In anderer Leute Fussstapfen treten

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Eigene Touren bereitstellen (links), schöne Routen finden (rechts).

Ich komme selten zum Velofahren. Aber wenn ich dazu komme, verwende ich gerne die Cyclemeter-App, hier ausführlich vorgestellt. Doch eine App für einen Zweck wäre zu wenig. Deswegen nutze ich neuerdings auch Wikiloc (kostenlos fürs iPhone/iPad und für Android).

Die App kommt von einem begeisterten Mountainbiker. Sie taugt auch fürs Wandern und für andere Sportbeschäftigungen – unter zwei Bedingungen. Die Aktivität muss draussen stattfinden, und zwar ohne dass man am gleichen Ort verharren müsste. Es geht nämlich darum, dass man selbst schöne Routen für entdeckt und selbst seine Lieblingstouren für andere Leute aufzeichnet.

In der Rubrik Erkunden findet man so genannte Trails, was Neudeutsch wohl so viel wie Touren heisst. Es gibt über achteinhalb Millionen davon. Damit man die nicht alle durchsehen muss, grenzt man ein: Nach Aktivität, Länge, Anstieg und/oder Schwierigkeit. Wenn man will, kann man sich auch nur Rundkurse anzeigen lassen. Die Resultate werden dann nach Entfernung sortiert angezeigt, sodass man schöne Touren in der Nähe erhält, die den ungefähren Anforderungen entsprechen. Wenn man eine Tour auswählt, sieht man die Route auf einer Karte, inklusive Höhenprofil, Auf- und Abstieg, sowie minimale und maximale Höhe.

Man erfährt auch, wann die Person, die die Tour beigesteuert hat, unterwegs war und wie viel Zeit sie benötigt hat. Diese Zeitangabe nützt natürlich nicht sehr viel, wenn man nicht weiss, wie fit die Person war, von der die Route stammt. Der Mountainbike-Weltmeister wird logischerweise etwas schneller im Ziel sein als Otto Normalstrampler. Jedenfalls kann man Touren auch mit Herzchen versehen und die Trails spiechern. Und es ist möglich, Kommentare und Bewertungen abzugeben. Interessieren würde mich natürlich auch, wie viele Leute die Tour effektiv absolviert haben und wie gross die Überlebensquote war (just kidding).

Praktisch ist auch die Angabe, wie weit die Tour vom aktuellen Standort aus entfernt ist – und man kann sich eine Route dorthin erstellen lassen. Das ist klever: Man könnte so auf die Idee kommen, eine interessante kurze Tour in eine längere Ausfahrt zu integrieren. Wenn man die Tour absolvieren möchte, tippt man auf Trail folgen. Die Navigation und die Live-Verfolgung benötigen dann jedoch ein Abo, das 2 Franken für drei Monate und 4 Franken für ein Jahr kostet. Das ist fair – eine gute Tour ist das allemal wert.

Die Navigation kann via Smartphone erfolgen oder aber auch über passende Drittgeräte von Garmin. Scheinbar taugt auch meine meine Fenix auch dazu. Ausprobiert habe ich das aber bislang noch nicht. Die Offline-Karten ermöglichen eine Navigation übrigens auch ohne Internetverbindung.

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Wie wäre es damit, statt immer die gleiche Runde zu drehen?

Die zweite Funktion der App ist die Möglichkeit, Touren aufzuzeichnen. Man wählt aus einer grossen Palette an Aktivitäten (Mountain Bike, Wandern, Radfahren, Jogging, Berglauf, Off Road, Bergsteigen, Kajak, Segeln, Inliner und diverse Dutzend Aktivitäten gibt es, auch absurde wie Autofahren oder Base-Jumping) die passende und startet dann die Aufzeichnung. Die Funktion Live-Verfolgung ermöglicht es anderen, die Tour zu verfolgen. Das ist für den Stadtspaziergang womöglich nicht sehr relevant. Bei etwas gefährlicheren Routen kann das durchaus sinnvoll sein – wobei ich nicht weiss, ob sich als Zuschauer abschätzen lässt, ob einer bloss Rast macht oder von der Lawine verschüttet wurde.

Eine Tour kann man alleine oder mit anderen absolvieren. Wenn man Begleiter markiert, werden die automatisch zur Tour dazugebucht, sodass sie sich ebenfalls mit dem Abenteuer brüsten können (falls es eines war).

Fazit: Eine schöne App, gerade für Leute wie mich, die dazu neigen, den gewohnten Trampelpfaden zu folgen. Und selbstverständlich werde ich bei Gelegenheit auch meine Lieblingstouren in die App einspeisen. Damit ihr in meine Fussstapfen treten könnt, wenn ihr so etwas denn tatsächlich tun wollt.

Übrigens: Man kann die Touren auch ohne App über die Website suchen, nämlich hier.

Autor: Matthias

Diese Website gibt es seit 1999. Gebloggt wird hier seit 2007.

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