Auf dem Geometrietrip

Vectormagic.com ist ein netter kleiner Webdienst, den ich nicht täglich, aber doch gelegentlich nutzte. Inzwischen ist er leider nicht mehr in Verwendung, mehr dazu und eine Alternative weiter unten. Der Dienst wandelt Pixelbilder in Vektoren um. Für Leute, die nicht mit der Materie vertraut sind: Pixelbilder beschreiben ihren Inhalt mit vielen kleinen rasterförmig angeordneten Bildpunkten. Vektorbilder verwenden eine geometrische Beschreibung, bestehend aus Linien und Kurven, aus denen komplexe Objekte konstruiert werden können. Der eigentlich entscheidende Unterschied liegt darin, dass ein Pixelbild das Motiv abbildet, ohne es zu «verstehen»: Ein Pixel gibt eine Farbe wieder, egal ob er zu einem Baum oder zu einem Auto oder Kuhfladen gehört.

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Ganz hübsch geworden: Das Foto eines Graffito (siehe unten) in vektorisierter und leicht nachbearbeiteter Form.

Bei Vektorbildern ist das anders: Eine Fläche, eine Linie, ein Kreis, ein Polygon oder was auch immer ist dort ein einzelnes Objekt, das jederzeit verschoben, gelöscht, verändert, vergrössert, verkleinert oder sonstwie modifiziert werden kann. Da Vektorgrafiken die Objekte geometrisch beschreiben, lassen sie sich beliebig vergrössern, ohne dass die bei Pixelbildern unvermeidlichen Bildpunkte sichtbar werden.

Vectormagic versucht nun, die Objekte eines Vektorbildes nachzuzeichnen. „Auf dem Geometrietrip“ weiterlesen

Digitalfotos nachträglich verbessern


Drei Tricks, um schlechte Bilder in gute zu verwandeln.

Die Tragödien der heutigen Zeit beinhalten weniger einen Königssohn, der aus Versehen mit seiner Mutter Geschlechtsverkehr hat, als vielmehr aus verpassten Momenten, die man zwar versucht hat fotografisch festzuhalten, bei denen das Resultat aber technisch nicht dem Zauber des Augenblicks entspricht. Kurz: Es geht um Fotos, die man selbst oder die Kamera versaut hat.

Man kann in solchen Fällen schulterzuckend auf den Löschknopf drücken. Oder man kann versuchen, das beste aus den Aufnahmen herauszuholen. Manchmal hilft schon ein radikaler Beschnitt. Gelegentlich braucht es spezialisierte Reparaturprogramme. Und mitunter kann man versuchen, den Mangel durch einen spektakulären Effekt zu kaschieren. Im Video stelle ich alle drei Methoden vor. „Digitalfotos nachträglich verbessern“ weiterlesen

Zwei Tipps für ein verregnetes Wochenende

Die Woche fängt ja gut an! Nämlich mit zwei Einträgen von meiner To-Do-Liste, die direkt in diesen Beitrag gewandert sind – ohne, dass ich sie hätte testen können. Doch weil die Gefahr besteht, dass ich innert nützlicher Frist nicht zum Testen komme, gebe ich hier lieber Empfehlungen vom Hörensagen weiter, anstatt die schönen Tipps verkommen zu lassen:

Da ist zum einen odrive.com: Dieser Tipp hat mir ein Arbeitskollege bei der Teepause im Newsroom gegeben. Odrive ist ein Client, der diverse Speicherdienste im Netz bündelt. Er kombiniert Dropbox, Onedrive, Google Drive, Amazon S3, FTP, DAV und sogar Slack, Gmail, Instagram und einige weitere Dienste, deren Icon ich auf der Website hier noch nicht einmal erkannt habe.

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Der Client werkelt im Hintergrund…

Das klingt grossartig, denn erstens ist es nicht sehr effizient, diverse solcher Sync-Clients laufen zu haben. Jeder frisst Ressourcen und womöglich kommen sie sich auch in die Quere. Nicht nur das: Odrive beherrscht auch die Platzhalter. „Zwei Tipps für ein verregnetes Wochenende“ weiterlesen

Aufnahme-Apps, die auch aufnehmen

Aus unerfindlichen Gründen haben gleich beide meine Aufnahme-Apps den Geist aufgegeben. Røde Rec, hier vorgestellt, nimmt nicht mehr auf, ohne dafür einen Grund zu nennen. Rekorder seinerseits nimmt auch nicht auf, sagt aber wenigstens, weshalb. Er findet nämlich, es gebe keinen freien Speicherplatz mehr. Was eine falsche Begründung ist, weil noch 181 GB frei sind. Aber das Resultat ist das gleiche.

