Der Trick, wie iPhone-Apps nicht an ihrer Arbeit gehindert werden

Eine simple Methode, wie man am iPhone und iPad einer App dazu verhelfen kann, eine länger dauernde Arbeit ungestört zu erledigen.

Hier folgt ein Tipp fürs iPhone und iPad. Er erklärt, wie man eine App dazu bringen kann, eine länger dauernde Aktion ungestört zu beenden.

Denn typischerweise ist es so, dass eine App nach ein paar Minuten ohne Interaktion vom Betriebssystem in den Ruhezustand versetzt wird. Die Tätigkeit – zum Beispiel eine grössere Menge an Daten hochzuladen – wird dadurch unterbrochen. Das ist für uns Anwender lästig: Denn erstens zieht sich der Vorgang in die Länge. Und zweitens besteht auch die Gefahr, dass er nach dem Aufwecken der App nicht korrekt weitergeführt werden kann.

Ich muss vorausschicken, dass der Tipp extrem banal ist. Jeder, der nur ein bisschen über das Problem nachdenkt, kommt allein auf die Lösung. Aber weil die Sache so naheliegend ist, habe ich erst kürzlich überhaupt daran gedacht. Und darum ist es nicht verkehrt, die Sache hier zu bebloggen.

Doch weil die eigentliche Empfehlung in einem Satz erledigt ist, muss ich hier noch ein bisschen ausholen. Und zwar, indem ich die Vorgeschichte erzähle.

Also, das war so: Ich habe neulich meine Nextcloud-Installation geschrottet. Das ist meine private Cloud, die sich seit gut einem Jahr mittels eines Raspberry-Pi-Computers betreibe, und die ich im Beitrag Die Erfahrungen nach zwei Monaten ausführlich gewürdigt habe.

Ich bin selber schuld

Und damit das auch noch gesagt ist: Die Zerstörung der Installation war das Resultat meiner eigenen Dummheit. Ich habe auf dem Macbook ein Update ausgeführt. Und statt auf die Beendigung zu warten, habe ich gedankenverloren den Deckel des Laptops zugeklappt. Das war wohl genau in dem Moment, in dem die Dateien kopiert worden sind. Und wie anfangs angedeutet: Manche Anwendungen nehmen es einem übel, wenn eine Aktion abrupt unterbrochen werden.

Darum an dieser Stelle ein Zwischentipp: Es ist nicht schlau, solche Updates nebenbei und gedankenverloren laufen zu lassen. Besser, man behält sie im Auge. Und ich werde sie auch nicht mehr am Laptop durchführen, sondern am PC – und zwar dann, wenn ich mit der Arbeit gerade angefangen habe und nicht kurz vor dem Feierabend.

Ich war also gezwungen, die Nextcloud-Installation neu aufzusetzen. Das lief erstaunlich unkompliziert. Software neu einspielen, Konfiguration einrichten, die lokalen Sync-Clients neu verbinden und alles neu synchronisieren. Das liess sich parallel zur normalen Arbeit in ungefähr drei Stunden erledigen. Die grösste Herausforderung war, die Verschlüsselung mit Let’s Encrypt wieder in Gang zu bekommen.

Die Zertifikate reparieren

Ich habe mir leider nicht aufgeschrieben, wie ich es gemacht habe. Ich glaube, ich habe Certbot neu installiert (sudo apt install certbot python3-certbot-apache), woraufhin eine Meldung angezeigt wurde, es sei ein Zertifikat vorhanden, das man importieren könne. Nachdem das passiert war, ging es auch wieder. (Und ja, es würde sich wirklich lohnen, solche Dinge aufzuschreiben – für den Fall, dass ich Nextcloud auf eine andere Affenart zerstöre und noch einmal flicken muss.)

Ohne die automatische Sperre lässt das iPhone Apps in Ruhe arbeiten.

Nach der Neuinstallation musste ich auch Kamerasicherung noch einmal von vorn durchlaufen lassen und ein paar Gigabytes an Fotos und Videos hochladen. Und wie gesagt, das geht am schnellsten, wenn sich das Telefon nicht in den Ruhezustand versetzt.

Und das geht ganz einfach: In den Einstellungen bei Anzeige & Helligkeit gibt es den Punkt Automatische Sperre, wo bei mir standardmässig 30 Sekunden eingestellt ist. Da setzt man die Option stattdessen auf Nie.

Das wars schon. Ich empfehle, die Helligkeit des Displays ganz zurückzudrehen, während die App ihre Arbeit macht. Und hinterher nicht vergessen, wieder die ursprüngliche Option einzuschalten.


Auch Onedrive soll seine Arbeit ungestört verrichten

Eine neue Möglichkeit bei Onedrive: Alle Fotos statt als JPG im Originalformat (Heic) neu hochladen.

Es gibt eine zweite Anwendungsmöglichkeit für diesen Tipp: Die Onedrive-App von Microsoft bietet auf dem iPhone eine neue Funktion für den Kamera-Upload: Man kann die als JPG hochgeladenen Fotos durch die Originaldateien im Heic-Format ersetzen – siehe Die neuen Formate von iOS 11. Das hat den Vorteil, dass bei den Live-Fotos auch das kurze Video mitgesichert wird.

Dazu tippt man links oben auf sein Account-Bildchen, wählt Einstellungen aus dem Menü, öffnet die Rubrik Kameraupload und dann Aus Originalformaten erneut hochladen und aktiviert die Option Fotos als Live-Photos (sic) erneut hochladen.

Dazu muss der ganze Bestand an Heic-Bildern hochgeladen werden. Und das geht wiederum deutlich schneller, wenn man die Bildschirmsperre deaktiviert.

Autor: Matthias

Computerjournalist, Familienvater, Radiomensch und Podcaster, Nerd, Blogger und Skeptiker. Überzeugungstäter, was das Bloggen angeht – und Verfechter eines freien, offenen Internets, in dem nicht alle interessanten Inhalte in den Datensilos von ein paar grossen Internetkonzernen verschwinden. Wenn euch das Blog hier gefällt, dürft ihr mir gerne ein Bier oder einen Tee spendieren: paypal.me/schuessler

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