Ich ess Blumen, denn das Klima tut mir leid

Ich habe mich entschieden, zum Vegetarismus zu konvertieren. Und wie es sich gehört, werden solche Entscheidungen heutzutage in den sozialen Medien verbreitet und online bekräftigt.

Der letzte IPCC-Bericht hat mich ausreichend beeindruckt, dass ich ein altes, halbherzig angegangenes Vorhaben umsetzen will: Meine Konvertierung zum Vegetarier. Ich habe bisher versucht, unter der Woche kein Fleisch zu essen. Aber das Klima spinnt offensichtlich auch samstags und sonntags.

Und ja, eigentlich wäre es geboten, Veganer zu werden. Aber das schaffe ich allein wegen meiner Vorliebe für diverse nicht-vegane Süssspeisen nicht. Darum ein realistisches Ziel!

Ihr könnt mich unterstützen, indem ihr mich an mein Vorhaben erinnert, wenn ihr mich am Foodtruck herzhaft in einen Burger beissen seht. Aber seit nachsichtig: „Ich ess Blumen, denn das Klima tut mir leid“ weiterlesen

«Cell» ist das perfekte Buch für alle Mobiltelefon-Hasser

Stephen King hat ein techno­phobes Buch über unsere moder­nen Kommuni­kations­gewohn­heiten geschrieben. Das würde mich nicht stören – aber leider ist die Story nicht sonderlich gut.

Was für ein fulminanter Anfang! Clayton Riddell sitzt, nichts Böses ahnend, in einem Kaffee, während plötzlich das Pandämonium ausbricht: Um ihn herum fallen Leute tot um, beissen sich die Ohren ab, schlagen sich die Köpfe ein und verhalten sich so, als wären sie allesamt verrückt geworden.

Mit der Abschaltung von GSM hat sich das mit den Pulsen auch erledigt.

Und das sind sie. Zumindest jener Teil der Bevölkerung, der sein Mobiltelefon mit dabei hatte. Offenbar hat ein über das Netz verbreitetes Signal die kognitiven Funktionen der Teilnehmer ausgelöscht und eine Art animalisches Verhalten ausgelöst. Später sollte dieses Signal «Puls» genannt werden. Doch erst einmal sieht Clayton, der eigentlich Grund zum Feiern hätte, weil er  sein Comic «Dark Wanderer» einem Verlag verkaufen konnte, wie sich die Zivilisation von einem Moment auf den nächsten in Luft auflöst.

In seinem Buch Cell (Amazon Affiliate), in Deutsch Puls (Amazon Affiliate) kommt Stephen King untypisch schnell auf den Punkt: „«Cell» ist das perfekte Buch für alle Mobiltelefon-Hasser“ weiterlesen

Das überhaupt beste Feature von Powerpoint

Microsofts Präsen­tations­pro­gramm ist dann praktisch, wenn es nicht ums Präsentieren geht: Man kann mit ihm auch Screen­casts aufnehmen. Oder Diashows oder Anleitungen produ­zieren.

Ich gehöre zu den Leuten, die Microsofts Präsentationsprogramm nicht wohlgesonnen sind. Das merkt man auch hier im Blog: Im Beitrag Powerpoint? Braucht das noch einer oder kann das weg? habe ich voller Inbrunst Alternativen vorgestellt und im Beitrag Lizzie, sag mal, was mich an Powerpoint nervt noch einmal nachgedoppelt.

Es ist wohl dieser Abneigung zuzuschreiben, dass ich eine wirklich praktische Funktion von Powerpoint bislang übersehen habe. Dabei wäre sie mir schon des Öfteren sehr zupass gekommen. Doch Digichris hat mich im Nerdfunk in der Folge 573 aufgeklärt, was man mit Powerpoint tun kann, selbst wenn man niemals die Absicht hat, die Menschheit mit Folien zu langweilen: „Das überhaupt beste Feature von Powerpoint“ weiterlesen

Die Luca-App ist wirklich so schlimm, wie alle sagen

In Deutschland muss man sich beim Besuch von Restaurants und Kulturbetrieben oft mit der Luca-App einchecken. Die App steht aus Datenschutzgründen in der Kritik. Doch wie ich bei einem Selbstversuch herausgefunden habe, hat sie noch andere Probleme.

Einen grossen Teil meiner Sommerferien habe ich in Deutschland verbracht. Dabei bin ich nicht umhingekommen, die famose Luca-App zu verwenden. Also was bleibt mir anderes übrig, als eine Rezension über sie zu schreiben?

Die Luca-App (Android und iPhone) dient dem Contact-Tracing. Sie erfüllt einen ähnlichen Zweck wie die Swisscovid-App – mit einigen wesentlichen Unterschieden.

