Ein toller Laptop, dem erst einige Marotten auszutreiben sind

Einer der Spitzen-Laptops von HP im ersten Augenschein. Plus zwei Tipps, wie Windows am Laptop gmögiger wird.

Ich habe das Vergnügen, von HP eines der Spitzengeräte aus dem Notebookbereich zu testen, das Spectre x360 15 eb0720nz. (Um Gaby Salvisberg vom «PC Tipp» nicht zu ärgern, werde ich es nicht «Flagship Model» nennen.) Es ist bald auf dem Weg zurück zum Absender. Ein paar Erkenntnisse will ich dazu festhalten. Es geht ein bisschen ums Gerät, aber vor allem um das, was mich an Windows-Laptops im Allgemeinen stört.

Gut versteckt: Der Einschaltknopf in der anderen Ecke.

Also, erstens der Laptop selbst: Er hat ein 15-Zoll-Display mit einem 4k-Display, HDR und Amoled, das mich in den Bann geschlagen hat. Keine Frage, für anspruchsvolle Grafikanwendungen ist das ein schönes Gerät, das für um die 2000 Franken seinen Preis hat, aber im Vergleich zu einem gut ausgestatteten Macbook trotzdem ein ansehnliches Preis-Leistungsverhältnis zu bieten hat.

Ein paar Stichworte dazu: Intel Core i7, Nvidia GeForce GTX 1650 mit Max-Q-Design und 4 GB GDDR5 dediziert, 16 GB DDR4-RAM, 1 TB-SSD von Intel, guter Sound dank Lautsprechern von Bang & Olufsen und Wifi 6.

Der USB-C-Anschluss in der abgewinkelten Ecke könnte übersehen werden…

Die Ausstattung gefällt mir auch: Es gibt einen MicroSD-Schlitz, HDMI 2.0, einen USB-A-Anschluss und zwei für USB-C, einer davon mit Thunderbolt 3 und den «Kill Switch» für die Webcam, den HP seit einiger Zeit verbaut.

Mir wären drei USB-C-Steckplätze lieber, aber natürlich ist es auch nicht verkehrt, für USB-A keinen Adapter zu brauchen. Die Webcam kann auch für die Anmeldung mit Gesichtserkennung benutzt werden und es gibt einen Fingerabdrucksensor für Windows Hello.

Zwei Dinge habe ich zu kritisieren: erstens den bedauerlichen Umstand, dass HP auch mit diesen High-End-Geräten noch immer jede Menge Crapware mitliefert. Bei dem Gerät stolpert man über eine vorinstallierte App von Express VPN, diverse Produkte von McAfee (LiveSafe, Personal Security und noch irgend eine Komponente, die sich bei jedem Download im Edge-Browser bemerkbar macht. Plus eine App, die Werbung für Dropbox macht.

Ist ein 15-Zoll-Notebook wirklich noch mobil?

Der zweite Kritikpunkt hat mit meinem Geschmack zu tun und ymmv: Mir ist ein 15-Zoll-Gerät zu gross und zu schwer. 2,09 Kilogramm bringt es auf die Waage und die Abmessungen sind 361 × 250 × 19 Millimeter, was deutlich grösser als mein Macbook ist.

15-Zoll versus 13-Zoll: Es bleibt Geschmacksache, was man als zu klein, zu gross oder optimal empfindet.

Ich würde für etwas weniger Gewicht wahrscheinlich auf die 4k-Auflösung verzichten – vor allem auch, wenn das eine längere Batterielaufzeit bedeuten würde. Die wird übrigens mit maximal 15 Stunden angegeben. Bei meinem Test ist sie, vor allem bei den Grafik-intensiven Geschichten, aber deutlich schneller leer gegangen.

Nun aber zu den allgemeinen Kritikpunkten, erstens dem Trackpad.

Alle diese Einstellungen hat Windows zum Trackpad zu bieten.

