Die App fürs perfekte Alibi

Ich habe hier beschrieben, wie Ifttt automatisch Ankunft an, bzw. Aufbruch von einem bestimmten Ort in eine Google-Docs-Tabelle einträgt. Damit kann man seine Neugierde befriedigen oder eine rudimentäre Arbeitszeiterfassung einrichten.

180316-geofency-02.png
Die Kartenansicht links, die Historie rechts. (Nein, ich gehe nicht so oft einkaufen. Erfasst werden hier auch die Passagen auf dem Hinweg zur und dem Heimweg von der Arbeit. Und sicher war ich nicht 17 Stunden am Stück in der Migros.)

Aber es geht auch luxuriöser, nämlich mit Geofency (3 Franken für iPhone und Apple Watch). Diese App erfasst die Präsenz an Orten, die man als überwacht definiert oder an denen man sich häufig aufhält. Und sie tut das, ohne dass man sich irgendwie ein- oder austragen müsste.

Das erlaubt es einem einerseits nachzuvollziehen, wann man wo war. Ich stelle mir das ganz praktisch vor, wenn man plötzlich auf den Polizeiposten zitiert wird und dort zwecks Alibi Auskunft geben sollte, was man an dem Samstagnachmittag vor drei Monaten um 14:18 Uhr genau getrieben hat. Falls man dann nicht gerade wirklich ein Schwerverbrechen begangen hat, wird es unter Umständen schwierig sein, das überhaupt zu rekonstruieren.

Andererseits zeigt einem die App, wann man die vorgesehene Arbeitszeit abgehockt hat und ohne schlechtes Gewissen und Rechtfertigungsdruck gegenüber Chef und Kollegen nach Hause gehen darf. „Die App fürs perfekte Alibi“ weiterlesen

Tetris ohne die ganze Hektik

180315-slidey-01.jpg
Links: Hier wird es so langsam eng…
Der «Charger» macht wieder Platz.

Slidey (für iPhone/iPad und für Android) ist eines dieser Spielchen, die ich in meinem Blog gerne bespreche: Es schafft es, eine bekannte Spielidee aufzugreifen und auf eine interessante Art weiterzuentwickeln. Das ist eine gute Sache: Es gibt nämlich nur eine beschränkte Zahl simpler und packender Spielkonzepte. Und wenn man eine Spielidee mag, dann spielt man sie gerne in dieser oder jenen neuen Variante. Zumindest mir geht es so.

Slidey orientiert sich an Tetris. Wie bei Alexei Paschitnows ikonischem Computergame muss man verhindern, dass sein Spielfeld bis oben hin gefüllt wird. Und wie dem bekanntesten aller digitalen Klötzchen-Titel schafft man Platz, indem man horizontale Zeilen vollständig vollbekommt – dann lösen die sich nämlich in Luft auf.

Es gibt nun aber auch Unterschiede. Erstens fehlt bei Slidey die Zeitkomponente. „Tetris ohne die ganze Hektik“ weiterlesen

Alöcher beiderlei Geschlechts

Die Kings tun ihrem royalen Namen alle Ehre. Sie setzen dazu an, dass die Krone des Horror-Königs vom Vater Stephen auf den Sohn Owen übergeht. Oder wie ist es zu deuten, dass das neueste Buch Sleeping Beauties (Amazon Affiliate englisch, Amazon Affiliate fürs Buch in Deutsch) als gemeinsames Werk der beiden entstanden ist? Was auch immer die Idee dahinter gewesen sein mag, umzweifelhaft wird der Ruf des Vaters mit diesem Buch auf den Sohn abstrahlen. Doch der Sohn, der in die Fussstapfen eines so berühmten Vaters stapft, ist auch nicht gerade zu beneiden. Jedenfalls gibt es am Ende des Hörbuchs ein Gespräch der beiden Autoren, in dem sie sich über die gemeinsame Arbeit auslassen. Da kein knallharter Gesprächsleister es führt, kommen erbitterten Konflikte um Formulierungen und Plotverläufe zutage. Trotzdem ist es hörenswert. Und es lässt die Hoffnung aufkeimen, dass Owen die kingsche Erzähltradition weiterführen wird, wenn der Vater dereinst – hoffentlich erst in ferner Zukunft – nicht mehr schreiben kann oder mag…

180302-sleeping-beauty.jpg
Eine Frau im Kokon habe ich leider bei keiner Bilddatenbank gefunden. (Bild: AlexVan/Pixabay, CC0)

Das Buch ist jedenfalls ein «echter» King. Spannend, ausufernd, mit einem interessanten Ensemble und viel Lokalkolorit. Ich mag die King-Bücher deswegen, weil sie für mich The american way of life auf sehr authentische und fassbare Weise rüberbringen. Bei meinen dreimonatigen Reise damals habe ich die Leute so erlebt, wie ich sie in den Büchern erlebe – naja, natürlich ohne die Eskalationen von Horror, Katastrophe und Zivilisationsverlust, die in den Büchern unvermeidlich sind. «Sleeping Beauties» ist im Vergleich zu früheren Werken milder. Nun könnte man spekulieren, ob das an Sohn Owen liegt. Mir scheint es aber dem Thema geschuldet. Denn es sei ein feministisches Buch, schrieb zum Beispiel der Tagi:
„Alöcher beiderlei Geschlechts“ weiterlesen

Musik-Apps, die einem nicht bloss Apple Music andrehen wollen


Musikliebhaber haben Besseres verdient

Es ist kein Geheimnis, dass ich von der Musik-App nicht begeistert bin. Und es geht auch anderen so. Immerhin kann man als Blogger viele Beiträge mit Erklärungen bestreiten, wie man die Mankos wettmacht. Wie es zum Beispiel der Herr von iphonehacks.com tut.

