So einfach ist es nicht, gegen Adobe anzustinken

Neulich ging es im Beitrag Auf die dunkle Seite wechseln? um die Lightroom-Alternative Darktable. In den Kommentaren hat mir Oliver das Programm ON1 Photo RAW zur Inspektion empfohlen.

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Viele Schiebregler, wie man das von so einer Software erwartet.

Eine solche soll hier natürlich sofort erfolgen. Als erstes fällt die Downloadgrösse auf: 1 GB für die Windows-Version, sogar 1,1 GB für die Mac-Variante. Muss das wirklich so riesig sein? Ich weiss, die Grösse von Softwareprogrammen ist für viele nicht wirklich ein Thema. Ich frage mich allerdings schon, ob in solchen Fällen wirklich jedes KB unverzichtbar ist. Aber gut, wenn die Software dafür umso umfangreicher ist?

ON1 Photo RAW 2018.5 heisst die Software mit vollem Namen und etwas unsinnigerweise: Was bedeutet 2018.5? Ist es die Mai-Ausgabe dieses Jahres? Wie auch immer. Die Oberfläche beim ersten Start erinnert sowohl an Lightroom als auch an Darktable: Sie ist in schwarz gehalten. Es gibt Bedienfelder links und rechts. Und dazwischen ein Bereich für die Fotos, wo entweder viele Fotos als Raster angeordnet sind oder aber ein Foto in Gross für die Bearbeitung geöffnet werden kann.

Links gibt es die Instrumente fürs Navigieren durch die Datenbestände. „So einfach ist es nicht, gegen Adobe anzustinken“ weiterlesen

Ein ungelesenes und zwei gelesene Bücher

Nach 128 Büchern, die ich fast alle fertiggehört habe, musste ich das allererste Audible-Buch ungehört zurückgeben. Es handelt sich um The Left Hand of Darkness (Amazon Affiliate) von Ursula K. Le Guin (Deutsch: Die linke Hand der Dunkelheit). Ich hatte mich auf das Buch gefreut, aber der Sprecher ist leider unterirdisch: George Guidall ist zwar einer der fleissigsten Erzähler mit mehr als 1200 Hörbüchern (Wikipedia), der in diesem Titel aber so undeutlich spricht, dass man sich fragt, ob er einen schlechten Tag hatte oder es für ein gutes Stilmittel hielt, während den Aufnahmen die Zahnprotese zu entfernen. Das Dumme ist ausserdem, dass in der Vorschau die Frau zu hören ist (Ursula K. Le Guin selbst?), die das Vorwort spricht – und nicht diese mümmelnde Darbietung, die auch anderen nicht gefallen hat. Da aber schon im ersten Kapitel Worte wie Gethen, Stabile on Ollul, Genly Ai, Diurnal und Odharhahad vorkommen, habe ich gleich die Waffen gestreckt – ein solches Vokabular passt nicht zu einer Lesung, bei der man kaum die normalen englischen Worte voneinander unterscheiden kann.

Der Rückgabeprozess ist übrigens unkompliziert und das Buch bleibt in der Bibliothek, sodass man es weiterhören könnte. Wenn man denn wollen würde.

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Wer ist hier das Schaf? (Screenshot The Big Sleep)

Ein echter Tipp ist hingegen The Big Sheep von Robert Kroese (Amazon Affiliate). Der Titel ist natürlich eine Anspielung an The Big Sleep von Raymond Chandler, dem Erfinder des prototypischen hardboiled Detective Philip Maloney Marlowe. Das Schaf ist wirklich gross – und wenn es am Anfang so aussieht, als ob es bloss einer etwas launigen Idee des Autors entsprungen wäre, um seiner Geschichte einen verrückten Auftakt zu verpassen, so täuscht das. Das Schaf ist ein wichtiges Puzzlestein und wird gegen Ende für eine echte Überraschung gut sein.

In dieser Geschichte sind die hartgesottenen Detektive auch im Jahr 2039 noch nicht ausgestorben. „Ein ungelesenes und zwei gelesene Bücher“ weiterlesen

Das Betriebssystem für den Hosensack


Der USB-Stick als «Zündschlüssel» für den PC.

Braucht es die externen Speichermedien überhaupt noch? Zu dieser Frage kann man geteilter Meinung sein. Dank des Internets kann man seine Daten auch irgendwo in der Wolke deponieren und sie so in Griffnähe halten. Für mich gibt es dennoch ein paar gute Gründe, Daten auch mal physisch mit mir zu führen. Erstens natürlich meine Cloud-Skepsis, die mich dazu bringt, nicht alle Arten von Dokumenten bedenkenlos im Netz zu speichern. Meine Bankauszüge habe ich zwar auch schon in die Dropbox gelegt – mir aber jedes Mal vorgenommen, das nicht mehr zu tun. Auch Familienfotos würde ich auch nicht überallhin hochladen.