Ich komme mit den Trackpads unter Windows deutlich schlechter zurecht als am Mac. Ob das mit der Gewohnheit zu tun hat oder ob der Mac einen echten Vorteil hat, ist schwer zu sagen. Vermutlich spielen beide Aspekte eine Rolle, zumal beim Mac die Hard- und Software perfekt aufeinander abgestimmt ist.

Ein bisschen besser wird es mit angepassten Einstellungen. Die finden sich bei Windows in den Einstellungen unter Geräte > Touchpad. Die Einstellung, mit der ich schlecht zurechtkommen, ist Für einfaches Klicken mit einem Finger tippen. Diese Funktion soll es einem ersparen, wirklich klicken zu müssen. Doch so praktisch die theoretisch wäre – in der Praxis aktiviere ich ständig Dinge, die ich gar nicht aktivieren will.

Ständige Rechtsverklickungen!

Auch wirklich nervig ist die Option Zum Rechtsklicken auf die untere rechte Seite des Touchpads drücken. Da ich die rechte Hand oft ziemlich nah am rechten Rand des Trackpads habe, klicke ich häufig rechts statt links. Darum habe ich auch diese Option abgeschaltet.

Bleibt die Frage, wie ohne sie einen Rechtsklick ausführt. Ich nutze die Methode, mit zwei Fingern zu tippen – da ist die Gefahr einer versehentlichen Betätigung weniger gross. Lieber wäre mir aber ein Rechtsklick à la Mac, bei dem man bei gedrückter Control-/Ctrl-Taste mit links klickt.

Die anderen Optionen – die Drei- und Vierfinger-Gesten – sind in Ordnung, auch wenn ich ab und zu versehentlich die Windows-Timeline (die Funktion Aktive Anwendungen) auslöse, bei der man mit zwei oder drei Fingern nach oben wischt.

Wo sind meine F-Tasten?

Zweites Problem: Die Tastatur. Mich stört, dass die Funktionstasten standardmässig nicht die F-Befehle, sondern die Multimediabefehle auslösen (Helligkeit, Lautstärke, Tastatur-Hintergrundbeleuchtung, Wiedergabe bzw. Pause, etc.).

Um dieses Verhalten zu ändern, muss man bei HP tatsächlich das Bios bemühen. Wie hier beschrieben, drückt man dazu nach dem Start F10, wechselt mit der Tabulatortaste zur Rubrik Configuration, dann dort mittels vertikaler Pfeiltasten zum Punkt Action Keys Mode und schaltet den mittels Enter-Taste auf Disabled um. Nun gelangt man via Tabulatortaste zur Rubrik Exit, wo man den Befehl Save Changes and Exit ausführt.

Bei anderen Herstellern gibt es unter Umständen eine Option in einem Utility. Und generell findet sich bei vielen Modellen eine Tastenkombination, mit der man Fn feststellen oder lösen kann – siehe Wikipedia.

Und als Extra-Ärgernis ist der Umstand zu benennen, dass meines Erachtens die Fn– und die Ctrl-Taste vertauscht sind. Doch auch das lässt sich korrigieren. Mehr dazu im Beitrag Ctrl Fn oder Fn Ctrl?. Und wo wir bei weiteren Beiträgen sind, die ich anhand dieses Notebooks geschrieben habe: Im Beitrag Bei Windows und Mac die Bildschirmanzeige perfektionieren wird es darum gehen, wie man hochauflösende Monitore mit Hi-DPI optimal konfiguriert.

Autor: Matthias

Computerjournalist, Familienvater, Radiomensch und Podcaster, Nerd, Blogger und Skeptiker. Überzeugungstäter, was das Bloggen angeht – und Verfechter eines freien, offenen Internets, in dem nicht alle interessanten Inhalte in den Datensilos von ein paar grossen Internetkonzernen verschwinden. Wenn euch das Blog hier gefällt, dürft ihr mir gerne ein Bier oder einen Tee spendieren: paypal.me/schuessler

Kommentar verfassen