Das Smartphone-Stativ fürs Portemonnaie

Das Pocket Tripod Pro von Geometrical ist eine Halterung fürs Telefon in der Grösse und Dicke einer Kreditkarte. Grossartig: Sie hilft beim Fotografieren und bei Videokonferenzen und man hat sie immer dabei.

Ich neige nicht zu Spontankäufen – aber dieses Ding hier ist die Ausnahme, die die Regel bestätigt. Das habe ich sofort gekauft, nachdem ich auf Instagram eine Werbung gesehen habe. Was mir sehr peinlich ist – weil nun irgend in einer Datenbank ein Eintrag beweist, dass ich anfällig auf Instagram-Werbung bin.

Also, das Ding heisst Pocket Tripod Pro und stammt  von einem Startup namens Geometrical. Es ist ein Stativ fürs Smartphone, das die Abmessungen einer Kreditkarte hat und im Portemonnaie mitgeführt werden kann. Ich habe dafür im April 35 US-Dollar, plus 10 Dollar Versand bezahlt. Und nach einigem Hin und Her wegen des Umlauts in meinem Namen hat es das Teil letzte Woche zu mir geschafft – nach einer Postreise von ungefähr sechs Wochen.

Und endlich konnte ich die Frage beantworten, ob das nun rausgeworfenes Geld war – oder ob es dieses kleine Ding die Erwartungen erfüllt. Denn das Gadget wurde in der Instagram-Werbung als Verwandlungskünstler angepriesen, der von einem flachen Kärtchen in eine Halterung fürs Smartphone mutiert. Mit diesen Ständern sei es möglich, das Telefon so auszurichten, dass es präzise in die gewünschte Richtung zielt und beim Fotografieren genau den Blickwinkel einfängt, den man auf seinem Bild draufhaben will.

Diese Verwandlung werde ich vielleicht noch in einem Video vorführen. Doch als Erstes erfüllt auch eine Bildergeschichte den Zweck.

Das Pocket Tripod Pro passt ins Kreditkartenfach

Also, die Ausgangslage: „Das Smartphone-Stativ fürs Portemonnaie“ weiterlesen

Schabernack, Unfug und Augenöffnen mit Diagrammen

Ich habe einen neuen Lieblings-Zeitvertreib: Die teils albernen, teils genialen satirischen Diagramme von «Shitposts That Look Like Science Diagrams».

Ich habe den Vorsatz gefasst, weniger Zeit auf Facebook zu verbringen. Der wurde mir aber gründlich verhagelt. Ich habe nämlich die Seite Shitposts That Look Like Science Diagrams entdeckt.

Das ist eine Gruppe mit gut 138’000 Mitgliedern, die parodistischen Ulk mithilfe von Infografiken betreibt: Die Beiträge sollen ein Diagramm, ein Schaubild oder eine grafische Darstellung enthalten – oder zumindest ein Element, das auf den ersten Blick so aussieht, aber auf den zweiten Blick etwas anderes ist. Nämlich irgend ein Schabernack bzw. eine Verballhornung.

Zum Beispiel diese Anleitung, wie man sich (nicht) vor Angriffen von Gänsen schützt. Oder diese Bilder, die das deutsche Reich und das Vereinigte Königreich als Film-Franchise darstellen.

Sehr lachen musste ich auch bei dieser Nsfw-Grafik, die aus einem Medizinlexikon der 1950er-Jahre stammen könnte, wenn es damals schon Screenshots gegeben hätte.

Bin ich ein Pferd oder nicht?

Nebst den Illustrationen, wie sie aus Lexika, Schul- und Lehrbüchern stammen könnten, gibt es Flussdiagramme. Hier eines, das erklärt, wie man herausfindet, ob man ein Pferd ist oder nicht.

Die beliebteste Diagramm-Art sind, soweit ich das beurteilen kann, jedoch die Venn-Diagramme. In Deutsch heissen die Mengendiagramme, und sie zeigen Überschneidungs- und Ausschlusskriterien. Da gibt es sehr schöne Beispiele: „Schabernack, Unfug und Augenöffnen mit Diagrammen“ weiterlesen

Trick 17 für Webvideos

Eine nützliche neue Funktion in Firefox – die auch in Safari und mit etwas Trickserei, sogar in Chrome und Edge zur Verfügung steht.

Seit Firefox Version 71 gibt es die nützliche Funktion, die Mozilla Bild-im-Bild nennt. Die Bezeichnung ergibt meines Erachtens keinerlei Sinn: Ich verstehe darunter ein Fernsehbild, in das ein kleineres Video eingeklinkt ist.

