Der gute Ton bei Videoproduktionen

Für die meisten meiner Videoaufnahmen setze ich das im Beitrag Das Smartphone als Audio-Recorder vorgestellte Lavalier-Mikrofon SmartLav von Røde ein. Das funktioniert (mit dem SC3-Adapter) auch bestens an meiner Videokamera, wo ich es mit einer simplen Klinkenkabel-Verlängerung nutze.

Das ist in bei all den Fällen praktisch, wo ich allein vor der Kamera stehe. Wenn ich vor der Kamera ein Interview führen will, dann sieht es anders aus. Ich habe in solchen Fällen meinen Audiorekorder (Roland R05) mit dabei. Allerdings musste ich mit dieser etwas unprofessionell wirkenden Methode schon des öfteren Spott über mich ergehen lassen (zum Beispiel hier in den Kommentaren).

Was könnte man besser machen? Man könnte natürlich zwei Lavalier-Mikrofone einsetzen. Man bräuchte dann allerdings irgend eine Möglichkeit, die beiden Signale zusammenzumischen, bevor man sie in der Kamera aufzeichnet. Muss man also noch einen kleinen Audiomixer mit sich herumschleppen und während der des Interviews auf die richtige Auspegelung achten?

Nein, dank eines einfachen Tricks muss man das nicht: „Der gute Ton bei Videoproduktionen“ weiterlesen

So ordentlich war Windows noch nie

Seit sieben Jahren, also mit Erscheinen von Windows 8, ist Microsoft dabei, das Betriebssystem neu zu erfinden. Dabei haben sich viele Dinge verändert; vor allem der Look und das Startmenü mit seinen Kacheln. Mir scheint es Microsoft ein wirkliches Anliegen zu sein, das System moderner und benutzerfreundlicher zu machen.

Das zeigt sich daran, dass die schwer zu durchschauende und für viele Nutzer überfordernde Systemsteuerung durch die deutlich zugänglichere Einstellungen-App ersetzt wird. Es gibt die Systemsteuerung zwar noch, aber man braucht sie nur noch selten. Und irgendwann wird sie entweder entfernt werden oder aber einfach in Vergessenheit geraten.

Die Einstellungen-App nimmt nicht nur die Aufgaben der Systemsteuerung wahr, sondern kümmert sich auch um Dinge, für die man früher separate Programme benutzt hat. Ein gutes Beispiel dafür ist die Entsorgung von Datei-Altlasten. Dafür gab es früher (und gibt es noch) ein eher banales Progrämmchen namens Datenträgerbereinigung.

Das hat die Aufgabe mehr schlecht als recht erfüllt. „So ordentlich war Windows noch nie“ weiterlesen

Die Alternative fürs Mac-Land

Äh, der Titel weckt womöglich falsche Erwartungen oder bringt vielleicht sogar das ganze Posting zum Entgleisen. Jedenfalls zur Klärung vorneweg:  Es geht nicht um eine populistische Strömung, die zum Ziel hat, am Mac den Rechtsklick einzuführen – denn beim Mac gibt es bekanntlich nur den Linksklick mit gedrückter Control-Taste, was einfach nicht das Wahre ist. Und es geht auch nicht darum, Euro-Zeichen von der Tastatur zu verbannen oder um die Frage, ob die USB-C-Anschlüsse auf der rechten Seite des Geräts aufrechter ihren Dienst verrichten als die linksversifften Buchsen links. Das wäre schliesslich alles ziemlich lächerlich.

Nein, es geht um die Alt-Taste des Mac, die hochoffiziell Option key oder zu Deutsch Wahltaste heisst – aber mit der Bezeichnung wäre diesem Beitrag eine lahme Einstiegs-Pointe verwehrt geblieben. Jedenfalls ist die Alt– bzw. Option-Taste überaus nützlich, weil sie an vielen Ecken und Enden des Betriebssystems versteckte Befehle zum Vorschein bringt. Hier erst eine Übersicht zum Finder. Dort gibt es bei gedrückter Alt-Taste andere Befehle im Menü: „Die Alternative fürs Mac-Land“ weiterlesen

Memes im Eigenbau

Heute geht es um eine App, die mit dem Sätzchen «Man kann mit ihr Texte auf Bilder kleben» passend umschrieben ist. Man könnte wahrscheinlich auch von einem Meme-Generator sprechen. Da gibt es im Netz diverse, etwa den, den oder den. Oder den. Respektive den. Und noch gefühlt eine halbe Million weiterer solcher Websites.

