Das Alien bricht jetzt auch aus den Kopfhörern

Zu meinen grössten Favoriten bei den Sciencefiction-Filmen1 gehört die Alien-Reihe. Der erste Teil hat mich seinerzeit echt das Fürchten gelehrt. Und als ich vor einiger Zeit die ganze Reihe noch einmal durchgeschaut habe, hat sie mich noch immer bestens unterhalten. Auch der gescholtene Teil Prometheus (Affiliate). Nur die Spin-offs Alien vs. Predator (Affiliate) habe ich mir geschenkt.

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Und ewig facehuggt der Xenomorph…

Als nun bei Audible neulich das Hörspiel Alien: Out of the Shadows (Affiliate) aufgetaucht ist, konnte ich mir das nicht verkneifen. Die Geschichte basiert auf einem Roman von Tim Lebbon und ist zwischen dem ersten und dem zweiten Teil der Filmreihe angesiedelt, also zwischen «Alien» und «Aliens». Ellen Ripley treibt im Kryoschlaf mit ihrem Rettungsschiff Narcissus durchs All, nachdem sie das Alien-verseuchte Raumschiff Nostromo in die Luft, pardon: in die Luftleere des Alls gejagt hat.

Sie trifft nun auf das Minenschiff DSMO Marion, wo sie an Bord geholt wird und gerade miterleben kann, wie deren Crew die Xenomorphen mittels Shuttles an Bord bringen. Es entwickelt sich das altbekannte «Wer bleibt am Schluss noch am Leben»-Spiel, für das wir die Alien-Reihe so lieben.

Nun, dass Ellen Ripley am Leben bleibt, ist an dieser Stelle nicht gespoilert. Es muss zwangsläufig so sein, da sie im zweiten Teil der Filmreihe wieder in Erscheinung tritt. Es ist auch klar, dass sie mit der Narcissus weiterfliegen muss als ob nichts geschehen wäre. Denn aus Sicht der Filme ist auch nichts geschehen. Dieser vorhersehbare Umstand nimmt der Geschichte auch etwas an Spannung, so haben es zumindest manche Kritiker bemängelt. Ich fand es nun nicht so schlimm – es gibt ja viele Geschichten mit unsterblichen Helden, die trotzdem sehr spannend sind. Da kann uns auch George RR Martin keines Besseren belehren.

Es tritt noch eine zweite Figur aus dem ersten Teil auf, die zwecks Spoilervermeidung nur in den Fussnoten namentlich genannt wird2. Die Story ist nun nicht grossartig, aber unterhaltsam genug.

Die eigentlich interessante Frage ist: Funktioniert eine actiongeladene Sciencefiction-Handlung auch als Hörspiel? Audible Studios hat das bejaht und das Buch als aufwändig produziertes Hörspiel adaptiert. Es gibt eine Besetzung von elf Sprechern, Musik mit Filmsoundtrack-Qualitäten und eine hochstehende Geräusch- und Atmo-Kulisse. Trotzdem – Action funktioniert visuell besser als in einer Hörspielumsetzung ohne Erzähler, wo man die Ereignisse dann nur indirekt mitbekommt. Auch wenn es saftig schmatzt, wenn das Alien-Baby sich im Wissenschaftsoffizier, der armen Karen Sneddon, einnistet, dann ist das im Film gruseliger. Hörspiele funktionieren besser mit elaborierten Dialogen und verkopften Geschichten: Psychothriller, Krimis, komödiantische Inhalte.

Trotzdem soll das kein Verriss werden. Im Gegenteil, allein schon deswegen, weil ich es toll finde, dass Audible die alte und fast schon in Vergessenheit geratene Kunstform des Hörspiels wieder aufleben lässt. Als Alien-Fan kann und soll man sich dieser Alien-Inkarnation aussetzen. Allein schon deswegen, weil es verblüffend ist, wie Laurel Lefkow, die Ellen Ripley spricht, ganz genau wie Sigourney Weaver klingt…

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Die Besetzung des Hörspiels

Übrigens: Ein Interview mit dem Realisator des Hörspiels, Dirk Maggs, gibt es hier.

Footnotes

  1. Ja, sogar grösser als die Star-Wars-Reihe (Affiliate), inklusive dem neusten und gar nicht so schlechten neuesten Teil Das Erwachen der Macht von J. J. Abrams (Affiliate). ^top
  2. Es ist der Wissenschaftsoffizier Ash, der bekanntlich eine androidische Lebensform ist und sich in die Systeme der Narcissus geschleust hat. ^top

Autor: Matthias

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