Erst schwitzen, dann daten-minen

Im Artikel Das sind die besten Karten-Apps sind Erkenntnisse aus vielen hier im Blog veröffentlichen Beiträgen zusammengeflossen. Bei meinen Recherchen bin ich auch auf die Übersicht der Apps gestossen, die an Strava andocken.

Strava ist, für die Nicht-Sportler unter euch, eine App, bzw. ein soziales Netzwerk fürs Sport-Tracking: Velofahren, Rennen, Wandern, aber auch Skifahren oder Rudern kann man erfassen. Ich habe die App seinerzeit, nebst anderen, im Beitrag Wenn das Smartphone nach draussen lockt vorgestellt.

Nun ist Strava inzwischen mehr als nur ein Dienst fürs Tracking von sportlichen Aktivitäten. Es ist ein Tummelfeld für Datenanylisten, -Visualisierer und Selbstinszenierer. Ich bin beeindruckt, wie viele nachgelagerte Apps, Websites und Dienste es gibt. Und bevor ihr nun sagt: «Nett, aber interessiert mich nicht, weil ich Strava nicht nutze» noch folgender Hinweis: Man kann den Dienst mit vielen Trackern koppeln, zum Beispiel mit Garmin. „Erst schwitzen, dann daten-minen“ weiterlesen

Was man nicht an die grosse Glocke hängt

Wie haltet ihr es so mit euren mobilen Geräten in der Familie und im Freundeskreis? Dürfen zum Beispiel eure LebenspartnerInnen, Kinder und Enkel, Eltern euer Smartphone einsehen? Gebt Ihr den Passcode an Blutsverwandte, Angeheiratete und Leute, die euer Tisch und Bett teilen weiter – oder sind Smartphone und Tablets strikt persönlich, dass keiner darauf herumfuhrwerken darf, egal wie nah er euch auch ist?

Das ist eine schwierige Angelegenheit, finde ich. Der Standpunkt «Mein Gerät gehört mir» ist konsequent und trägt dem Umstand Rechnung, dass man das Recht hat, seine kleinen Geheimnisse zu wahren. Es geht nicht darum, dass man als anständiger Mensch nichts zu verstecken hat. Edward Snowden hat dazu ein schönes Gegenargument, das ich bei Wikipedia gefunden habe:

Arguing that you don’t care about the right to privacy because you have nothing to hide is no different than saying you don’t care about free speech because you have nothing to say.

Man ist auch nicht gegen die freie Meinungsäusserung, nur weil man nichts zu sagen hat. „Was man nicht an die grosse Glocke hängt“ weiterlesen

Gmail auf die Finger schauen

Google ist ein seltsames Unternehmen. Da wurde vor einiger Zeit mit viel Getöse der 15 Geburtstag von Gmail gefeiert. Zum Getöse gehörten, als Geburtstagsgeschenk verpackt, neue Funktionen für den Maildienst: Spannende, nützliche Dinge wie zum Beispiel die Möglichkeit, Mails nicht sofort, sondern zu einem bestimmten Datum zu senden.

Ich nutze seit Jahren ein Plugin, welches genau das ermöglicht. Meine Erfahrung ist ausgezeichnet: Bei der Kommunikation mit stark frequentierten Mailboxen ist es sinnvoll, eine Nachricht genau in dem Moment abzusenden, in dem sie relevant für den Empfänger ist. Schickt man sie zu früh ab, ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass sie untergeht.

Boomerang hat die Arbeit zuverlässig erledigt. Aber es ist viel praktischer, wenn die Funktion für das zeitgesteuerte Versenden direkt in Gmail eingebaut ist. Darum habe ich mich auf die Neuerung gefreut: Die ist ein echt gutes Geburtstagsgeschenk.

Doch weil Google ein seltsames Unternehmen ist, war dieses Geschenk – die neuen Funktionen – über Tage und Wochen nach dem grossen Datum nicht zu entdecken. Da ich unlängst Gelegenheit hatte, mit zwei Googlern zu plaudern, habe ich danach gefragt: Wie kann es sein, dass ein solches Geburtstagsgeschenk nicht wie angekündigt zum Geburtstag, sondern erst viel später eintrudelt? Die Antwort war wie erwartet: „Gmail auf die Finger schauen“ weiterlesen

Was hätte Immanuel Kant dazu gesagt?