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Links: Die Editierfunktion der Diktiergerät-App.
Rechts: Zeitgesteuerte Aufnahmen, speziell geeignet für Spionagezwecke.

Da ich nur mit Aufnahme-Apps etwas anfangen kann, die auch aufnehmen, habe ich mich nach Alternativen umgesehen. Wichtig ist mir eine simple Aufzeichnungsfunktion. Eine Hüllkurve ist zur Kontrolle nötig. Und schön ist auch eine einfache Möglichkeit, eine Aufnahme vom Gerät zu kriegen, beispielsweise übers WLAN:

Diktiergerät (Voice Recorder) ist gratis und macht eigentlich einen guten Eindruck. „Aufnahme-Apps, die auch aufnehmen“ weiterlesen

Die etwas andere Weltzeituhr

worldometers.info ist eine Weltzeituhr der etwas anderen Art: Sie zeigt nicht die Uhrzeit an, sondern zählt Daten aller Art: Die Weltpopulation, Zahl der Toten seit Tagesbeginn, Geburten in diesem Tag, Bildungsausgaben, veröffentlichte Bücher, verkaufte Handys, Internetnutzer, CO₂-Emissionen, fettleibige Menschen… und vieles mehr. Der Clou dieser Website ist, dass die Zahlen nicht «stillstehen», sondern kontinuierlich hochgezählt werden. Man bekommt somit nicht nur ein Gefühl für die Grössenordnung, sondern auch für die Veränderung, die in aller Regel ein Wachstum ist.

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Hier gibt es lebendige Daten zur Verschuldung der USA. Die durch die National Debt Clock allerdings nicht gebremst worden ist. (Bild:
Marc Evans/Flickr.com, CC BY-SA 2.0)

Das ist eine spannende Sache: Denn die Menge CO₂ vor Augen zu haben, ist das eine. Aber es ist etwas anderes, wenn man sieht, wie die Zahl rasant und kontinuierlich ansteigt. Das macht umso deutlicher, dass das womöglich keine so gesunde Entwicklung ist. Und es ist etwas, was das Internet sehr gut kann: Keine statischen Informationen zu liefern, sondern Daten in Echtzeit.
„Die etwas andere Weltzeituhr“ weiterlesen

Die Lektion des Drogenbarons

Ein Arbeitskollege hat mich neulich mit dem African Drug Lord bekanntgemacht. Nein, nicht indem er mich in dessen Drogenverteilungsorganisation eingeführt hat. Aber da fängt es schon an mit den Klischees. Den afrikanischen Drogenboss gibt es in diesem vergnüglichen Youtube-Kanal zu sehen, wo er «Call of Duty: Black Ops» multiplayerspielt und seinen Gegnern so richtig die Knöpfe eintut, wenn sie ihm die Gelegenheit dazu geben. Das ganze funktioniert hervorragend dank rassistischer Vorurteile wie «Die im Busch können ja vielleicht doch Voodoo», aber vor allem dank dem löcherigen Schutz der Privatsphäre im Netz.

Es geht konkret so: Wenn ein Spieler sich unvorsichtigerweise mit dem African Drug Lord anlegt, dann schaltet der plötzlich in den Angriffsmodus und verlangt eine Entschuldigung. Wenn sich das Opfer weigert, weil es sich dank des anonymen Gamer-Namens in Sicherheit wiegt, dann macht Mr. Drogenboss Andeutungen, die keinen Zweifel daran lassen, dass er sowohl Name als auch Wohnort seines virtuellen Gegenüber kennt. Voodoo, eben…

Oder doch nicht. Der Youtuber VirtuallyVain hat letztes Jahr dem «Business Insider» erklärt, wie er vorgeht – in der zweifellos zutreffenden Annahme, dass der typische Call of Duty-Spieler noch nie von diesem Medium gehört hat:
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Alte Programme auf neuen Computern


Was tun, wenn Programme plötzlich streiken?.

