Kleiner geht immer

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Erfolgreich auf eine vertretbare Dateigrösse gebracht. (Bild: Colorful chameleon on the branch von Tambako The Jaguar/Flickr.com, CC BY-ND 2.0)

Es gibt diverse Webdienste, die zum Optimieren von Bildern verwendet werden können: jpegmini.com, vorgestellt im Beitrag JPGs kleinkriegen. Dieser Dienst kümmert sich nur um JPGs. tinypng.com und tinyjpg.com macht PNGs und JPGs klein, wobei jeder der beiden Dienste beide Formate beherrscht (siehe Das gleiche in Grün für PNGs). Ich nutze beide Dienste gerne und oft, vor allem für die Optimierung der Bilder hier im Blog. Sie sind vor allem dann nützlich, wenn ich keinen Photoshop in Griffnähe habe. Photoshop beherrscht die Bildoptimierung über den Befehl Für Web (und Geräte) speichern.

Nun bin ich vor Kurzem compressor.io begegnet. Er tut, was die anderen auch tun: Er optimiert Bilder. Als einziger der erwähnten Webangebote kann er nicht nur JPG und PNG, sondern auch GIF und SVG. Das letzte Format ist bemerkenswert: Es verwendet keine Pixel, sondern Vektoren (zur Unterscheidung: siehe hier). Eine Dateiverkleinerung müsste durch eine Vereinfachung der geometrischen Kurven bewerkstelligt werden. Das stelle ich mir anspruchsvoll vor – ob die Resultate befriedigend sind, müsste ich bei Gelegenheit einmal testen.

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Stellt sich die Frage: Welcher der Dienste verkleinert am Besten? Meine kleine Testreihe – falls man denn einen Versuch mit einem einzigen Bild als Testreihe bezeichnen kann –, hat folgendes Resultat ergeben: Eine JPG-Datei, die im Original 639 KB gross ist (1200 × 800 Pixel), wird von tinyjpg.com auf 147 KB verkleinert.

compressor.io bringt es sogar auf 109 KB – das Resultat ist oben abgebildet. Und, im direkten Vergleich, ist das Resultat von compressor.io auch besser. Bei tinyjpg.com ist eine leichte Farbverschiebung zu konstatieren: Das Bild ist stärker gesättigt. Das schlechteste Resultat liefert jpegmini.com: Die Datei ist 160 KB gross.

Was PNG-Dateien angeht, ist das Potenzial für Verkleinerungen enorm, wenn die Software gut darin ist, die optimale Palette zu ermitteln: Denn wenn die Anzahl der Farben im Bild es erlaubt, nicht mit vollen RGB-Werten, sondern nur mit einer optimierten Palette von 256, 128, 64, 32 oder sogar nur 16 oder 8 Einträgen zu speichern, kann die Dateigrösse markant reduziert werden. Und gerade bei Screenshots sind oft nur wenige Farben vorhanden. (Es sei denn, es ist irgend etwas mit einem Verlauf abgebildet.)

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Der obige PNG-Screenshot mit den Resultaten der JPG-Verkleinerung ist im Original 12 KB gross. TinyPNG verkleinert ihn auf 2.6 KB. Compressor schafft sogar 2,48 KB.

Die bessere Leistung von compressor.io dürfte an der Option Lossy liegen. Sie führt eine verlustbehaftete Komprimierung durch, bei der im Vergleich zum Originalbild u.U. Bilddetails verloren gehen. Die beiden anderen Dienste scheinen sich darum zu bemühen, keine Bilddetails zu verwerfen. Die Verluste sind aber verkraftbar – und falls man darauf verzichten möchte, gibt es auch bei compressor.io für JPGs und PNGs die Methode Lossless, die ohne (zusätzliche) Verluste komprimiert.

Fazit: Die Verkleinerung lohnt sich so oder so; gegenüber den unoptimierten Bildern spart man enorm viel Speicherplatz auf dem Server und natürlich auch Datenvolumen bei den Nutzern. Und: compressor.io ist (im Moment) der effizienteste Verkleinerer. Ich bin gespannt, welche Auswirkung Apples neues High Efficiency Image File Format (Heiff) haben wird. Das hat, wenn man dem Internet den Glauben schenken darf, ein riesiges Sparpotenzial.

Nachteil an compressor.io: Dieser Dienst komprimiert nur ein Bild aufs Mal; tinypng.com/tinyjpg.com kriegt auch mehrere Dateien aufs Mal klein, die man dann in gezippter Form in einem Rutsch herunterlädt. Ausserdem hat compressor.io ein tägliches Limit, das man schnell überschreitet.

Bleibt ein Wunsch: Ich hätte gerne die Möglichkeit, beim Optimieren der Bilder auch gleich die Grösse anzupassen. Ich platziere die Bilder mit Breiten von 900 bis 1200 Pixel hier im Blog. Das Herunterrechnen muss ich jeweils in einer separaten App vornehmen. Auf diesen Schritt würde ich gerne verzichten. Das scheint in einem weiteren Dienst möglich zu sein, nämlich kraken.io. Für Grössenanpassungen braucht man aber Kraken Pro, was 5 US-Dollar im Monat kostet. Und so lange dieses Blog nicht lukrativer ist, will ich das nicht ausgeben. 👅

Ein Extratipp zum Schluss: tinyjpg.com lässt sich auch bei WordPress einbinden, sodass Bilder automatisch beim Upload optimiert werden. Das hätte ich bei meinem Blog auch sehr gern.

Autor: Matthias

Diese Website gibt es seit 1999. Gebloggt wird hier seit 2007.

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