Gestreamtes Arthouse-Kino statt Netflix?

Nach Jahren mit Netflix setzt eine gewisse Müdig­keit ein. Ist es Zeit, das Abo zu kündigen und sich nach einer neuen Strea­ming­platt­form umzusehen? Ein Kandidat, der die Lücke füllen könnte, ist Mubi.com.

Meine Themenliste ist eher ein Stack als eine Queue. Wenn ich eine Idee für einen Blogpost oder einen Artikel habe, füge ich den am oberen Ende ein. Entweder wird er zeitnah realisiert. Oder er rutscht nach unten, wo er irgendwann im Bodensatz landet. Dort bleibt er dann, mutmasslich für alle Ewigkeit.

Heute kommt eine Themenidee zum Zug, die seit ungefähr fünf Jahren im Bodensatz steckt. Warum sie dort gelandet ist, kann ich nicht mehr rekonstruieren. Dass sie es wert ist, hier diskutiert zu werden, steht ausser Frage.

Vielleicht hatte ich in der Zeit so viele andere Knaller-Themen auf der Liste, dass es sich so ergeben hat. Oder womöglich lags auch daran, dass ich damals noch öfters «richtig» ins Kino gegangen bin und darum weniger Sinn in einem Streamingdienst für Arthouse-Filme gesehen habe.

Ich halte aber einen anderen Grund für ausschlaggebend: „Gestreamtes Arthouse-Kino statt Netflix?“ weiterlesen

Apples kleiner Lautsprecher kann sich hören lassen

Der Homepod Mini in einem ersten Augenschein: Der Klang ist eine positive Überraschung, die Bedienung gewohnt simpel. Doch Siri hat noch Nachholbedarf.

Seit dieser Woche gibt es den Homepod Mini offiziell auch in der Schweiz – und zwar, nachdem er in anderen Ländern bereits seit Oktober 2020 erhältlich ist. Die Schweiz ist kein Ödland mehr, was smarte, vernetzte Lautsprecher angeht. Denn im April hat Amazon mitgeteilt, dass die Alexa-Sprachdienste nun auch in der Schweiz und in Belgien verfügbar seien.

Ich habe von Apple zwei Homepod Mini für den Test bekommen und in einen ersten Augenschein genommen. Für einen ausführlichen Test reicht es noch nicht, weil gerade die interaktiven Funktionen natürlich ausprobiert werden müssen.

Insbesondere interessiert mich, wie gut meine gut fünfjährige Tochter mit dem Lautsprecher zurechtkommt: „Apples kleiner Lautsprecher kann sich hören lassen“ weiterlesen

Den Browser entlasten

Immer mehr Reiter, eine stets wachsende Sammlung an angehefteten Websites und immer weniger Überblick: da musste etwas passieren. Darum habe ich einige Aufgaben von Firefox an Windows-Apps ausgelagert.

Der Browser ist in den letzten Jahren immer mehr ins Zentrum meiner Arbeit gerückt. Der grösste Teil meiner Berufs besteht auf Recherche und Schreibarbeit; und beides verrichte ich in Firefox. Informationen sammle ich, wenn nicht in der direkten Kommunikation, dann im Web; die Textarbeit leiste ich in mehreren Content-Management-Systemen.

Das hatte zur Folge, dass es bei mir in Firefox immer mehr angeheftete Reiter gab. Irgendwann waren am linken Rand meiner Reiterleiste fast ein Dutzend Websites angepinnt. Bei meinem alten Computer – der acht, und nicht wie der neue PC 32 GB RAM hatte – war das allein aus Ressourcen-Gründen keine gute Idee.

Doch auch wenn der Computer die Reiterflut verkraftet, ist es fraglich, ob man sich selbst nicht zu viel zumutet: „Den Browser entlasten“ weiterlesen

Gut geeignet für Newshäppchen, nicht ganz perfekt fürs Nachrichten-Gelage

Niemand von uns sollte sich mit der erst­besten News-App zufrieden­geben. Darum gibt es hier einen weiteren Kandidaten zur Auswahl, wie man RSS am besten nutzt, nämlich die flinke iPhone-App Newsify.