Ich halte es allerdings für sinnvoller, Alternativen zu empfehlen. Darum habe ich im letzten Patentrezepte-Video einige Alternative vorgestellt. Nämlich die hier: „Musik-Apps, die einem nicht bloss Apple Music andrehen wollen“ weiterlesen

Das iPad braucht Nachhilfe aus dem Web

180209-ipad-macbook.jpg
Sie rechts hats gut. Sie ist mit Bloggen viel schneller fertig. (Bild: rawpixel.com/pexel.com, CC0)

Ich habe mich neulich darüber ausgelassen, dass das iPad nicht zum Bloggen taugt. Das Problem ist nicht das Schreiben der Beiträge. Es hapert vielmehr bei der Aufbereitung der Bilder fürs Posting.

Wenn ich meinen Beitrag geschrieben habe, möchte ich ein Bild dazu platzieren. Dieses Bild sollte nicht in meiner Fotomediathek landen, weil ich dort keine Screenshots und Symbolbilder, sondern nur meine Familienfotos haben will. Und das Bild muss auf die fürs Blog passenden Abmessungen gebracht und auch dateigrössenmässig optimiert werden. Das ist bei iOS nur bedingt möglich, weil sich die Dateien-App von iOS 11 noch nicht so richtig etabliert hat.

Mit lokalen Apps bin ich nur bedingt weitergekommen. Darum habe ich mich nach einem Webdienst umgesehen. „Das iPad braucht Nachhilfe aus dem Web“ weiterlesen

Die App für Audioaficionados

Die Standard-Musik-App von iOS ist seit der Einführung von Apple Music annähernd unbrauchbar – nicht nur, weil Genius verschwunden ist. Das hat immerhin ein gutes: Es hilft den Leuten, die alternative Musikplayer in den Store stellen. Zum Beispiel Cassette, Evermusic Pro oder Ecoute.

180309-vox-01.jpg
Die Wiedergabe mit schicker Hüllkurve und der Touch-optimierte Equalizer.

Oder eben Vox (kostenlos, für iPhone/iPad). Die App spielt nicht nur die üblichen Formate, sondern auch Flac. Das war bis vor Kurzem ein Vorteil. Seit iOS 11 nicht mehr, weil mit dieser Version das iPhone das von Haus aus kann. Doch der Player beherrscht auch andere Formate für unkomprimierte Musik, nämlich Alac von Apple, DSD und PCM. Und auch wenn ich aus Gründen keine hochaufgelöste Musik höre, so ist das für eine solche App erst einmal ein gutes Selektionskriterium. Wenn sie sich an die ernsthaften Musikhörer wendet, wird sie sich auch in den anderen Bereichen Mühe geben.

Und das tut sie auch: Sie verknüpft mehrere Quellen, nämlich die lokale Mediathek, Streaming (Soundcloud und Spotify), sowie (mit dem Premium-Abo) Webradio. „Die App für Audioaficionados“ weiterlesen

Etwas dürftige Auswahl, ein bisschen wenig Herzblut

Ich habe neulich versprochen, das Hörbuch-Download-Angebot von orellfuessli.ch, inklusive Tolino-App (für iPhone/iPad und Android) näher anzusehen. Und dieses Versprechen wird jetzt hier sogleich eingelöst werden.

180308-audible-app.png
Gediegene Optik und Gamification-Schnickschnack: An der Audible-App müssen sich die anderen messen.

Doch vorab noch eine Bemerkung für Leserinnen aus dem übrigen deutschsprachigen Europa: Es gibt ähnliche Angebote auch in Deutschland, zum Beispiel bei Thalia.de bzw. thalia.at. Orell Füssli und Thalia haben hierzulande 2013 ein Joint Venture gestartet, der Name Thalia ist 2015 verschwunden. Die Webseiten sehen sich so ähnlich, dass wohl das gleiche CMS dahintersteckt und die Unterschiede auch sonst nicht allzu gross sein dürften. Die Tolino-App lässt sich in der Schweiz mit Orell Füssli und Weltbild nutzen, in Deutschland mit Hugendubel, Thalia, Weltbild, eBook.de, Bücher.de, Meine Buchhandlung, Mayersche und Osiander.de und in Österreich mit Thalia und Weltbild.

