Der Terz, bis das neue Smartphone läuft

Ich hatte neulich das Vergnügen, auf ein neues iPhone umzusteigen. Wobei, um genau zu sein: Der Umstieg selbst war nicht der reine Spass. Es ist zwar augenscheinlich, dass Apple einiges tut, den Käufern eines Neugeräts den Umstieg möglichst einfach machen – aber es wäre auch dumm, das nicht zu tun.

Wie dumm das ist, lässt sich übrigens am Beispiel von Microsoft hervorragend demonstrieren. Bei Windows gibt es keine vernünftige Umstiegshilfe. Früher konnte man bei der Datenübernahme wenigstens noch auf Easy Transfer zählen. Dieses Hilfsprogramm gibt, wie hier erwähnt, nicht mehr. Weil ich keine Lust darauf habe, den ganzen Terz von Hand zu erledigen, schiebe ich die Neuanschaffung eines Windows-PCs vor mir her. Mit anderen Worten: Ich zahle nicht für eine neue Windows-Lizenz und überlege mir auch nicht ernsthaft, ein Windows Surface anzuschaffen.

Bei Apple muss man im Idealfall wenig tun, um mit dem neuen Gerät dort weiterzumachen, wo man mit dem alten aufgehört hat. Allerdings war mein Fall nicht so ganz ideal: Die Schnellstart-Methode, bei der man das alte und neue Gerät nebeneinanderhält, hat nicht funktioniert. Alles fing zwar vielversprechend an. Doch wie üblich braucht es erst ein iOS-Update, bevor die Wiederherstellung der Daten des alten Geräts auf dem neuen beginnen kann. Und an dieser Stelle blieb der Vorgang hängen.

Aber es gibt noch zwei weitere Methoden: „Der Terz, bis das neue Smartphone läuft“ weiterlesen

Ziemlich mittelmässige Freunde

Bei Windows gibt es eine App namens Ihr Smartphone. Die macht etwas Einleuchtendes: Sie verbindet den Desktop mit dem Smartphone. Und da gäbe es einiges, was sie tun könnte: Datenaustausch, Fernsteuerung und Verbinden der Desktop- und Smartphone-Varianten der gleichen Apps.

Doch bevor nun Euphorie aufkommt: Leider tut die App nur wenig von dem, was sie tun könnte. Zum Beispiel gibt es keinerlei Synchronisationsmöglichkeiten. Denn der direkte Datenabgleich ist bei den Unternehmen bekanntlich nicht mehr en vogue. Die wollen stattdessen, dass wir ihre Clouddienste benutzen. Klar: Da hocken sie an einer Schlüsselstelle.

Besonders wenig nützlich ist die App im Zusammenspiel mit einem iPhone. Da geht nicht mehr, als dass man einen Link, den man in Edge am iPhone geöffnet hat, an Edge am Desktop schicken kann. Mit Android sind die Möglichkeiten etwas grösser. Doch trotzdem würde ich diese Ihr-Smartphone-App nun nicht als ein Meisterwerk bezeichnen.

Aber es gibt Alternativen. „Ziemlich mittelmässige Freunde“ weiterlesen

Es geschehen Zeichen und Usability-Wunder

Keine Angst, dieser Beitrag hier artet nicht in einen verfrühten Jahresrückblick aus. Den machen wir jeweils beim Nerdfunk, und damit ist der Sache auch Genüge getan.

Aber eine kleine Sache wäre doch: Mir ist aufgefallen, wie oft ich hier im Blog dieses Jahr über Markdown geschrieben habe. Es waren knapp ein Dutzend Artikel.

Das liegt daran, dass mich das Thema auf zwei Ebenen fasziniert. Erstens natürlich auf der sachlichen Ebene: Es gibt diverse Apps, Dienste und Möglichkeiten, die man ausprobieren, vorstellen und erklären kann.

