Reddit als letzter Ausweg?

Der Schweizer Web­dienst AppZapp informiert über Rabatte in den App-Stores. Doch er macht dicht, angeb­lich wegen der Daten­schutz-Grund­veror­dnung. Gefragt sind alter­nati­ve Infor­mations­quellen zu App-Schnäpp­chen.

Unter dem Titel Ein heisser Tipp für App-Schnäppchenjäger habe ich seinerzeit die App AppZapp vorgestellt: Ein Schweizer Produkt, das via Ifttt oder in einer App darauf aufmerksam macht, wenn man in den Stores von Google oder Apple Geld sparen kann: Man hat Softwareprodukte unterbreitet bekommen, die den Preis reduziert oder auf null gesetzt haben.

Nun ist mir schon vor einiger Zeit aufgefallen, dass die Benachrichtigungen ausbleiben. Neulich hatte ich endlich Gelegenheit, der Sache auf den Grund zu gehen. Die Nachforschungen ergeben, dass sich AppZapp selbst weggezappt hat. Schuld sei, so heisst es, die Datenschutz-Grundverordnung, DSGVO bzw. GDPR in Englisch:

Da hat die Datenschutzgrundverordnung zugeschlagen!

Wie ihr wisst, wird am 25.05.2018 die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) für alle Unternehmen und Dienste in Kraft treten. Wir haben viele Dinge ausprobiert, um AppZapp mit der DSGVO in Einklang zu bringen. Wir haben festgestellt, dass es keine Möglichkeit gibt, das rechtzeitig zu schaffen. Wir denken, dass die DSGVO notwendig ist, um die Nutzer und ihre Privatsphäre zu schützen. Daher werden wir alle AppZapp-Dienste vor dem 25. Mai abschalten und alle Nutzerdaten löschen.

Da staunt der Laie und der Fachmann wundert sich. Kann das so schwierig sein? In welcher Form haben die bei AppZapp Nutzerdaten gesammelt, dass es nicht möglich war, den Anforderungen Genüge zu tun? Über günstige Apps kann man schliesslich informieren, ohne nur ein einziges Byte zu einem Nutzer zu speichern.

Mein Eindruck ist, dass die Einhaltung der Datenschutzgrundverordnung zwar lästig, aber machbar ist, wenn man von Anfang an sorgfältig, zurückhaltend und verantwortungsbewusst mit Nutzerdaten umgegangen ist. Wenn eine Entflechtung so schwierig ist, dass man lieber gleich den Laden dichtmacht, dann wirkt das auf mich doch etwas verdächtig: Ist das Geschäftsmodell gleich infrage gestellt, wenn man die Datensammelei vernünftig regeln müsste?

In der Not probiere ich es sogar mir Reddit

Egal. Ich brauche jedenfalls eine neue Möglichkeit, mich über Rabatte und Preisreduktionen im App Store informieren zu lassen. Wieder per App? Erfahrungsgemäss pflegt Apple solche Apps aus dem Store zu werfen, was an den hier diskutierten Gründen liegt. Entsprechend habe ich keine gute Alternative gefunden.

Darum bin ich auf die Idee verfallen, es noch einmal mit Reddit zu probieren – obwohl ich an Reddit seit Jahren gescheitert bin.

Jedenfalls gibt es den Subreddit (sagt man so?) /r/AppHookup/, in dem die Nutzer über preisreduzierte Angebote berichten – eine Art kuratierte Schnäppchenliste. Das gleiche gibt es mit /r/googleplaydeals/ auch für Android-Apps. In der mobilen App kann man bei Notifications im Abschnitt Communities für die fraglichen Gruppen die Einstellung auf Trending oder Frequent setzen – dann sollte einem die App, wenn ich die Sache richtig verstanden habe, innert nützlicher Frist über interessante, vergünstigte Apps informieren.

Auch eine Möglichkeit: Appshopper.com

Hier gibt es die vergünstigten Apps zu finden.

Und ansonsten bietet Sortierung nach gesenkten Preisen bei Appshopper.com nach wie vor einen gangbaren Weg, wenngleich man auf die Benachrichtigungen bei neuen Aktionen verzichten muss.

Autor: Matthias

Computerjournalist, Familienvater, Radiomensch und Podcaster, Nerd, Blogger und Skeptiker. Überzeugungstäter, was das Bloggen angeht – und Verfechter eines freien, offenen Internets, in dem nicht alle interessanten Inhalte in den Datensilos von ein paar grossen Internetkonzernen verschwinden. Wenn euch das Blog hier gefällt, dürft ihr mir gerne ein Bier oder einen Tee spendieren: paypal.me/schuessler

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