Ich gebe zu: Ich kann weder mit der Softwarekategorie noch mit den Memes selbst wahnsinnig viel anfangen. Klar, manche sind lustig. Aber viele wahnsinnig überstrapaziert: One Does Not Simply. So youre telling me. Bad Luck Brian. Condescending Wonka. Facepalm. Overly Attached Girlfriend. Das Success Kid. Etc.

Wenn man nun mehr tun möchte, als die zum einmillionundersten Mal zu rezyklieren, dann kommt die App Textograph Pro ganz gelegen. Es gibt sie fürs iPhone, und zwar für 3 Franken. Das erscheint auf den ersten Blick reichlich viel. Aber sie ist den Preis wert – denn sie ist keine schnell hingerotzte App, die zum Spass ein-, zweimal benutzt werden möchte. Und wie Réda auf Facebook zu Recht kommentiert: Für reine Text-Memes tut es auch die kostenlose Lite-Version.

Nein, sie ist ein brauchbares Gestaltungsinstrument und ich gehe sogar so weit, sie mit dem Schlagwort Typografie zu versehen. „Memes im Eigenbau“ weiterlesen

Die Elefantenhirn-App

Heute eine App aus der Kategorie «Gut gemeint, aber vielleicht doch nicht der Weisheit letzter Schluss». Wahrscheinlich würde es sich lohnen, hier im Blog eigens dafür eine Kategorie einzurichten – allerdings müsste mir dann noch eine prägnantere und kürzere Bezeichnung dafür einfallen. Jedenfalls geht es darum, dass die Zahl der unausgereiften Apps, denen ich beim Streifzug nach besprechungswürdigen Titeln begegne, ist im Steigen begriffen ist.

Das ist natürlich kein Wunder. Inzwischen gilt There’s An App For That™ absolut wortwörtlich: Es gibt für fast alles, was ansatzweise technisch möglich ist, eine App. Das schränkt die Möglichkeiten für neue Entwickler ein: Man kann etwas Vorhandenes kopieren und hoffen, dass es niemand merkt. Man kann versuchen, eine bestehende App neu zu denken und zu revolutionieren – was meines Erachtens der beste Weg ist, für Furore zu sorgen. Es sind nämlich genau die Apps, die mich begeistern: Diejenigen, die etwas Banales auf überraschende Art und Weise neu lösen. Ein gutes Beispiel dafür ist Anchor Pointer.

Dritte Möglichkeit: Man begibt sich als Entwickler auf exotische Pfade. Man widmet sich einem Konzept, das nun nicht gerade danach schreit, als App realisiert zu werden. Und man hofft, dass man auf eine Marktlücke stösst. Die Wahrscheinlichkeit dazu dürfte nicht sehr hoch sein – aber man kann nie wissen.

Ein Beispiel dafür scheint mir die App Name Skillz zu sein. „Die Elefantenhirn-App“ weiterlesen

So geht die Fotografie den Bach hinunter

Bei (der übrigens sehr empfehlenswerten) Foto-Site Petapixel habe ich neulich einen Beitrag über ein Ding namens Exposure Calculator gefunden. Er setzt bei einem interessanten Phänomen an. Nämlich bei der Tatsache, dass immer mehr Fotografen mit «Exposure» bezahlt werden.

Die exposure hat in dem Fall nichts mit der fotografischen Belichtung zu tun (obwohl es dafür natürlich auch Webanwendungen gibt). Nein, in Deutsch würde man das wahrscheinlich «Publicity» nennen, obwohl das auch nicht wirklich ein deutsches Wort ist. Aber mit «Öffentlichkeit» kommt man der Sache auch einigermassen nahe.

Also, das funktioniert so: Ein Auftraggeber hätte gerne ein Foto, möchte dafür aber kein Geld bezahlen. Stattdessen bietet er «Öffentlichkeit» an: «Wir werden dein Foto einem grossen Publikum zugänglich machen.» Der Fotograf steigert seinen Bekanntheitsgrad, baut sich einen Ruf auf. Das hilft  dabei, Aufträge an Land zu ziehen, die dann auch wirklich bezahlt werden – in echtem Geld.

Das ist kein seltenes Phänomen. „So geht die Fotografie den Bach hinunter“ weiterlesen

Pseudo-Fortschritt bei Windows

Microsoft ergänzt das altbewährte Snipping Tool durch ein Ding namens Ausschneiden und skizzieren, das es bislang als separate App im Windows Store gab. Das soll den Umgang mit Bildschirmfotos (Denglisch: Screenshots) verbessern. Zum Schicksal des Snipping Tools gibt es widersprüchliche Angaben. Erst hiess es, es würde verschwinden. Hier heisst es folgendes:

Currently, we are not planning to remove the Snipping Tool in the next update to Windows 10 and the consolidation work underway will be a feedback and data-driven decision.