Dank Wikipedia wissen wir sogar, dass die US-Fernsehzuschauer das zum ersten Mal bei den olympischen Spielen 1976 zu sehen bekommen haben. Bei der Eröffnung wurde eine Nahaufnahme der olympischen Flamme eingeblendet. 1983 konnten die Besitzer teurer Philips-Fernsehgeräte selbst ein zweites Programm auf den Bildschirm bringen; wenn ich den Beitrag richtig verstanden habe, musste man dafür aber einen Extra-Receiver anschliessen. Alles reichlich kompliziert – da verwendet man heute lieber das Smartphone als second screen.

Videofenster ausklinken

Wie auch immer: Was Mozilla meint, ist eine Art Popout-Funktion: Man kann ein Webvideo aus der Website herauslösen. Es lässt sich nicht nur ausserhalb der Webseite platzieren, sondern auch ausserhalb des Browserfensters.

Das ist überaus praktisch: Man kann ein Video verfolgen, ohne dass man den Reiter mit der dazugehörigen Website offen halten müsste. „Trick 17 für Webvideos“ weiterlesen

Auf der Suche nach dem schwarzen Softwareschwan

Gibt es Software, die es nicht gibt? Sprich: Habt ihr ein Anliegen, für das ihr vergeblich nach einem Programm gesucht habt? Nebst dieser Frage geht es im Blogpost auch noch um ein exotisches Windows-Hilfsprogramm.

Man würde meinen, dass es Programme für alles gibt – gerade bei Windows. Zwar ist Windows nicht mehr das Betriebssystem mit der grössten Verbreitung: 2017 wurde der jahrelange Dominator von Android überholt.

Trotzdem: Dieses Betriebssystem existiert seit 35 Jahren, und damit 23 Jahre länger als Android. Und Windows wird breiter eingesetzt, in Unternehmen, auf Servern, für professionelle Zwecke und zum Spass. Da würde man meinen, dass über die Jahre für jedes denkbare Problem eine Lösung in Form einer tollen Software entstanden ist.

Es gibt Apps für alles. Ausser für die Dinge, für die es keine Apps gibt

Doch es passiert mir immer mal wieder, dass ich auf Probleme stosse, auf die es keine überzeugende Software-Antwort gibt – sondern allenfalls wilde Hacks oder ein dubioses Shareware-Programm, das seit zwanzig Jahren nicht mehr aktualisiert worden ist. Leider habe ich die Fälle nicht dokumentiert – dabei wäre das eine tolle Serie für dieses Blog hier geworden. Doch wenn ihr Beispiele habt, freue ich mich über einen Hinweis in den Kommentaren.

Heute geht es um ein Anliegen, das so halb in diese Kategorie fällt. „Auf der Suche nach dem schwarzen Softwareschwan“ weiterlesen

Offline-Versager sind sie alle

Dann halt ein Paperback vom Bahnhofkiosk – oder was soll man sonst tun, wenn man erst von Netflix und dann von Audible im Stich gelassen wird?

Wir waren in den Ferien. Und zwar in Edgehausen, dem Hauptort der Provinz Bitgetröpfel in der Region Netzlos in Offlineistan.

Nein, das ist natürlich eine Übertreibung. Das Land, in dem wir in den Ferien waren, hat zwar beim Netzausbau nicht den besten Ruf. Aber dass ich quasi offline war, lag einerseits an meiner Entscheidung, ein klein wenig Internet-Detoxing zu betreiben und kein Roaming-Datenpaket zu buchen. Andererseits war das Hotel schuld.

Dieses Hotel wartet in der Lobby mit einem temporeichen WLAN auf, an dem es nichts zu mäkeln gibt – der geneigte Stipvisiteur könnte somit zum Schluss kommen, dass das einzig relevante Kriterium für die Wahl des Gästehauses (nebst der Frage, ob die Laken für neue Gäste jeweils gewechselt werden) erfüllt ist. Dumm nur: Bis ins Zimmer reicht die Versorgung nicht. Genau vor der Tür sackt die Datenrate ins Bodenlose. Und in den Stosszeiten (also allen Stunden ausser 2:00 bis 4:30 Uhr) kommt nur selten überhaupt ein Datenpaket durch. Surfen endet mit einen Timeout und Videostreaming mit einer leicht verzögerten Vorführung von ungefähr 10 Frames pro Viertelstunde.

Laden in der Lobby

Aber egal, dachte ich. Mit ein bisschen Vorbereitung lässt sich das lösen. Ich nehme also das iPad herunter in die Lobby. Die Idee: Einige Folgen der gerade aktuellen Serien offline zu laden. Die würden wir uns am Abend zu Gemüte führen, wenn das WLAN hoffnungslos überlastet ist.

