, die Kartendarstellung und den Energiesparmodus, der dafür dabei helfen soll, dass der Akku nicht mitten während eines Sporttrackings ausgeht.

Es gibt hier ein so umfangreiches Angebot an Optionen, dass erstens die Apple Watch im Vergleich uralt aussieht und ich zweitens keine Empfehlungen machen kann, was sinnvoll ist und was nicht. Das hängt von der Sportart, den Ambitionen und den persönlichen Vorlieben ab.

Zwei Tipps, erstens zu der Rubrik Alarme. Hier lassen sich beim Rennen Alarme für die Herzfrequenz (Über- oder Unterschreiten eines vorgegebenen Werts), für die Lauf– oder Gehzeit, für den Pace, die Zeit, Distanz, Schrittfrequenz, Kalorien und Höhe vergeben. Beim Fahrradfahren: Herzfrequenz, Geschwindigkeit, Zeit, Distanz, Leistung, Schrittfrequenz, Kalorien und Höhe.

Zweitens die Rubrik Trainingsseiten: Hier gibt man an, welche Informationen die Uhr während des Trackings anzeigt: Man kann Seiten hinzufügen, löschen und anpassen. Das Angebot an Daten ist erschlagend; ich habe mir eine Seite für den Kompass und eine für die Musikfunktionen hinzugefügt.

4) Auto-Pause

In den Einstellungen zur Uhr bei Aktivitäten und Apps gibt es für manche Aktivitäten wie das Laufen die Option Auto-Pause. Sie sorgt dafür, dass das Tracking gestoppt wird, wenn man vor einer Bahnschranke oder an einem Rotlicht warten muss.

Ich empfehle, diese Option unbedingt einzuschalten. Denn man möchte nicht, dass solche unfreiwilligen Wartezeiten die Statistik verfälschen. Man kann das Tracking auch manuell stoppen, doch dann besteht die Gefahr, dass man vergisst, es wieder einzuschalten. Das ist mir mit der Fenix 5s ein paarmal passiert und hat mich jedes Mal auf die Palme getrieben.

Es gibt zwei Optionen für die Autopause: Bei Benutzerdefiniert stellt man ein, welcher Pace mindestens gelaufen werden muss, damit die Uhr trackt. Im Modus Wenn angehalten schaltet die Uhr auf Pause, wenn man steht.

5) Garmin Pay

Die Uhr ist parat, um mit Garmin Pay die Rechnung zu begleichen.

Die neueren Uhren können auch zum Zahlen verwendet werden. Ich habe das ausprobiert und es hat problemlos funktioniert.

Die Kreditkarte wird in der Garmin-App in den Einstellungen zur Uhr bei Garmin Pay hinterlegt. Während dieses Vorgangs war bei meiner Mastercard eine Bestätigung über einen SMS-Code notwendig.

Etwas irritierend war die Sache mit dem Kenncode: Das ist ein vierstelliger Code, der die Zahlungsfunktion schützt, sodass niemand mit einer geklauten oder gefundenen Uhr auf Einkaufstour gehen kann. Die Uhr (oder die App?) hat mich nach dem Code gefragt, als ich noch gar keinen festgelegt hatte. Ich habe daraufhin den Code eingegeben, den ich verwenden wollte und konnte den dann erfolgreich hinterlegen.

Um mit der Uhr zu bezahlen, drückt man lange auf den Light-Knopf, um ins Menü mit den Uhrenfunktionen zu gelangen. Dort wählt man den Punkt Brieftasche aus. Nun wird man nach dem besagten Kenncode gefragt, den man über ein Drehrad einträgt. Das geht deutlich langsamer vonstatten als das Freischalten einer Apple Watch. Darum der Tipp: Wenn man an der Kasse nicht negativ auffallen will, ruft man vorab die Brieftasche auf und gibt den Code ein – er wird dann beim effektiven Zahlvorgang nicht noch einmal abgefragt.

6) Hotkeys festlegen

In den Einstellungen bei System gibt es die Rubrik Hotkeys. Sie erlaubt es Nutzerinnen und Nutzern, wichtige Funktionen auf Tasten zu legen.

Das gilt für die Tasten, die standardmässig keine Funktion auslösen, wenn man sie lange drückt – also Start (rechts oben), Back (rechts unten) und Down (links unten). Man kann auch Funktionen für gleichzeitig gedrückte Tasten festlegen (Start und Down, Start und Up, Back und Light, sowie Back und Up) – aber da hängt es vom Gedächtnis ab, ob man die sinnvoll verwenden kann. Denn wenn man sich die Tastenkombination nicht merken kann, bringt es nichts.

Als Funktionen für Hotkeys stehen diverse Möglichkeiten zur Wahl: Brieftasche, Displaydesign, Bitte nicht stören (DND), die Musikfunktionen, Navigation, Position speichern, Schlafmodus, Stoppuhr, Telefon, Timer, Wecker, um nur einige zu nennen.

Ich verwende Screenshot auf Start, Brieftaste auf Back und Musikfunktionen auf Down.

7) Screenshot speichern

Es ist einfacher, während einer Aktivität einen Screenshot anzufertigen als die Uhr zu fotografieren.

Wie im vorherigen Abschnitt erwähnt, lassen sich über einen Hotkey auch Screenshots anfertigen. Das ist praktisch für Leute wie mich, die über die Uhr bloggen, denn während des Rennens ein Foto der Uhr anzufertigen, ist schwierig und gefährlich. Ein Hotkey zu drücken hingegen keine Sache – allerdings muss man darauf achten, dass die Hotkeys während des Sporttrackings unter Umständen bereits mit einer Funktion belegt sind, die die selbst zugewiesene überlagern.

Bleibt die Frage, wie man die Screenshots von der Uhr bekommt. Leider werden sich nicht über die App synchronisiert. Man muss die Uhr per Kabel an den Computer anschliessen und wird dann in folgendem Ordner fündig:

\Dieser PC\fenix 7S\Primary\GARMIN\SCRNSHOT

Beitragsbild: Das Bergsteig-Tracking habe ich bis jetzt nicht vertieft angeschaut (Omid Armin, Unsplash-Lizenz).

Autor: Matthias

Computerjournalist, Familienvater, Radiomensch und Podcaster, Nerd, Blogger und Skeptiker. Überzeugungstäter, was das Bloggen angeht – und Verfechter eines freien, offenen Internets, in dem nicht alle interessanten Inhalte in den Datensilos von ein paar grossen Internetkonzernen verschwinden. Wenn euch das Blog hier gefällt, dürft ihr mir gerne ein Bier oder einen Tee spendieren: paypal.me/schuessler

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