Adobes neue Kamera-App haut mich (noch) nicht aus den Socken

Ist Photoshop Camera die ultimative Kamera-App? Ich habe die Probe aufs Exempel gemacht.

Hier im Blog habe ich schon diverse Effekt-Kamera-Apps vorgestellt, Halide, ProCam, Camera+, Manual Camera oder neulich Hipstamatic X Analog. Doch jetzt kommt die Kamera-App, die alle anderen Kamera-Apps überflüssig macht. Oder?

Das ist Photoshop Camera, natürlich von Adobe, fürs iPhone/iPad und Android. Es sei «die Kamera-App, von der du immer geträumt hast», verspricht Adobe: «Die intelligente Kamera-App von Adobe weiss, mit welcher Linse und welchen Filtern deine Motive zur Geltung kommen – noch bevor du den Auslöser drückst.»

Das klingt einerseits spannend: Denn natürlich, wenn ein Effekt bereits beim Fotografieren angewendet wird, ist das Resultat in vielen Fällen besser, als wenn man ihn erst in der Postproduktion hinzufrickelt: So sind  Rückkoppelungen in den Entstehungsprozess möglich.

Ein Beispiel dafür ist die Schwarzweissfotografie: „Adobes neue Kamera-App haut mich (noch) nicht aus den Socken“ weiterlesen

Der riesige Hunger der SBB nach Kundendaten

Eine neue Reise-App der Bundesbahnen sammelt ungeniert und nonstop Ortsdaten der Nutzer. Das geht sogar mir zu weit.

Auf die Empfehlung eines Lesers hin habe ich neulich für die Tamedia die Citymapper-App vorgestellt. Dabei habe ich auf frühere Tipps zur Routenplanung hingewiesen, die es hier im Blog unter dem Titel Der Komfort eines GAs, aber ohne die Fixkosten zu lesen gab.

Einer der Tipps damals war die Reiseplaner-App der SBB. Als ich die noch einmal angeschaut habe, musste ich feststellen, dass sie einen leisen Tod gestorben ist: Die App funktionierte nicht mehr und sie ist auch aus dem Store verschwunden. Eine Erklärung dazu habe ich nicht gefunden, noch nicht mal einen Hinweis, dass die App eingestellt wurde.

Das ist nicht die feine Art, liebe SBB. Wenn Ihr eine App zurückzieht, dann teilt das den Nutzern mit. Und sagt ihnen, weswegen Ihr das tut.

In dem Fall hättet Ihr auch darauf hinweisen können, dass es eine Nachfolge-App gibt. Von der habe ich nämlich erst als Reaktion auf meinen Artikel erfahren.

Die Probleme mit der neuen App: Erstens, der Name

Dieser Nachfolger heisst SmartWay und ist fürs iPhone/iPad und für Android erhältlich. Den Namen finde ich nicht sehr geglückt: „Der riesige Hunger der SBB nach Kundendaten“ weiterlesen

Eine PDF-App, die nur wenige Wünsche offen lässt

I love PDF ist eine App, die als das Ei des Kolumbus in Sachen PDF gelten darf. Mit einer Einschränkung, allerdings.

Habe ich nun endlich die PDF-Anwendung gefunden, die mir alle Wünsche erfüllt? Diese Hoffnung ist neulich bei mir aufgekeimt, nachdem ich I love PDF entdeckt hatte. Das ist ein Webdienst, der ganz ähnlich funktioniert wie die diversen Dienste, die an dieser Stelle bereits vorgestellt wurden.

Das Alleinstellungsmerkmal besonderes Merkmal¹ besteht nun darin, dass I love PDF nicht nur online zur Verfügung steht, sondern für den Offline-Gebrauch auch für den Desktop, also Windows und Mac und für die mobilen Plattformen: Für Android und fürs iPhone und iPad.

