Mach mich hübsch!

Statt auf das perfekte Selfie zu warten, kann man sich mit der Facetune-App auch einfach auf Hochglanz polieren, d.h. Pickel entfernen, Zähne aufhellen und Konturen optimieren – und was einem sonst noch einfällt.

Facetune (4 Franken fürs iPhone und für Android) verfolgt die Philosophie, dass man nicht auf das perfekte Foto warten soll, sondern stattdessen einfach seine mittelmässigen Selfies auf Hochglanz poliert. Sprich: Man motzt seine Porträtfotos mit allen Mitteln der Technik auf: Man glättet die Haut, macht gelbe Zähne weiss, betont Lippen und Augen, entfernt Augenringe, Pickel und Hautunreinheiten und verdeckt Lücken in der Haarpracht.

Beim Glätten werden Hautunreinheiten eliminiert. Wie es geht, erklärt das Tutorial (rechts).

Und wenn alles nichts hilft, wirft man den guten alten Weichzeichner aufs Bild oder greift zum Verformungswerkzeug – das macht die Proportionen des Gesichts wohlgefälliger und fördert die Schönheit ungemein.

Ist das ein Beschiss – oder bloss Idealisierung?

An dieser Stelle gibt es einen grossen Elefanten im Raum. Klar, die moralische Frage. Ist es Beschiss am Betrachter, wenn man ihm nicht «die Wahrheit», sondern eine aufgemotzte Version der Wahrheit zeigt? „Mach mich hübsch!“ weiterlesen

Per Finger zum Passwort

KeePass Touch ist eine zu Keepass kompatible iOS-App, mit der man seine Passwortdatenbank per Finger entsperrt.

Ich bin bekanntlich ein Verfechter von Passwortmanagern (siehe Unverzichtbar: Passwort-Manager und Passwort-Safe für Windows, Mac und iOS). Am Windows-PC nutze ich KeePass, am Mac KeepassX. Und am iPhone habe ich bislang iKeePass verwendet. (Am iPad: Passdrop.)

Links: Die geöffnete Passwort-Datenbank mit den Gruppen und Suchfunktion.
Rechts: Die Entsperrung der Passwort-Datenbank über den Touch-ID-Fingerabdrucksensor.

Nun wird die App offenbar nicht mehr weiterentwickelt, sodass neue Funktionen wie zum Beispiel der Touch-ID-Fingerabdrucksensor nicht unterstützt werden. Ich habe mich daher auf die Suche nach einer Alternative gemacht und bin bei KeePass Touch gelandet. Die App ist kostenlos fürs iPhone, aber man kann für einen In-App-Kauf von 1 Franken die Werbung loswerden – was ich sehr empfehlen würde.

KeePass Touch erfüllt für mich alle wesentlichen Bedingungen: „Per Finger zum Passwort“ weiterlesen

Die Tücken der Ästhetik

Das iPhone 7 hat mich als von Apple zur Verfügung gestelltes Testgerät erreicht. Stellt sich die Frage: Gibt es dazu noch etwas zu sagen, was nicht andernorts bereits gesagt wurde? iPhone-Testberichte gehören nicht gerade zu den raren Textsorten.

Die Antwort ist: Eigentlich nein, aber dieses Blog hier will ja irgendwie gefüllt werden. Darum meine Hauptbeobachtungen:

Das nur sanft überarbeitete Design wurde kritisiert. Ich habe die Jet black-Variante zur Verfügung gestellt bekommen. Das ist die tiefscharze, leicht glänzende und angeblich sehr kratzanfällige Ausprägung des Telefons. Bei mir hat das Telefon bislang noch keinen Kratzer abbekommen, was erstaunlich ist. Ich schaffe es nämlich sonst meistens, spätestens eine halbe Stunde nach dem Auspacken ein Gerät unglücklich fallen zu lassen, sodass es schon nicht mehr neu ausschaut.

Das Ziel von Jony ist klar: Die perfekte Blackbox.

Jedenfalls ist es schick, dass das Gehäuse jetzt wie ein erratischer schwarzer Block wirkt – wie die sprichwörtliche Blackbox: Ohne Kanten, ohne sichtbare Nähte wie etwa für die Antenne und, bei dunklem Display, ohne erkennbare Anzeigefläche. Ich verstehe Jony Ives Bestreben, ein Gerät zu schaffen, dem man nicht ansieht, dass es aus einzelnen Bestandteilen zusammengebaut wurde. Ein Telefon aus einem Guss ist ein Faszinosum. „Die Tücken der Ästhetik“ weiterlesen

Eine App, die mein Baby stillt?

Ein Blogbeitrag über Apps für werdende und frischgebackene Eltern. Und über Leserkommentare. Und dieses ewige, ärgerliche Verbödungsargument.


Falls das Video nicht erscheint, bitte hier klicken.

