Ein völlig analoges Gadget, das mir die Augen öffnet

Ein Gadget, das es in Vernetzt gäbe – das mir aber auch ohne den digitalen Anschluss jede Menge Spass bereitet.

Ich hatte unlängst das Vergnügen, meinen Geburtstag zu feiern. Etwas weniger vergnüglich war es, während dieses Vorgangs mitanzusehen, wie die Zahl, die mein Alter angibt, in eine unflätige Höhe geschossen ist. Und ja, ich weiss: Man wird jedes Jahr zum Glück nur ein Jahr älter. Aber trotzdem hat unser dezimales Zahlensystem die Eigenschaft, alle zehn Jahre einen scheinbaren Sprung zu vollziehen. Dieser Sprung ist es, der die Kraft hat, uns Betroffene in seelische Verzweiflung zu stürzen.

Aber gut, zum Glück bin ich mental heil aus dieser Sache herausgekommen. Das hat auch mit dem einen Geschenk zu tun, das ich erhalten habe. Das ist geradezu prädestiniert, die Dinge in Relation zu rücken – und uns Menschen zu verstehen zu geben, dass wir auf der Skala des Grossen und Ganzen keine Bedeutung haben und uns demzufolge nicht zu wichtig nehmen sollten.

Also, falls es an dieser Stelle noch nicht klargeworden ist. Ich habe etwas geschenkt bekommen, mit dem ich schon lange geliebäugelt habe: „Ein völlig analoges Gadget, das mir die Augen öffnet“ weiterlesen

Alibiübungen und Fehleinschätzungen von Google

Wie gut kennt Google uns Nutzer – und wie gut ist demzufolge die personalisierte Werbung? Ich bin dieser Frage nachgegangen. Und habe erkannt, dass der Suchmaschinenkonzern längst nicht so viel weiss, wie er wissen könnte.

Auf verschlungenen Klickwegen bin ich neulich bei Google auf der Seite adssettings.google.com gelandet. Das ist die Seite des Suchmaschinenbetreibers, auf der man die Einstellungen vorfindet, anhand derer Google einem Werbung vorsetzt. Und diese Seite hat es in sich!

Zuoberst gibt es den Schalter Personalisierte Werbung ist aktiviert, den man auch in die Aus-Position schieben kann. Man erhält dann nur noch Werbung, die  von «allgemeinen Faktoren» basiert. Beispiele für solche allgemeinen Faktoren sind «das Thema, mit dem Sie sich gerade beschäftigen, der Tageszeit oder Ihr allgemeiner Standort».

Google geht mit keinem Wort darauf ein, welche Auswirkungen die das Abschalten der Personalisierung auf das Interesse des Konzerns an persönlichen Nutzerdaten hat. Ich denke, das hat einen guten Grund – denn es dürfte überhaupt keine Auswirkungen haben. Meine Vermutung wäre, dass Google alle greifbaren Informationen weiterhin sammelt und bereithält und sie lediglich beim Ausspielen der Werbung nicht mehr berücksichtigt.

Um es noch etwas härter zu sagen: „Alibiübungen und Fehleinschätzungen von Google“ weiterlesen

Foto-Schabernack und Zahlungsbeschleuniger

Ich habe neulich meine Lieblings-Apps vorgestellt – und jetzt sind die Leserinnen dran. Ich gebe fünf Tipps weiter, die mich aus dem Publikum erreicht haben.

Ende des letzten Jahres habe ich die grosse, app-mässige Abrechnung mit 2020 abgehalten und auch nach euren Favoriten gefragt. Das Video mit den Apps hat bei den Tamedia-Sites einige Kommentare ausgelöst, die ich mir näher angesehen habe. Zumindest jene Tipps, die konkret genug waren, dass ich die dazugehörenden Apps identifizieren konnte:

Just a Line  von Google (Android und iPhone). Mit dieser App verschönert man die Realität mit seinen Zeichenkünsten. Das funktioniert mithilfe von Augmented Reality: Man platziert seine Striche im Livebild der Kamera. Wenn man sich bewegt, verändert sich die Perspektive der Zeichnung und man kann seine Striche nicht nur flach, sondern im dreidimensionalen Raum fortführen.

Das hat seinen Reiz. Doch wenn wir ganz ehrlich sind, ist das – wie oft bei AR – nicht zu wirklich viel nütze. Es gäbe indes eine sinnvolle Ergänzungsmöglichkeit: „Foto-Schabernack und Zahlungsbeschleuniger“ weiterlesen

Die Konfigurationsmöglichkeiten in Youtube sind lückenhaft und verwirrlich

Gelegentlich fühle ich mich von Youtube nicht ernst genommen. Zum Beispiel dann, wenn ich die Standard-Videoqualität ein- und Untertitel ein für alle Mal ausschalten möchte.

