Trick 17 für Webvideos

Eine nützliche neue Funktion in Firefox – die auch in Safari und mit etwas Trickserei, sogar in Chrome und Edge zur Verfügung steht.

Seit Firefox Version 71 gibt es die nützliche Funktion, die Mozilla Bild-im-Bild nennt. Die Bezeichnung ergibt meines Erachtens keinerlei Sinn: Ich verstehe darunter ein Fernsehbild, in das ein kleineres Video eingeklinkt ist.

Dank Wikipedia wissen wir sogar, dass die US-Fernsehzuschauer das zum ersten Mal bei den olympischen Spielen 1976 zu sehen bekommen haben. Bei der Eröffnung wurde eine Nahaufnahme der olympischen Flamme eingeblendet. 1983 konnten die Besitzer teurer Philips-Fernsehgeräte selbst ein zweites Programm auf den Bildschirm bringen; wenn ich den Beitrag richtig verstanden habe, musste man dafür aber einen Extra-Receiver anschliessen. Alles reichlich kompliziert – da verwendet man heute lieber das Smartphone als second screen.

Wie auch immer: Was Mozilla meint, ist eine Art Popout-Funktion: Man kann ein Webvideo aus der Website herauslösen. Es lässt sich nicht nur ausserhalb der Webseite platzieren, sondern auch ausserhalb des Browserfensters.

Das ist überaus praktisch: Man kann ein Video verfolgen, ohne dass man den Reiter mit der dazugehörigen Website offen halten müsste. Natürlich konnte man bislang den Reiter als separates Fenster abdocken und in passender Grösse in irgend eine Ecke des Bildschirms schieben.

Aber die Popout-Variante ist viel praktischer: Sie bleibt immer im Vordergrund und sichtbar, selbst wenn man mit einer App im Vollbild arbeitet. Etwas seltsam ist, dass die Steuerungselemente an der Originalstelle verbleiben – man kann beim herausgelösten Video nicht spulen. Immerhin Pausieren und Weiterlaufen lassen ist möglich, und man kann das Fenster in der Grösse anpassen.

Um es herauszulösen, verwendet man das blaue Symbol, das am rechten Rand des Videos mittig erscheint.

Es funktioniert nicht nur mit Youtube, sondern auch mit meinen Tagi-Videos.

Die neue Funktion steht nicht nur bei Youtube zur Verfügung, sondern auch bei anderen Anbietern; zum Beispiel meine Tagi-Videos, die sich besonderen Videofeatures manchmal verweigern. Mir ist bislang noch kein Video begegnet, das sich nicht hätte herauspoppen lassen. Denkbar ist allerdings, dass es mit Flash-Videos nicht funktioniert – aber die sind eh ein Problem.

Der Reiter, aus dem man das Video herausgepoppt hat, wird mit einem kleinen Symbol markiert. Wenn man ihn schliesst, verschwindet auch das Video. Das wäre meines Erachtens nicht unbedingt nötig – andererseits erspart es einem, das Video separat schliessen zu müssen.

Bei Chrome ist das Herauslösen von Videos meines Wissens nicht möglich. Es gibt aber Erweiterungen, zum Beispiel Video Popout. Diese Erweiterung lässt sich auch bei der Chromium-Variante von Edge benutzen.

Bei Safari ist das Herauslösen der Videos seit Mac OS Sierra möglich. Auch Apple nennt diese Funktion Bild in Bild – womöglich hat Mozilla von dort die seltsame Benennung her. Das Video wird dort über das Audio-Symbol in der Adressleiste «extrahiert». Das separate Fenster lässt sich dann wie bei Firefox verschieben und in der Grösse ändern.

Als Extra-Bonus erlaubt es Safari, das Video auch per Airplay auf einen Fernseher zu bringen. Das ist dann möglich, wenn das entsprechende Symbol (der Bildschirm mit Dreieck am unteren Rand) erscheint. Praktisch!

Beitragsbild: Das verstehe ich unter Bild im Bild (Jakob Owens, Unsplash-Lizenz).

Autor: Matthias

Computerjournalist, Familienvater, Radiomensch und Podcaster, Nerd, Blogger und Skeptiker. Überzeugungstäter, was das Bloggen angeht – und Verfechter eines freien, offenen Internets, in dem nicht alle interessanten Inhalte in den Datensilos von ein paar grossen Internetkonzernen verschwinden. Wenn euch das Blog hier gefällt, dürft ihr mir gerne ein Bier oder einen Tee spendieren: paypal.me/schuessler

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