Einem ersten, kritischen Blick hält die App stand: Es gibt vier Bereiche, die alles abzudecken scheinen, was man braucht: „Eine PDF-App, die nur wenige Wünsche offen lässt“ weiterlesen

Die bizarre Zahlenmystik, die Microsoft mit Windows 10 betreibt

Versionsnummer, Builds, Code- und Marketingnamen: Wenn man versucht, die Bezeichnungen für das neue Windows-Update zu verstehen, dann tut sich ein Abgrund auf.

Ich habe es mir zur Gewohnheit gemacht, die grossen Funktions-Updates jeweils in einem Patentrezept-Video zu besprechen. Zum Beispiel 1709, 1809, 1903 und im letzten Herbst 1909. Ein solches Video gibt es nun auch für das jüngste Update mit der Version 2004, das Ende Mai veröffentlicht wurde.

Bevor ich darauf kurz eingehe, muss ich mir ein bisschen Luft verschaffen: Es geht um das beliebte Thema, dass Microsoft es schafft, Dinge zu verkomplizieren – und zwar massiv. Egal, ob es nun ursprünglich einfach, mittelschwierig oder schon undurchsichtig war – nachdem sich Microsoft darum gekümmert hat, ist das Thema für Laien kaum mehr zu durchdringen. Nicht nur das: Menschen, die sich vorgenommen haben, mit ihrer Lebenszeit etwas Vernünftiges anzufangen, kommen nicht umhin, sich frustriert abzuwenden.

Also, da gibt es die Frage, wie diese Updates nennt. Bei Apple und dem Mac ist die Sache einigermassen trivial: „Die bizarre Zahlenmystik, die Microsoft mit Windows 10 betreibt“ weiterlesen

Ich hadere heftig mit der Strava-App

Braucht man diese Sportler-App für erfülltes Hobbysportlertum? Und lohnt sich das Premium-Abo?

Ich hadere noch immer mit mir. Soll ich nun den Probemonat bei Strava starten oder nicht?

Die App habe ich seit längerem installiert – nämlich, seit ich mir für das Video Wenn das Smartphone nach draussen lockt einige Sport-Apps angesehen habe. Ich habe die App durchaus schätzen gelernt. Vor allem wegen der schönen Dinge, die man mit seinen Daten anstellen kann (Erst schwitzen, dann daten-minen). Denn Strava ist nicht bloss eine App und eine Website, sondern auch ein soziales Netzwerk – und die massgebliche Plattform für Sportler, die ihre Ambitionen gegenüber der Welt offenbaren wollen.

Dieses Bedürfnis hatte ich bislang nicht. Nachdem aber Dani Hofstetter bei uns im Nerdfunk war, habe ich mich entschlossen, Strava mit der Garmin-Connect-App zu verbinden und meine aufgezeichneten Aktivitäten automatisch dort zu teilen. Bislang war ich ganz zufrieden mit dem, was die Connect-App an Analysen ausgespuckt hat. Und neuerdings nutze ich auch die Aktivitäten-App von Apple.

Auch die Strava-App konnte meinen Ehrgeiz nicht massgeblich steigern. Ich schätze es zwar durchaus, von meinen (wenigen) Freunden Kudos zu erhalten, nachdem ich mich in einer einsamen Physical-Distancing-Jogging-Runde verausgabt habe. Aber ich plage mich für mich selbst und nicht für andere oder für das Lob: „Ich hadere heftig mit der Strava-App“ weiterlesen

Wann stellt Apple den Homescreen auf den Kopf?

Wie wahrscheinlich ist es, dass Apple in einer der nächsten iOS-Versionen den Homescreen neu erfindet? Ich wage eine Prognose – und ich gebe Tipps, wie man aus dem aktuellen Homescreen das Maximum herausholt.

Das lange Warten auf den besseren Homescreen – schon vor einiger Zeit thematisiert – dauert noch etwas an. Das Gitter an Icons, wie man es beim iPhone und iPad sieht, hat einen Mangel: Er wird immer unpraktischer, je mehr Apps man hat. Er erstreckt sich dann entweder in die Breite (mit vielen Homescreen-Seiten) oder in die Tiefe (mit Ordnern).

