Wecki wecki!

Neulich habe ich mich darüber ausgelassen, wie praktisch es ist, wenn man Computer A von Computer B aus benutzen kann und eine Lobrede auf Teamviewer gehalten. Nun hat Teamwiever ein grosses Problem: Computer B steht nur zur Verfügung, wenn Computer B auch eingeschaltet ist. Das heisst: Man muss aufstehen, zu ihm hingehen und den Einschaltknopf drücken. Was kein Problem ist, wenn man sich nur im Zimmer nebenan befindet.

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Computer B, wenn er Füsse hätte. (Bild: Pexels.com, CC0)

Es ist aber ein Problem, wenn man sich weit weg befindet – am Arbeitsplatz, im Ferienresort auf Bali oder auf der internationalen Raumstation ISS. Darum habe ich mir die Frage gestellt, ob man Computer B denn auch aus der Ferne einschalten könnte. Man könnte einen per App steuerbaren Stromadapter verwenden, falls das BIOS eine Option bereithält, den Computer automatisch zu starten, wenn Strom am Netzteil anliegt.

Wie verbreitet diese Option ist, weiss ich allerdings nicht und ich finde die Lösung auch nicht sonderlich elegant. Es gibt, wie hier ausgeführt, die schöne Funktion Wake on Lan. Sie startet den Computer auf ein Signal aus dem lokalen Netz via Netzwerkkarte.

Da stellt sich augenblicklich die Frage: „Wecki wecki!“ weiterlesen

Viel Lärm um die Umlaute

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Da gibt es nichts zu ROFLn! (Bild: Emoji von Thomas/Flickr.com, CC BY-ND 2.0)

2001 gab es ein grosses Remmidemmi um die so genannten Umlaut-Domains. Bis dato konnte eine Internetadresse keine Umlaute enthalten (zumindest nicht im Hostteil). Ab dann war das möglich. Das löste einen ordentlichen Hype aus, der mir noch in unguter Erinnerung ist. Mein damaliger Kollege Felix Wiedler hat am 5. März 2001 Folgendes geschrieben:

Seit letzter Woche ist das nun anders. Neu lassen sich bei einigen Internetdienstleistern endlich multilinguale Domain-Namen registrieren, die auch deutsche Umlaute enthalten können – vorerst für die Endungen .com, .org und .net. Hoffnung also für Läderach, Mörgeli und Bürgi, ihren Namen der Web-Gemeinde ab sofort unverfälscht präsentieren zu können? Theoretisch ja, praktisch nein. Das Problem: Besagte Firmen bieten ihren Registrierungsservice an, obwohl alles erst im Versuchsstadium ist und verbindliche Standards noch gar nicht verabschiedet sind. Mehrere Verfahren stehen zur Diskussion, und es ist völlig offen, welches sich dereinst durchsetzen wird.

Am 1. März 2004 startete die Switch mit der Vergabe von Schweizer Umlaut-Domänen. Ich erinnere mich, dass ich damals schüssler.ch regisrieren wollte. Doch mir ging es wie vielen: Das System der Switch war komplett überfordert. „Viel Lärm um die Umlaute“ weiterlesen

Das grosse Geständnis: ich verwende Selfie-Sticks

Seit bald zwei Jahren nutze ich für meine Videos zwei LED-Leuchten, nämlich die Qudos von Knog. Die verrichten ihren Dienst ganz gut. Bis auf eine Sache.

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In der Länge flexibel…

Ich habe ja erwähnt, dass ich sie mit zwei Stativen passend in der Aufnahme positioniere. Diese Teile von Hama sind nun einerseits nicht sonderlich benutzerfreundlich beim Aufstellen und Versorgen. Man muss sie aus der Hülle nehmen, jedes der drei Beine ausfahren und darauf aufpassen, dass keines der Gummifüsschen abfällt. Ausserdem sind sie mir zu gross – d.h. sowohl zu lang als auch zu ausladend, was die drei Beine angeht. „Das grosse Geständnis: ich verwende Selfie-Sticks“ weiterlesen

Die Browser aufmotzen!