Was hätte Immanuel Kant wohl über die Gewohnheit vieler Handyfilmer gesagt, ihre Aufnahmen vertikal zu drehen? Nicht viel, nehme ich an, denn als Philosoph und Aufklärer hätte er Besseres zu tun. Und ich erwähne ihn auch nur, weil mir neulich auf Facebook ein Scherzchen begegnet ist, das ich am Ende des Beitrags eingefügt habe. (Jawohl, mit so perfiden Methoden bringe ich euch dazu, meine Beiträge bis zum Ende zu lesen.)

Obwohl das Scherzchen reichlich müde ist, musste ich sehr lachen. Und wo wir mit Kant im Zeitalter der Vernunft angelangt sind, gilt es festzuhalten, dass es wirklich fast gar keine Gründe gibt, seine Videos aufrecht zu filmen. Das Vertical Video Syndrome klingt wie eine Krankheit, ist schon längstens ein Meme und eine Landplage sondergleichen.

Es hat damit zu tun, dass die Leute halt so filmen, wie ihnen ihr Smartphone gerade in die Hand gekommen ist – und das ist typischerweise aufrecht. Man kann es so schön in einer Hand halten. Im Querformat muss man schauen, dass es einem nicht aus der Hand fällt. „Was hätte Immanuel Kant dazu gesagt?“ weiterlesen

Kommt jetzt der warme Geldregen für uns Blogger?

Wie kann man mit Bloggen stinkreich werden ein bisschen Geld verdienen? Diese Frage stelle ich mir immer mal wieder – einerseits aus egoistischen Interessen, andererseits natürlich, weil es eine wichtige Frage ist, wenn man das Internet verstehen will.

Also, es gibt mehrere mögliche Einnamequellen: Erstens Werbung. Meine Erkenntnis dazu gibt es im Beitrag 3400 Franken in sechs Jahren. Zweitens die Affiliate-Links. Dazu habe ich mich in den Beiträgen Warum ich mit dem Amazon-Partnerprogramm experimentiere und Apple klaut mir mein Taschengeld ausgelassen. Und schliesslich kann man sich kaufen lassen. Für mich kommt das nicht in Frage (Subtile und plumpe Vereinnahmungsversuche). Aber andere tun es.

Und nun scheint eine neue Einkommensmöglichkeit dazuzukommen. Die Verwerwertungsgesellschaft Pro Litteris entschädigt neuerdings auch Online-Werke. Wie hier beschrieben, findet die Verteilung erstmals 2019 statt. In den Erklärungen ist jeweils von Verlagen die Rede. Aber es spricht im Grunde nichts dagegen, dass man sich auch als Blogger als Verlag betrachtet und seine Beiträge für die Verteilung anmeldet. „Kommt jetzt der warme Geldregen für uns Blogger?“ weiterlesen

Ein Tee für George R.R. Martin

Ob George R.R. Martin Tee trinkt? Dieses Youtube-Video hier legt nahe, dass er es tut. Und in seiner berühmten Buchreihe gibt es den ominösen Moon Tea. Doch kann man den als Beleg für die persönlichen Vorlieben des Autors nehmen? Aus zwei Gründen nicht, vermute ich:

Erstens würde man den Moon Tea nicht zum Spass trinken wollen. Er wirkt verhütend. Und, wenn man schon empfangen hat, abtreibend. Das ist nicht völlig aus der Luft gegriffen, weil beim Tee die Grenzen zwischen Erfrischungsgetränk und Therapeutikum fliessend sind.

Zweitens ist es so, dass dieser These die Annahme zugrunde liegt, in «A Song of Ice and Fire» seien die persönlichen Vorlieben und Abneigungen des Autors eingeflossen. Und mit der gelangt man unweigerlich in Teufels Küche. „Ein Tee für George R.R. Martin“ weiterlesen

Apps gegen den körperlichen Zerfall

Der körperliche Zerfall ist nicht aufzuhalten. Er fängt an bei den Äusserlichkeiten an (Abhandenkommen der Frisur). Er setzt sich bei den sensorischen Defiziten fort (4k-Video, nicht schärfer Super-8). Und dann, ja dann, kommt er auch im Oberstübchen an. (Wer sind all die Leute, die um mich herum im Büro sitzen?) Doch wie ein guter Freund von mir zu sagen pflegt: Wenn man sich noch an den Namen des guten Doktors erinnert (Alois Alzheimer), dann hat man seine Krankheit noch nicht.

