Eine nette Idee, aber nicht zwingend

«One App to rule them all», ist das Versprechen von Station. Das klingt nach «Herr der Ringe» und nach einem lodernden Auge, das einem aus dem Bildschirm entgegenschlägt. Aber bei näherer Betrachtung ist die ganze Sache harmlos – und nicht ganz so zwingend wie Frodos Mission auf dem Mount Doom.

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Gmail, in eine arbeitsfördernde Windows-Anwendung verpackt.

Station ist eine Anwendung für Windows und Mac, die eine Art «Heimat» für Web-Apps am Desktop-Computer bereitstellt. Denn es ist ja so: Klassische, lokal installierte Anwendungen finden sich im Startmenü und in der Taskleiste, und sie erscheinen bei Verwendung als eigenes Programmfenster. Webanwendungen hingegen sind quasi unsichtbar: Sie werden über den Browser aufgerufen und haben vielleicht noch nicht einmal ein eigenes Lesezeichen. Sollte man sich eines Morgens nicht mehr an die Adresse seiner Google-Docs-Ablage erinnern, wird man den Tag leider in der Kantine verbringen müssen.

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Ein Plädoyer für die Gratiskultur

Für publisher.ch betreue ich seit Jahren den Downloadbereich. Das ist eine Sammlung von Hilfsmitteln für Leute, die aus Gründen des Broterwerbs, vielleicht aber auch aus Freude an der Sache Software für die Medienproduktion und für gestalterische Zwecke einsetzen. Beim Publisher liegt der Fokus traditionell auf den Adobe-Programmen. Denn das Fachmagazin war ursprünglich Organ der «User Group for Aldus products», die nach der Übernahme des Pagemaker-Herstellers Aldus durch Adobe unter Beibehaltung des Akronyms UGAP zur User Group for Adobe products wurde. Heute ist der Fokus etwas weiter, doch Adobe steht noch immer im Kern.

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Ein Gratisfoto, mit einer Gratis-Aktion behandelt. (Bild: esudroff/pixabay.com, CC0; Aktion: Hard-Lomo-Action/deviantart.com)

Gute Kandidaten für den Downloadbereich sind Scripts oder Erweiterungen, die in InDesign, Photoshop oder Illustrator Dinge ermöglichen, die die Programme von Haus aus nicht können. Auch Hilfsmittel zur Rationalisierung bestimmter Aufgaben gehören dazu. Sehr gefragt sind Utilities für kreative Effekte, die in Handarbeit nicht oder nur sehr aufwändig zu erzielen wären. Plus Dinge, die ich als Ressourcen bezeichne: Schriften, Pinsel, Icons bzw. Piktogramme, Vorlagen und Gestaltungs-Versatzstücke, und was da sonst noch so im Web herumgeistert.

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