Zweitens auf der Meta-Ebene: Markdown ist ein spannendes Beispiel für eine untypische Entwicklung. Es gibt sicher Leute (zum Beispiel bei Microsoft), die sie als Rückschritt ansehen würden. Denn wer eine klassische Textverarbeitung wie Word gegen einen Markdown-Editor eintauscht, der ersetzt ein hochgezüchtetes Produkt durch ein viel einfacheres. Der Markdown-Editor hat im Vergleich viel weniger Funktionen. Er ist geradezu primitiv – zumindest oberflächlich betrachtet.

Ich teile die Ansicht nicht. „Es geschehen Zeichen und Usability-Wunder“ weiterlesen

So rein und dumm wie weisses Papier

Ein Leser hat mir neulich den Tipp gegeben, ich solle mir doch einmal iA Writer ansehen. Und damit hat er natürlich recht: Dass ich die in meiner Reihe zu den modernen Text-Edioren bislang ausgelassen habe, grenzt an eine Unterlassungssünde.

Die App gehört nämlich zu den ersten ihrer Art. Sie kam 2010 fürs iPhone und iPad auf den Markt. Inzwischen ist sie auf fast allen Plattformen zu Hause: Auf Windows, Mac und Android. Sie ist auch insofern ein Kind unserer Zeit, als dass die Windows-Version mittels Crowdfunding lanciert worden ist. 823 Leute haben auf Kickstarter 23’575 Franken für die Entwicklung gesprochen.

Und ja, iA Writer ist eine Schweizer Entwicklung. Die NZZ am Sonntag hat am 22. Mai 2011 die App und den Entwickler Oliver Reichenstein vorgestellt: „So rein und dumm wie weisses Papier“ weiterlesen

Zum Glück gibt es etwas Besseres als WinAmp

Im Beitrag Der Windows Media Player müffelt gewaltig ging es darum, dass Windows multimedia-mässig nicht mehr auf der Höhe der Zeit ist. Ich habe mir daraufhin vorgenommen, ein paar Musik-Apps zu testen. Den Anfang machen wollte ich mit WinAmp. Die alten Säcke – also Leute, mit einem ähnlichen Jahrgang wie ich – werden sich erinnern: Das ist ein Musikplayer, der mit Windows 95 gross geworden ist. Er kam 1997 zum ersten Mal heraus und passt damit auch bestens in meine Die Oldtimer im Softwarebereich-Liste.

WinAmp? Danke, kann weg.

Nun ist aus diesem Unterfangen leider nichts geworden. Ich konnte mich einfach nicht dazu durchringen, mich ausgiebig mit diesem Produkt abzugeben. Es sieht dafür einfach zu sehr nach 1990er-Jahre aus: Dieser Skeuomorphismus! Dieses mit unzähligen Funktionen vollgestopfte Programmfenster. Die winzige Schrift. Die heute nun wirklich nicht mehr so tollen Vizualisations.

Und obendrein diese hässlichen Anachronismen – wie zum Beispiel, dass der Internet Explorer als Reiter im Media Library-Fenster integriert ist. Ja, der Internet Explorer!

Es tut mir leid, aber WinAmp gehört leider auf den Müllhaufen der Software-Geschichte. Bleibt die Frage: Gibt es eine moderne Antwort auf die Frage, wie man Musik aus einer lokalen Musikbibliothek stilvoll an seinem PC abspielt?

Zum Glück gibt es die. „Zum Glück gibt es etwas Besseres als WinAmp“ weiterlesen

Der Windows Media Player müffelt gewaltig

Der Windows Media Player: Dieses Programm nicht das, was man taufrisch nennen würde. Als Versionsnummer wird 12.0 angegeben. Die stammt von Windows 7 und damit aus dem Jahr 2009. Microsoft hat es tatsächlich geschafft, seinen Media Player ganze zehn Jahre lang nicht anzufassen. Eine beachtliche Leistung!

Diese massive Vernachlässigung hat sicherlich damit zu tun, dass Microsofts Multimedia-Ambitionen ins Nichts geführt haben. Der legendäre Zune-Player kam 2006 auf den Markt und verschwand wieder. Der dazugehörende Musikshop ist 2015 im Orkus verschwunden.