Youtube ist diese Videoplattform, die früher eine Offenbarung war, sicht in letzter Zeit aber immer mehr zum Ärgernis entwickelte (siehe Wie Youtube von Verschwörungstheoretikern ausgetrickst wird, So läuft man auf Youtube ins Messer, Ein Stinkefinger für Youtube und Youtube Music ist leider ein gewaltiger Rückschritt).

Doch weil man als vernünftiger Erdenbürger auf gewisse Video nicht verzichten möchte (zum Beispiel Last Week Tonight, The Late Show with Stephen Colbert, bigclivedotcom oder Kevin), kommt man um Youtube halt nicht herum.

So klicke auch ich gelegentlich ein Video an. Und sobald der Clip anläuft, ist meine erste Reaktion aller Regel Ärger. Einerseits natürlich wegen der Werbung, die man aber loswerden könnte, wenn man, anders als ich, für Youtube Premium bezahlen würde.

Warum merkt sich Youtube die Wiedergabeeinstellungen nicht?

Doch der Hauptgrund für meinen Ärger ist anderswo zu  suchen: „Die Konfigurationsmöglichkeiten in Youtube sind lückenhaft und verwirrlich“ weiterlesen

Das iPhone gegen Android (mal wieder)

Ich stelle die beiden Smartphone-Plattformen einander gegenüber. Doch erstaunlicherweise (oder nicht) gibt es heute Punkte für beide Seiten.

Okay, ich werde gleich nicht altklug, sondern nur alt klingen, wenn ich hier schreibe, dass ich schon Listicles gemacht habe, noch bevor diese als die grossartigste journalistische Neuerung seit Erfindung des Leitartikels gefeiert wurden.

Denn der klassische «Tipps und Tricks»-Artikel ist im Kern meistens eine Aufzählung von sinnvollen Massnahmen zur Lösung eines bestimmten Problems. Damit ist er ein Listicle. Auch wenn es uns nicht im Traum eingefallen wäre, dafür einen so extravaganten Begriff zu verwenden. Übrigens, das muss man Buzzfeed – oder wer immer diese Wortkreation erschaffen hat – lassen: Es ist eine Meisterleistung, wie hier alter Wein in einen modernen Schlauch abgefüllt wurde, sodass wir Listlicle-Fabrikanten uns nun alle als Meister-Storyteller fühlen dürfen.

Ein viel beachteter Trend!

Aber natürlich sehe ich das positiv: Das Ding, was ich seit meinen Anfängen im Computerjournalismus gerne und mit Leidenschaft mache, ist plötzlich ein viel beachteter Trend, mit dem man den jungen Lesern gefällt. Kann einem etwas Besseres passieren?

Trotz allem versuche ich, in meinem Listicles nicht Beliebigkeiten wild durcheinanderzuwürfeln, wie manche das tun. Zum Beispiel dieses Video mit Tipps zum iPhone und iPad: „Das iPhone gegen Android (mal wieder)“ weiterlesen

Trick 17 gegen schlecht programmierte Passwortdialoge

Eine überaus simple Lösung für ein ziemlich lästiges Problem: Sie erspart es einem, ellenlange Passwörter mehrfach tippen zu müssen.

Es gibt eine Sache, die mich wirklich nervt. Und sind Apps, bei denen man ein Benutzerkonto anlegen muss, aber in den Eingabefeldern für den Benutzernamen, die Mailadresse und/oder das Passwort den Einfügen-Befehl nicht verwenden kann.

Ich hatte diesen Fall neulich wieder einmal, als ich die App KS Fit (für Android und iPhone) in Betrieb nehmen wollte. Die App gehört zu einem Laufband, das wir uns Shutdown-bedingt angeschafft haben, und das ich demnächst separat besprechen werde. Da werde ich dann auch die Frage aufwerfen, warum es für so eine App überhaupt ein Nutzerkonto braucht.

Aber hier geht es um das besagte Problem, das das Einrichten von Accounts massiv erschwert. Denn meine Vorgehensweise ist die Folgende: „Trick 17 gegen schlecht programmierte Passwortdialoge“ weiterlesen

Zensur zum Schutz der Meinungsfreiheit – und anderer Facebook-Unsinn

Manche Leute drehen frei, weil ein Ex-US-Präsident und ein Zürcher Kantonsrat auf Twitter blockiert worden sind. Resultat: Absurde Diskussionen auf Facebook – aber auch spannende Überlegungen, wie die Meinungsfreiheit zu schützen wäre.

Neulich hatte ich eine Diskussion auf Facebook, die sich im weitesten Sinn um die Frage nach der Zensur in den sozialen Medien gedreht hat.

Diese Diskussion hat sich – wie häufig auf Facebook, im Kreis gedreht. Godwin’s law hat sich einmal mehr bewahrheitet. Diese Regel besagt, dass bei Diskussionen im Internet früher oder später ein Nazi-Vergleich erfolgt. In diesem Fall kam dieser Vergleich schon ganz am Anfang: Meine kleiner, spöttischer Beitrag hier, der sich mit dem Twitter-Output von Weltwoche-Chef und Nationalrat Roger Köppel beschäftigt, wurde mit folgenden Worten kommentiert:

Beginn eines Denunziantentums? Schöne neue Welt wie in der dunkelsten Zeit Deutschlands.

