Nextcloud auf dem Raspi: Die Erfahrungen nach zwei Monaten

In einer kleinen Serie habe ich im Blog darüber berichtet, wie ich Nextcloud auf dem neuen Raspberry Pi in Betrieb genommen habe. Daraus ist eine mehrteilige Serie mit bislang vier Folgen geworden:

Es ist nun nicht verkehrt, in einer fünften Folge ein Fazit zu ziehen, nachdem ich die Lösung inzwischen um die zwei Monate im produktiven Einsatz habe.


Das Fazit in Videoform: So befreien Sie sich und Ihre Daten

Und es ist ein positives Fazit. „Nextcloud auf dem Raspi: Die Erfahrungen nach zwei Monaten“ weiterlesen

Für Leute, die gelegentlich ihren Krempel verschusseln

Im Beitrag Keine App für Elektrosmogparanoiker habe ich zwei Apps vorgestellt, mit denen man nach Bluetooth-Geräten in seiner Umgebung scannen kann. Das ist nett; aber auch ohne richtigen praktischen Nutzen. Denn was soll man mit dieser Information schon gross anfangen?

Die Geräte in der Umgebung – eigene und fremde.

Nun bin ich auf die App Wunderfind gestossen. Die macht an und für sich das gleiche – aber mit der konkreten Idee, dass man mit ihr verlegte Geräte aufstöbern können soll, die zufälligerweise ein Bluetooth-Signal ausstrahlen.

Wie gut das funktioniert, hängt von den Umständen ab. Wie im Beitrag Smarte Uhrdreingaben beschrieben, nutze ich eine ähnliche Funktion an meiner Garmin- Uhr ganz gern: Mit der findet man das Smartphone, wenn es wieder einmal in die Sofaritze gerutscht ist.

Bei anderen Geräten hängen die Erfolgsaussichten von dem Umständen ab: Leider dürfte es so sein, dass gerade die drahtlosen Kopfhörer, die man häufig verlegt, nicht auffindbar sind, weil sie sich nach kurzer Zeit selbst abschalten. Bei Dingen wie Fitness-Tracker, die standardmässig eingeschaltet sind, dürften die Chancen höher sein. „Für Leute, die gelegentlich ihren Krempel verschusseln“ weiterlesen

Android ist eine Fehlkonstruktion

Ein praktisches Beispiel aus dem Alltag, das aufzeigt, warum man als Blogger besser die Finger von Googles Smartphone-Betriebssystem lässt.

Für meine Patentrezept-Videos verwende ich diverse Screencast-Programme: Hypercam für Windows, Screenium für den Mac und iOS und Rec für Android (oder alternativ auch AZ Screen Recorder). Neulich habe ich per Zufall entdeckt, dass man beim Huawei P10 auch ganz ohne Zusatzsoftware das Geschehen auf dem Bildschirm mitfilmen kann.

Man hält für diesen Zweck die An-Aus-Taste gedrückt und betätigt dann den Lauter-Knopf. Das funktioniert analog zur Screenshot-Funktion, die man mit An-Aus und der Leiser-Taste auslöst.

Das wäre unglaublich praktisch, wenn da nicht ein störendes Detail wäre: In der Statusleiste läuft während der Aufnahme eine Uhr mit. Natürlich ist es grundsätzlich sinnvoll, dem Nutzer anzuzeigen, dass eine Aufnahme stattfindet – gerade auch, damit solche Aufnahmen nicht zu Spionagezwecken heimlich stattfinden können. Es ist aber unsinnig, dass diese Uhr auch in der Aufnahme landet. Für den Zuschauer ist die Uhr irrelevant und lenkt bloss ab. (Ähnlich wie bei iOS, wo sich während der Aufnahme die Statusleiste rot färbt.)

Mein Trick zur Beseitigung des Ärgernisses ist, dass ich die Statusleiste in Final Cut zum Verschwinden bringe. „Android ist eine Fehlkonstruktion“ weiterlesen

Eine Handvoll Podcasts zu drei spannenden Themen

2019 wird als das Jahr eingehen, in dem die Podcasts so richtig in Fahrt gekommen sind. Ich habe einige denkwürdige Produktionen vorgestellt: Hier zum Beispiel die Aufarbeitung des Sterns  zum Skandal der gefälschten Hitler-Tagebücher. Oder hier eine grossartige Produktion der BBC zum fünfzigsten Jubiläum von Apollo 11 und der Landung auf dem Mond.

