Programme auf Zack bringen. Oder entsorgen

Die Blütezeit der Windows-Utilities ist längst vorbei. Zu recht, denn man darf erwarten, dass ein System sich selbst aushält. Wenn man ein Auto kauft, dann ist es auch nicht so, dass erst die Komponente eines Drittherstellers das Fahren ermöglicht und die Fortbewergung, sicher, angenehm und zuverlässig macht…

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Abgesehen von den Problemen mit den langen deutschen Begriffen macht die Software ihren Job ganz ordentlich.

… wobei, doch eigentlich ist es so, dass man beim Auto zusätzlich zum Auto Dinge braucht, um autofahren zu können. Eine unverzichtbare Komponente, die von einem Dritten bereitgestellt werden muss, ist das Benzin. Und wenn man ein sauberes Auto haben möchte, braucht man einen Staubsauger, der auch nicht zur Grundausstattung gehört. Also, diese Analogie bringt uns nicht weiter. (Wie automobile Analogien einen übrigens selten weiterbringen.)

Wie auch immer: Die meisten Leute können tatsächlich auf Utilities und Hilfsprogramme verzichten. Der Grossteil der Programme, denen man im Netz begegnet, sind obsolet oder waren schon immer nutzlos. Oder sie sind dazu da, dem Nutzer das gute Gefühl zu verschaffen, alles für den Computer getan zu haben, was man als guter Nutzer tun kann.

Nun geht es mir darum, die Ausnahmen zu finden, die die Regel bestätigt: Jene Utilities, für die es auch heute noch gute Gründe gibt. „Programme auf Zack bringen. Oder entsorgen“ weiterlesen

Kleiner geht immer

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Erfolgreich auf eine vertretbare Dateigrösse gebracht. (Bild: Colorful chameleon on the branch von Tambako The Jaguar/Flickr.com, CC BY-ND 2.0)

Es gibt diverse Webdienste, die zum Optimieren von Bildern verwendet werden können: jpegmini.com, vorgestellt im Beitrag JPGs kleinkriegen. Dieser Dienst kümmert sich nur um JPGs. tinypng.com und tinyjpg.com macht PNGs und JPGs klein, wobei jeder der beiden Dienste beide Formate beherrscht (siehe Das gleiche in Grün für PNGs). Ich nutze beide Dienste gerne und oft, vor allem für die Optimierung der Bilder hier im Blog. Sie sind vor allem dann nützlich, wenn ich keinen Photoshop in Griffnähe habe. Photoshop beherrscht die Bildoptimierung über den Befehl Für Web (und Geräte) speichern.

Nun bin ich vor Kurzem compressor.io begegnet. „Kleiner geht immer“ weiterlesen

Da bahnt sich der Addons-Supergau an!

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Seit ungefähr Version 55 markiert Firefox gewisse Erweiterungen als «Alter Add-on-Typ» aus. Die Erklärung dazu findet sich im Beitrag Modernisierung der Add-on-Technologie von Firefox: Firefox führt die Web-Extensions ein. Die haben gewichtige Vorteile: Updates beim Browser sollten nicht mehr zu Inkompatibilitäten führen. Und insbesondere wird die Interoperabilität der Erweiterungen zwischen den Browsern erhöht: «Erweiterungen, die für Google Chrome und Opera erstellt wurden, laufen in den meisten Fällen mit wenigen Änderungen in Firefox oder Microsoft Edge.»

Das ist überaus erfreulich. Andererseits – und das macht mir weniger Spass – bedeutet es auch, dass die alten Programmierschnittstellen aus Firefox verschwinden und eine Erweiterung vom «alten Add-on-Typ» demnächst nicht mehr läuft:
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Das gibt Knoten in die Finger


Das Video beim Tagesanzeiger.

Schon ist wieder alles anders: Wir haben uns eben daran gewöhnt, beim iPad eine zweite App vom rechten Rand hereinzuwischen. Da kommt iOS 11 auf uns zu; wo das nicht mehr funktioniert: Da zieht man ein App-Icons an den rechten Rand, wenn man zwei Apps parallel benutzen möchte.

