Ein bisschen mehr Licht macht jedes Video schöner

Was haltet Ihr von der Produktbezeichnung Aputure Amaran AL-F7? Wenn man sich die technische Modellnummer am hinteren Ende (AL-F7) wegdenkt, dann stellen sich angenehme Assoziationen ein. Handelt es sich um einen exotisch gewürzten Tee. Oder vielleicht ein Massageöl, das sich besonders für Tantra-Begeisterte eignet? Filmkenner erinnern sich vielleicht auch an einen tamilischen Action-Gangsterfilm von 1992 – der hiess aber nur Amaran.

Was auch immer euch durch den Kopf geht: Die Wirklichkeit ist leider profan. In Echt handelt es sich um eine Videoleuchte. Es gibt sie für 119 Franken bei Digitec und für 117 Euro bei Amazon. Ich habe sie mir angeschafft, weil meine beiden Qudos von Knog (im Beitrag Mehr Licht! besprochen) nach 4½ Jahren schlappmachen. Das heisst: Die Lämpchen sind noch ganz in Ordnung. Aber die Akkus zeigen Ermüdungserscheinungen und halten nicht mehr so lange durch, wie ich es brauche.

Nun hätte ich mir noch ein Rotolight Neo 2 anschaffen können. Das nutze ich seit knapp zwei Jahren (siehe Lichtspiele), und es erfüllt seinen Zweck ganz gut. Es ist aber etwas gar teuer, trotz der Preisreduktion auf inzwischen um die 210 Franken. Ausserdem ist es etwas unhandlich.

Darum habe ich nach einer Videoleuchte gesucht, die in etwa so flexibel ist wie das Neo 2, aber kompakt genug, dass man es auch einfach mal in einen Rucksack (wie diesem hier) werfen und mitnehmen kann.

Die Wahl fiel auf besagte Aputure Amaran AL-F7.

Es passt perfekt auf den Selfiestick auf dem kleinen Stativ. Und es wird per Powerbank mit Strom versorgt.

Die Videoleuchte ist etwas grösser als ein Smartphone und deutlich dicker (158 × 87 × 34 mm), 260 Gramm schwer, was aus Mobilitätssicht perfekt ist. Sie kommt in einem Täschchen, in das man sie sicher verpackt. Und ich kann meine nachgerade geniale Lösung fürs Aufstellen weiterhin praktizieren: Sie passen nämlich wie die Qudos auf den auf ein kleines Stativ geschraubten Selfiestick.

Die Leuchte hat 256 LEDs. Die geben, wiederum gemäss Spezifikationen, bei 0,3 Metern Abstand 14’000 Lux ab. Das ist sehr hell, allerdings auch sehr nah. Die Angabe für einen Meter Abstand erscheint mir praxistauglicher. Da sind es gemäss dieser Liste hier 1500 Lux. Und das entspricht ungefähr den 2000 Lux bei drei Fuss, die das Rotolight Neo 2 produziert. Und das passt zu meinem Eindruck. Ich würde sagen, dass die beiden Lampen über den Daumen gepeilt ähnlich hell sind. Beide haben auch einen Abstrahlungswinkel von 45 Grad.

256 LEDs, in einer recht mobilen Bauweise.

Beide Leuchten lassen sich auch von 0 bis 100 Prozent dimmen und in der Farbtemperatur ändern.

Das Neo 2 hat einen Spielraum von 3150 bis 6300 Kelvin, das Amaran von 3200 bis zu sehr warmen 9500 Kelvin. Um das einzustellen, gibt es auf der linken Seite einen Drehregler, der sich eindrücken lässt. Durchs Drücken schaltet man zwischen Helligkeit und Farbtemperatur um. Zwei LED-Anzeigen auf der Rückseite zeigen die Einstellungen. (Siehe dazu Beitragsbild oben.)

Das Rotolight Neo 2 lässt sich mit Netzstrom oder mobil mit sechs AA-Batterien oder -Akkus betreiben. Das Amaran braucht einen Akku, dem Cullmann NP-F970 Akku, den es mit Ladegerät für um die 63 Franken bei Digitec bzw. für um die 58 Euro bei Amazon gibt. Man kann Leuchte und Akku auch als Bundle kaufen (179 Franken bei Digitec, bei Amazon habe ich das nicht gefunden).


Wenn ihr mir nicht glaubt, überzeugt euch vielleicht das Video irgendeines dahergelaufenen Youtubers?

Die Akkus habe ich mir gespart. Das Amaran lässt sich über den USB-C-Anschluss mit einem passenden Akku betreiben. Meine Powerbank (Digitec/Amazon) funktioniert bestens. Und wenn die einmal leer sein sollte, gibt es die Ausweichmöglichkeit auf ein beliebiges USB-Netzgerät – das USB-A-auf-USB-C-Kabel liegt bei.

Fazit: Eine gute und recht kostengünstige Sache, die meinen Anforderungen perfekt Rechnung trägt. Falls sich beim Praxiseinsatz neue Erkenntnisse ergeben sollten, werde ich die selbstverständlich hier nachtragen.

Beitragsbild: Hier stellt man Lichtstärke und -temperatur ein.

Autor: Matthias

Computerjournalist, Familienvater, Radiomensch und Podcaster, Nerd, Blogger und Skeptiker. Überzeugungstäter, was das Bloggen angeht – und Verfechter eines freien, offenen Internets, in dem nicht alle interessanten Inhalte in den Datensilos von ein paar grossen Internetkonzernen verschwinden. Wenn euch das Blog hier gefällt, dürft ihr mir gerne ein Bier oder einen Tee spendieren: paypal.me/schuessler

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