Wie in der Disco

Wenn man Apple schon kritisiert, dann auch wegen Kleinigkeiten.

Im Moment bin ich in einer Stimmung, in der ich Apple jede kleine Sünde unter die Nase reibe. Darum ist heute das Macbook Pro 2016 dran. Das mit der Touchbar, die praktisch, aber auch verbesserungsfähig ist.

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Schiesst gern übers Ziel hinaus: Der Umgebungslichtsensor am Macbook.

Heute krittle ich an einer Kleinigkeit herum, nämlich dem Sensor fürs Umgebungslicht. Er ist dazu da, die Bildschirmhelligkeit einzustellen. Das tut er auch – aber auf eine Art und Weise, die einem den letzten Nerv rauben kann. Sitzt man zum Beispiel im Zug am Fenster, dann kann die Landschaft draussen zu einer fast schon stroboskopmässigen Lichtshow führen. Da ist der Blick zum Himmel mal unverstellt, Sonne scheint herein: Zack, man wird voll angestrahlt. Dann hat man plötzlich eine Häuserzeile vor dem Fenster oder fährt – Gott bewahre! – unter einer Brücke durch oder in einen Tunnel hinein. Rumms, schon wird der Bildschirm gedimmt, dass man beim Wägelchen auch gleich einen Kaffee und ein Sandwich bestellen kann, weil an Arbeit nicht mehr zu denken ist. Ächz, nein, kann man nicht. Das Wägelchen (offiziell: Minibar) wird ja abgeschafft.

Das ist aber nicht nur im Zug so. Wenn ich zu Hause am Küchentisch arbeite (was ich an Papitagen immer tue), dann habe ich das Fenster im Rücken. Man denkt, das sei kein Problem – ist es aber. Der Sensor ist so angebracht, dass man offensichtlich mit leichten Bewegungen für ihn komplett unterschiedliche Lichtverhältnisse schafft. Rückt man ein bisschen zur Seite, hält er es für strahlend hell und dreht massiv auf. Beugt man sich vor, denkt er, es sei Nacht und regelt ganz runter. Mit anderen Worten: Es gibt nur eines: Den Sensor abschalten und von Hand regeln. Zu finden ist die Option in den Systemeinstellungen bei Monitore im Reiter Monitor beim Kästchen Helligkeit automatisch anpassen.

Ich bin kein Ingenieur, aber ich sehe ein doppeltes Problem mit dem Sensor. Er scheint zum einen so angebracht, dass er von einzelnen hellen Lichtquellen (Fenster) durcheinandergebracht wird. (Er sitzt am oberen Bildschirmrand bei der Kamera). Zum anderen reagiert die Software zu hastig und regelt bei jeder Veränderung sofort nach. Klar, wenn man mit dem Laptop an die Sonne tritt oder im Büro das Licht ausschaltet, dann nützt es einem nichts, wenn die Software erst nach einer halben Stunde findet, es sei nun Zeit, die Helligkeit aufzudrehen. Andererseits ist die typische Situation für den Nutzer die, dass sich die Lichtverhältnisse nicht abrupt ändern. Man hat in aller Regel eine künstliche Lichtquelle, die für konstante Verhältnisse sorgt.

Kann sein, dass es zwei Sensoren bräuchte – an jeder Seite einen oder beim Bildschirm links unten und rechts oben. Ein Durchschnitt würde allzu drastische Sprünge ausgleichen. Erfolgversprechend wäre auch, wenn der Sensor Lichttemperaturen unterscheiden könnte. So könnte er künstliche Lichtquellen herausfiltern und sich auf die einpegeln.

Schliesslich würde es auch helfen, wenn die Software moderater regeln würde. Auch maschinelles Lernen würde wahrscheinlich helfen. Wenn die Software merkt, dass ich, wenn der Mac im heimischen WLAN hockt, ständig den Helligkeitsregler wieder auf die ursprüngliche Position ziehe, nachdem der Algorithmus in verstellt hat, dann könnte sie daraus ihre Lehre ziehen.

Bleibt die Frage: Gibt es ein Utility, das es besser macht als Mac OS? Ich habe gesucht, bin aber nicht fündig geworden. Tipps darum bitte gern in die Kommentare!

Autor: Matthias

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