Damit an den Fotos alles stimmt

Gepflegte Metadaten sind eine Zierde für jede Fotosammlung. Die Fotos-App von iPhone und iPad ist diesbezüglich mit den letzten Updates immer besser geworden – nun lassen sich gewisse Daten korrigieren und das auch für mehrere Fotos aufs Mal.

Eine der unscheinbaren Neuerungen aus den letzten Betriebssystem-Updates fürs iPhone und iPad finden sich in der Foto-App. Die Möglichkeit, eine Beschreibung für ein Foto einzugeben, gibt es dort seit iOS 14. In iOS 15 ist die Möglichkeit dazugekommen, das Aufnahmedatum und den -Ort zu korrigieren. Man kann auch Koordinaten ergänzen, wenn sie fehlen. Das ist der Fall, wenn man eine Kamera ohne Fotos GPS benutzt. Für derlei Operationen hat man früher Apps von Drittherstellern benötigt.

Falsche Einstellungen korrigieren, fehlende Daten nachtragen

Um Ort, Datum und Uhrzeit einzusehen und zu korrigieren, geht man wie folgt vor: Man öffnet man ein Bild in der Fotos-App durch Antippen in der Einzelansicht und schiebt es dann nach oben.

Die Fotos-App zeigt die Metadaten einer Aufnahme an und erlaubt gewissen Korrekturen.

Es erscheint eine Ansicht mit einem Feld, über das man eine Beschreibung erfassen kann. Darunter finden sich dem Aufnahmedatum, der Uhrzeit, dem Dateinamen und den Exif-Daten wie Blende, Belichtungszeit und -korrektur, Brennweite, ISO, Dateigrösse und Dateiformat.

Bei Kameras mit Wechselobjektiv ist sogar das verwendete Objektiv aufgeführt. Am Schluss findet sich ein Kartenausschnitt mit dem Aufnahmeort. Beim Datum und dem Ort gibt es einen Anpassen-Knopf, über den man Datum und Ort korrigiert.

Nicht anpassen lassen sich die Exif-Daten, was nicht weiter stört. Schade finde ich jedoch, dass sich auch der Dateiname nicht verändern lässt.

Jammern und wünschen

Bei Fotos, die ab einer Kamera ohne GPS importiert wurden, lässt sich der Aufnahmeort ergänzen.

Wenn man Fotos in ein Blog hochladen will und dort auf eine gewisse Systematik bei der Benennung der Medien wert legt, wäre es überaus praktisch, wenn man bereits an dieser Stelle für Ordnung sorgen könnte.

Aber zugegeben, das ist Jammern auf hohem Niveau. Genauso wie der Wunsch nach einem Feld für Stichwörter. Denn beim klassischen Verschlagworten in Lightroom, das ich seinerzeit mit Akribie betrieben habe, wollte ich nebst einer Bildbeschreibung jeweils auch einige Schlagworte eintragen. Die sind praktisch, um den Zweck eines Fotos zu spezifizieren, insbesondere Job oder Blog für entsprechende Bilder. Und wenn wir schon beim Wunschkonzert sind: Auch eine Bewertung und ein Code à la Lightroom-Farbmarkierung wäre toll.

Es bleiben zwei Fragen:

1) Wie steht es mit der Bulk-Bearbeitung?

Über das Teilen-Menü gibt es die Möglichkeit, Aufnahmedatum, -zeit und -ort für alle ausgewählten Bilder aufs Mal anzupassen.

Wenn man die Metadaten auf Vordermann bringt, tut man das selten nur für ein Bild aufs Mal. Meistens bearbeitet man eine ganze Serie. In professionellen Bildverwaltungsprogrammen wie Lightroom kann man daher Korrekturen oder Anpassungen der Metadaten auf eine grössere Zahl von Fotos anwenden.

Das funktioniert auch in der Fotos-App, zumindest bis zu einem gewissen Grad: Man wählt die Bilder aus, tippt dann aufs Teilen-Symbol und hat im Menü nun die beiden Befehle Datum/Uhrzeit anpassen und Ort anpassen zur Verfügung.

Zwei Dinge gibt es zu beachten:

  • Bei der Korrektur von Datum und Uhrzeit muss man darauf achten, welches Bild man als Erstes auswählt. Für das ändert man die Zeitangabe, woraufhin die Angabe bei allen anderen Bilder relativ dazu korrigiert wird – d.h. mit gleichem zeitlichen Versatz.
  • Bei der Anpassung des Ortes kann nach Orten und geografischen Bezeichnungen suchen, aber keine Verortung über eine Karte vornehmen. Wenn man eine präzise Positionierung vornehmen will, ist das womöglich zu wenig präzis. Dann arbeitet man nach wie vor besser mit einer App wie Metapho.

Eine Beschreibung kann man leider nicht für mehrere Bilder aufs Mal vergeben.

2) Werden diese Informationen im Bild selbst gespeichert?

Idealerweise werden die Foto-Metadaten direkt in der Bilddatei gespeichert: Dann bleiben sie erhalten, wenn man ein Bild in ein Bildverwaltungsprogramm wie Lightroom importiert. Wenn die Informationen nur in der Foto-App des iPhones bleiben, hat man sie dort zur Verfügung, nicht aber in Dritt-Apps.

Die am iPhone vergebene Bildbeschreibung taucht auch in Lightroom auf.

Eine Überprüfung mit Lightroom zeigt: Apple hat es richtig gemacht. Die Beschreibung erscheint in den IPTC-Bildinformationen bei Bildunterschrift.

Beitragsbild: Ein Bild sagt mehr als Tausend Worte, aber ein paar Meta-Informationen braucht es trotzdem (Brigitta Schneiter, Unsplash-Lizenz).

Autor: Matthias

Computerjournalist, Familienvater, Radiomensch und Podcaster, Nerd, Blogger und Skeptiker. Überzeugungstäter, was das Bloggen angeht – und Verfechter eines freien, offenen Internets, in dem nicht alle interessanten Inhalte in den Datensilos von ein paar grossen Internetkonzernen verschwinden. Wenn euch das Blog hier gefällt, dürft ihr mir gerne ein Bier oder einen Tee spendieren: paypal.me/schuessler

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