Wenn man gelernt hat, wie es funktioniert, dann ist das einigermassen praktikabel. Und sicherlich stringenter als die mit iOS 9 eingeführte Methode. Aber dass Apple eine so zentrale Funktion nun schon wieder komplett umbaut, ist ein klares Indiz, dass man in Cupertino das Ei des Kolumbus (bzw. das Patentrezept) nicht gefunden hat. Stattdessen probiert man eine Methode, verwirft sie wieder und versucht es mit etwas anderem. Das ist das Prinzip von Versuch und Irrtum. Das hat seine Berechtigung – aber es wirkt eben nicht sonderlich souverän. Und es ist der Beweis dafür, dass Apple keine Vision hat, wie das iPad vom Desktop abzugrenzen wäre. Denn wie ich im Video sage: Dass nun Drag&Drop Einzug hält, ist schwer als Fortschritt zu verkaufen.
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Der Nerd-Router

Ich habe versprochen, den Turris Omnia-Router (Amazon Affiliate) zu besprechen, den ich seit meinem Umstieg auf Glasfaser und dem Wechsel von der UPC zu Init7 nutze.

Nun, im Grunde habe ich die Möglichkeiten noch nicht so weit durchdrungen, als dass ich hier die abschliessende Besprechung liefern könnte. Aber das würde den Rahmen eines Blog-Beitrags eh sprengen – da wäre ein Buch gefragt. Also ein extrem anachronistisches Medium. Im Blog-Zeitalter darf man seine Weisheit auch häppchenweise servieren. Darum gibt es hier eventuell auch Nachfolge-Beiträge, wenn sich epochemachende Erkenntnisse auftun.

Also, dieser Router funktioniert auf den ersten Blick wie ein normaler Router. „Der Nerd-Router“ weiterlesen

Die Globuli unter den Windows-Programmen

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Potenzierter Software-Aberglaube. (Bild: WerbeFabrik/pixabay.com, CC0)

Neulich hat mir mal wieder einer das Hohelied von CCleaner gesungen. Das ist eine beliebte Software, die Windows schneller, schöner und besser machen soll. Viele versprechen sich eigentliche Wundertaten, was die Performance und Stabilität angeht.

Nun habe ich eine dezidierte Meinung, was solche Programme angeht. Sie sind IMHO die Globuli der Softwarewelt: Für die einen haben sie Zauberkräfte, die sich aber nicht so richtig nachweisen lassen, weil niemand weiss, wie es herausgekommen wäre, hätte man die Globuli nicht genommen. Und für die anderen – mich eingeschlossen – sind sie Schlangenöl.

Trotzdem wollte ich nun nicht so sein, und mir mal wieder selbst ein Bild machen. Zumal der Chip-Experte Michael Humpa des Lobes voll ist:
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Schweizweite Zeitreisen

Youtube ist für mich ein Medium, auf das ich zwar nicht verzichten würde, doch von dem ich auch nicht allzuviel erwarte. Es gibt dort Millionen von Clips – nicht nur Schrott, sondern auch viele lustige und gute Sachen. Dennoch versprüht Youtube den Charme von Amateurhaftigkeit und Chaos. Wackelige Handyvideos, Verschwörungstheorie-Clips, mitgeschnittene und mutmasslich nicht sauber lizenzierte Fernsehausstrahlungen, lustige Fundstücke und Unsinniges, wie Hitler, der zehn Minuten lang Nein sagt und dafür 3,5 Millionen Views bekommt – das ist Youtube.

Die Stärke von Youtube ist, dass man dort meistens irgend etwas zu einem Thema findet, zu dem man ein Video sucht. Man kann Videos selbst kostenlos hochladen und sehr einfach auf seiner eigenen Website einbinden – das ist um Welten simpler, als wenn man sie selbst hosten müsste. Und da sich sehr viele Leute auf Youtube tummeln, haben Videos eine unter Umständen sehr lange Halbwertszeit. „Schweizweite Zeitreisen“ weiterlesen

Tischbomben, Teekannen und Dateninvestments

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Farbumsetzungstabellen bringen Farbe ins Spiel, wo die nicht schon von Anfang an vorhanden ist. (Bild: Shashi Rupapara/Pexels.com, CC0)

Die Zeit fliegt, wenn man Spass hat. Und wenn nicht, dann im Grunde auch. Will sagen: Es ist schon wieder eine neue Ausgabe des Publishers unterwegs. Zu dieser habe ich folgende Dinge beigesteuert:

