Box ohne Drop

Okay, das ist nun wirklich eine lächerliche Nebensache. Aber vielleicht kommt sie jemandem von euch ja trotzdem mal gelegen.

Also, mir ist neulich aufgefallen, dass zwei auf dem Mac in meiner Dropbox gespeicherten Dateien unter Windows einfach nicht aufgetaucht sind. Bekanntlich gibt es bei der Dropbox die selektive Synchronisierung. Doch die bezieht sich nur auf Ordner, nicht auf einzelne Dateien.

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Simple Verheimlichungsstrategie.

Bei näherem Hinschauen wurde die Ursache klar: Die beiden Dateien hatten einen Doppelpunkt im Namen. Dieses Zeichen ist beim Mac erlaubt1, bei Windows aber verboten. Die Dropbox synchronisiert sie nicht, was sinnvoll ist. Denn solche Dateien machen, wenn sie trotzdem auf eine Windows-Festplatte gelangen, Probleme. Man wird sie kaum mehr los. Dropbox könnte auch anders verfahren und den Doppelpunkt durch ein ungefährliches Zeichen ersetzen. „Box ohne Drop“ weiterlesen

Von einem, der auszog, um Salafist zu werden

Der «Serial»-Podcast hat nicht nur mediale Wellen geworfen, sondern ein eigenes Genre geschaffen. Die serial-artigen Produktionen sind eine persönlich gefärbte Erzählung des Autors, wie er sich an ein Geheimnis heranwagt. Es geht natürlich um das Geheimnis selbst, aber auch darum, wie die Nachforschungen Fortschritte machen oder in Sackgassen enden. Der Autor ist eine Figur in seiner Geschichte, wie der Ich-Erzähler in einem Roman. Die serial-artigen Podcasts sind somit ein Mittelding zwischen Journalismus und Literatur. Sie thematisieren auch Zweifel und Widersprüche, und sie nehmen es in Kauf, dass das Rätsel am Ende womöglich nicht gelöst wird. Denn sie werden episodisch veröffentlicht, wobei die ersten Folgen schon erscheinen, bevor die Recherche abgeschlossen ist.

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Losgezogen, um irgendwo hier zu enden. (Bild: Syrian Desert, yeowatzup/Flickr.com, CC BY 2.0)

Formal sind die serial-artigen Produktionen vom Radiofeature beeinflusst. Sie bauen Soundbites von Protagonisten, O-Tone und atmosphärische Elemente zu einer dichten Collage, und es kommen auch Töne zum Einsatz, die man in einer klassischen Reportage niemals verwenden würde: Aufnahmen vom Telefonbeantworter, Youtube-Clips und ähnliches zum Beispiel. Und wichtig ist die Musik, die in aller Regel für die Produktion selbst komponiert wurde und dramaturgisch gezielt eingesetzt wird.

Es gibt inzwischen diverse solche Geschichten. „Von einem, der auszog, um Salafist zu werden“ weiterlesen