Die alte Software-Masche feiert fröhliche Urständ

Braucht es Com­pu­ter­zeit­schrif­ten noch? Haben sich die Down­load­por­tale über­lebt? Diese Fragen drängen sich auf, nachdem ich wieder einmal, schlechte Er­fah­rungen mit Chip.de ge­macht habe.

Vor vier Jahren habe ich einen fetten Daumen nach unten für Chip.de verteilt. Der Anlass für den Tadel war eine unerfreuliche Erfahrung, die ich mit dem Softwarearchiv dieses deutschen Computermagazins gemacht hatte. Ich hatte damals ein Programm heruntergeladen und hinterher in meinem Windows-System einen Hintergrundprozess namens Chip 1 Click Installer vorgefunden.

Das habe ich seinerzeit kritisiert: Es kann nicht angehen, dass «Chip» Software von Drittherstellern mit eigenen Komponenten anreichert – weder der eigene Installer ist akzeptabel, noch die mitinstallierten, gebündelten Programme. Wer wie «Chip» ein Downloadportal betreibt, steht in der Pflicht, die Software von Drittherstellern unverändert weiterzugeben. Alles andere ist verdächtig, weil wir Nutzer aus Gründen der Sicherheit und Zuverlässigkeit nur die Originalsoftware verwenden wollen.

Für uns Nutzer eines solchen Downloadportals gibt es keinen legitimen Grund für solche Zusatzprogramme. Die nützen ausschliesslich dem Betreiber: „Die alte Software-Masche feiert fröhliche Urständ“ weiterlesen

Die Romantik-Story mit dem multimedialen Extra

In der Lese-App Galatea gibt es multi­me­dial an­ge­reicher­te Ge­schich­ten und bei Hooked bekommt man Chat-Fiction serviert: Storys, die nur per SMS und Chat-Nach­rich­ten er­zählt werden. Ist das inno­vativ oder Digital-Schnick­schnack?

Ursprünglich hatte ich die Absicht, an dieser Stelle die Galatea-App zu besprechen. Es gibt die fürs iPhone/iPad und Android, und sie hält zuhanden der Hörerinnenschaft Bücher und Hörbücher vorwiegend gefühlvoller und wohl paranornaler Prägung bereit.

Es wird schnell klar, dass hier Fantasien mit klarer Ausprägung bedient werden. Es geht um Romantik, wobei man sagen darf, dass die Romantik oft Hand in Hand mit dem Vollzug derselben in bildhafter und auf spezifische Bedürfnisse zugeschnittener Form geht.

Falls nicht klar ist, was ich meine, hilft womöglich ein Hinweis auf Genres und Subgenres, die in Galatea zu finden sind. Das sind Krimi, Thriller und Spannung, Romanze, Science Fiction und Fantasy, sowie Jugendroman wobei die weiter nach z.B. Feuerwehrleute, LGBTQ+, Medizinisch, Polyamorie, Sport oder Unschuldig aufgeschlüsselt werden.

Wenn man in Geschlechterklischees würde denken wollen, dann vermutet man, dass hier hauptsächlich ein weibliches Publikum angesprochen werden soll. Wobei: „Die Romantik-Story mit dem multimedialen Extra“ weiterlesen

Mein Fotokamera und mein Smartphone haben sich auseinandergelebt

Ein Smartphone-Wechsel kann unerwartete Nebenwirkungen haben. Meiner hatte zur Folge, dass eine jahrelang erprobte Methode zur drahtlosen Übertragung von Bildern ab Spiegelreflex nicht mehr funktioniert. Drei Lösungsansätze für dieses Problem.

Meiner schon etwas in die Jahre gekommenen Spiegelreflexkamera, der D7000 von Nikon, fehlt ein Hardwaremerkmal, das man heute als absolute Selbstverständlichkeit betrachten darf: WLAN. Der normale Weg, um die Aufnahmen von der Kamera zu bekommen, ist eine Übertragung per Kabel oder Kartenleser.

Das ergibt zwei Probleme: Erstens hat man diese Ausrüstungsgegenstände nicht immer dabei. Und zweitens bekommt man die Fotos auf diesem Weg nicht direkt aufs Smartphone. Dafür bräuchte man wiederum einen passenden Kartenleser; die naheliegendste Wahl ist der Lightning-SD-Kartenleser von Apple – und natürlich hat man so einen Kartenleser nie im Gepäck, wenn man ihn dringend benötigt. Oder man findet ihn in der grossen Adapter-Schublade nicht

Deswegen nutze ich seit fünf Jahren eine Mobi-Speicherkarte von Eye-fi:  „Mein Fotokamera und mein Smartphone haben sich auseinandergelebt“ weiterlesen

Ada steht voll auf freie Software

«Ada & Zangemann» von Matthias Kirschner und Sandra Brandstätter ist ein Kinderbuch, das sich für freie Software und für einen selbstbestimmten Umgang mit vernetzten Geräten einsetzt.