  • Wie Color Lookup funktioniert ist einer der Tipps und Tricks. Es geht um die Farbtabellen, mit denen man in Photoshop seinen Fotos eine bestimmte Anmutung verpasst – wenn man kein Script oder keine Aktion anwenden will. Ich erkläre auch, welche drei Varianten für Farbumsetzungstabellen es gibt und wie man eigene Tabellen kreiert. Ausserdem eine Erklärung, weswegen man in InDesign Spaltenspannen auch im Fliesstext einsetzen möchte, wie man nach Satzdateien mit bestimmten Eigenschaften sucht und wie man besonders schnell eine Seite drittelt. Plus: Textformate schnell entfernen und einfacher Textfarben zuweisen.
  • Die Schrift, die mit der Maus interagiert, das ist die Schrift mit dem schönen Namen «Lakai». Ausserdem verarbeiten wir den letzten US-Wahlkampf in gestalterischer Hinsicht. Wir kümmern uns um Farbschriften, um Gratisbilder, um eine Vektorisierungsmöglichkeit im Web und den tollen Draw.io-Webdienst.
  • Realität ist das, was die Software will. Das beweist eine leistungsfähige Bildbearbeitung für Landschaftsfotos, die auch hier im Blog schon zum Zug gekommen ist. Plus: Absatzformate in InDesign analysieren, aufs ausgewählte Element zoomen, Polaroids und die Ansicht durch den Sucher simulieren und Fotos auf Instagram oder auf ganz alt trimmen. Und Plusplus: ein separater Ebenenexport für Illustrator, Scripts für Rahmen und für ästhetische Bildstörungen..

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Softwareschrott entsorgen


Falls das Video nicht erscheint, bitte hier klicken.

Was braucht es, damit Windows auf Dauer sauber läuft? Meines Erachtens zwei Dinge.

Erstens die üblichen Sicherheitsvorkehrungen: Bei Windows 10 sind die, dank des eingebauten Windows-Defenders, inzwischen verblüffend einfach. Man muss dazu schauen, dass der Virenscanner eingeschaltet ist. In diese Kategorie zähle ich auch das Backup. Klar, das hat keinen Einfluss auf die Zufriedenheit mit Windows. Es kommt zum Zug, wenn die Zufriedenheit mit Windows generell an einem kleinen Ort zu finden ist, weil das System gerade die Ablage zerstört hat. Aber es hilft auch, Windows wieder schnell auf die Schiene zu bekommen.

Zweitens sollte man Software-Puffs vermeiden. Das wäre am einfachsten, wenn man erst gar keine Software installieren würde. Aber niemand will seinen beruflichen Alltag oder die private Nutzung nur mit Wordpad und Notepad bestreiten, auch wenn das womöglich der Qualität des Outputs keinen nennenswerten Abbruch tun würde.

Darum muss man sich mit den Softwareprogrammen der Dritthersteller herumschlagen und auch mit den Problemen leben, die sie im System verursachen. Im Video gibt es Tipps dazu, wie man diese Probleme mindert. „Softwareschrott entsorgen“ weiterlesen

Ein bisschen flügellahme Drachen

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Drachen sind gefährlich. Meistens.

Scott Meyer war mit jeder einzelnen Folge seiner vernerdeten Buchreihe «Magic 2.0» Thema hier im Blog, nämlich 1, 2 und 3. Nun gibt es die vierte Folge namens Fight and Flight (Amazon Affiliate), die hier ebenfalls zu Ehren kommen soll.

Die Reihe basiert auf der Idee, dass Zauberei a thing ist, und dass es die Nerds sind, die zu Zauberern werden. Hogwarts, von wegen! Was es braucht, ist das Talent, auf «die Datei» zu stossen und ihre Funktionsweise zu erkennen. «Die Datei» ist eine Datenbank, und zwar «die Datenbank». Sie steuert die ganze Welt und alles, was in ihr und auf ihr kreucht und fleucht. Das heisst: Als Nerd kann man sich die Welt so zurechtbiegen, wie man sie gerne hätte, indem man die Datenbank manipuliert. Weil über die Zeit ein paar Nerds die Datei entdeckt haben, entsteht eine Zauber-Community, die es sich im alten England in der ruhigsten Periode der Menschheitsgeschichte gut gehen lässt. Da sich aber nicht immer alle Zauberer/Nerds an die Spielregeln halten und auch mal Unfug mit der Datei anstellen, ist es dann eben nicht nur ruhig.

In der neuesten Folge geht es darum, dass die Zauberer gerne ihre Geschicklichkeit im Kampf verbessern möchten. „Ein bisschen flügellahme Drachen“ weiterlesen