Zwei Dateien-Tricks für iOS 13

Hier im Blog ging es schon zweimal um iOS 13 und iPad OS 13. Erstens gab es eine allgemeine Besprechung (Das lange Warten auf den besseren Homescreen) und zweitens eine Erklärung der neuen Funktion zum Schutz der Ortsdaten (Wo bist du? Wo bist du? Wo bist du?). Im dritten Beitrag soll es nun um kleinere Tipps gehen.

Die Dateien-App ist endlich (einigermassen) brauchbar. Ich habe mich schon des Öfteren darüber beklagt, dass man im iPad und iPhone nicht vernünftig mit Dateien umgehen kann. Ursprünglich gab es überhaupt kein klassisches, hierarchisches Dateisystem. Dokumente steckten ausschliesslich in den Apps. Und auch wenn das für viele Anwender die Benutzung vereinfacht, stellt es einen in gewissen Situationen vor fast unlösbare Probleme.

Die Dateien-App hat diese ursprünglichen Mankos graduell verbessert. Doch das Gelbe vom Ei war auch die nicht, wie ich im Beitrag Nein, das iPad ist kein Profi-Gerät ausgeführt habe.

Beim letzten Update ist diese Dateien-App nun auf einem Niveau angelangt, wo sich Apple nicht mehr allzusehr schämen muss. „Zwei Dateien-Tricks für iOS 13“ weiterlesen

Wie der Zauberwürfelmann zum Whistleblower wurde

Um dieses Buch kommt jemand wie ich nicht herum. Darum ist es auch überhaupt keine Frage, dass es hier im Blog besprochen wird. Wobei ich nun gar nicht allzu viel über den Inhalt verlieren will: Es ist eine Autobiografie und eine Erzählung der Ereignisse, die rund um den 6. Juni 2013 stattgefunden haben. Es erklärt schlüssig, wie es dazu kommen konnte, dass der grösste Datenschutzskandal aller Zeiten stattgefunden hat. Und wie ein Patriot zum «Landesverräter» wurde.

Der Whistleblower war ihm nicht in die Wiege gelegt.

Es geht um Permanent Record, das Buch von Edward Snowden (Amazon deutsch; Amazon Englisch), das Mitte September auf den Markt gekommen ist. Und auch wenn ich es als Pflichtlektüre apostrophiert habe, empfehle ich es unbedingt auch all den Leuten, die ihre Bücher auf rein freiwilliger Basis auswählen dürfen. Denn «Permanent Record» hat mich ab Seite eins überrascht und in den Bann geschlagen.

Ich war schon bei den ersten Kapiteln verblüfft, wie flüssig und leichtfüssig das Buch geschrieben ist. Ich gebe zu, dass das mit meiner vorgefassten Meinung zu tun hatte. Die wiederum fusst auf einer klischierten Vorstellung der Spezies des Nerds, die ich offenbar habe: Ich dachte, dass so einer wie der Snowden eine trockene Schreibe pflegen muss. Er würde sich in den technischen Details von XKeyscore, PRISM und Boundless Informant verlieren, so habe ich befürchtet.

Aber da lag ich doch ziemlich daneben. „Wie der Zauberwürfelmann zum Whistleblower wurde“ weiterlesen

Geht zum Wählen!

Die Wahlen sind fast da – noch zehn Tage dauert es, bis wir (vielleicht) einen grünen Linksrutsch durchs Parlament senden. Ich nehme an, dass die allermeisten Leserinnen die Wahlzettel längst ausgefüllt haben. Denn wer informationell so selbstbestimmt ist, dass er sogar Blogs liest (!), der wird sich auch bei der politischen Mitbestimmung nicht den Anken (🇩🇪🇦🇹: Butter) vom Brot nehmen lassen.

Wer es aber noch nicht getan hat, obwohl er wahlberechtigt ist: Siehe Titel!

Wie üblich vor den Wahlen habe ich mir meinen smarten Spider ausrechnen lassen. Das ist eine Visualisierung der politischen Ansichten, die nicht bloss zwischen den zwei Polen links-rechts, sondern auf acht Achsen (offene Aussenpolitik – restriktive Migrationspolitik, liberale Gesellschaft – Law & Order, ausgebauter Sozialstaat – restriktive Finanzpolitik, ausgebauter Umweltschutz – liberale Wirtschaftspolitik) abgebildet wird.