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Wie viele Leute verwenden Browser-Erweiterungen? Die Prozentzahlen, die man auf diese Frage findet, variieren massiv. Mozilla schrieb im Add-ons-Blog, es seien 85 Prozent. Allerdings ist diese Statistik schon etwas älter – und Firefox wahrscheinlich nicht repräsentativ für den Desktop allgemein. Denn wer selbst einen Browser installiert, der wird auch Add-ons aufgeschlossen sein, als die Anwenderschaft, die das vorinstallierte Surfprogramm nutzt. Das scheint mir auch mit ein Grund zu sein, weswegen das Angebot für Erweiterungen bei Safari noch sehr überschaubar ist. Eingeführt wurden die Erweiterungen immerhin schon 2010 mit Safari 5.

Was nun die Erweiterungsdichte bei Firefox angeht, gibt es hier eine andere Zahl: Nach Auswertungen der Crashlogs verwenden etwa 60 Prozent der Nutzer Erweiterungen. Bei Chrome sind es gemäss diesem Post im Chromium-Blog ein Drittel.

Ich andererseits bin ein Fan von Erweiterungen. „Die Browser aufmotzen!“ weiterlesen

Wo die weiblichen Nerds das Sagen haben

Fanfic ist wie ein Tütchen Bertie Bott’s Every Flavour Beans.

Fan-Fiction ist mir natürlich ein Begriff. Aber bis vor Kurzem war mir nicht klar, was für Ausmasse diese Sache annimmt. Für den Tagi habe ich einen Artikel über Quora im Speziellen und über User-generated content gemacht (irgendwie inspiriert durch diesen Blogpost hier). Und dabei bin ich fanfiction.net begegnet. Das ist eine Plattform, die es seit 18 Jahren gibt und die eine enorme Menge an Material bereithält.

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Abartig, was die Fanfic-Fans für einen Output haben! (Bild: Pexels.com, CC0)

Wie viele Geschichten es sind, lässt sich anscheinend nur schwer abschätzen. Ich habe auf der Site selbst keine Angaben dazu gefunden und auch Wikipedia gibt sich einigermassen vage. Die Rede ist von 2,2 Millionen Usern (2009). Die Anzahl der Geschichten wird nirgends ausgewiesen, doch dieser Blogpost deutet an, dass die Storys forlaufend nummeriert werden. Demnach wären es um die 12’543’000 Geschichten. Unglaublich! Das ist ein knappes Drittel der Bücher, die es in der Library of Congress gibt.
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Girlietaugliches Storytelling

Bekanntlich habe ich eine gute Beziehung zu dem 16-jährigen Mädchen in mir. Aus diesem Grund ist es nicht verwerflich, hier die App Episode (für Android und iPhone/iPad) zu besprechen in Teenie-Nöten und -Freuden zu schwelgen. Ich könnte nun die Ausrede bemühen, dass ich mich nur aus journalistischen Zwecken in diese rosaroten und plüschigen Gefilde begebe. Und deswegen, weil Episode eine potenziell interessante Storytelling-Methode pflegt. Aber das wäre geschwindelt. Es geht um den Thrill, ums Herzklopfen und die Gänsehaut, und darum, Stunden damit zu verbringen, an Anfang des Spiels seine Figur mit der perfekten Frisur, Haarfarbe und -länge auszustatten, die geilsten Klamotten aus dem virtuellen Kleiderschrank zu picken und sich mit den Accessoires auszustatten, die die Schönheit der eigenen Seele besonders hell leuchten lassen. Oder so ähnlich.

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Links: Mein Alter Ego.
Rechts: Von Schmacht über Sperschmacht bis zu Schmachtschmachtschmacht…

Denn zum Ritual am Anfang einer Episode-Episode gehört das Aufdonnern der Spielfigur. Die political correctness ist nicht zu übersehen, indem nicht nur die Hautfarbe der Spielfigur variabel ist, sondern der ganze Genotyp. Das ermöglicht sämtlichen Mädchen von Nord bis Süd und von Asien bis Europa eine maximale Identifikation mit ihrer Figur. Es ist erzählerisch jedoch ein massives Handicap. „Girlietaugliches Storytelling“ weiterlesen

Zum Kugeln!

Ich hatte das Vergnügen, eine Nikon Keymission 360 zu testen (um ca. 460 Franken, Amazon Affiliate). Das Fazit war recht positiv: Mir gefällt die Kamera, auch wenn ich sie mir selbst nicht kaufen würde. Da ich keine actionreiche Sportart betreibe, gäbe es zu wenige Gelegenheiten für spektakuläre Einsätze.

