Fröhliche PDF-Vereinigung

Das PDF-Format ist, behaupte ich, etwas vom Besten, was Adobe je gemacht hat. Daran halte ich fest – auch wenn ich ein Format vorziehen würde, das komplett frei von Patenten ist.

Das papierlose Büro ist ohne PDF nicht denkbar. Und ich archiviere mein Recherchematerial aus dem Internet in PDF-Form. Denn so habe ich alle meine Informationen noch greifbar, selbst wenn die Originalquellen nicht mehr verfügbar sein sollte. Was bekanntlich häufiger vorkommt, als einem lieb sein kann.

Leider unterstützt Windows das PDF-Format nach wie vor nur unzureichend. Man bekommt seine PDF-Dateien zwar inzwischen auch ohne den Adobe Reader zu Gesicht. Microsoft Edge zeigt sie an und bietet auch rudimentäre Bearbeitungsmöglichkeiten: Textmarkierung und Kommentar. Doch andere Funktionen wie Seiten hinzufügen, löschen, umstellen, etc., gibt es nach wie vor nicht.

Man kann sich dafür mit Webdiensten behelfen. Ich habe in letzter Zeit einige vorgestellt: pdfbob.com (Wenn Bob über eure PDFs herfällt), Pdfshrink.com (Der Shrink fürs PDF), SmallPDF (Etwas vom Besten, was Adobe je gemacht hat) und pdfcandy.com (Ein Zückerchen für PDF-Nutzer).

Aber eben: Es kommt immer wieder vor, dass eine PDF-Datei vertraulich ist, sodass man sie nicht einfach ins Web hochladen will. Dann braucht man ein Programm, mit dem man die Aufgabe offline erledigt.

Und für diesen Zweck wäre eine App aus dem Microsoft Store die beste Wahl: Man kann die leicht installieren und ebenso leicht wieder löschen. Und man vermeidet die Gefahr, die bei einem klassischen Windows-Programm immer droht: Nämlich, dass die Installation das System mit unnützem Kram verseucht oder sogar unerwünschte Komponenten einschleust.

Ich habe mich umgeschaut und nach ein bisschen Suchen PDF Genius entdeckt. Das Programm ist kostenlos; doch wenn man es ernsthaft benutzen will, muss man die so genannten Add-ons als In-App-Kauf freischalten.

Um Bilder in PDFs zu wandeln, zahlt man 8.20 Franken, für die Komprimierung 6.10, für Security (Passwörter hinzufügen und entfernen) 2 Franken, für Split (PDFs aufteilen) 5.10 und für die Konvertierung 4.10 Franken. Und Merge (Dateien zusammenfügen) ist für 2 Franken zu haben. Alle Funktionen zusammen kosten 15.50 Franken (ohne Rabatt 20.50).

Diese Preisliste hinterlässt einen willkürlichen Eindruck. Aber ich brauche vor allem die Merge-Funktion, um die Einzel-PDFs, die ich für einen Artikel sammle, zu einer einzigen Datei zusammenzufügen. Das ist mir 2 Franken wert – zumal ich die App sowohl bei meinem (vom Admin verwalteten) Arbeits-PC beim Tagi als auch zu Hause nutzen kann.

PDF Genius fügt die Einzeldateien zusammen. Man bestimmt Reihenfolge, Ansicht und Metadaten.

PDF Genius funktioniert simpel: Man wählt die Rubrik Tools, wo es die Funktionen Compress, Convert, Image to PDF, Merge, Security und Split gibt. Dann klickt man auf Merge und fügt über das Plus-Symbol die Dateien hinzu, die man zu einer Datei vereinigen möchte.

Man kann die Reihenfolge bestimmen. In der Rubrik Merge gibt es auch die beiden Optionen Merge PDF bookmarks if exists: Sie sorgt dafür, dass allfällige Lesezeichen aus den einzelnen PDF-Dateien ebenfalls zusammengefügt werden.

Auch die Option Group bookmarks under file name ist sinnvoll und praktisch. Sie sorgt dafür, dass für jede eingefügte PDF-Datei ein Lesezeichen angelegt wird, das dem Dateinamen entspricht. Das ergibt ein automatisches Inhaltsverzeichnis der resultierenden Datei, bei der man über die Lesezeichen-Liste zu den Einzel-Dokumenten springt.

Wenn man Websites mittels Printfriendly (Man muss kein Internetausdrucker sein, um Printfriendly gut zu finden) archiviert, dann erhält man automatisch eine hierarchische Inhaltsübersicht des ganzen Dokuments: Printfriendly legt nämlich seinerseits für die Zwischentitel Lesezeichen an. So findet man sich selbst in einem Archivdokument mit 50 Seiten oder mehr recht schnell zurecht.

Das Resultat: Man beachte die praktische, hierarchische Liste mit den Lesezeichen, die automatisch generiert worden ist.

In den Einstellungen findet man auch die Rubriken Initial view, wo man das Seitenlayout, die Vergrösserung und die Startseite bestimmt. Wenn man bei Navigation Tab die Option Bookmark panel and page einschaltet, wird die Leiste mit den Lesezeichen automatisch geöffnet, sodass man die sogleich zur Verfügung hat.

Bei Security könnte man ein Passwort vergeben. Bei Metadata trägt man Titel, Autor, Thema und Schlüsselwörter ein. Auch das sinnvoll, wenn man sehr viele Dateien archiviert.

Fazit: Eine simple App, die ihre Aufgabe hervorragend erfüllt und sicherstellt, dass man wichtige Informationen jederzeit greifbar hat.

Beitragsbild: Apropos merge – ich konnte der Versuchung nicht widerstehen, ein dröges Office-Thema mit einem leicht anzüglichen Bild zu illustrieren. (Stokpic/Pixabay, Pixabay-Lizenz)

Autor: Matthias

Computerjournalist, Familienvater, Radiomensch und Podcaster, Nerd, Blogger und Skeptiker. Überzegungstäter, was das Bloggen angeht – und Verfechter eines freien, offenen Internets, in dem nicht alle interessanten Inhalte in den Datensilos von ein paar grossen Internetkonernen verschwinden. Wenn euch das Blog hier gefällt, dürft ihr mir gerne ein Bier oder einen Tee spendieren: paypal.me/schuessler

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