Neulich habe ich den RSS-Reader Feedlab vorgestellt. Als Reaktion auf den Tipp hat mir Hugo Strassmann geschrieben, er verwende Newsify und sei damit zufrieden.

Klar, dass ich diese Antwort als Auftrag verstanden habe, mir Newsify anzusehen und hier zu besprechen. Denn RSS-Reader gehören zu jener Sorte Apps, bei denen man sich nicht mit dem erstbesten Treffer im Store zufriedengeben sollte: „Gut geeignet für Newshäppchen, nicht ganz perfekt fürs Nachrichten-Gelage“ weiterlesen

Tinder für Vampire

MeChat liefert das Prickeln eines verbindlichen Flirts, aber ohne die Gefahr abzublitzen: Die Rollenspiel-App könnte originell sein, wenn sie nicht krampfhaft versuchen würde, einem das Geld aus der Tasche zu ziehen.

Habe ich alle guten Apps durch? Ist alles besprochen, was besprochen gehört? Diese Befürchtung hat sich mir neulich aufgedrängt, als ich im Beitrag Software-Abos sind nur noch ein Ärgernis eine Rezension der grauenvollen BeSticky-App geschrieben habe.

Mit dem heutigen Blogpost könnte sich diese Angst noch verstärken. Denn die MeChat-App ist auf den ersten Blick sinnlos und nur darauf getrimmt, den Leuten via In-App-Käufe das Geld aus der Tasche zu ziehen.

Allerdings finde ich, dass auch die App-Store-Auswüchse es wert sind, beleuchtet zu werden. Zumal diese App in der Hitparade der Rollenspiele auf Platz sieben steht. Und auch wenn ich nicht alles verstehen muss, was es unter Göttin weiter Sonne so alles gibt, so hat sie meine Neugierde geweckt.

Also: „Tinder für Vampire“ weiterlesen

Spotify macht (womöglich) die Musik kaputt

Intros, Bridges und Gitarrensoli sind aus der zeit­genös­sischen Musik ver­schwunden, und schuld daran sind die Streamin­dienste. Man kann des­wegen in Kultur­pessi­mis­mus verfal­len – aber man muss nicht.

Keine Frage, welches bei Spotify die kürzestmögliche Dauer für ein Hörbuchkapitel ist.

Wenn man Hörbücher auf Spotify konsumiert (am besten mit einer dieser Apps), dann fällt einem auf, dass die Tracks nichts mit der Kapiteleinteilung der Geschichte zu tun haben. Die allermeisten Hörbücher sind willkürlich in Segmente von drei Minuten zerlegt.

Der Grund dafür ist ein rein monetärer: Wie bei der Musik erhält der Rechteinhaber Geld für jeden Track, der abgespielt worden ist. Das bedeutet für ein Hörbuch, dass es mehr Geld gibt, wenn die Kapitel kürzer sind. Doch beliebig verkürzen dürfen die Verlage die Stücke nicht; drei Minuten sind das Minimum.

Wieso sollte sich diese Logik, die Inhalte dem Abrechnungsmodus anzupassen, nur auf die Hörbücher beschränken? Die Vermutung liegt nahe, dass auch die Musik diesem Mechanismus unterworfen ist: „Spotify macht (womöglich) die Musik kaputt“ weiterlesen

Software-Abos sind nur noch ein Ärgernis

Die BeSticky-App ist dazu da, lustige digitale Sticker für Messenger und die sozialen Medien zu fabri­zieren. Diese Sticker sind nicht son­der­lich toll – was kleben bleibt, sind haupt­säch­lich die horren­den Abo­gebüh­ren.

Eine der fragwürdigsten Apps, die mir in letzter Zeit begegnet ist, heisst BeSticky. Wenn man sie sich würde besorgen wollen – wovon ich nachdrücklich abrate –, könnte man sie sich fürs iPhone und für Android besorgen.

Zwei Fragen drängen sich auf. Erstens: Warum ist die App schlecht? Und zweitens: Wieso sollte man sich mit einer schlechten App beschäftigen, wo es unter den Tausenden von Apps in den Stores viele brauchbare gibt. Da die BeSticky-App nicht nur schlecht, sondern unglaublich missraten ist, sind die Chancen intakt, dass man sich nach dem Zufallsprinzip einen Download tätigen und vermutlich ein besseres Softwareprodukt erwischen würde als dasjenige, um das es hier gehen soll.