Ich höre immer wieder von Leuten, dass sie den Homescreen kaum mehr nutzen und ihre Apps mittels Suche aufstöbern. Das ist natürlich nicht verkehrt – aber dann ist der Homescreen eine riesige Platzverschwendung an zentraler Stelle. In dem Fall wäre es sinnvoll, dort etwas anderes, Sinnvolles anzuzeigen. Und wenn es nur das Wetter ist.

Also, die Frage bleibt: Wie könnte ein besserer Homescreen aussehen? Wie immer gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder erfindet Apple etwas radikal Neues. Oder es geht weiter wie bisher – mit mehr oder weniger grossen Modifikationen am bisherigen Screen.

Die Gefahr, sich mit einer Prognose zu blamieren, scheint mir gering – und die Sache klar: „Wann stellt Apple den Homescreen auf den Kopf?“ weiterlesen

Spione, Geheimnisse, Sowjets. Und enge Lederhosen

Ein Podcast führt uns vor Augen, wie toll Verschwörungstheorien eigentlich wären – wenn man sie nicht so bierernst nehmen würde, wie die Verschwörungstheoretiker das tun.

Wieder einmal hat es ein Podcast geschafft, eine breite Resonanz auszulösen. Es hätte mich aber auch gewundert, wenn es anders gewesen wäre. Denn dieser Podcast verfügt über genau jene Ingredienz, mit der man die Neugierde der Medienmacher und des Publikums weckt.

Er setzt bei einem Kult-Ereignis an, das zumindest den älteren von uns noch bestens in Erinnerung ist. Er verspricht, es in einem ganz neuen Licht darzustellen. Er stellt die Vermutung in den Raum, das wir über Jahrzehnte über die eigentlichen Machenschaften im Dunkeln gelassen worden sind – und er verspricht, nun alles aufzuklären.

Oder, wie es die Podcast-Macher selbst umschreiben: «Spione. Geheimnisse. Sowjets. Und enge Lederhosen.»

Die irrationale Lust an Verschwörungstheorien

Und um mein höchstes Lob gleich vorwegzunehmen: Dieser Podcast bringt für mich die Lust an den Verschwörungstheorien zurück. Die ist mir in letzter Zeit abhandengekommen, weil die heutigen Verschwörungstheoretiker allesamt ideologisch operieren und am Kopf festgewachsene Scheuklappen haben. Dabei könnte und sollte man Verschwörungstheorien natürlich als intellektuelles Spiel verstehen, als Übung im logisch-strategischen Denken. Und als leichte Spielerei.

Die meisten von euch werden sicher schon gemerkt haben, worauf ich hinauswill: „Spione, Geheimnisse, Sowjets. Und enge Lederhosen“ weiterlesen

So flickt man kaputte Smartphone-Apps

Vier Massnahmen, wie Abstürze und Hänger bei iPhone-, iPad- und Android-Apps behoben werden. Plus zwei Vorschläge zuhanden von Apple.

In der letzten Zeit habe ich einige Mails bekommen, bei denen die Leute sich mit nicht korrekt funktionierenden Apps herumgeschlagen haben. Eine gute Gelegenheit für ein klassisches Fehlerbehebungs-Video.

Denn mir ist neulich auch mal der Hut hochgegangen, nachdem ich die tägliche Herausforderung in der Solitaire Collection von Microsoft nicht in Angriff nehmen konnte, weil die  App sich beim Klick auf die Rubrik sogleich verabschiedet hat, ohne auch nur Tschüss zu sagen.