Während die Hardware also ganz okay ist, hat mich die Software nicht überzeugt. Nikon liefert ein Programm namens KeyMission 360/170 Utility, dessen Name genauso sperrig ist wie seine Bedienung. Immerhin: Man schafft es damit, die Clips von der Kamera auf den Computer zu kopieren.

Ich sehe zwei Möglichkeiten für eine Bearbeitung. Erstens:
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Lasst uns den Pinsel schwingen!

Autodesk ist diese Softwareklitsche, die Software macht, die kaum einer braucht. (Ausser diejenigen die auf CAD abfahren.) So lautet zumindest the common wisdom. Längst macht Autodesk auch lustige Apps wie die hier.

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Ja, das habe ich gemacht! (Ich habe ganz allein ein Bild aus dem Tutorial in den Hintergrund geladen!)

Und ernsthafte Softwareerzeugnisse wie Sketchbook. Das ist eine «digitale Zeichen-App für ein echtes Zeichenerlebnis», wie es die Marketingbehauptung ausdrückt. Es gibt die App kostenlos für Windows und Mac, aber auch für Android und fürs iPhone und iPad. Man verwendet sie am Touchscreen am besten mit einem Stift und PC mit einem Grafiktablett. Aber es geht zur Not auch mit Maus und Finger.

Der Arbeitsbereich macht einen aufgeräumten Eindruck: „Lasst uns den Pinsel schwingen!“ weiterlesen

Zur Nachahmung empfohlen


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Ein Schwall Meerwasser hätte meine Ferienfotos von den Azoren um ein Haar dahingerafft… aus diesem Grund habe ich heute eine Backup-Strategie, die manche als neurotisch bezeichnen würden. Egal – ich empfehle sie heute trotzdem zur Nachahmung. Denn verlorene Ferienfotos sind ein nachhaltiger Dämpfer. Ich bin heute noch überzeugt, dass die Fotos, die ich am 14. Juli 1989 in Paris geschossen habe (bei der Zweihundert-Jahrfeier) die besten Fotos meines Lebens waren. Das ist wahrscheinlich nicht der Fall. Aber das Gegenteil kann mir niemand beweisen, weil ich tatsächlich vergessen hatte, einen Film einzulegen. Ja, liebe Kinder, das war damals ein gängiger Witz, und mir ist es tatsächlich mal passiert.
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Wie gross wird die Reue sein?

Meine Krankenversicherung hat eine App namens Sanitas Active herausgebracht, die es für Android und fürs iPhone gibt. Das ist eine Art Umerziehungs-App für Bewegungsfaule, die dem Anreiz der Gamification einen monetären Stimulus beiseite stellt. Mit anderen Worten: Wenn man sein tägliches Bewegungsziel erreicht – bei mir, da ich einer sitzenden Arbeit nachgehe, sind das 7000 Schritte –, erhält man eine Münze. Für die gesammelten Münzen erhält man beim Shopping Vergünstigungen. Man findet beispielsweise Digitec vor, wo es für dreissig Münzen beim nächsten Einkauf einen Rabatt von 10 Franken gibt. Die Auswahl an Bonusprogrammen ist noch nicht so gross. Im Moment finden sich auch Farmy.ch und Athleticum im Angebot. Bei letzterem ist die Umwandlungsrate noch etwas besser: Da erhält man für 50 Münzen einen Rabatt von 20 Franken.

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Links: Ziel erreicht, Münzen gesammelt und dem Digitec-Gutschein 10’559 Schritte näher.
Rechts: Die Auswahl an Gutscheinen ist noch nicht üppig.

Das entspricht, über den Daumen gepeilt, einer Belohnung von 30 Rappen pro Tag. Verglichen mit der Krankenkassenprämie ist das nicht üppig. Wenn man seine Schrittzahl täglich reinholt, kommt man auf einen Rabatt von um die zwei, drei Prozent. Ob das ein wirklicher Anreiz ist? Es dürfte eher so sein, dass Leute, die sich eh schon viel bewegen, ermutigt werden, ihre Daten an die Krankenkasse abzuliefern. Ein kleiner Rabatt bei Digitec? Nimmt man natürlich gerne mit!
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