Zum Zune gab es auch eine hübsche Multimedia-Software, die ich sogar einmal vorgestellt habe. Die wäre ein hervorragender Ersatz für den Windows Media Player gewesen, der ursprünglich aus der Windows-95-Ära, und damit aus dem letzten Jahrtausend stammt. Er ist einfach nicht mehr zeitgemäss und nurmehr schwerlich auf Modern zu trimmen. Die Zune-Software dagegen hätte eine gute Ausgangslage geboten. Microsoft hätte sie auch umbenennen können, um das Publikum nicht an das unwürdige Scheitern des eigenen Musikplayers zu erinnern. Aber offenbar wollte man dieses Kapitel lieber gleich ganz unter den Teppich kehren.

Es bleibt dabei: Bei Windows gibt es standardmässig nur einen schäbigen, veralteten Musikplayer.

Einschub: Natürlich kenne ich die Apps Filme & TV und Groove Music. Die sind aber so eingeschränkt im Funktionsumfang, dass ich sie beim besten Willen nicht ernst nehmen kann. Nur ein Beispiel: „Der Windows Media Player müffelt gewaltig“ weiterlesen

Ueli oder Keypirinha?

Im Beitrag Ueli, der Windows-Knecht habe ich ein Programm nicht nur für Windows, sondern auch für den Mac vorgestellt, mit dem man via Tastatur Programme starten, Websites aufrufen und viele Dinge mehr tun kann.

Nun hat sich gezeigt, dass diese Empfehlung bei den eingefleischten Tastaturakrobaten nur auf ein müdes Lächeln stiess. Auf Facebook schrieb einer meiner Freunde: «Hach, Quicksilver war noch viel cooler als Alfred… aber kuck mal Keypirinha an.»

Alfred ist ein Tastatur-Launcher für den Mac, den ich hier vorgestellt hatte. Quicksilver ebenso – und obwohl es in der Vergangenheitsform erwähnt wird, scheint es noch immer zu existieren. Die Entwicklung schreitet zwar nicht rasant voran und dass auf der Homepage als Beispiel iPhoto herhalten muss, wirft schon die Frage auf, ob dieses Projekt noch lebt.

Aber ein bisschen was tut sich noch: Letztes Jahr hat der Entwickler noch Unterstützung für die Touchbar eingebaut. Damit wäre das Programm ein heisser Kandidat für Leute, die noch immer gewillt sind, etwas mehr aus ihrer Touchbar herauszuholen. Wie im Beitrag Touchbar-Schabernack beschrieben, wird diese Apple-Errungenschaft vor allem für Unfug, nicht aber für produktive Zwecke genutzt.

Aber heute soll es um die zweite Empfehlung gehen: „Ueli oder Keypirinha?“ weiterlesen

Die wahren Bedürfnisse eines rasenden Radioreporters

Neulich habe ich das iPhone 11 Pro getestet. Die ausgezeichnete Qualität des eingebauten Mikrofons ist einer der Punkte, der auf der positiven Seite zu verbuchen ist. Während Aufnahmen noch beim iPhone 8 Pro die Qualität einer Telefonvebindung hatten, klingt die Aufzeichnung nun gut genug, um für einen Podcast oder eine Radiosendung verwendet zu werden.

Natürlich statte ich diese Empfehlung mit einer Einschränkung aus: Ein richtiges Aufnahmegerät klingt noch ein bisschen besser, hat mehr Einstellungsmöglichkeiten und ist einfacher in der Handhabe, indem man es zum Beispiel besser vor sich aufbauen oder mit einem externen Mikrofon verbinden kann.

Aber es ist nun einmal so, dass man sein Audio-Equimpment nur dabei hat, wenn man explizit in einer Podcast- oder Radio-Mission unterwegs ist. Das Smartphone hingegen trägt man immer in der Tasche. Und darum ist es ideal für spontane Mitschnitte.

Apples Sprachmemo-App: Simpel, erfüllt aber den Zweck.