Also, warum die App kein grosser Wurf ist, lässt sich am einfachsten mit ein paar Screenshots demonstrieren: „Software-Abos sind nur noch ein Ärgernis“ weiterlesen

Der wiedergeborene VLC-Player überzeugt noch nicht

Im Microsoft Store gibt es eine Variante des tradi­tions­rei­chen freien Medien­players, der alte Zöpfe abschneidet, über­ladene Menüs beseitigt und einen un­komp­li­zier­ten Zugang zu Videos und Musik eröffnet. Das ist der richtige Ansatz, aber an der Aus­füh­rung hapert es.

VLC sei auf allen Plattformen unverzichtbar, habe ich seinerzeit behauptet. Zu dieser Aussage stehe ich und ich untermauere sie mit dem Link zu meinen Tipps zu diesem Wiedergabeprogramm für Audio und Video, die untermauern, wie vielfältig und teils verblüffend dieses Programm ist, das es seit mehr als zwanzig Jahren gibt und als grosser Erfolg für die Bewegung der freien und offenen Software gelten darf.

Dies gesagt, lässt sich nicht bestreiten, dass das Programm inzwischen antiquiert wirkt, besonders, wenn man eine App wie Iina danebenstellt. Das ist ein Media-Player für den Mac, der zeitgemässe Funktionen mit einem modernen Erscheinungsbild und einer aufgeräumten Oberfläche verbindet.

Ein paar wenige Knöpfe zeichnen sie aus, die zu den wichtigen Befehle führen. Im Gegensatz dazu hat VLC eine ellenlange Menüleiste mit acht Hauptmenüs und Dutzenden Menüpunkt: „Der wiedergeborene VLC-Player überzeugt noch nicht“ weiterlesen

Ein unbefriedigender Besuch im Rotlichtmilieu des Web

Wer im Internet alles gesehen haben will, muss auch einen Blick auf Onlyfans.com werfen. Unter dieser Prämisse ist dieser Blogpost hier entstanden.

Onlyfans ist ein Liebling der Boulevardmedien und ein guter Schlagzeilenlieferant: Katie Price kündigt an: Sie will auf OnlyFans blank ziehen!, Studentin bietet heisse Inhalte auf OnlyFans an: Dann bemerkt sie voller Scham, wer ihr zuschaut oder Mama macht sexy Fotos für Onlyfans und neben ihr ertrinkt ihr eigenes Kind – solcher Stoff, halt. Da ich derlei Medien meide wie der Teufel das Weihwasser, wars kein Wunder, dass ich dieser Plattform bislang nicht begegnet bin.

Doch im letzten Jahr ist die Plattform auch in den Medien aufgetaucht, die ich lese: „Ein unbefriedigender Besuch im Rotlichtmilieu des Web“ weiterlesen

Über Sinn und Unsinn der Twitter-Labels

Beim Mikrobloggingdienst lassen sich neuerdings Bots kenntlich machen. Es gibt auch Labels für Regierungs-Accounts und staats­nahe Medien. Bringt diese Kenn­zeich­nung etwa oder ist sie bloss eine Alibi­übung?

Transparenz bei meinem twitternden Alter-Ego.

Twitter stellt seit etwa einem Monat die Möglichkeit bereit, Accounts zu kennzeichnen, die automatisch bespielt werden – und die man gemeinhin als Bots bezeichnet.

Ich habe sogleich die Gelegenheit ergriffen, mein Alter-Ego @MSchuessler mit diesem Label auszuzeichnen. Das verwittert in Eigenregie meine Artikel. Ich habe es vor zehn Jahren eingerichtet, weil ich unbedingt mit dem damals höchst faszinierenden Web-Automatisierungsdienst Ifttt herumexperimentieren wollte. Inzwischen ist Ifttt leider in Ungnade gefallen: „Über Sinn und Unsinn der Twitter-Labels“ weiterlesen