1) Check-in statt kontinuierliches Tracing

Eingecheckt. (Und zwar hier).

Der erste Unterschied besteht darin, dass die App kein konti­nuier­liches Contact-Tracing ermöglicht, sondern ein Check-in-System bei Lokalen, Bars und Clubs, aber auch in Museen und im Zoo.

Das wird auch in Deutschland in vielen Bundesländern für diverse Gelegenheiten wie den Besuch von Restaurants und Kulturstätten vorausgesetzt. Während die Swisscovid-App somit rein freiwillig ist, kommt man um Luca oft nicht herum.

2) Eine Privat-Initiative

Zweiter, entscheidender Unterschied: „Die Luca-App ist wirklich so schlimm, wie alle sagen“ weiterlesen

Wie wäre es, so plötzlich ganz ohne Internet?

Im Thriller «Systemfehler» von Wolf Harlander bringen Cyberterroristen das Internet zu Fall. Das Ende unserer Online-Gesellschaft ist eine unterhaltsame Angelegenheit – auch wenn das Buch ebenfalls einen Systemfehler aufweist.

Juhuu, ich bin Literatur-Influencer!

Zumindest vermute ich das, nachdem ich neulich unaufgefordert ein Rezensionsexemplar eines Buchs erhalten habe. Es handelt sich um das brandneue Werk von Wolf Harlander. Es läuft unter dem Titel Systemfehler, und es passt tatsächlich hervorragend in mein literarisches Beuteschema. Das spricht für die Pressearbeit des Rowohlt-Verlags. Und ich weiss das zu würdigen. Ich habe das Buch nämlich gelesen und schreibe nun auch gerne eine Besprechung für die Nerdliteratur-Rubrik hier im Blog.

Also, der Klappentext verspricht nichts weniger als die kommunikative Apokalypse: „Wie wäre es, so plötzlich ganz ohne Internet?“ weiterlesen

Tief Luftholen oder durch die zugekniffene Nase atmen?

Die Breezometer-App behauptet von sich, die Luftqualität auf fünf Meter genau ausweisen und mit verlässlichen Prognosen für die nächsten Stunden aufwarten zu können. Das klingt eindrücklich – aber kann die App dieses Versprechen auch halten?

Neulich ist mir aufgefallen, dass die Wetter-App des iPhones für Sylt eine Angabe macht, die für alle anderen Ortschaften, die ich ausgewählt habe, nicht ersichtlich ist. Bei der nordfriesischen Insel erfährt man Näheres zur Luftqualität. Es gibt eine Farbskala, die von Blau bis tiefrot reicht, wobei die Sylter sich glücklich wähnen können, da der Wert an der Grenze zwischen Grün und Blau noch im niedrigen Bereich angesiedelt ist – wie man es sich für eine Ferieninsel auch erhofft.

Gute Luft, aber das Emoticon schaut trotzdem traurig.

Da ich das für eine sinnvolle Information halte, aber ich mich näher damit beschäftigt und entdeckt, dass die Angabe von breezometer.com stammt.

Das ist eine private Organisation, deren Gründer Ran Korber wissen wollte, welches die israelische Stadt mit der geringsten Luftbelastung ist und herausgefunden hat, dass es diese Information nicht gibt. Daraufhin hat er das Unternehmen gegründet – und stellt die Information einerseits über die Air Quality Map, andererseits über eine App (iPhone/iPad und Android) zur Verfügung.

Die App macht einen aufgeräumten und durchdachten Eindruck: „Tief Luftholen oder durch die zugekniffene Nase atmen?“ weiterlesen

Mitten drin statt nur dabei

Nicht nur Apple startet mit 3D-Audio eine Raumklang-Initiative, auch Sony ist mit 360 Reality Audio beim neuen, immersiven Musikerlebnis mit dabei. Und da auch mein etwas älterer Sony-Kopfhörer dazu kompatibel ist, hatte ich Gelegenheit, das mit eigenen Ohren zu hören.

Mein grosser Kopfhörer, den ich zu Hause vor allem als Arbeitsinstrument bei Audio- und Videoproduktionen verwende, ist nicht mehr brandneu, sondern hat bald vier Jahre auf dem Buckel. Trotzdem erfüllt der Sony WH-1000XM2, den ich im Beitrag Mundtote Arbeitskollegen seinerzeit ausführlich vorgestellt hat, seinen Zweck nach wie vor hervorragend.

Aber gute Kopfhörer sind für die Ewigkeit – die meisten habe ich so lange benutzt, bis die Polster speckig wurden oder weggebröselt sind.