Die vier Begriffspärchen sind konträr aufgestellt, aber nicht unvereinbar. „Geht zum Wählen!“ weiterlesen

Perfektion in Zeitlupe

Eines muss man Apple lassen: Es ist wirklich cool, wie unkompliziert die iPhone-Kamera-App den Umgang mit Zeitraffer- und Zeitlupen-Videos macht. Man wählt den Kameramodus Zeitraffer oder Slo-Mo und legt los. Man muss sich nicht mit komplizierten Einstellungen herumschlagen wie in anderen Apps (z.B. TimeLapse). Und mit der Bildstabilisation sind sogar aus der Hand geschossene Zeitraffer-Filme absolut ansehnlich.

Zeitlupen-Aufnahmen sind logischerweise vergleichsweise sicher vor Verwackelungen. Denn selbst wenn man einen schlimmen Tatterich hat, wird durch die Verlangsamung das Wackeln zum sanften Auf und Ab.

Bei den Zeitraffer-Aufnahmen gibt es nicht viel zu bearbeiten. Man kann sie in eine beliebige Video-Editor-App importieren, wenn man die Geschwindigkeit weiter erhöhen möchte, zum Beispiel iMovie von Apple.

Bei Zeitlupen-Aufnahmen gibt es eine Bearbeitungsmöglichkeit in der Fotos-App: „Perfektion in Zeitlupe“ weiterlesen

Ein Tee für unsere weibliche Seite

Der Teeologe ist bekanntlich ein Mann mit einem Geschmack für männliche Tees. Das Gebräu darf herb in die Nase stechen, sich intensiv auf der Zunge breitmachen, wie eine Geschmackslawine den Hals hinunterrollen und einen unmissverständlichen Eindruck hinterlassen. Im Beitrag Ein Tee für echte Kerle legt der Teeologe Zeugnis von dieser Vorliebe ab. Da gibt es aber auch den Tee, der Charakter beweist und den Tee für Abenteurer. Und nicht zu vergessen den Tee für George R.R. Martin. Wobei ich nicht weiss, ob der nun als herausragender Leuchtturm des Machismo gelten soll oder nicht.

Nun ist der Teeologe aber durchaus im Einklang mit seiner weiblichen Seite. Er mag auch die Nuancen, die unaufdringlichen Geschmacksnoten und die Gaumenerlebnisse, die ihm nicht wie eine Faust ins Gesicht knallen, sondern denen er aufmerksam innehaltend nachspüren muss. (Die Geschlechterklischees an dieser Stelle sind übrigens beabsichtigt und keine Folge davon, dass der Teeologe in seiner Kindheit nicht gestillt worden ist. Das wurde er. Mit Muttermilch. Nicht mit Tee.)

Der Tee, um den es heute geht, birgt die Gefahr, mit einem bekannten Musikfestival verwechselt zu werden. „Ein Tee für unsere weibliche Seite“ weiterlesen

Apple, der moderne Wegelagerer?

Apple ist in einer komfortablen Position. Der iPhone-Hersteller nimmt im App-Markt eine so wichtige Rolle ein, dass niemand an ihm vorbeikommt. Und allein das bringt ordentlich Schotter ein.

Zum Beispiel, wenn ein Anbieter in seiner App Inhalte verkauft. Apple verdient an Zahlungen, die in einer App getätigt werden, kräftig mit: Bei Abos, die in der App abgeschlossen werden, sind es 30 Prozent im ersten Jahr und danach 15 Prozent.

Geht man zu weit, wenn man das als moderne Wegelagerei bezeichnet? Einträglich ist es jedenfalls. Die «Washington Post» schreibt, Netflix habe 2018 Apple 257 Millionen US-Dollar in Cupertino abgeliefert. Das muss weh tun – zumal die Summe wegen des Umsatzwachstums auf eine halbe Milliarde angestiegen wäre, wenn der Streamingdienst nicht aufgehört hätte, in der iOS-App Abos anzubieten.

So weit, Apple öffentlich anzuprangern, will Netflix trotzdem nicht gehen. „Apple, der moderne Wegelagerer?“ weiterlesen

Die Markdown-Editoren werden teamfähig

Hier im Blog ging es häufiger darum, wie Markdown die Welt rettet. Oder zumindest die Sphäre der Textverarbeitung umkrempelt. Ich habe die Vorteile des öfteren erklärt (zum Beispiel hier oder hier), sodass ich an dieser Stelle guten Gewissens darauf verzichten kann.