Matthias Kirschner ist Präsident der FSFE, der Free Software Foundation Europe. Das ist die Schwester der FSF, einer US-amerikanischen Organisation, die sich der Förderung der freien Software verschrieben hat. Gegründet wurde sie 1985 von Richard Stallman, der wohl schillerndsten Figur aus dieser Szene. Mit Matthias Kirschner habe ich 2015, anlässlich des 30. Geburtstags der Bewegung, ein Interview mit ihm geführt.

Neuerdings ist Matthias Kirschner auch Autor eines Kinderbuchs. Es heisst Ada & Zangemann, wurde von Sandra Brandstätter illustriert und ist bei O’Reilly erschienen und für 16,90 Euro auch bei Amazon erhältlich.

Die Geschichte dreht sich um ein Mädchen mit dem schönen Namen Ada, der natürlich eine Verbeugung vor Ada Lovelace, die als erste Programmierin der Welt gelten darf und die auch in einem anderen empfehlenswerten Kinderbuch vorkommt: „Ada steht voll auf freie Software“ weiterlesen

Das sträflich vernachlässigte Zeitungsarchiv von Google

Bei Google News gibt es einen grossen Bestand mit digitalisierten alten Zeitungen. Wenn man sich mit Neugierde und Forschungsdrang auf den stürzt, erlebt man leider eine Enttäuschung: Das Archiv ist hundslausig erschlossen.

Google News ist seit 2002 am Start: Unter news.google.com werden die Schlagzeilen vieler Newssites aggregiert. Wer keine bevorzugte Nachrichtenquelle hat, kann sich dort durch die Nachrichtenlage klicken.

Wie es Googles Art ist, bekommen nicht alle das gleiche Angebot, sondern eine personalisierte Variante davon. Ich bin kein Fan Google News, sondern halte das für eine erstaunlich schlechte Google-App. Und ich halte an der Meinung fest, dass man sich seine News nicht von Google (oder sonst wem) auswählen lassen sollte, sondern sie selbst kuratieren muss. Der Tipp dazu ist RSS und eine vielversprechende Möglichkeit, den zu nutzen, ist die Feedbro-Erweiterung für Firefox.

Trotzdem ergibt sich hier die Gelegenheit, auf Google News zurückzukommen. Mir ist neulich per Zufall aufgefallen, dass es dort nicht nur neue, sondern auch alte News gibt. Unter news.google.com/newspapers findet sich ein Archiv von eingescannten Zeitungen, das an Google Books erinnert – das wiederum ein Google-Dienst, den ich sehr gern nutze.

Diese Seite sieht aus wie Yahoo 1996.

Soweit ich sagen kann, sind Zeitungen aus Nordamerika archiviert. Auf mich, der ich kein Experte für die US-amerikanische Zeitungslandschaft bin, macht die Auswahl einen willkürlichen bis chaotischen Eindruck: „Das sträflich vernachlässigte Zeitungsarchiv von Google“ weiterlesen

Wie man Bücher per Cloud auf den Tolino bekommt

Eigene Bücher bringt man nicht nur per USB-Kabel auf den Tolino-E-Book-Reader, wie ich neulich be­haup­tet habe. Es klappt ein­facher und schnel­ler auch via Cloud.

Ich muss auf meinen Beitrag Ein Ding fehlt dem E-Book noch zur Perfektion von letzter Woche zurückkommen: Dort ging es um den neuen Tolino Vision 6 und meine Behauptung, man müsse Bücher, die man nicht im eingebauten Store des E-Book-Readers gekauft habe, via USB-Kabel aufs Gerät verfrachten – was ein umständliches Verfahren ist.

Nun, diese Behauptung stimmt nicht. Es geht deutlich einfacher und bequemer. Aber man muss erst draufkommen.

Leider habe ich das nicht von selbst kapiert. Aber ich habe Nachhilfe vom Tolino-Twitter-Account bekommen: „Wie man Bücher per Cloud auf den Tolino bekommt“ weiterlesen

Was tun, wenn am iPhone ständig die Lautstärke-Anzeige aufpoppt?

iPhone und iPad neigen dazu, willkürlich die Lautstärkeanzeige einzublenden, auch wenn niemand den Lauter- oder Leiser-Knopf gedrückt hat. Tipps, was man dagegen tun kann – und was hilft, wenn sich die Lautstärke von allein verändert.