Darum hier noch einige Empfehlungen, mit denen dieses Podcast-Jahr gut ausklingt:

Dreissig Jahre Mauerfall

Ich habe einige spannende Podcasts dazu gehört: Marianne Birthler in der Zeitblende von Radio SRF von 2014. Holger Klein hat bei Wrint mehrere Gespräche geführt: Hier mit Historiker Matthias von Hellfeld, hier mit Sozialkundler Thomas Brandt und hier mit Ilko-Sascha Kowalczuk.

Das letzte Gespräch war für mich das spannendste, weil der Gesprächspartner die Materie einerseits theoretisch, andererseits aus eigener Erfahrung hervorragend kennt und die wissenschaftliche und die persönliche Sicht homogen miteinander verbindet. „Eine Handvoll Podcasts zu drei spannenden Themen“ weiterlesen

Als Windows erst für eine Randbemerkung gut war

Neulich hat mich ein grosses Tech-Unternehmen freundlich darauf hingewiesen, dass es in seinen Reihen einen nicht ganz runden, aber dennoch formidablen Geburtstag zu feiern gebe. Beim Unternehmen handelt es sich um Microsoft, beim Geburtstagskind um Windows. Das Betriebssystem kam am 20. November 1985 auf den Markt, nachdem das Entwicklerteam ziemlich lange mit ihm schwanger gegangen war.

Schon 1981 waren erste Arbeiten aufgenommen worden. Die Ankündigung erfolgte 1983, nachdem Apple schon die Lisa, aber noch nicht den Macintosh lanciert hatte. Ich hatte nie die Gelegenheit, ernsthaft mit Windows 1.0 zu arbeiten. Aber was man so hört, muss es ein ziemlicher Murks gewesen sein. Und schon damals hat Microsoft die Idee gehabt, Windows als grafischen Wurmfortsatz für DOS zu konstruieren. Wahrscheinlich aus der grandiosen Überlegung heraus, dass man der Kundschaft so zwei Produkte statt nur eins verkaufen kann. „Als Windows erst für eine Randbemerkung gut war“ weiterlesen

Liebes digitales Tagebuch…

Führt man heute noch Tagebuch? Auf die klassische Weise, auf gebundenem Papier und mit Bleistift wohl nicht – wo die Tränen auf dem Papier von Liebeskummer und die zittrige Schrift von seelischer Verzweiflung zeugen. Ich erinnere mich, dass ich in meinen Teenagerjahren einige Bände auf diese Weise vollbekommen habe.

Ich hoffe, dass ich mich richtig erinnere und einmal all diese Hinterlassenschaften in einer anständigen Bücherverbrennung beseitigt wurden. Es könnte jedoch auch sein, dass meine Eltern sie im Bemühen um mehr Platz im Keller an einen Flohmarkt gebracht und an eine unbekannte Partei veräussert haben. Vielleicht sitzt irgendwo einer mit einem guten (oder schlechten) Glas Rotwein auf seinem Chaise longue und versucht, den Niederschriften einen Sinn zu entlocken. Wie das gelingt – mit Entsetzen, Amüsement oder Unverständnis –, wage ich allerdings nicht zu prädizieren.

Also: Es gibt gute Gründe, kein Tagebuch zu führen. Man muss nicht daran denken, diese Zeugisse seines jugendlichen Reifeprozesses rechtzeitig zu vernichten, bevor sie den Kindern oder dem posthumen Entrümpelungskommando in die Hände fallen. Und man kommt selbst nicht in die Versuchung, sich zurück ins Unglück der Jugend zu katapultieren. Und nein – es ist nicht so, dass auch schöne Dinge im Tagebuch stehen könnten. Denn das Tagebuch hat man geführt, weil man im Jammertal feststeckte. Ansonsten würde es einem Teenager doch niemals einfallen, Reflexion oder Introspektion im geschriebenen Wort festzuhalten.

Aber es spricht eigentlich nichts dagegen, zwar kein klassisches, aber ein digitales Tagebuch zu führen – ausser, dass einem womöglich die Zeit dafür fehlt. Jedenfalls kann man Tagebuch-Apps auf dem Smartphone mit Passwort schützen und ganz einfach der Nachwelt vorenthalten.

Ich schätze die App Day One sehr. „Liebes digitales Tagebuch…“ weiterlesen

Ein Clouddienst für Erwachsene

Neulich habe ich ein Mail bekommen, bei dem ich schon dachte, mein journalistischer Output werde neuerdings auch in Hollywood gelesen. Doch es war eine Verwechslung. Der Mann, der mir geschrieben hatte, heisst ganz ähnlich wie Christian Bale, kommt aber aus der Branche, um die es hier im Blog meistens geht. Er ist nämlich Softwareentwickler:

Ich schreibe Ihnen hier als Autor und Entwickler von Passfindr, da die Idee zu Passfindr vor etwa 20 Jahren in Zürich geboren wurde, als noch niemand von iCloud, Dropbox und Google Drive gesprochen hat. Die Idee, Web-Bookmarks, Adressen, E-Mail-Adressen, persönliche Notizen, ganze Artikel, Login-Informationen bis hin zu sensitiven Daten sicher und zuverlässig in der Cloud zu speichern.

