Projekt Schlechtenberg?

Projekt Gutenberg kennt ihr sicherlich. Seit 1994 gibt es dort kostenlos Bücher zu lesen, deren Urheberrecht abgelaufen ist. Der Name lehnt sich laut Wikipedia ans englischsprachige Project Gutenberg an, wo es ebenfalls digitale Bücher aus der Public Domain gibt. Die Texte beim deutschen Schwesterprojekt werden von der Gaga-Community gescannt, korrekturgelesen und online gestellt. Eine gute Möglichkeit, um sich mit kostenlosem Lesestoff zu versorgen.

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Es werde Epub!

Nur kann man bei Gutenberg DE die Texte leider nur im Browser lesen und nicht für ein Lesegerät oder für andere Zwecke herunterladen. (Ich verwende in meinen Videos gerne Texte für Demo-Dokumente, zum Beispiel hier). Das schmälert den Nutzen sehr stark und rückt das Projekt in eine seltsame Ecke. Wikipedia schreibt dazu:

Beim Projekt Gutenberg-DE ist ein Herunterladen kompletter Texte nur mit Einschränkungen möglich, da die Unternehmung Hille & Partner GbR Rechte an den von ihr vertriebenen und von Freiwilligen elektronisch aufbereiteten Public-Domain-Texten beansprucht.

Das ist IMHO ziemlich anmassend und wäre für mich Grund genug, mich nicht bei Gaga zu engagieren (wenn ich dafür überhaupt Zeit hätte). Das Urheberrecht würde der Community gebühren. Aber natürlich sollte es nicht darum gehen, durch die Aufbereitung neue Urheberrechtsansprüche zu begründen – das Ziel sollte doch eigentlich sein, den möglichst komfortablen Zugang zu grossen Werken der Weltliteratur zu ermöglichen. Ein solcher ideeller Anspruch steht einer Finanzierung über Spenden nicht im Weg. Und es würde sich auch niemand daran stören, wenn man zum Beispiel schön aufbereitete Ebook-Fassungen für ein paar Cent verkaufen würde.

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Die Umwandlung hat bestens geklappt. (Hier wurde das Buch in Adobe Editions geöffnet.)

Aber beim Projekt Gutenberg geht es darum, den Verkauf der DVD nicht zu torpedieren. Die gibt es zum Beispiel für30,90 Euro beim Kopp-Verlag. Jawoll, bei dem Kopp-Verlag, der sich den alternativen Fakten verschrieben hat. Darum habe ich nun keinerlei Skrupel, an dieser Stelle den Gutenberg Epub-Generator vorzustellen. Bei dem gibt man den Link auf die erste Seite eines Buchs ein, zum Beispiel hier auf «Die Zeitmaschine» von H.G. Wells, die deutsche Übersetzung von The Time Machine von 1895. Dann lädt man die Datei im Epub-Format herunter, liest sie mit seinem E-Book-Reader oder hat sonstwie seinen Spass mit der Datei.

Eine umständlichere Variante eröffnet sich auch mit dem (nicht mehr weiterentwickelten) Java-Programm Cextra.

Autor: Matthias

Diese Website gibt es seit 1999. Gebloggt wird hier seit 2007.

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