Neulich wurde ich gefragt, ob ich folgendes iPhone-Phänomen kennen würde: Es geht um die Lautstärke-Anzeige, die nur dann eingeblendet werden sollte, wenn man auf den Lauter- oder Leiser-Knopf drückt. Doch sie erscheint manchmal auch einfach so, aus heiterem Himmel.

Meine Antwort war ja: Ich kenne dieses Problem. Mir ist nicht bewusst, wie lang es schon auftritt, aber gefühlt seit einer Ewigkeit. Ich habe es bislang ignoriert, denn meines Erachtens stört es nicht weiter – vor allem seit iOS 13 die neue Anzeige eingeführt hat, die am linken Rand neben den Lautstärke-Knöpfen erscheint und nicht wie vorher als klotziges Icon in der Mitte des Bildschirms.

Drückt etwa ein Hacker die Volume-Knöpfe?

Während ich mich davon nicht verunsichern lasse, wollte der Fragesteller wissen, ob das ein ernsthaftes Problem darstellen würde: „Was tun, wenn am iPhone ständig die Lautstärke-Anzeige aufpoppt?“ weiterlesen

Wie man die miserable WordPress-Suche verbessert

Eine der Schwachstellen des global beliebtesten Content-Management-Systems ist die unterentwickelte Suchfunktion. Anhand meiner neuen Artikeldatenbank führe ich vor, wie sich dieses Manko beheben lässt.

WordPress ist nicht nur ein Content Management System, sondern auch ein Tummelplatz für Nerd-mässig veranlagte Spielkinder. Und es ist eine Software, die man auf vielfältige Weise zweckentfremden kann.

Eine solche Zweckentfremdung beschreibe ich im Beitrag Trick 77 für historische Datensammlungen: Es geht darin um mein Projekt, meine seit 1981 in Microsoft Access geführte Artikeldatenbank ins Netz zu verfrachten. Das Resultat der Bemühungen ist unter  archiv.matthiasschuessler.ch zu finden.

Diese Lösung erfüllt ihren Zweck gut: „Wie man die miserable WordPress-Suche verbessert“ weiterlesen

Ein Ding fehlt dem E-Book noch zur Perfektion

Der Tolino Vision 6 im Test: Zum perfekten digitalen Leseglück fehlt ein kleines, aber entscheidendes Detail: Die Reader brauchen einen App-Store, damit die Leserin und der Leser digitale Bücher so einfach verwenden können wie gedruckte.

Ich habe einen Tolino Vision 6 zum Testen erhalten. Das ist ein schmucker, leichter E-Book-Reader, den ich gerne empfehle – und im Beitrag Zeit, vom gedruckten Buch Abschied zu nehmen in gewisser Weise auch schon empfohlen habe. Der Tolino Vision 6 ist nämlich fast identisch mit dem damals getesteten Kobo Libra 2: Äusserlich sind sie nicht zu unterscheiden (ausser am Logo).

Die Punkte, die mir an beiden Geräten gefallen, kurz zusammengefasst: Der Reader ist leicht und hat (anders als frühere Modelle) nun ein ansehnliches Design. Es war eine vernünftige Entscheidung der Produktgestalter, anstelle der Verlängerung am unteren Rand eine vertikale Griffleiste einzuführen. Diese ist normalerweise am rechten Rand, was Rechtshändern entgegenkommt. Man kann die Anzeige drehen und quer oder mit der Leiste links lesen. „Ein Ding fehlt dem E-Book noch zur Perfektion“ weiterlesen

Die App, auf die man zählen kann

Mit der Hand­zähler-App erfasst man Schnee­män­ner, rosa­rote Autos, wei­dende Ein­hörner am Küchen­fenster oder andere exo­tische Exem­plare aus der Tier­welt. Sie ist auch ein Vor­bild an Nutzer­freund­lich­keit.

Es gibt eine App für alles – auch für die banalen Dinge des Lebens. Und eine solche App stelle ich heute vor.

Aber wieso auch nicht? Die meisten von uns beschäftigen sich nicht ausschliesslich mit den letzten grossen Fragen der Menschheit, mit ethischen Dilemmata oder wortwörtlicher Raketentechnik. Die meisten von uns müssen auch mal einkaufen, den Küchenboden wischen und dem Kinde zum 25. Mal erklären, warum Pippi Langstrumpf, Annika und Tommy so viel Kaffee trinken, obwohl sie noch Kinder sind.

Also, zur App, die dieser einen banalen Aufgabe dient: „Die App, auf die man zählen kann“ weiterlesen