Im letzten Patentrezept-Video stelle ich (ja, aus betroffenheitsjournalistischen Gründen) Apps für werdende und frischgebackene Eltern vor. Und einmal mehr zeigt sich, dass Service-Artikel ein heikleres Genre sind, als man gemeinhin glauben würde. Einerseits sollte man den Leuten etwas erzählen, was sie noch nicht wissen. Andererseits muss es nah genug an ihrer Lebenswirklichkeit sein, dass sie sich darauf einlassen wollen. Das ist mir im vorliegenden Fall anscheinend nicht so gut gelungen – zumindest, wenn man den Kommentatoren Glauben schenken mag:
„Eine App, die mein Baby stillt?“ weiterlesen

Kunst ist eine Frage der richtigen App

Die Prisma-App sorgt für Furore und einen Hype bei den künstlich aufgemotzten Smartphone-Fotos. Eine App, die ins gleiche Horn stösst, ist Pikazo,

Ein Homescreen-induzierter Drogentrip mit Kuh.

Die Zeit der simplen Instagram-Effekte ist durch. Wenn man heute für Furore sorgen möchte, muss man bei seinen Algorithmen gehörig aufrüsten und zum Beispiel maschinelles Lernen ins Feld führen. Dann kriegt man aber auch einen schönen Hype hin, wie die Prisma-App (iPhone und Android) es in diesem Sommer bewiesen hat.

Prisma und die anverwandten Apps mit ihren Künstler-Kopisten-Algorithmen sind aber auch wirklich ein hervorragender Zeitvertreib für Foto-Spielkinder. Besonders schräg treibt es die App Pikazo (kostenlos fürs iPhone). „Kunst ist eine Frage der richtigen App“ weiterlesen

Alles mit scharf

Die App Fokus Pokus simuliert eine Lichtfeldkamera und erlaubt es, den Bereich der Schärfentiefe nachträglich zu verändern.

Für den Tagi habe ich mich letzten Mittwoch an die spannende Frage herangewagt, was die technische Entwicklung mit der Fotografie macht. Die Erkenntnis: Sie verändert alles, nichts bleibt beim alten. Die Phrase This changes everything wäre für einmal angebracht.

Für den Text Fotografieren jenseits der Physik habe ich mir auch einige Apps angeschaut, die man in den Bereich der Computational Photography einordnen würde. Namentlich Fokus Pokus von Dominik Seibold, im Apple App-Store erhältlich.

Diese App simuliert den Effekt, den man für viel Geld mit einer Lichtfeldkamera wie der Lytro (siehe Fotopioniere vor!) direkt und ohne App erzielen kann. „Alles mit scharf“ weiterlesen

Das iPad? Doch nicht ganz nutzlos

Was kann ein Tablet, das man nicht genauso gut oder besser mit einem Laptop oder dem Smartphone erledigen könnte? Ich habe lange gesucht und nun doch drei Anwendungsbereiche gefunden, in denen ich nicht mehr auf den Tafelcomputer mag.

An dieser Veranstaltung hier hat mir das iPad gute Dienste geleistet.

Was tun mit einem iPad? Als Apple 2010 die Tablet-Ära losgetreten hat, gehörte ich zu denen, die das Teil durchaus interessant fanden, ihm aber unmittelbar keinen konkreten Nutzen abgewinnen konnten. Ich hatte kein unmittelbares Bedürfnis, mir sofort eines zu kaufen, und es hat denn auch bis 2012 und dem zum iPad 3 gedauert, bis ich zum iPad-Nutzer geworden bin.

Nach knapp fünf Jahren ist es Zeit für eine kleine, persönliche Bilanz. Ich käme auch heute noch ohne iPad über die Runden, aber in drei Bereichen nutze ich es gerne:
„Das iPad? Doch nicht ganz nutzlos“ weiterlesen

Angewandte Google-Skepsis


Falls das Video fehlt, bitte hier klicken.

In diesem Blog habe ich immer wieder meiner Google-Skepsis Ausdruck verliehen. Googles vereinnahmendes Wesen ist mir unheimlich, und die zunehmende Abhängigkeit eine echte Gefahr. Trotzdem ist es für mich keine Option, die Dienste von Larry und Sergey komplett aus meinem Leben zu verbannen. Ein pragmatischer Ansatz ist, die tägliche Google-Dosis zu reduzieren, gezielt auszuweichen, manche allzu verlockende Angebote ganz zu meiden – und sich mit den Einstellungsmöglichkeiten zum Google-Konto auseinanderzusetzen.
„Angewandte Google-Skepsis“ weiterlesen

Mit Gesundheitsdaten spielen

Die Health-App kann nun auch Daten exportieren.

Und wenn die alte Woche mit einem iOS-Tipp aufhört, kann die neue mit einem iOS-Tipp anfangen.

Dieser Tipp richtet sich an die Freunde der Selbstquantifizierung, die obendrein ein Flair für Datenanalysen haben. Was wahrscheinlich etwa 0,0001 Prozent der Leserschaft dieses Blogs sind, also ungefähr eine Person in zehn Jahren. Aber Clickomania.ch ist seit jeher seinem Bildungsauftrag verpflichtet und nicht der Einschaltquote.

Also, es geht darum, wie man die Daten aus der famosen Health-App von Apple exportiert. „Mit Gesundheitsdaten spielen“ weiterlesen