Nun sind beim iPhone und iPad die Möglichkeiten der Fehlerbehebung beschränkt. Weil das System sich vor direkten Nutzereingriffen abschottet, kann man vieles nicht tun, was bei Windows zum Standard-Repertoire der Selbsthilfe gehört: Man kann keine Selbststarter abschalten, Dienste deaktivieren, Caches löschen, nach Schadsoftware und Greyware suchen, Treiber deinstallieren, im sicheren Modus aufstarten, eine Reparaturinstallation vornehmen, Konfigurationsdateien löschen oder von Hand bearbeiten, ein Programm mit Admin-Rechten starten …

… oder was man sonst noch so tun könnte. Das ist eine gute und gleichzeitig eine schlechte Nachricht. „So flickt man kaputte Smartphone-Apps“ weiterlesen

Was mir an Apple Arcade gefällt – und was noch besser werden kann

Der Abodienst für Spiele hält wunderschöne Titel bereit. Er ist aber auch etwas gar elitär – und bemüht, den mittels In-App-Käufen Kohle scheffelnden Titeln nicht zusehr in die Quere zu kommen.

Ich bin seit einiger Zeit dabei, Apple Arcade zu testen. Das ist Apples Abodienst für Spiele, der sicherlich auch als Antwort auf die Free-to-Play-Auswüchse zu verstehen ist. Denn das typische Gratis-Game aus dem App Store hat nur noch vordergründig den Zweck, den Spieler zu unterhalten. Der eigentliche Zweck ist, ihm mit allen Mitteln Kohle aus der Tasche zu locken.

Diese Motivation ist nicht zu übersehen bei den Endless-Runner-Titeln, die ich vor kurzem hier vorgestellt habe. Es ist unbestreitbar bei all den «Blast»-Varianten (Toon Blast, Angry Birds Blast). Und leider gilt es auch für «Homescapes» (Android/iPhone und iPad): Das könnte ein charmantes Casual Game sein, wenn es nicht offensichtlich wäre, dass die zwischendurch frustrierend schweren Level nur den Zweck haben, den Spieler dazu zu bringen, alle seine Powerups zu verballern, damit er hinterher für viel Geld neue kauft.

Auch «Homescapes» ist übrigens ein Vertreter des Match-3-Spielprinzips, das man auch von «Candy Crush Saga», «Toon Blast» und Konsorten und vielen anderen Vertretern kennt.

Keine Werbung und kein Free-to-Play-Nepp

Apple Arcade kostet 6 Franken im Monat. Dafür gibt es Zugang zu inzwischen mehr als hundert Spielen, die man ganz ohne Werbung und In-App-Käufe geniessen darf. Ich habe folgende Titel ausprobiert: „Was mir an Apple Arcade gefällt – und was noch besser werden kann“ weiterlesen

Saubere Texte mit dem richtigen Format

Fünf Tipps, wie man seine Dokumente sauber formatiert und syntaktisch auf Vordermann bringt: Für alle, für die Word nicht der Weisheit letzter Schluss ist.

Seinerzeit habe ich wordtohtml.net vorgestellt: Das ist ein Webdienst, bei dem man formatierten Text, zum Beispiel aus Word, einkopiert. Er wird daraufhin in HTML umgewandelt. Und man hat die Möglichkeit, allen Ballast zu entfernen. Es ist nämlich wirklich verblüffend, wie viele Formattags an einem einzigen Absatz kleben. Dabei müsste das Konzept sein, Inhalt und Form möglichst weitgehend zu trennen. Aber das haben die bei Microsoft offensichtlich nicht verstanden.

Darum eben Word to HTML: Dort gibt es eine Bereinigungsfunktion, die alles Überflüssige entfernt und nur die grundlegenden Dinge belässt: Titel, Formatierungen wie fett und kursiv, Aufzählungen und solche Tags dieser Kategorie. Das ganze Div– und Span-Gerümpel, Style– und Class-Parameter dürfen auch gerne über die Klinge springen.

Das ist sehr praktisch. Nur bietet der Dienst auch die grundlegende Bereinigung inzwischen nicht mehr gratis an. Man müsste 5 US-Dollar pro Monat abdrücken, was mir deutlich zu teuer ist. Dafür könnte ich schliesslich fast schon Ulysses abonnieren.

Ich habe mich daher nach einer Alternative umgesehen. „Saubere Texte mit dem richtigen Format“ weiterlesen