Das Snipping Tool wird nicht sofort verschwinden. Ob es erhalten bleiben wird, hängt von den Rückmeldungen der Leute ab. Und davon, ob die Telemetrie-Daten zeigen, dass die Leute es weiterhin benutzen.

Für die allermeisten Windows-Nutzer dürfte die Frage annähernd irrelevant sein. Für mich ist sie es nicht, weil ich es sehr häufig mit Screenshots zu tun habe, Ich fabriziere sie als Tech-Journalist und als Blogger. Ich bin von der Neuerung somit persönlich betroffen – und ich nehme sie auch ein bisschen persönlich.

Darum hier das gewünschte Feedback zu Handen von Microsoft. In einem Satz: Die neue App ist ein Rohrkrepierer. „Pseudo-Fortschritt bei Windows“ weiterlesen

Netflix, das ist eine Frechheit!

Wir haben seit Ende des letzten Jahres einen smarten, etwas blöden Fernseher, der auch 4k kann. Darum hatten wir für ein paar Monate auch die entsprechende Netflix-Ausbaustufe abonniert. Das heisst Premium und unterstützt auch das Streaming auf vier Geräte. Das brauchen wir allerdings nicht. Wir schauen normalerweise zusammen Netflix, sodass an sich sogar die Nutzung von zwei Streams parallel beim Standard-Abo nett, aber nicht zwingend ist.

Nun haben wir wieder auf das Standard-Abo zurückgewechselt. Erstens gibt es zu wenige Inhalte in 4k bzw. UHD, dass sich der Aufpreis wirklich lohnen würde.

Zweitens langt Netflix beim Premium-Abo ziemlich hin – und demnächst wird es noch teurer. „Netflix, das ist eine Frechheit!“ weiterlesen

Instagram (und Chasperli) in die Schranken weisen

iOS 12 hat die Funktion der Bildschirmzeit eingeführt (siehe iOS 12 nervt ein bisschen weniger). Die rechnet einem akribisch vor, mit welchen unsinnigen Apps man tagein tagaus seine Zeit verschwendet. Wie man diese Funktion findet und ob man sie nutzt, bleibt jedem selbst überlassen.
Was mich angeht, verspüre ich nicht das Bedürfnis, mich von einer Smartphone-Sucht zu befreien oder mich weniger vom Handy bestimmen zu lassen. Aber ich habe durchaus schon gewisse Konsequenzen gezogen. So habe ich die beiden Apps Toon Blast (Zu bärchenmässig, aber sonst voll iO) und Angry Birds Blast (Wer hat hier von wem abgekupfert?) von meinen Geräten verbannt, weil sie in der Statistik durch einen inadäquat hohen Zeitbedarf aufgefallen waren.

Die Funktion der Bildschirmzeit hat somit durchaus ihre Berechtigung, auch wenn ich finde, dass es auch charmanter geht. Meine Lieblings-App zur Selbstkontrolle ist Forest. Ich habe sie ausführlich im Beitrag Bäume pflanzen statt Facebook klicken vorgestellt.

Etwas hat mich allerdings seit jeher an Bildschirmzeit irritiert: „Instagram (und Chasperli) in die Schranken weisen“ weiterlesen

Zeit, dass sich was dreht

Sich mal als Risikokapitalgeber fühlen? Dank Crowdfunding weder für Hinz noch für Kunz ein Problem. Man sucht sich ein nettes Projekt, gibt ein paar Franken und kann sich dann damit brüsten, etwas für die Wirtschaft und für die Startup-Szene getan zu haben. Und ganz nebenbei zeigt man den Banken eine lange Nase. Die haben zwar das Geld, doch sie würden den Teufel tun, es aufstrebenden Jungunternehmern anzuvertrauen. Darum springen wir als Schwarmfinanzierer in die Lücke und machen jene Produkte möglich, von denen wir finden, dass die Welt sie braucht.

Ich habe es wieder einmal gewagt, trotz meines mehr als betrüblichen Leistungsausweises. Die meisten Projekte, die ich unterstütze, sind gescheitert oder noch Jahre später in der Schwebe. Doch heute darf ich von einem erfolgreichen Projekt berichten.

Das ist der Pivo Pod: Das ist eine Stativhalterung fürs Smartphone. So weit, so unspektakulär. Der Clou ist, dass sie sich auch noch um die eigene Achse drehen kann. Das ermöglicht eine Reihe von Spezialtricks:
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