Hardware und Programme haben ganz unterschiedliche Lebenszyklen. PCs werden nach drei bis fünf Jahren rausgeworfen (oder anderen Familienmitgliedern übergeben, wo sie dann noch Jahrzehnte vor sich hin rattern und knattern). Betriebssysteme ersetzt man inzwischen im Jahrestakt. Und bei den Anwendungsprogrammen ist die Spannweite riesig: Von Kurz bis sehr lang. Denn wenn man sich in einem Programm heimisch und wohl fühlt – weil es alle Funktionen hat, die man braucht und man sich blind auskennt –, dann ist es vernünftig, den Sirenenrufen der Marketingabteilungen zu widersagen und nicht zu updaten. Denn was nützen einem viele neue Funktionen, die man nicht braucht? Eben.

Die Softwarehersteller haben daher Gefallen am Mietmodell gefunden: „Alte Programme auf neuen Computern“ weiterlesen

Brioches? Nein, leider nicht

Als Journalist sollte man mit dem Begriff der Relevanz vertraut sein. Sie besagt, wie wichtig ein Thema ist – und ausschlaggebend dafür ist natürlich der Leser. Mit anderen Worten: Man sollte als Journalist nicht die Themen beackern, die einem selbst besonders gut gefallen. Nein, die Relevanz bemisst sich am Wert für den Leser – oder meinetwegen auch für die Gesellschaft, das Land oder die Menschheit.

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Das Lebenswerk eines Mönchs – oder ein Tag mit der richtigen Software gespielt.

Nun könnte man an dieser Stelle mehrere Fässer aufmachen. Fass 1: Woher soll man als Journalist wissen, was für den Leser relevant ist? Und wer ist der Leser überhaupt? Fass 2: Die Newsportale verwechseln Relevanz mit Klickraten – und das ist in vielen Fällen noch schlimmer, als wenn der Journi bloss seine eigenen thematischen Steckenpferde pflegt. Zumindest dann, wenn der Journi ein einigermassen geerdetes Mitglied der Gesellschaft ist. Fass 3: Gleichzeitig wird von den Medien gerne das Unerwartete und Überraschende erwartet. Das muss kein Widerspruch zur Forderung nach Relevanz sein – doch in der Praxis läuft es natürlich oft darauf hinaus.

Da ist es ein Glück, dass das hier kein journalistisches Medium ist, sonder mein persönliches Blog. „Brioches? Nein, leider nicht“ weiterlesen

Schelte für Apple

Gott bestraft die kleinen Sünden offensichtlich nicht sofort, zumindest nicht bei Apple.

Die Leute lachen gern über Windows und den Hang dieses Betriebssystems zu Bluescreens und seltsamen Fehlern. Nicht ganz zu Unrecht. Windows erreicht in Sachen Zuverlässigkeit längst nicht das Mindestmass, das selbst ein toleranter Nutzer einem so dominierenden Produkt zugesteht. Doch auch Apple hat ein Softwarequalitätsproblem. Zum Beispiel in iTunes und in der Cloud, wie vor längerer Zeit beschrieben.

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Als ob einer das iPad etwas zu stark geschüttelt hätte.

Doch nicht nur die zerstörte Musiksammlung, die diversen Apple gates und problematische und teilweise zurückgezogene Updates strapazieren die Nerven. Nebst den Megafails gibt es die kleinen, täglichen «Bugs» und Ungereimtheiten. Sie treten ständig auf, unterbrechen den Arbeitsfluss und sind IMHO komplett überflüssig – weil sie sich leicht beheben lassen würden.

Zugegeben, das ist meine laienhafte Meinung, die obendrein durch keinerlei Kenntnis der Systeminterna gestützt wird. „Schelte für Apple“ weiterlesen

Diese Funktion hätte ich gern fürs Festnetz

Neulich habe ich auf Facebook ein iPhone-Feature entdeckt, das mit iOS 10 eingeführt wurde, das mir bisher aber verborgen geblieben ist: Die Möglichkeit, Telefonbuch-Apps einzubinden, um Anrufer zu identifizieren und unerwünschte Anrufe zu blockieren.

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Links: Die Sperroption bei iOS. Rechts die Einstellungen in der Local.ch-App.

Diese Funktion ist in den Einstellungen unter Telefon zu finden. Dort gibt es den Eintrag Anrufe blockieren u. identifizieren. Dort sind bei mir zwei Apps aufgeführt, nämlich die von Local.ch und die von Search.ch. Man kann beide Apps verwenden. Tippt man auf Bearbeiten, sortiert man die Apps entsprechend. Ich nehme an, iOS klappert sie dann in der angegebenen Reihenfolge ab, bis ein Telefonbucheintrag erscheint bzw. eine Nummer als Telefonmarketing erkannt werden konnte.
„Diese Funktion hätte ich gern fürs Festnetz“ weiterlesen