Ich habe aber nicht damit gerechnet, dass das schöne Offline-Feature von Netflix auf ganzer Linie – das heisst, bei zwei von unseren zwei aktuellen Serienhits – komplett versagt.

Erstens bei Shtisel: Das ist eine Fernsehserie aus Israel, die uns Netflix nach Vollendung von «Unorthodox» (siehe Wer will sich von einem Algorithmus bevormunden lassen?) vorgeschlagen hat – und die ohne Zweifel als würdiger Vorläufer gelten darf und die Hauptdarstellerin aus jener Serie, Shira Haas, in einer Nebenrolle glänzen lässt. Die Offline-Wiedergabe ist unbrauchbar: „Offline-Versager sind sie alle“ weiterlesen

Der knallharte Vergleich von Apple Maps und Google Maps

Die wundersame Verwandlung von Apple Maps von einer Lachnummer zu einer Karten- und Navigations-App, die dem grossen Konkurrenten Google allemal gewachsen ist.

Als im September 2012 die Apple Maps auf der Bildfläche erschienen sind, gehörte ich zu jenen Kritikern, die nicht nur auf den Fehlern herumgeritten sind, sondern auch noch reichlich Spott vom Stapel gelassen haben.

Ich habe zwar nicht selbst über dieses waghalsige Produkt geschrieben, mit dem der iPhone-Konzern Google herausfordern wollte. Aber ich habe einige böse Artikel weiterverbreitet. Zum Beispiel dieser Text, der Apple attestiert, der Konzern würde die Realitätsverzerrung auf eine ganz neue Ebene bringen. Das war eine Anspielung an Steve Jobs‘ berühmtes Realitätsverzerrungsfeld, über das uns die Biografie von Walter Isaacson ausführlich informiert hat.

Die australische Polizei hat die Apple Maps damals als lebensgefährlich taxiert. Und am Ende des Jahres 2012 gehörten sie im Tech-Sektor zu den grossen Ausrutschern, fand zumindest Giga Om.

Der Spott war gerechtfertigt. „Der knallharte Vergleich von Apple Maps und Google Maps“ weiterlesen

Nokia ist zurück (in diesem Haushalt hier)

Einige Beobachtungen zum Nokia 7.2 – das trotz einiger Macken ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis liefert.

Das Nokia 7.2 (Amazon Affiliate) ist nun kein brandneues Telefon mehr. Der Hersteller HMD Global  hat es letzten September an der Ifa vorgestellt. Trotzdem habe ich hier die Gelegenheit, ein paar Beobachtungen zu dem Gerät beizusteuern. Es dient mir als Ersatz des Huawei P10, das ich bis jetzt für meine Videos und den Test von Android-Apps und -Funktionen verwendet habe.

Das P10 funktioniert zwar noch problemlos. Doch mit seinen bald dreieinhalb Jahren ist es kein repräsentativer Vertreter des Android-Lagers mehr. Insbesondere Android 7 ist nicht mehr auf der Höhe der Zeit. Laut Wikipedia müsste zwar ein Update auf Android 9 und Version 9 von Huaweis Oberfläche EMUI möglich sein. Doch bei mir wird Emui 5.1 als aktuelle Version angezeigt, ohne Updatemöglichkeit.

Nach ungefähr zwanzig Jahren – mein erstes Handy war ein Nokia 6150 – hält also wieder ein Gerät dieses Herstellers Einzug in meinem Haushalt. Allerdings muss ich dazu zwei Klammerbemerkungen machen: Erstens ist von Nokia bekanntlicherweise nur noch der Markennamen übrig. Und zweitens habe ich das Gerät als Testgerät für meine beruflichen Zwecke erhalten und nicht gekauft.

Also, es handelt sich um das Nokia 7.2. Als erstes beeindruckt das Display, das deutlich grösser ist als der des iPhone 11 Pro – obwohl die beiden Geräte preislich meilenweit auseinanderliegen. „Nokia ist zurück (in diesem Haushalt hier)“ weiterlesen

Das grande Finale mit einem monetären Schönheitsfehler

Ein ausführlicher Tipp von PHP Runner: Wie man mit ein paar Klicks eine schicke Web-Anwendung bastelt.

Microsoft Access war seinerzeit – also 1990 – eine wirklich praktische Software. Selbst ein Noob hat im Selbststudium herausgefunden, wie man eine schöne relationale Datenbank aufsetzt und sie mit Eingabemasken und Auswertungs-Reports versieht. Ich habe damals eine Datenbank für meine Artikel aufgebaut, die ich noch heute in Betrieb habe. Das Projekt hat dreissig Jahre überdauert – und das muss man würdigen.

