No sponsored content in this blog. (Goddam it!)

Warum es sinnlos ist, mir Mails mit der Anfrage zu schicken, ob man hier im Blog bezahlte Inhalte unterbringen kann. Nein, kann man nicht.

Eine Nebenwirkung meines Umstiegs auf WordPress besteht in einem vergrösserten Mailaufkommen. Ich bekomme inzwischen täglich Mails von Leuten, die fragen, was es wohl kosten würde, hier im Blog einen Beitrag unterzubringen – natürlich ohne, dass irgendwo steht, dass es sich um einen gesponsorten Beitrag handelt.

Ich mache mir noch nicht einmal die Mühe, diesen Leuten zurückzuschreiben, sondern markiere ihre Mails unzeremoniell als Spam. An dieser Stelle nehme ich ausserdem die Gelegenheit wahr, ihnen mitzuteilen, dass ich sie für Arschkrampen halte, die meine Zeit  verschwenden: Wer sich die Mühe macht, einen Blick auf meine Impressums-Seite zu werfen, sieht dort, dass ich meine Haltung klar zum Ausdruck bringe: Ich blogge selbst und nehme keine fremden Inhalte entgegen, auch nicht gegen Bezahlung.

Also, für alle auch noch in Englisch: I don’t care for sponsorings

Mein Fehler ist womöglich, dass der Hinweis dort bislang nur in Deutsch stand und ich oft in Englisch angeschrieben werde. Jetzt habe ich die Passage auch in Englisch ergänzt und bin gespannt, ob es etwas nützt:

Every now and then I am asked to publish content, be it for free or for payment. Please note: I blog here myself and don’t accept any third-party content.

As far as test devices and software are concerned, I handle this question as the journalist who I am: I accept such samples, but make no promises as to whether and in what form any reporting will take place. I take it upon myself not to review a loan if it is irrelevant from my point of view, or to issue a negative verdict if it is unsuitable in my judgment. Test equipment will be returned after the agreed upon loan period.

Meine Prognose lautet, dass es rein gar nichts nützt. Solche Anfragen werden nach dem Spam-Prinzip verbreitet, was bedeutet, dass sich die Leute, die solche Mails verschicken, nicht die Mühe machen, vorab abzuklären, ob ein Blogbetreiber eine Haltung zu gesponsorten Inhalten hat.

Die Schattenseite des Word­presslertums

Kathleen ist eine von vielen, die irgendeinen Quark in meinem Blog breittreten wollen. Und wie alle schickt sie nicht nur ein Mail, sondern fasst immer noch zwei, dreimal nach.

Das zeigt auch der Umstand, dass die Anfragen massiv angestiegen sind, seit ich mit WordPress blogge. Ich nehme an, dass es darum einfacher geworden ist, irgendwie an die Kontaktdaten heranzukommen.

Ich weiss nun nicht, ob man diese Informationen bei WordPress gegen Geld bekommen kann oder ob es einfacher als bei anderen Content-Management-Systemen ist, mittels Bots die entsprechenden Informationen aus dem Web abzugrasen, aber letztlich kommt es aufs Gleiche heraus: Als Betreiber wird man mit unsinnigen Begehren belästigt.

Einen Beitrag dazu leisten auch – und das finde ich bedauerlich –, auch die grossen Medienhäuser, die das Content Sponsoring salonfähig gemacht haben. Ich verstehe zu einem gewissen Grad, dass sie aus einer Notsituation heraus mit solchen Einnahmequellen experimentiert, aber ich halte es für eine riesige Gefahr für die Glaubwürdigkeit. Besonders wenn der Vertrauensverlust beim Publikum schleichend vonstattengeht, merken das die Verlage womöglich erst, nachdem es schon zu spät ist.

Eine rote Linie wäre überschritten

Diese Gefahr sehe ich auch für mich als Blogger. Ich glaube zwar, dass die Toleranzschwelle des Publikums höher ist als bei den grossen Medien. Aber mir ist nicht wohl dabei. Ich hadere mitunter auch damit, dass es auf meinem Blog Werbung (Wenn Alain Berset euch Bitcoins andrehen will) und Affiliate-Links gibt (Warum ich mit dem Amazon-Partnerprogramm experimentiere), aber diese beiden Dinge kann ich mit meinem Gewissen vereinbaren. Die Bezahlinhalte würden für mich aber eine Grenze überschreiten: Mit solchen «Partnerschaften» hätte ich keinen Spass mehr am Bloggen.

Und wo wir bei Arschkrampen sind, die meine Zeit verschwenden: Was ist eigentlich dieser «Eric Jones» für eine Figur? Er schickt mir seit ungefähr zwei Jahren ungefähr wöchentlich eine Nachricht. Mir scheint, dass er sie jedes Mal von Hand in mein Feedback-Formular einfügt, weil das Captcha sie regelmässig durchlässt. Das funktioniert ansonsten ausgezeichnet, per Bot verbreiteten Spam auszufiltern.

Hey, Eric Jones, stop it!

«Eric Jones» will das Eisen schmieden, solange es heiss ist.

«Eric Jones» jedenfalls schreibt jedes Mal, dass er gerade eben zufällig über meine Website gestolpert sei, sie toll finde, aber Vorschläge bezüglich SEO habe.

Er ist somit einer dieser Schlangenölverkäufer, die es auf die Leute abgesehen haben, die sich nicht zu schade sind, sich mit dubiosen Tricks in den Resultatlisten der Suchmaschinen nach oben zu mogeln. Ausserdem hat der gute «Eric» eine Methode auf Lager, mit der ich mehr «Leads» generieren könne. Ein «Lead» ist ein Kontakt mit einem zukünftigen Kunden.

Und anscheinend hat der gute «Eric» seit zwei Jahren noch nicht kapiert, dass ich keine Kunden habe, an die ich mich mit meiner Website richte und dass er Eulen nach Athen trägt – was, unter uns gesagt, nicht dafür spricht, dass er besonders viel Urteilsvermögen besitzt.

Also hier, lieber «Eric Jones», meine Antwort auf deine unzähligen Mails, in der Hoffnung, dass du mich künftig in Frieden lässt:

Dear Eric Jones

Thank you for all the messages you’ve sent me over the years, using ever-changing gmail addresses so I can’t just block the sender.

I admire your patience in some ways, although that can’t hide the fact that your pushiness gets on my nerves. That’s why I’d like to ask you if you actually think your approach is likely to inspire my confidence in your services? Do you think I’ll buy your expertise knowing that you use a different Gmail address every time? And while we’re at it: Why does your website, to which you want to direct me, have a different address every time, but not even an impressum? Also a team page would not be wrong, where you could introduce yourself with a photo – so I can see that you are real and not just the invention of a spammer who is out to rip off naive wannabes on the web…

Best regards, Matthias

Beitrag: Bitte hört auf den Gartenzwerg (John Bussell, Unsplash-Lizenz).

Autor: Matthias

Computerjournalist, Familienvater, Radiomensch und Podcaster, Nerd, Blogger und Skeptiker. Überzeugungstäter, was das Bloggen angeht – und Verfechter eines freien, offenen Internets, in dem nicht alle interessanten Inhalte in den Datensilos von ein paar grossen Internetkonzernen verschwinden. Wenn euch das Blog hier gefällt, dürft ihr mir gerne ein Bier oder einen Tee spendieren: paypal.me/schuessler

Kommentar verfassen