Nun, mit diesem Zitat dürfte auch schon deutlich werden, warum sich die anschliessende Diskussion nichts Vernünftiges hervorgebracht hat: „Zensur zum Schutz der Meinungsfreiheit – und anderer Facebook-Unsinn“ weiterlesen

Einfach Kochen ist gar nicht so simpel

Ein doppelter Verriss ist angesagt: Ich habe zwei Kochbücher bekommen, die angeblich besonders einfache Rezepte enthalten sollen. Doch dieses Versprechen ist völlig haltlos.

Heute begehe ich gleich ein zweifaches Sakrileg: Erstens blogge ich über ein Thema, das in diesem Blog wirklich nichts verloren hat. Und zweitens beklage ich mich öffentlich über ein Weihnachtsgeschenk, was auch nicht gerade die feine Art ist. Aber zu meiner Entlastung darf ich sagen, dass es der Schenker auch nicht gerade feinfühlig mit mir umgesprungen ist.

Die Person – deren Identität hier geheim bleiben soll – hat mir nämlich zwei Kochbücher geschenkt. Das ist per se nichts Ehrenrühriges. Doch die Titel der Bücher könnte man als subtilen Hinweis oder sogar als Beleidigung verstehen.

Das erste Buch heisst nämlich Simplissime – Das einfachste Kochbuch der Welt. Es stammt von einem Mann namens Jean-François Mallet, der hier eine echte Marktlücke entdeckt hat. Es gibt dieses «einfachste Kochbuch der Welt» nämlich nicht nur einmal, wie man aufgrund des Superlativs im Titels annehmen sollte: „Einfach Kochen ist gar nicht so simpel“ weiterlesen

Meine Cloud ist abgestürzt

Nachdem meine private Datenwolke schon wieder einen Aussetzer hatte, bin ich reumütig zu Microsoft zurückgekrochen. Aber endgültig zu Ende sind meine Unabhängig­keits­bestre­bungen nicht.

Ich habe eine traurige Nachricht zu überbringen. Leider ist meine geliebte Nextcloud-Installation dahingeschieden. Wiederbelebungsversuche waren unmittelbar nicht erfolgreich. Ich habe mich daher entschieden, das Unterfangen meiner privaten Cloud vorerst zu beenden.

Und ja, das kommt einer Kapitulation gleich, nachdem ich im Beitrag Nextcloud auf dem Raspi: Die Erfahrungen nach zwei Monaten ein durchgängig positives Fazit gezogen habe. Aber wenn man über Erfolgsgeschichten bloggt, ist es dann nicht auch angebracht, über persönliches Scheitern zu berichten?

An dieser Stelle muss ich erst eine grundsätzliche Feststellung machen: Nextcloud ist nach wie vor ein tolles Projekt, das ich gern empfehle. Die Quelle allen Übels war in meinem Fall ein zu kurzer Geduldsfaden, Ansätze von Inkompetenz, sowie eine ärgerliche Panne.

Doch natürlich muss ich das etwas detaillierter ausführen: „Meine Cloud ist abgestürzt“ weiterlesen

J.K. Rowlings liebenswürdiges Moormonster

Hier bespreche ich das perfekte Buch, um sich mit warmen Pantoffeln vors Cheminée zu setzen. Oder auf der Couch mit einem heissen Punsch zu geniessen.

In einer Pandemie sollte man wenigstens etwas Gutes zu lesen haben. In normalen Zeiten natürlich auch – aber jetzt ist es fürs Seelenheil besonders wichtig. Und ein solches Buch ist ohne Zweifel The Ickabog von Erzählmagierin J. K. Rowling (Amazon Affiliate). Es gibt auch eine deutsche Übersetzung mit dem Titel Der Ickabog. Ich würde aber unbedingt die englische Hörbuchvariante empfehlen, weil die von Stephen Fry gelesen wird.

Ja, auch sowas gilt als Nerdliteratur.

«The Ickabog» ist ein Märchen für Kinder ungefähr ab sieben Jahre. Aber bei dieser Autorin kommt man in aller Regel als Erwachsener auf seine Rechnung.

Und das gilt ganz besonders auch für dieses Buch, das eine doppelbödige politische Note hat und sich um eine Verschwörung dreht, die die ich sehr genossen habe. Und überhaupt: Das ist eine kluge, warmherzige Geschichte, die auch eine Moral hat, wie es sich gehört. Die Moral ist, dass Gutes Gutes und Böses Böses gebiert.

Und ja, das klingt nicht nach einer sonderlich tiefen Einsicht. Doch es gibt ein Aber: „J.K. Rowlings liebenswürdiges Moormonster“ weiterlesen