Also, die Website von Orell Füssli macht im Vergleich zu Audible einen trägen Eindruck, was das Schmökervergnügen leider etwas schmälert. „Etwas dürftige Auswahl, ein bisschen wenig Herzblut“ weiterlesen

Zu bärchenmässig, aber sonst voll iO

Um Toon Blast (kostenlos für iPhone/iPad und für Android) komme ich in meiner Suche nach dem Spiel, das nach dem Ende einer Ära die Clickomania-Fackel weiterträgt, nicht herum. Das ist ein Spiel, das im Kern die alte Spielidee verwendet: Es gibt ein Feld mit verschiedenfarbigen Klötzchen. Wenn sich zwei oder mehr Klötzchen der gleichen Farbe berühren, kann man sie antippen, worauf sie verschwinden und die darüberliegenden Klötzchen in die Lücke rutschen.

180319-toon-blast-01.jpg
Links: Das Ziel ist, 25 Kisten zu sammeln. Die erhält man aber als «Kollateralschaden».
Rechts: Der verflixte 60. Level – die Glühbirnen im linken unten Quadranten, dazu Ballone und Blasen!

So weit, so gut. Das Spiel stellt nun aber eine interessante und durchaus «moderne» Weiterentwicklung dar. Ein «modernes» Smartphone-Spiel stellt nicht einfach nur Partien zur Verfügung, so wie das z.B. Solitär bei Windows tut. Nein, es inszeniert das Spiel mit viel Pipapo, so wie Microsoft Solitaire Collection. Und das tut auch Toon Blast. Hier die Liste mit den Eigenschaften, die das Spiel eben «modern» machen:
„Zu bärchenmässig, aber sonst voll iO“ weiterlesen

Netflix-Tipps mit Da capo


9 Tipps und 3 Zugaben zu Netflix

Weil ein Patentrezept-Video zu Spotify vor Kurzem auf gute Resonanz gestossen ist, hatte ich einen grandiosen Geistesblitz: Wie wäre es, dieses Erfolgsrezept auf einen anderen Streamingdienst zu übertragen? Und, tadaaa!, hier kommt das Patentrezept-Video zu Netflix!

Es gibt einige Möglichkeiten, den Sehspass zu verbessern. Leider vor allem dann, wenn man Netflix im Browser benutzt. Das tue ich selten, stattdessen läuft Netflix bei uns vor allem in der App auf dem iPad und dem Apple-TV. Aber man kann die zusätzlichen Möglichkeiten im Browser mit IMDB-Erweiterung, die detaillierten Genres und den alternativen Suchmaschinen immerhin indirekt nutzen: Man sucht sich so in Google Chrome eine Handvoll Filme und Serien aus, die man sehen möchte, setzt sie auf die Wunschliste und konsumiert sie danach auf Apple TV, Tablet oder Smartphone.

Einen Tipp habe ich übrigens im Video und sogar in den Zugaben ausgelassen – obwohl der eigentlich auch ganz gut ist. Nämlich die Möglichkeit, die Untertitel anzupassen. Denn die Kurzsichtigen unter uns sind vielleicht ganz froh, wenn sie den Text etwas grösser machen können. Dazu klickt man im Browser beim Menü rechts oben auf Konto und dann im Abschnitt Mein Profil auf Untertitel-Anzeige. Nun kann man Textgrösse, Schriftart, Schatten, Farbe und Hintergrund einstellen. Wie es bei anderen Geräten geht, beschreibt die Netflix-Hilfe hier.
„Netflix-Tipps mit Da capo“ weiterlesen

Apple, gut gemacht!

Das ist ein vorproduzierter Beitrag, der am Tag nach dem Nobillag-Showdown erscheint. Da steht ausser Frage, dass er gar niemanden interessiert und sang- und klanglos untergeht. Sei es im Katzenjammer oder aber in erleichterter Euphorie. Das ist ein idealer Moment, ein Thema zu behandeln, das ausser mir niemanden anspricht. Ein derartiges Randthema, das sich selbst Fans von Nischenblogs peinlich berührt abwenden werden. Aber ein Blog, das sich nach Relevanzkriterien orientiert, ist eigentlich kein Blog, sondern ein Möchtegern-Mainstreammedium.

Also, es geht um das letzte Update von Final Cut Pro, Apples Videschnittsoftware, mit der ich auch meine Patentrezept-Videos produziere. Die wird zwar von vielen gescholten, doch mir gefällt sie gut. Einmal eingearbeitet, leuchtet mir die Bedienung ein und der Funktionsumfang ist völlig okay. Was mich bis jetzt gestört hat, waren die miserabel schlechten Funktionen zur Bildkorrektur.

180305-final-cut-pro-lut-01.jpg
Wie man sieht, funktioniert es. Dieser wunderbare Filmlook heisst «Apocalypse this very moment».

Man musste sich bis anhin mit einem Ding namens Farbtafel behelfen. Das wirft man auf seinen Clip. Dann kann man Farbe, Farbsättigung und Belichtung jeweils für Schatten, Mitteltöne und Highlights korrigieren. Dieses Werkzeug ist ungefähr so präzise, wie wenn ein Uhrmacher das Räderwerk mit einem Vorschlaghammer reparieren müsste. Sprich: „Apple, gut gemacht!“ weiterlesen