Ich weiss nicht, ob das stimmt. Aber die gute Nachricht ist: Man kann Gegenmassnahmen einleiten. Nicht in jedem Fall – die Frisur bleibt, wie sie ist. Aber was das Gehirn angeht, da kann man trainieren. Sowohl Daten und Fakten. Als auch die geistige Fitness.

Und dafür habe ich ein paar Apps zusammengetragen. Die Inspiration war der Beitrag Die Elefantenhirn-App. In dem geht es um eine Methode, die einem angeblich hilft, das Namensgedächtnis zu verbessern. Die überzeugt mich nur halb. Aber die Idee, seinen Kopf auf Trab zu halten, die leuchtet durchaus ein. Darum habe ich in einem Patentrezept-Video fünf Apps zusammengetragen, die dabei helfen. „Apps gegen den körperlichen Zerfall“ weiterlesen

Karten, Geisterstadt, Velofahren

Hier die Übersicht der neuesten Beiträge, aus Gründen zum ersten Mal ohne Publisher.

„Karten, Geisterstadt, Velofahren“ weiterlesen

Crowdsourcing bei der Verbrechensbekämpfung

Kürzlich hat sich das Buch Chase Darkness with Me in meine Audible-App verirrt. Ich sage «verirrt», weil das ein untypisches Buch ist, was meine Hörbuch-Hörgewohnheiten angeht. Da entscheide ich mich eher selten für Sachbücher. Und wenn, dann für «harte» Themen. Mit «hart» meine ich Politik, Wissenschaft und im weiteren Sinn Gebiete, bei denen man beim Hören auch etwas lernt. Das Buch von Billy Jensen ist jedoch im Unterhaltungsbereich angesiedelt. Zumindest in meiner Wahrnehmung – der Autor würde dieser Einschätzung wahrscheinlich widersprechen.

Also, es geht in dem Buch um True Crime. Das ist ein Genre, das in den letzten Jahren viel Auftrieb erhalten hat. Schuld daran ist auch Netflix mit Serien wie Making a Murderer, American Crime Story oder Conversations with a Killer: The Ted Bundy Tapes. Und natürlich gibt es auch viele TV-Shows aus dem Bereich, zum Beispiel Crime Watch Daily, für die der Autor des Buchs auch arbeitet.

Billy Jensen ist, man kann es nicht anders sagen, ein Besessener: Er will nicht nur über die Kriminalität berichten. Nein, er will dort Erfolge erzielen, wo die Polizei versagt hat und die Täter davongekommen sind. Dazu verwendet er auf recht klevere Weise die sozialen Medien: „Crowdsourcing bei der Verbrechensbekämpfung“ weiterlesen

Auch Windows macht jetzt einen auf Nanny

Das letzte Windows-Update hat mir nicht nur eitle Freude bereitet. Und auch jetzt stürzt der Grafiktreiber bei jedem Start ab. Aber gut, mit solchen Nebenwirkungen hat man als Windows-Nutzer zu leben gelernt.

Heute soll es hier um eine andere Neuerung gehen, die mir am Mai-2019-Update von Windows 10 (auch bekannt als Version 1903) aufgefallen ist. Es gibt in den Einstellungen bei Apps in der Rubrik Apps & Features nämlich neu die Option Quellen für das Abrufen von Apps auswählen. Dort stehen vier Optionen zur Auswahl:

  • Überall
  • Überall – aber benachrichtigen, falls eine vergleichbare App im Microsoft Store verfügbar ist
  • Überall – aber vor der Installation einer App warnen, die nicht aus dem Microsoft Store stammt
  • Nur Microsoft Store (empfohlen)

Das ist bemerkenswert. „Auch Windows macht jetzt einen auf Nanny“ weiterlesen