Bleibt die Frage nach der besten App. Apple liefert die Sprachmemos-App mit. Die erfüllt den Zweck ganz gut: Sie nimmt auf, lässt einen die Sprachaufnahmen mit einem Stichwort versehen und über den Teilen-Befehl per Mail, Messenger, Airdrop oder über die Dateien-App weiterreichen. (Das funktioniert auch gut via Airdisk-App: Sie ermöglicht den Zugriff via WLAN, sodass man seine Aufnahme am Computer über den Browser vom Telefon herunterlädt.)

Es gibt auch eine rudimentäre Funktion zum Bearbeiten. Doch viel mehr zu trimmen, d.h. den Anfang und das Ende entsprechend zu beschneiden, würde ich in dieser App nicht tun. Für höhere Ansprüche braucht es eine richtige Aufnahme-App. Einige habe ich im Beitrag Aufnahme-Apps, die auch aufnehmen vorgestellt.

Zwei weitere Apps gibt es in diesem Beitrag hier, nämlich erstes Ferrite und zweitens Røde Reporter. „Die wahren Bedürfnisse eines rasenden Radioreporters“ weiterlesen

Hier scheint die Sonne (aus der Bildbearbeitung)

Seit dem letzten Beitrag in meiner grossen RAW-Entwickler-Reihe ist ein bisschen Zeit vergangen. Im April habe ich mich um Pixelmator Photo gekümmert. Heute ergibt sich eine gute Gelegenheit, die Reihe fortzusetzen.

Vor Kurzem ist nämlich die Version 4 von Luminar erschienen. Das ist eine Software, die es für Windows und Mac gibt – ab 79 Euro. Sie sei die «erste zweckbasierte und nicht werkzeugbasierte Fotobearbeitung», schreibt der Hersteller. Das klingt gut – aber auch ein bisschen nach einer Marketingphrase. Denn natürlich ist jede Bildbearbeitung zweckbasiert – es ist einfach so, dass man dem Nutzer die Entscheidung die Entscheidung nicht abnehmen sollte, welchen Zweck er verfolgt und welches Werkzeug er dazu benötigt.

Jedenfalls setzt Luminar auch auf künstliche Intelligenz – was auch andere tun, erfahrungsgemäss mit durchwachsenem Resultat.

Eine der wesentlicheren Fragen ist, ob Luminar auch als Ersatz für Lightroom dienen kann. Denn um die ging es in meiner Reihe zu den RAW-Entwicklern, die ich hier vorgestellt habe. Die Antwort darauf ist kein Ja oder Nein, sondern sie hängt von den Ansprüchen ab. „Hier scheint die Sonne (aus der Bildbearbeitung)“ weiterlesen

Kreativitäts-Maximierung

Im Beitrag Der Schlankheitswahn hat auch seine Schattenseiten ging es ums iPhone 11 Pro. Ich habe damals versprochen, mich über die Kamera noch extra auszulassen. Das habe ich nun in einem Patentrezept-Video getan, in dem es um die neuen Möglichkeiten in der Foto-App geht. Die sind nicht revolutionär, aber praktisch.

Man kann nun während des Fotografierens eine Videoaufnahme starten, ohne den Modus zu wechseln. Es ist nun (mit iOS 13.2.2) endlich möglich, direkt in der Kamera-App die Auflösung und Bildrate einzustellen. Aus unerfindlichen Gründen stellt iOS aber nach wie vor keine 25 Bilder pro Sekunde zur Verfügung.

Das ist normalerweise kein Problem. Ausser, wenn man Aufnahmen macht, die mit Filmmaterial von einer richtigen Videokamera gemischt werden sollen. Dann braucht es einen Pulldown, was zu einem störende Geruckel führt. Darum wäre für Leute wie mich sinnvoll, wenn man nicht bloss die Auswahl zwischen 30 und 60 fps hätte.

Aber es gibt Abhilfe mit Dritt-Apps: „Kreativitäts-Maximierung“ weiterlesen