Unbeugsam gegen die Urheberrechts-Anwälte

Es gibt sie noch, die Sites – die nicht nur so aussehen wie in den Neunzigerjahren, sondern auch noch jenen unschuldigen Optimismus ausstrahlen. Eine davon ist Comedix, der ich heute in Kränzchen winde.

Neulich habe ich versucht, meinen Horizont zu erweitern. Zu diesem Zweck habe ich mich mit koreanischen Webcomics, den sogenannten Webtoons beschäftigt und mich gefragt: Ist das die digitale Zukunft des Comics?

Die Antwort war ein krachendes Nein. Und ich sah mich zur Erkenntnis genötigt, dass ich in Sachen Comics ein unbelehrbarer alter Sack bin – absolut unfähig zur Horizonterweiterung. Was diese Mediengattung angeht, bin ich in meiner Jugend stecken geblieben.

Ein bisschen traurig ist das, ich kann es selbst nicht leugnen. Doch es besteht noch Hoffnung. Ich habe nämlich vor, in meinen nächsten (oder übernächsten) Ferien Comixology Unlimited zu testen. Das ist eine Flatrate für über 25’000 digitale Titel. Dafür bezahlt man 6 US-Dollar pro Monat, was mir mehr als fair erscheint. Auf diesem Weg sollte es mir möglich sein, neue Titel und Autoren zu entdecken – ansonsten ist tatsächlich jegliche Hoffnung für mich verloren. Oder ich schiebe es darauf, dass das Angebot bei dieser Amazon-Tochter zu US-lastig war.

Also, auf meine Rezension dürft ihr euch freuen. Bis es so weit ist, trage ich meinem konservativen Naturell Rechnung und bespreche eine Website, die ich seit Jahren mag und gerne besuche. Und die mich an die gute alte Zeit erinnert, als wir und das Internet noch jung waren. „Unbeugsam gegen die Urheberrechts-Anwälte“ weiterlesen

Ohrmuscheln, Rassismus, Krawall-Twitterer

Noch einmal 44 Links und elf Herzchen: Meine gesammelten Werke der letzten Zeit und eine Ladung der besten Lesestücke aus dem Web.

Ich weiss, ihr liebt sie nicht sonderlich – diese Blogposts mit dem Rückblick auf meine beruflichen Arbeiten der letzten Zeit. Aber die gehören nun einmal zu diesem Blog hier, und darum müssen wir alle durch.

Also, fangen wir an mit den Beiträgen, die im November in den Tamedia-Medien erschienen sind:

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Zwischen Twitter-Nostalgie und Offline-Realität

Ich wünsche mir eine Zeitmaschine für Twitter. Und generell für mein digitales Leben.

Sosehr meine Abneigung gegen Facebook tagtäglich wächst – und so gross meine Scham auch ist, dass ich noch immer zu viel Zeit auf Zuckerbergs Plattform verbringe –: Eine Funktion gibt es, für die ich Facebook liebe.

Das ist die Erinnerungen-Seite: Dort findet man die Posts, die man am selben Tag vor einem, zwei, fünf oder zehn Jahren veröffentlicht hat. Das ermöglicht eine Zeitreise in die Vergangenheit, die oft spannend ist: Man sieht, womit man sich vor x Jahren beschäftigt hat. Das weckt meistens Erinnerungen und bringt oft alte Gefühle zurück.

Manchmal ist die Reaktion auch Unverständnis. Denn es gibt Posts, die ich nach Jahren schlicht nicht mehr verstehe. Es ist anzunehmen, dass sie sich auf ein tagesaktuelles Ereignis beziehen, das dann doch nicht so wichtig war.

Diese Rückblicke sind in einem Jahr wie diesem besonders aufschlussreich – und vermutlich auch etwas schmerzhafter als in einem normalen Jahr. Sie führen uns vor Augen, wie beherrschend Corona ist und welche Auswirkungen die Pandemie im ganz normalen Alltag hat. Und das finde ich, trotz der negativen Note, letztlich bereichernd.

Twitter-Rückblicke wären interessant

Diese Rückblicke gibt es auch in der Foto-App von Apple (siehe hier) und in der Fotos-App von Windows (hier). Spass würden sie sicherlich auch bei Twitter machen. Einen Beleg für diese Vermutung gibt es: „Zwischen Twitter-Nostalgie und Offline-Realität“ weiterlesen