Hey Browser, nerv nicht!

Seit wann ist es eigentlich in Ordnung, Leute bei jeder möglichen und unmöglichen Gelegenheit schräg von der Seite anzuquasseln? Und ja, ich weiss, dass ich mich gerade wie ein alter Mann anhöre. Aber egal: Es ist doch besser, wenn ich hier im Blog Dampf ablasse, statt meinen Ärger auf dem Bahnhofsplatz rauszubrüllen, oder? Hier könnt ihr unauffällig weitergehen.

Belästigt wird man zum Beispiel per Telefon, wenn man keine Massnahmen gegen Werbeanrufe vornimmt. Oder auf der Strasse, wenn man an einem Ort unterwegs ist, wo sich die so genannten «Fundraiser» tummeln. Die werden immer offensiver, und das ist nicht nur mein Eindruck. Und Bahnhöfe sind Orte, wo man einen Zug besteigen könnte, wenn man die denn zwischen den Werbepanels, -plakaten und -projektionen noch finden würde.

Und im Netz geht es genauso: Ein selbststartendes Video da, ein blinkendes Overlay-Fenster dort. Und hier noch eine Anfrage, ob man nicht gerne Benachrichtigungen haben würde. Und bei jeder zweiten Website plärrt und dudelt etwas los, wenn man nicht schnell genug den Mute-Knopf drückt. „Hey Browser, nerv nicht!“ weiterlesen

Das ganze Leben als Endlosschleife

The First Fifteen Lives of Harry August (Amazon Affiliate), in Deutsch Die vielen Leben des Harry August (Amazon Affiliate) ist eine Geschichte, die zwar gut in meine Nerdliteratur-Rubrik passt – aber weder mit dem Zeitreisen– noch mit dem Multiversums-Tag so richtig passend beschrieben ist (ich habe trotzdem mal beide zugewiesen). Es gibt zwar Varianten im Ablauf der neueren Menschheitsgeschichte und Informationen, die im Zeitablauf nach hinten wandern. Aber es gibt keine Methode, mit denen die Protagonisten von einem Paralleluniversum ins andere hüpfen könnten. Und auch keine Zeitmaschine.

Die Mechanik zur Durchbrechung des linearen Ablaufs der Dinge erinnert sehr ans Buch «Replay», das ich im Beitrag Jahrzehntlich grüsst das Murmeltier besprochen habe: Da geht es um Jeff Winston, der einen Teil seines Lebens immer und immer wieder erlebt. Er kann daraus Lehren ziehen, Varianten ausprobieren und sehen, was er tun muss, damit es ihm gut ergeht. Aber wie er in diese Schleife hineingeraten ist, das bleibt im Dunkeln. Es passiert einfach – und damit muss man sich als Leser zufrieden geben.

Auch Harry August erlebt sein Leben mehrfach: Wie der Titel andeutet, fünfzehn Mal. Und ich verrate nicht zu viel, wenn ich sage, dass nach dem 15. ein 16. Mal erfolgt, und die Wiederholungen sich potenziell in alle Ewigkeit erstrecken könnten. „Das ganze Leben als Endlosschleife“ weiterlesen