Ein guter Grund ist auch die Dateigrösse. „Das Betriebssystem für den Hosensack“ weiterlesen

Steemt die Kohle?

steemit.com ist ein Webdienst. Und zwar einer, der zu der Sorte gehört, die ich mutmasslich niemals verstehen werde. Dennoch unternehme ich hier einmal den Versuch, ihn zu besprechen.

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Die (Block)chain. (Bild: anaterate/Pixabay, CC0)

Ich vermute, dass ich ihn nicht verstehen werde, weil Wikipedia hier schreibt, die «Grundidee würde Blog-Plattformen wie Reddit ähneln». Es ist eine Tatsache, dass ich in den letzten gut zehn Jahren immer wieder Versuche unternommen habe, Reddit zu verstehen. Leider ohne Erfolg. Klar, das theoretische Konzept leuchtet mir schon ein: Man kann dort irgendwelche Dinge einstellen. Da andere sie hochstufen und herabwählen können, sollte es so sein, dass die besonders interessanten Dinge ganz nach oben gelangen. So weit, so einleuchtend.

Nur ist Reddit leider (auch nach dem Rededign) so unübersichtlich, dass ich überhaupt noch nie jemals etwas gefunden habe, das mich nur ansatzweise interessiert – ich wüsste noch nicht einmal, wo ich anfangen sollte zu suchen. „Steemt die Kohle?“ weiterlesen

Hier bin ich

Wir waren neulich mit Freunden am Albanifest. Die Freunde haben sich zwischendurch abgesetzt, um auf die schlimme Terrorbahn zu gehen, bei der man kopfüber an den Füssen durch die Luft gewirbelt wird. Wir haben in dieser Zeit lieber eine gemütliche Runde auf dem Riesenrad gedreht. Wenn man sich hinterher wieder treffen möchte, dann zieht das typischerweise wildes Whatsappen oder Telefonieren nach sich. Man muss aushandeln, wo man sich trifft und wann man das ist. Besonders mühsam ist diese Abstimmerei, wenn nicht alle Beteiligten ortskundig sind.

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Kann man nicht einmal in Ruhe hier sitzen, ohne dass einer angedackelt kommt? (Bild: Helena Lopes/Pexels, CC0)

Man kann das aber mit technischen Mitteln, konkret mittels Smartphone vereinfachen. Es gibt diverse Möglichkeiten, seinen Standort für andere freizugeben: Mit iOS 8 wurde die Freunde suchen-App eingeführt. Sie funktioniert via iCloud und ist für die innerfamiliäre Ortung auch in die Familienfreigabe integriert.

In WhatsApp gibt es seit Oktober letzten Jahres Live-Standortfreigabe. Man gibt seinen Standort frei und während die Position gesendet wird, kann der Gesprächspartner oder die zu einer Whatsapp-Gruppe gehörenden Leute sehen, wo man sich gerade befindet. Wir haben das neulich ausprobiert und es funktioniert gut genug, dass man sich spontan und ohne viel Wartezeit an einem Ort in die Arme läuft.

Schliesslich gibt es Apps wie Glympse-App „Hier bin ich“ weiterlesen

Dieser Bilder-Autopilot kriegt nicht jede Kurve

Das ist der allererste Blogpost, der aufgrund einer Facebook-Werbung entstanden ist. (Und es ist nicht unwahrscheinlich, dass es der letzte Blogpost ist, der diesen Ursprung hat.) Ich habe in der letzten Zeit nämlich recht häufig eine Werbung für ein Bildbearbeitungsprogramm namens Photolemur gesehen. Die hat den Mund recht vollgenommen: «Mach deine Fotos per Autopilot toll!»

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Will ich wirklich, dass mein Kopf so viel Magenta abbekommt? Doch eher nicht.

Autopilot bedeutet, dass man selbst nichts tun muss: Man lädt sein Foto, lässt die App machen und exportiert hinterher sein aufgehübschtes Bild:

Let the Automagic Technology powered by Artificial Intelligence do all the photo editing for you.