Doch nun entspricht es nicht mehr den Gepflogenheiten. Ich arbeite längst nicht mehr nur mit meinem Windows-PC, sondern auch mit Mac, mobilen Geräten und Smartphone. Und überhaupt: MDB ist ein proprietäres Format und MS Access ein Silo. Mit den Informationen, die dort drinstecken, kann man nicht so viel anfangen, wie man sicherlich möchte.

Ich bin darum auf die Idee verfallen, die Datenbank ins Web zu bringen. Den ersten Schritt habe ich im Beitrag Ein Zwischenziel ist erreicht! dokumentiert: Dort erkläre ich, wie ich die MDB-Datei in MySQL konvertiert und in meinen Webserver importiert habe. Ich hatte mit einem beträchtlichen Aufwand gerechnet, wurde aber überrascht: Ungefähr nach einer Stunde war alles erledigt.

Doch eben: Eine MySQL-Datenbank auf dem Webserver ist noch nicht sonderlich praktisch. Man kann zwar über phpMyAdmin darauf zugreifen, Daten abfragen und ändern. Doch dieses Werkzeug ist für die Administration, nicht für die tägliche Nutzung gedacht. Für den Alltag möchte man eine schöne, komfortable Weboberfläche haben, über die man suchen, Daten verwendet und ändert.

Selbst in PHP programmieren?

Und an dieser Stelle wird es knifflig: „Das grande Finale mit einem monetären Schönheitsfehler“ weiterlesen

Einmal Hetze, immer Hetze?

Eine Knacknuss für uns Freunde der angewandten Medienkompetenz: Darf man Desinformations- und Fakenews-Quellen global ächten – oder muss man bereit sein, begründete Ausnahmen zu machen?

Beitragsbild: Pegida Frankfurt April 2015 von Opposition 24/Flickr.com, CC BY 2.0

Hier im Blog ging es (hier, hier und hier) um Websites, die ihren Teil zur Vielfalt des Internets beitragen – bei denen ich aber Gegenposition einnehme, wenn sie mir in den sozialen Medien begegnen.

Denn ich finde, dass wir Nutzer von Facebook, Twitter und Co. die Beiträge sorgfältig auswählen sollten, die wir unseren Freunden und Followern unterbreiten. Es braucht einen kritischen Umgang mit den Quellen. Wir sollten die Motive kennen, die hinter einer Veröffentlichung stehen: Geht es um Information, Aufklärung, persönliche Meinung oder meinetwegen auch um Unterhaltung? Oder geht es um das Gegenteil?

Das Gegenteil von Information ist die Desinformation. Bei der spielen Fakten eine untergeordnete oder gar keine Rolle. Das Ziel ist, die öffentliche Meinung zu beeinflussen und in eine bestimmte Richtung zu lenken. Und daher ist die Gefahr gross, dass man durch eine Weiterverbreitung in den sozialen Medien die öffentliche Meinungsbildung nicht fördert, sondern behindert – und Leute mit Reichweite belohnt, deren Motive fragwürdig sind.

Alles ist postbar – aber mit Einordnung

Und um das auch mal gesagt zu haben: Jeder meiner Freunde auf Facebook und Twitter darf den grässlichsten Mist posten – wenn er dafür einen guten Grund hat und ich erkennen kann, dass eine kritische Auseinandersetzung beabsichtigt ist. Auf jeden Fall ist auch eine Triggerwarnung sinnvoll: „Einmal Hetze, immer Hetze?“ weiterlesen

Statt ein guter hätte das ein hervorragender Podcast werden können

Teil zwei meiner grossen SRF-Podcast-Kritik: Die verpassten Chancen bei «Es geschah am – Postraub des Jahrhunderts».

Im Beitrag Was SRF von Old Shatterhand hätte lernen sollen ging es darum, dass sich SRF redlich bemüht, uns Podcast-Fans authentisches Hörfutter zu liefern – Produktionen, die nicht bloss abgefüllte Radiosendungen sind, sondern auch formal Neuland betreten.

Man nennt das auf Neudeutsch gerne Storytelling. Und weil ich mich jedes Mal schmutzig und unwürdig fühle, wenn ich diesen Begriff in den Mund nehme oder in meine Tastatur tippe, ist an dieser Stelle keine kleine Tirade unumgänglich. Also, bringen wir die schnell hinter uns:

Storytelling ist ein absoluter Bullshit-Begriff. Er zeigt vor allem, wie sehr wir uns nach wie vor von englischen Wörtern beeindrucken lassen. Wikipedia begründet das Phänomen mit der «Vorherrschaft der englischen Sprache in Wirtschaft, Wissenschaft, Popmusik und Informatik». „Statt ein guter hätte das ein hervorragender Podcast werden können“ weiterlesen