In letzter Zeit ist es hier um Markdown etwas ruhiger geworden. Die behandelten Apps, unter anderem Drafts 5 für iOS, Dillinger für den Browser, Typora unter Windows und MacDown am Mac, decken bereits eine breite Palette ab. Und dann habe ich ja auch noch Dokuwiki und Janis vorgestellt. Mit ersterem verwendet man Markdown für seine Online-Dokumentation, mit letzterer verwaltet man Notizen.

Doch eine Frage ist mir neulich begegnet: Gibt es einen Markdown-Editor, den man nicht für sich allein, sondern zusammen mit anderen benutzen kann? Die Antwort ist natürlich ja. Hier habe ich eine Liste mit fünf solchen Programmen gefunden. Und das sind meine Urteile zu diesen Apps:

Da ist socrates.io: „Die Markdown-Editoren werden teamfähig“ weiterlesen

Mailprogramme, die nicht so schlimm stinken

Meine ausführliche Testaktion von Desktop-Mailanwendungen hat zu einem banalen Resultat geführt. Ich setze nun hauptsächlich das Programm ein, das ich nebenbei schon immer im Einsatz hatte. Es ist, Achtung Antiklimax!, Mozilla Thunderbird. Die Details zu diesem halben Umstieg gibt es im Beitrag So donnert das Mail!.

Völlig sinnlos war die kleine Testreihe aber nicht. Ich hatte mehr als genug Material, um die Erkenntnisse zu einem Patentrezept-Video zu verarbeiten. Wer nun nicht die knapp zehntausend Worte lesen möchte, die ich hier im Blog zu den modernen Mail-Apps zum besten gegeben habe, kann sich auch einfach das etwa dreiminütige Video reinziehen.


Sie brauchen ein neues Mailprogramm!

Wer nun trotzdem an den Detail interessiert ist, findet die in dieser Übersicht: „Mailprogramme, die nicht so schlimm stinken“ weiterlesen

Der kleinste gemeinsame Multimedia-Nenner

DLNA gehört zu den Dingen, auf die man nicht unbedingt ein Loblied singen würde. Der Standard, 2003 von Sony und Intel erfunden, hat heute ordentlich Staub angesetzt. Er funktioniert umständlich und auch nicht extrem zuverlässig.

Wer nicht weiss, wovon die Rede ist: Die Digital Living Network Alliance hat es sich seinerzeit zum Ziel gesetzt, digitale Inhalte von einem Gerät aufs andere zu bringen. Ein ergänzendes Stichwort dazu ist UPnP, Universal Plug and Play: Geräte können miteinander kommunizieren und Dateien austauschen. Das ist kein Streaming nach heutigen Massstäben, sondern vielmehr ein Dateitransfer. Und wenn wir schon bei der Kritik sind: Die Unterstützung moderner Dateiformate ist ziemlich lückenhaft.

Doch auch wenn DLNA einem kein Techno-Hochgefühl verschafft, habe ich mich trotdzem entschieden, den Standard in einem Patentrezept-Video vorzustellen. Denn was nützt einem die schönste technische Errungenschaft, wenn sie von den Geräten, die man zu Hause herumstehen hat, nicht unterstützt wird? Viele der Alternativen zu DLNA sind weniger verbreitet und stehen längst nicht in allen Konstellationen zur Verfügung.

Das liegt (wie häufig) daran, dass manche Hersteller ein proprietäres Süppchen kochen. „Der kleinste gemeinsame Multimedia-Nenner“ weiterlesen

Wo bist du? Wo bist du? Wo bist du?

Mit dieser neuen iOS-Funktion erwischt man Apps, die die Ortungsfunktion auf übergriffige Weise nutzen.

Eine der nützlichsten neuen Funktionen von iOS 13 – hier allgemein vorgestellt – ist die Enttarnung von Apps, die ständig die geografische Position des Smartphones abfragen. Sie liefert eine klare Entscheidungsgrundlage, wenn man sich fragt, ob man einer App vertrauen sollte oder nicht.

Schon vor iOS 13 war es so, dass Apps die Berechtigung einholen mussten, wenn sie eine Standortabfrage ausführen wollten (siehe auch Apple-Supportdokument GPS und Ortungsdienste für Apps auf dem iPhone, iPad oder iPod touch nutzen). Doch es war für uns Nutzer nicht ersichtlich, wie intensiv oder zurückhaltend eine App auf die Standortdaten zugriff.

Mit iOS 11 hatte Apple die Spielregeln verschärft. Apps mussten erklären, weshalb sie GPS-Zugriff haben wollten. Und in den Einstellungen gab es nun die Möglichkeit, die Ortung einzuschränken. „Wo bist du? Wo bist du? Wo bist du?“ weiterlesen