Das ist eine interessante Idee. Und im Grund absolut naheliegend: Denn wenn man schon ein Programm hat, in dem man seine Passwörter sicher verwahrt, wieso sollte man dort nicht auch alle seine anderen sensiblen Informationen speichern? „Ein Clouddienst für Erwachsene“ weiterlesen

So landet der Liebhaber automatisch rechtzeitig vor der Tür

Neulich ging es hier im Blog um die Möglichkeit, mittels NFC-Klebern Aktionen am Smartphone auszulösen. Ich habe eine App vorgestellt, mit der man die NFC-Chips am iPhone programmiert. Beim Newsnetz habe ich das Thema in einem Patentrezept-Video aufgegriffen. Daraufhin hat mich ein Kommentator mich auf die Möglichkeit aufmerksam gemacht, die Tags direkt mit iOS zu beschreiben.

Diese Funktion ist gut versteckt – und hat einiges an Potenzial, sowohl für Spielereien als auch für echte Verbesserungen. Man findet sie in der Kurzbefehle-App, wenn man unten in der Menüleiste Automation tippt.

Es gibt zwei Möglichkeiten: Automationen für das iPhone oder iPad und solche für das Smart-Home.

Es gibt zwei Rubriken, nämlich Persönliche Automation erstellen: Die Aktion wird auf dem iPhone oder iPad ausgeführt. Es gibt auch die Variante Automation für das Zuhause erstellen. Mit der führt man Aktionen im smarten Heim aus. Zum Beispiel: Wenn jemand nach Hause kommt, schalte das Licht ein.

Aber zurück zu der persönlichen Automation: Man kann mit der nicht nur NFC-Chips beschreiben, sondern auch Kurzbefehle zu bestimmten Tageszeiten ausführen oder vom Wecker auslösen lassen und mit Orten verbinden. „So landet der Liebhaber automatisch rechtzeitig vor der Tür“ weiterlesen

Pablo fühlt sich nicht ganz ernst genommen

Wenn ich den Begriff Multioptionsgesellschaft höre, dann fällt mir immer der App-Store ein. Dort gibt es so viel Auswahl, dass man sich als sterbliches Wesen zwangsläufig überfordert fühlen muss. Am wenigsten überschaubar ist das Angebot bei den Spielen – oder vielleicht auch bei den Foto-Apps. Da gibt es so viele Titel, dass den Entwicklern inzwischen sogar die vernünftigen Namen für ihre Apps ausgegangen sind.

Das merkt man auch bei der App Becasso (für iPhone): Deren Name ist einerseits ein schlimmer Kalauer und andererseits eine grobe Beleidigung für das spanische Jahrhundert-Talent. Aber er erfüllt den (die Mittel heiligenden) Zweck: Als neugieriger App-Benutzer will man sogleich wissen, ob die App ihrem eigenen Anspruch gerecht wird oder ob sie Etikettenschwindel betreibt.

Um dieses Urteil vorwegzunehmen: „Pablo fühlt sich nicht ganz ernst genommen“ weiterlesen

Ein Blogpost über eine der ganz grossen Fragen

Ich habe mir letzte Woche einen neuen Rucksack gekauft. Das ist nun eine Sache, von der ich angenommen hätte, dass sie für dieses Blog hier irrelevant ist – denn wenn ich mir neue Unterhosen anschaffe, muss das an dieser Stelle auch nicht erörtert werden.

Nun gab es allerdings neulich ein sozialmediales Ereignis, dass bei mir einen Meinungsumschwung bewirkt hat. Eine harmlose Frage auf Twitter hat unzählige Antworten, Neben-Threads ausgelöst. Leider zeigt Twitter die Zahl der Wortmeldungen nicht an. Aber die Diskussion hat meine Timeline während ungefähr einer Woche dominiert. So gross war das Interesse nur noch bei Nobillag – und da war es kein einzelner Tweet, der die Welle ins Rollen gebracht hat.

Also, Tech-Rucksäcke interessieren. Darum hier also meine Wahl, die sicher nicht die beste, billigste oder befriedigenste ist. Für mich passt sie aber aus mehreren Gründen.

Zuerst aber zur Ausgangslage: „Ein Blogpost über eine der ganz grossen Fragen“ weiterlesen