Wenn schlimme Wortschöpfungen wie «Automagic» auf Trendschlagwörter à la «Artificial Intelligence» treffen, dann wurde für meinen Geschmack zu dick aufgetragen. Und wenn ich dieser Tage «künstliche Intelligenz» höre, werde ich sowieso misstrauisch. Nicht dass ich solchen algorithmischen Tausendsassas nicht Wunder weiss ich was zutrauen würde – das tue ich (siehe Lass das mal die Software machen und Software lernt, Bilder zu verstehen). Aber ich glaube eben nicht, dass es eine künstliche Intelligenz gibt, die das vollautomatisch hinbekommt. Bildbearbeitung ist keine absolute Wissenschaft, sondern eine Sache des persönlichen Geschmacks:
„Dieser Bilder-Autopilot kriegt nicht jede Kurve“ weiterlesen

Die Welt entdecken, ohne sie erobern zu wollen

Neulich habe ich von der NZZ erfahren, dass zwei meiner Facebook-Freunde (nämlich er und er) intensive Nutzer einer App namens Strut sind, die es kostenlos fürs iPhone gibt.

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Bei Strut gibt es zwar keine Mayorships, aber ganz ohne kompetitives Element geht es auch nicht ab.

Bei dieser App ist die Welt in Kacheln eingeteilt. 0,3 Quadratkilometer ist jede Kachel gross und 13,7 Milliarden Kacheln gibt es weltweit. Wenn man eine Kachel besucht, deckt man sie für sich auf. Das Ziel liegt natürlich auf der Hand: Man will möglichst viele Kacheln offenlegen. Es ist ein typischer Fall von Gamification: „Die Welt entdecken, ohne sie erobern zu wollen“ weiterlesen

Netzsperren für Werbung

Die Möglichkeiten des Werbeblockierens war in diesem (teilweise werbefinanzierten) Blog auch schon ein Thema: In den BeiträgenTracker von der Schiene werfen und Zwölf tolle, weniger bekannte Mobil-Browser etwa. Oder in Weniger ist auch mobil mehr, wo ich den Inhaltsblocker 1Blocker X für Safari auf dem iPhone/iPad vorstelle.

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Hier wäre ein Werbeblocker angezeigt. (Bild: Jose Francisco Fernandez Saura/Pexels, CC0)

Eine interessante Möglichkeit habe ich auf Twitter gesehen. Da wird empfohlen, einfach einen bestimmten DNS-Server zu nutzen. Das ist eine klevere Idee: Eine Netzsperre für Werbung, quasi. Wenn die Adressen für Werbenetzwerke nicht aufgelöst werden, bleibt die Werbung weg.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Man muss nichts installieren. Es funktioniert in jedem Browser und in jeder anderen App – und eben nicht bloss in Safari, wie bei 1Blocker X. Und es erzeugt keine Rechenlast auf dem Mobilgerät, wie das mit einem lokal installierten Inhaltsblocker der Fall ist.

Nachteile gibt es natürlich ebenfalls: „Netzsperren für Werbung“ weiterlesen

Trint.com, der hervorragende Interview-Verschriftlicher


Nie wieder abtippen!

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Und das ist die Transkription des obigen Videos in trint.com, die man im komfortablen Editor auch fix nachbearbeiten kann.

Hier im Blog habe ich mich immer mal wieder mit der Möglichkeit beschäftigt, Informationen ab Kamera, Mikrofon oder Audiodatei in Text umzuwandeln. Das ist eine Konvertierungsaufgabe der etwas anspruchsvolleren Sorte – denn nur wenn man es richtig anpackt, kommt auch etwas Brauchbares dabei heraus. Im Video sind die Tipps nun in gesammelten Form vorhanden. Konkret geht es um diese Apps und Webdienste: „Trint.com, der hervorragende Interview-Verschriftlicher“ weiterlesen

In memoriam Digitalmagazin

Meine alten Podcasts haben offensichtlich die Tendenz, aus dem Internet zu verschwinden. Der legendäre Digitalk, den ich seinerzeit mit Roger Zedi für den Tagi produziert habe, wäre komplett aus dem Netz gefallen, wenn er nicht hier im Blog Asyl bekommen hätte – siehe In memoriam Digitalk.

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Es gibt keinen Grund, die alten Folgen im Archiv verschimmeln zu lassen. (Bild: Little Visuals/Pexels, CC0)

Das gleiche Schicksal ist dem Digitalmagazin widerfahren: Die alten Folgen, die nicht auf Nerdfunk.ch gehostet sind, mussten über die Klinge springen, als es für Radio Stadtfilter eine neue Website gab. Denn offensichtlich hatte sich keiner die Mühe gemacht, die alten Inhalte zu migrieren. Klar, das ist aufwändig, wie wir hier thematisiert haben.

Dennoch war (und bin) ich einigermassen darüber aufgebracht, dass die Freunde beim Stadtfilter so wenig Geschichtsbewusstsein haben. „In memoriam Digitalmagazin“ weiterlesen