Das könnte auch bei diesem Sony-Modell passieren, zumal das eine Eigenschaft hat, die es für eine langanhaltende Nutzung prädestiniert. Es lässt sich nämlich auch passiv verwenden. Das heisst, dass der Kopfhörer auch funktioniert, wenn er nicht eingeschaltet ist – dann kann man ihn logischerweise nicht drahtlos benutzen und es gibt auch keine Geräuschunterdrückung. Aber am Kabel funktioniert er wie jeder herkömmliche Kopfhörer. Das ist inzwischen eine meiner Lieblingsfunktionen, weil sie den Gebrauch herrlich unkompliziert macht.

Trotzdem habe ich neulich wieder einmal die Begleit-App des Kopfhörers geöffnet und wurde vom Setup fürs 360 Reality Audio-Setup begrüsst. „Mitten drin statt nur dabei“ weiterlesen

Gerüstet für den Brand im Rechenzentrum

Wie sichert man seine Website? Ich habe fünf Wege ausgemacht, wobei die sich bezüglich Komfort und Kosten massiv unterscheiden.

Backups sind wichtig – und zwar nicht nur für die privaten Daten, sondern auch für die eigene Website. Comparis kann ein Lied davon singen: Hätte der Vergleichsdienst kein Backup seiner Website gehabt, hätte er nach dem Befall mit einer Ransomware das Lösegeld bezahlen müssen¹. Und mutmasslich die Daten trotzdem nicht zurückbekommen.

Vermutlich stehen wir privaten Blogger und Website-Betreiber weniger im Visier der Cyberkriminellen. Was aber nicht heisst, dass nicht trotzdem etwas schiefgehen kann. Podcaster Timo Hetzel hat neulich in einer «Bits-und-so»-Folge erzählt, wie er sein Blog verloren hat, weil ein Grossbrand das Rechenzentrum des Telekom-Anbieters OVH in Strassburg um die 12’000 Server zerstörte und sagenhafte 3,6 Millionen Websites zum Verschwinden brachte.

Wie gesagt: „Gerüstet für den Brand im Rechenzentrum“ weiterlesen

Die destruktive Kraft der sozialen Medien

Wie man die Impf-Skeptiker mit scheinbar neutralen Informationen anfeuert – mein Facebook-Freund Jürg beherrscht diese Kunst in Perfektion.

Bei oberflächlicher Lektüre klingt das, als ob die Impfung überhaupt nicht schützen würde.

Das ist einer dieser Frust­posts, in denen ich mich über die destruktive Kraft der sozialen Medien aufrege. Es ist eine Ver­zweif­lungs­tat, weil gegen die Unver­nunft auf Face­book offen­sicht­lich kein Kraut gewachsen ist und einem darum nichts anderes bleibt, als Dampf abzu­lassen. Aber besser, als den Ärger in sich rein­zu­fressen.

Es geht um einen Facebook-Post meines Freundes Jürg, der auch schon die Ehre hatte, hier am Pranger zu stehen. Er hat neulich den Screenshot eines Artikels aus der NZZ veröffentlicht, der für sich gesehen einseitig, aber okay ist. Er beschreibt, dass in Israel inzwischen ein ungefähr die Hälfte der Corona-Fälle auf Geimpfte zurückgeht.

Bei oberflächlicher Lektüre klingt das so, als ob die Impfung überhaupt nicht wirken würde. Aber heisst es das auch? Nein, natürlich nicht: „Die destruktive Kraft der sozialen Medien“ weiterlesen

Neue Tugenden und ein alte Schwäche

PhraseExpress ist ein aus­ge­klü­gel­tes Pro­gramm zur Text­bau­stein­ver­wal­tung, das selbst in Version 15 noch Ver­bes­serungs­po­ten­zial auslotet. Aller­dings bleibt auch ein dickes Manko er­hal­ten.

Es gibt einige Programme, die für meine tägliche Arbeit unverzichtbar sind und die meine Produktivität massiv erhöhen. Eines dieser Softwareprodukte ist PhraseExpress.

Es handelt sich um eine Verwaltung von Textbausteinen, die man mittels Tastaturkürzeln oder über Texteingaben abruft. Ich habe das Programm hier im Blog schon des Öfteren erwähnt, weil es eben nicht nur simple Autokorrekturaufgaben übernimmt.

Nein, die Software eröffnet auch vielerlei Rationalisierungsmöglichkeiten: Sie erleichtert die Office-Korrespondenz, ist hervorragend geeignet, Supportanfragen  abzuwickeln und hilft Automatisierungsfans wie mir dabei, den Umgang mit Links und Fussnoten beim Bloggen zu vereinfachen¹. Und ich benutze PhraseExpress sogar fürs Googeln².

Doch so intensiv ich die Software auch nutze, war ich enorm Update-faul:  „Neue Tugenden und ein alte Schwäche“ weiterlesen